Auf die gute (orientalische) Art

Ihr Lieben,

heute entführe ich (Tatjana) Euch in die Welt des Mittleren Ostens.

Nachdem ich 2010 meine Ausbildung  / Studium wasauchimmer abgeschlossen hatte, rief die große weite Welt. Je weiter, exotischer, wärmer, schöner, desto besser.

Und so ging es letztendlich als Reiseleiterin in die Vereinigten Arabischen Emirate. Bei vielen löst das jetzt ein geografisches Fragezeichen auf den Gesichtern aus. Daher hier die Erklärung. Die VAE sind ein kleines Land auf der arabischen Halbinsel und bestehen aus sieben relativ eigenständigen Emiraten: Abu Dhabi und Dubai sind sicherlich die bekanntesten und auch die größten Emirate, außerdem gibt es noch Sharjah, Ajman, Um al Qwain, Ras al Khaimah und Fujeirah. Bis auf Fujeirah liegen alle Emirate wie auf einer Perlenkette aufgereiht an der Westküste.

http://www.online-artikel.de/editor/assets/reisen/Karte_vae_dubai1.jpg

Quasi das gesamte Land besteht aus Wüste, unterbrochen von einigen Oasen und Mangroven und einem Gebirge. Ein hartes Pflaster, das nur von einigen Beduinenstämmen besiedelt war. Ein hartes, karges Land, die Menschen lebten vor allem vom Anbau von Datteln, von ihren Kamelen, dem Fischfang und dem Perlentauchen – bis das Öl gefunden wurde. Auf einmal strömten Menschen aus der ganzen Welt in die Emirate, um ihr Glück zu machen – und viele sind geblieben.

Heute ist das Land ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen und Religionen – und das spiegelt sich auch in der dortigen Küche wider. In Dubai sind nur noch 20% der Bevölkerung Locals, ca. 50% sind Inder und die restlichen 30% kommen aus allen anderen Teilen der Erde. Aus der westlichen Welt, Afrika und Asien – und jeder bringt seine traditionelle Küche mit.

Über meine Arbeit erzähle ich Euch vielleicht ein andermal, heute geht es – natürlich – ums Essen. Gewohnt haben wir Reiseleiter im indischen Teil von Sharjah – und wir waren weit und breit die einzigen Weißen. Mein (kulinarischer) Tag begann meist mit einem schwarzen Tee mit Milch, stark und süß, „to go“ in einem Pappbecher für umgerechnet ca. 20 Cent am Café an der Ecke.

Tagsüber war ich in Dubai unterwegs und habe meine Gäste in den Hotels besucht, Ausflugstipps gegeben und Touren verkauft.

Zum Kochen waren wir abends meist zu müde, außerdem hatten wir alle andere Arbeitszeiten, sodass wir selten alle gemeinsam in unserer WG waren.

Aber es gab viele günstige Restaurants in der unmittelbaren Umgebung. Wenn es schnell gehen sollte, haben wir uns im Cafe direkt vor unserem Haus meist einfach ein Shawarma geholt: Eine Art Wrap aus arabischem Brot gefüllt mit Lammfleisch, das am Spieß gebraten war, Pommes (klingt komisch, schmeckt aber gut) 🙂 Gemüse und einer Sauce, von der ich nicht im Mindesten ahne, was darin sein könnte. Dazu gab es sehr salzige Mixed Pickles.

Manchmal gab es auch ein wahnsinnig leckeres Brathähnchen mit Brot und Salat, das wir mit an den Strand genommen und dort gegessen haben.

Und wenn eine bestimmte Kollegin zu Hause war und wir Lust auf Fisch hatten, sind wir zu einem Restaurant gefahren, das ich allein nie gefunden habe. Versteckt in einer kleinen Gasse, eigentlich nur aus ein paar Brettern zusammen gezimmert, gab es dort Fisch, der schachbrettförmig aufgeschnitten und gebraten wurde. Dadurch wurde die Haut kross, war ziemlich scharf gewürzt und wurde mit Brot, Salat und Mixed Pickles gereicht. Messer und Gabel kamen generell nur in den seltensten Fällen zum Einsatz. In der Regel wird das Essen einfach mit einem Stück arabischen, dünnen Fladenbrotes aufgenommen und gegessen.

So auch bei diesem (um welchen Fisch es sich genau gehandelt hat, habe ich nie herausgefunden).

Was bei keiner Mahlzeit fehlen durfte, war Hummus. Kichererbsenpaste mit Tahini und warmem Olivenöl. Jedes Restaurant, jede Familie hat ihr eigenes Rezept, überall schmeckt er ein bisschen anders. Ich mag ihn am liebsten glatt und cremig, mit viel Tahini und aufgeschlagen mit Olivenöl.

Seit ich aus den Emiraten zurück bin, kann ich den Hummus aus dem Supermarkt nicht mehr sehen – und ich habe noch kein Restaurant gefunden, das einen guten Hummus anbietet. Daher machen wir ihn ab und zu selbst, was aber relativ viel Arbeit macht. Ein Rezept findet Ihr im Post https://aufdiegutealteart.wordpress.com/2014/01/04/silvester-auf-orientalisch/

Wenn wir doch mal selbst kochen wollten, befand sich der Fisch- und Gemüsemarkt fußläufig zu unserer Wohnung. So günstigen und so frischen Fisch habe ich vorher noch nie gegessen. Quasi direkt aus dem Fischernetz in die Pfanne – und das Beste: Wir konnten ihn uns vor Ort entschuppen, ausnehmen und filetieren lassen. Man kauft den Fisch (und handelt fleißig – als blonde deutsche Frau wird einem alles erst einmal zum dreifachen Preis angeboten) :), drückt ihn einem der zahlreichen Fischentschupper (dort ist das tatsächlich ein Beruf) in die Hand und voila. Mit den fertigen Filets – oder den Garnelen (auch so frisch und lecker) ab nach Hause, würzen und in die Pfanne – oder den Topf. Ein Hochgenuss.

Und so könnte ich stundenlang weiter schreiben. Ich habe so ziemlich alles probiert: Libanesisch, pakistanisch, indisch, meist einfach, meist scharf, aber wahnsinnig lecker – und wenn wir doch mal Appetit auf etwas Heimisches hatten, konnten wir im Hofbräuhaus in Dubai sogar Brezeln mit Weißwurst essen.

Auf jeden Fall wird aber wohl noch so mancher Beitrag mit arabischen Geschichten und Rezepten folgen – denn seit meiner Zeit in den VAE liebe ich die orientalische Küche.

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