Teff im Praxistest

Überraschenderweise fand ich letzte Woche Teff Mehl von 3 Pauly im Reformhaus und nahm gleich eine Packung mit nach Hause. Sie enthielt 2 x 400 g und kostete 6,49 €. Bei dem Preis habe ich erst einmal geschluckt, dann aber doch zugegriffen, denn, wie Tatjana immer sagt, “you get what you pay for”, was so viel heißt wie: „Gutes hat seinen Preis.“ Voll motiviert wollte sie es denn auch gleich ausprobieren und in unser Abendessen integrieren. Eine Focaccia sollte es werden. Da sie so schnell kein ausgesprochenes Teff-Rezept dafür fand, ersetzte sie normales Weizen- einfach nur mit Teffmehl. Um es kurz zu machen: es klappte nicht. Das Resultat ähnelte einem zu dick geratenen Pfannkuchen, der unangenehm nach Hefe schmeckte. Vielleicht hätte sie dem Hefeteig einfach nur etwas mehr Zeit geben sollen …
Den nächsten Versuch unternahm dann ich, indem ich ein wenig methodischer vorging. Soll heißen: Zunächst recherchieren, wie man Teff überhaupt genießen kann:
In Joghurt eingerührt, soll es angenehm schmecken und anhaltend sättigen. Stimmt. Das leicht sandige Gefühl im Mund störte mich kaum.
Mein zweiter Test war ein Apfelpfannkuchen: Ich verrührte etwa 150 g Teffmehl mit einer Prise Salz, wenig Rohrohrzucker, 1 Ei, etwa 50 ml Sahne und fügte Mineralwasser hinzu, bis der Teig so dünnflüssig war, wie ich ihn haben wollte. Vorher hatte ich einen Apfel geschält und in Achtel geteilt, die in der Zwischenzeit in einer beschichteten Pfanne in wenig Butter dünsteten. Dann goss ich den angerührten Teig darüber und ließ ihn bei mittlerer Hitze stocken, wendete den Pfannkuchen vorsichtig auf einem Teller. Anschließend durfte er noch ein paar Minuten auf der anderen Seite Farbe annehmen, bevor ich ihn mit Marmelade und Quark verspeiste. Er war angenehm luftig und schmeckte deutlich kräftiger als ein Weizenpfannkuchen, hielt aber wirklich lange satt.
Nun hatte ich herausgefunden, dass sich Teffmehl, obwohl glutenfrei, doch zu weizenähnlichem Gebäck verarbeiten lässt, und konnte seinen Geschmack mit dem unserer gängigen Getreidesorten vergleichen. Ein Kuchen daraus würde also herzhafter schmecken. Bei meinen Recherchen stieß ich immer wieder auf Rezepte für Schoko-Brownies aus Teffmehl. Mir fiel auf, dass die Zutaten und Mengenangaben nahezu identisch waren, fand aber nur einen einzigen Hinweis darauf, dass dieses Rezept jemals wirklich gebacken worden war. Also würde ich es probieren.
Ich stellte bereit:
250 g dunkle Schokolade = 2 Tafeln
250 g Butter
5 Eier
250 g Zucker
1 Prise Salz
250 g Mehl
100 g gemahlene Haselnüsse
½ Päckchen Backpulver
Zunächst schaltete ich den Backofen auf 150 °C , um ihn vorzuheizen.
Die Schokolade brach ich in Stücke und ließ sie zusammen mit der Butter über dem Wasserbad schmelzen. Danach nahm ich die Schüssel vom Wasserbad, so dass die Masse etwas abkühlte.
In der Zwischenzeit schlug ich die Eier mit dem Zucker und dem Salz in einer separaten Schüssel etwa eine Minute schaumig und mischte sie dann unter die Schokomasse.
Das mit den Nüssen und dem Backpulver vermischte Mehl hob ich zum Schluss darunter, füllte den Teig in eine rechteckige Form und ließ ihn 30 Minuten backen.
Das Ergebnis: ein schokoladiger, saftiger Kuchen. Für Menschen, die glutenfrei essen müssen, bestimmt ein Leckerbissen. Zum Abnehmen wegen des hohen Zucker- und Fettgehalts allerdings nicht geeignet, da mag sein Ballaststoffgehalt noch so hoch sein.
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Mit dem Teffmehl, das jetzt noch übrig ist, werde ich einen neuen Versuch unternehmen, Brot zu backen – vielleicht ein Injera, das traditionelle äthiopische Fladenbrot. Ich werde berichten.
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Low-carb-Kräcker – schnell, einfach, lecker und gesund

Kennt Ihr das auch? Dass man abends noch mal Lust auf was zu knabbern bekommt, sich aber nicht mit Chips und Schokolade vollstopfen will? Dann ist dieses leckere und einfache LowCarb-Rezept genau das Richtige für Euch:
Ihr braucht:
1 Pckg. gemahlene, abgezogene Mandeln (100 g)
1 kleines Ei
1/2 TL Salz
1/2 TL Pfeffer
Alle Zutaten mit dem Kochlöffel zu einem Teig vermischen (evtl. etwas Eiklar beiseite stellen.)
Den Teig zwischen Folie 3-4 mm dünn ausrollen.
Mit einem Messer oder Pizzaschneider 3×3 cm große Quadrate oder Dreiecke ausschneiden,
auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen,
bei 175 °C  etwa 12-15 Min. backen, bis die Kräcker goldbraun sind.
Auf einem Rost abkühlen lassen – und genießen.
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Man kann die Kräcker vor dem Backen auch mit dem beiseite gestellten Eiklar bestreichen und mit Mohn, Sesam o. Ä. bestreuen. Also dann, an den Ofen, fertig, los. 🙂

Sonntags-Kaffeeklatsch-Kuchen-Traum

Ihr Lieben,

da mein Rezept mit dem Teff-Mehl gestern ziemlich danebengegangen ist, bekommt Ihr heute stattdessen für einen super leckeren und raffinierten Sonntags-Kaffeeklatsch-Kuchen. Das Rezept stammt aus einem meiner absoluten Lieblings-Backbücher, „Komm zum Kaffeeklatsch“ aus dem Kosmos-Verlag.

Es handelt sich um eine Herbstwelle mit Hagebutte (und wie immer habe ich das Rezept ein bisschen abgewandelt).

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Ihr braucht:

Für 1 Backblech (oder eine 28er Springform)

350 g Mehl

1 Päckchen Backpulver

350 g weiche Butter

200 g Zucker, 1 Prise Salz

6 Eier

3 EL Milch, 3 EL Kakaopulver

1 Glas Hagebutten-Konfitüre

Für den Belag:

1 Päckchen Dr. Oetker Paradiescreme

300 ml Milch

300 g Kuvertüre

Dann gehts los:

Den Backofen auf 180°C vorheizen, ein Backblech oder die Springform fetten. Für den Teig das Übliche: Butter mit Zucker und Salz cremig rühren, die Eier dazu, alles schaumig schlagen, das Mehl mit dem Backpulver vermischen und unterheben.

Dann den Teig halbieren, zu der einen Hälfte den Kakao und die Milch geben, dann erst den hellen Teig auf dem Blech oder in der Form verteilen. Darauf die Hagebutten-Konfitüre dünn verstreichen, dann den dunklen Teig darauf verstreichen.

Im heißen Ofen ca. 35 Minuten backen. (Auf dem Backblech ist er flacher, da stimmt die Backzeit, in der Form braucht er ggf. ein bisschen länger.

Dann den Kuchen aus dem Ofen nehmen, auf einem Rost abkühlen lassen. In der Zwischenzeit die Paradies-Creme anrühren und die Kuvertüre schmelzen.

Die Paradies-Creme auf dem Kuchen verteilen, die Kuvertüre darauf geben und gleichmäßig verstreichen.

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Fest werden lassen, anschneiden, genießen 🙂

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Was ist eigentlich Teff?

Teff ist keine neue Sportart; Teff ist auch kein neuer Tanz. Teff ist das kleinste Getreide der Welt und stammt ursprünglich aus Äthiopien. Die Getreidekörner sind nur so groß wie Mohnsamen.
Stars wie Victoria Beckham und Gwyneth Paltrow haben das neue Getreide bereits für sich entdeckt. In Hollywood wird es neuerdings als das neue „Superfood“ bezeichnet.
Was ist das Besondere an Teff?
Teff ist glutenfrei. Aus Teffmehl kann man Brot, Brötchen, Nudeln, Pizzateig, Kuchen, Kekse herstellen. Deshalb ist es besonders gut für Menschen geeignet, die sich glutenfrei ernähren müssen.
Teff ist sehr proteinreich. Es sättigt anhaltend, weil es den Blutzuckerspiegel lange konstant hält, ist also ideal zum Abnehmen.
Teff beinhaltet mehr Mineralien, z. B. Calcium, als irgendein anderes Getreide. Außerdem ist es reich an Eisen und essentiellen Fettsäuren.
Im Internet kann man ein glutenfreies Teffbrot bestellen, das mit Sauerteig hergestellt wurde und angeblich unserem europäischen Geschmack entspricht. Es soll nicht nur für Menschen mit Zöliakie-, und Sprue, sondern auch für Allergiker geeignet sein, die sonst gar kein Getreide mehr vertragen.
Das Getreide wird seit einigen Jahren auch in Europa, z.B. in den Niederlanden und in Deutschland, angebaut.
Da Teffmehl bei einem Kilopreis von etwa 8 Euro nicht gerade billig ist, eignet es sich wohl nicht als Grundnahrungsmittel für eine durchschnittlich verdienende Familie.
Für Menschen, die gesund abnehmen möchten und bereit und in der Lage sind, ein wenig mehr dafür auszugeben, kann es durchaus geeignet sein.
Eine echte Alternative ist es sicher bei Glutenunverträglichkeit, um Abwechslung in den doch sehr eingeschränkten Speiseplan zu bringen.
Heute abend werden wir eine Focaccia mit Teff-Mehl probieren, wenn sie etwas wird, könnt Ihr Euch morgen auf das Rezept freuen 🙂

Vernunftsverlust – zumindest temporär

Kennt Ihr das auch? Wenn man 100 andere Sachen tun müsste, ist die Lust, sich in der Küche auszutoben, am größten. Und was soll ich sagen? Jaaa, die Küchengelüste haben triumphiert, die Vernunft war mal wieder chancenlos. Tja. Egal! Das Ergebnis war es wert. 🙂

Als ich das letzte Mal nach einem gesunden, schnellen und kreativen Abendessen gesucht habe, bin ich durch Zufall auf dem Blog von My Yummy Projects gelandet. Und hatte mich für ein Avocado-Ei-Rezept entschieden. Aber schon damals war mir auch dieses Rezept für einen Avocado-Lachs-Salat aufgefallen. Das war heute fällig 🙂

Und was soll ich sagen? Schon wieder so ein tolles Rezept!

Schnell gemacht, gesund und vor allem sehr lecker.

Ich habe das Rezept (natürlich) ein bisschen abgewandelt.

Ihr braucht:

100g Räucherlachs

1 Avocado

1/2 Apfel

1 Becher Naturjoghurt

Zitronensaft

Salz, Pfeffer, Zucker

2 gekochte Eier

Im Grunde ist die Zubereitung denkbar einfach: Alles würfeln, in eine Schüssel geben, Joghurt dazu, mischen und mit Zitrone, Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.

Voila 🙂

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Wie aus einem ungewöhnlichen Rezept ein außergewöhnlicher Kuchen wird

Ungewöhnliches reizt mich immer. So auch, als ich in der neuesten „essen & trinken“ das Rezept für einen „Pastinaken-Schokoladen-Kuchen mit gebrannten Mandeln“ fand.
Ich kenne Möhren-, Kürbis- und Zucchinikuchen, aber einen Kuchen mit Pastinaken, das war äußerst ungewöhnlich. Als ich die Zutatenliste las und feststellte, dass es auch noch ein Vollwertrezept ist, stand für mich fest, dass ich diesen Kuchen backen würde.
Die meisten Zutaten hatte ich ohnehin im Haus. Ich brauchte nur noch Pastinaken und Rapskernöl zu besorgen und schon konnte es losgehen. Ich nahm mir vor, diesmal – im Gegensatz zu meiner sonstigen Gewohnheit – ganz genau nach Anleitung zu verfahren.
Gesagt, getan. Für den Teig stellte ich also bereit:
350 g Pastinaken
60 g gemahlene Mandeln
150 g Zartbitterschokolade gemischt mit einem Rest Zartbitterkuvertüre von der Weihnachtsbäckerei
200 g Dinkel
6 Pimentkörner (das ergibt etwa einen TL gemahlenen Piment)
20 g Kakaopulver
2 ½ TL Weinsteinbackpulver
4 Eier (Kl. M)
200 g Rohrohrzucker
1 gestr. TL Salz
250 g Rapskernöl
Zunächst fettete ich meine Kuchenform. Laut Rezept sollte es eine Springform mit 26 cm ø sein, ich nahm aber meine Rechteckform (26 x 39 cm).
Dann röstete ich die gemahlenen Mandeln ohne Fett in einer Pfanne an, bis sie dufteten, und ließ sie danach abkühlen.
Die Pastinaken wurden geschält und fein gerieben (Wie gut, dass mir ein elektrisches Gerät diese Arbeit abgenommen hat!)
Die Schokolade habe ich mit einem Kochmesser grob gehackt – damit geht es sehr einfach und schnell.
Anschließend habe ich den Dinkel zusammen mit den Pimentkörnern in meinem Thermomix fein gemahlen. Man kann natürlich auch fertiges Dinkelmehl nehmen, aber frisch gemahlenes Getreide ist einfach viel aromatischer (und nährstoffreicher!)
Nun wurde der Backofen auf 170 °C vorgeheizt.
Dinkelmehl, Backpulver, Kakao und die Schokolade habe ich gut vermischt und beiseite gestellt.
Dann schlug ich die Eier, den Zucker und das Salz mit dem Handmixer so lange auf, bis eine hellgelbe, feinporige Schaummasse entstanden war;
daraufhin wurden das Öl, dann die Mehlmischung, dann die Pastinaken je kurz untergerührt,
der Teig in die Form gegeben und in den Backofen gestellt.
Ich ließ den Kuchen zunächst 25 Min. auf 170 °C backen und anschließend noch 10 Minuten im ausgeschalteten Rohr stehen.
Der fertige Kuchen durfte in der Backform auf einem Rost auskühlen, bevor er
mit einer Schokoladenglasur bestrichen wurde, die folgendermaßen zubereitet wird:
200 g Zartbitterschokolade (oder -kuvertüre) in Stücke brechen und in einer Schüssel über dem Wasserbad schmelzen, dann vom Wasserbad nehmen.
120 g saure Sahne und 100 g Puderzucker verrühren und mit einem Teigspatel unter die Schokolade rühren. Den Kuchen sofort damit bestreichen.
Normalerweise sollte er nun mit selbst zubereiteten gebrannten Mandeln garniert werden, doch die habe ich mir und meinen Mitessern mit Rücksicht auf unsere Zähne erspart. Dafür habe ich die übriggebliebenen gemahlenen Mandeln aus der Packung über dem Schokoladenguss verteilt.
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Das Ergebnis dieses ungewöhnlichen Rezepts ist ein wirklich außergewöhnlich schmeckender, saftiger Schokoladenkuchen mit einem leicht würzigen Aroma. Die etwas aufwändigere Zubereitung hat sich gelohnt.
Wie sagte schon Rotkäppchens Großmutter: „Gewöhnlich kann jeder …!“

Pastinaken – das verkannte Gemüse

Ihr Lieben,
 
diese Woche haben wir uns für ein Special entschieden, und zwar geht es um die Pastinake. Ein traditionelles, früher häufig verwendetes und heute fast in Vergessenheit geratenes Gemüse. Zu Unrecht, wie wir lernen werden. 🙂
 
Ich (Brigitte) werfe nicht gern Lebensmittel weg. Und in meinem Vorratskeller lag eine Packung Pastinaken, die ich vor einigen Tagen gekauft hatte, weil ich sie in einem Kalbsragout mitschmoren wollte. In der Zwischenzeit hatte ich jedoch meinen Menüplan geändert. Da lagen sie also nun, die Pastinaken. Und daneben ein einzelner Kohlrabi, der sich schon etwas gummiartig anfühlte. Höchste Zeit also, etwas daraus zu machen, denn in ein paar Tagen wären Pastinaken und Kohlrabi nicht mehr genießbar – höchstens noch für die Spitzmäuschen, die in meinem Kompost wohnen. Aber, wie gesagt, ich werfe ungern Lebensmittel weg.
 
Bisher wusste ich nicht sehr viel über die Pastinake, nur dass sie der Petersilienwurzel ähnlich sieht. Nun habe ich erfahren, dass sie bereits bei den Römern eines der beliebtesten Wurzelgemüse war und bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts in Deutschland und Österreich zu den Grundnahrungsmittel gehörte, dann aber von Kartoffeln und Karotten verdrängt wurde. In anderen Ländern dagegen ist sie nach wie vor ein sehr beliebtes Gemüse.
 
Die Pastinake ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen, allergenarm und vielseitig in der Zubereitung. Im Jahr 2011/12 war sie Gemüse des Jahres. Salate, Suppen, Hauptgerichte, sogar Süßspeisen und Kuchen können daraus hergestellt werden. Mittlerweile hat sie auch Eingang in die Sterneküche gefunden. Wenn das kein Grund ist, sie auch als ganz normale Hausfrau zu entdecken:

Ich zerließ einen Esslöffel selbstgemachtes Butterschmalz in einem Topf, fügte den geschälten und in Stücke geschnittenen Kohlrabi hinzu und ließ ihn einige Minuten andünsten. In der Zwischenzeit schälte ich die Pastinaken, schnitt sie in etwa ebenso große Stücke und gab sie zu den Kohlrabistücken. Nach ein paar Minuten, als alles zu duften anfing, würzte ich das Gemüse mit Salz und Pfeffer (wer es würziger mag, kann auch noch etwas gekörnte Brühe – Bio, natürlich und ohne Hefeextrakt – zugeben), löschte mit ganz wenig Wasser ab, legte den Deckel auf und garte es bei geringer Hitze, bis es weich, aber  noch bissfest war. Dann gab ich eine in dünne Ringe geschnittene Pepperoni dazu, die in meiner Küche in einem Topf wächst. Nun ließ ich zwei Esslöffel Frischkäse in dem Gemüse schmelzen, streute etwas Petersilie darüber und schmeckte noch einmal mit Salz ab. Und siehe da: das Ergebnis konnte sich sehen, aber vor allem schmecken lassen. Meine Mäuschen jedenfalls mussten sich mit den Gemüseabfällen begnügen.

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Ganz ungewöhnlich, aber wirklich lecker war auch der Kuchen, den ich aus dem Wurzelgemüse gebacken habe. Ihr dürft auf das Rezept gespannt sein.

Soulfood – Hühnersuppe

Ihr Lieben,

habt Ihr das auch? Wohlfühlgerichte? Soulfood? Essen, das Euch einfach zufrieden macht?

Bei mir ist das – unter anderem – Hühnersuppe. Eine einfache, traditionell angesetzte Hühnersuppe, ohne viel SchiSchi und Trara – sprich ohne Tütchen, Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe.

Und eine gute Suppe selbst zu machen, ist so einfach – und günstig. Sie eignet sich perfekt zur Resteverwertung, lässt sich einfrieren und vielseitig in der Küche einsetzen. So könnt Ihr zum Beispiel Eurer Pastasauce das gewisse Etwas geben, euer Risotto schmeckt mit selbstgemachter Brühe doppelt so lecker und selbst ein Salatdressing gelingt damit einfach perfekt.

Klingt wie ein Werbetext? Ist es auch.

Zugegeben, was Ihr braucht, ist Zeit. Vieeel Zeit. Wobei Ihr aber nicht permanent am Herd stehen und rühren müsst.

Ok, los gehts.

Ihr braucht:

1,8 kg Hühnerknochen (die bekommt ihr ganz günstig beim Metzger, es kann aber sein, dass ihr vorbestellen müsst). Oder Ihr hebt einfach die Knochen Eurer Brathähnchen auf – die nicht abgenagten, nach Möglichkeit). 🙂 Klingt eklig? Warum? Unsere Großeltern haben das auch so gemacht, Spitzenköche nehmen zum Ansetzen von Saucen und Brühen traditionell Knochen – und: Je weniger man wegschmeißen muss, je mehr man auch aus Resten und – vermeintlichen – Abfällen machen kann, desto mehr Respekt bringt man doch dem Lebensmittel entgegen.

Ok, aber weiter. Ihr braucht außerdem:

2 Gemüsezwiebeln

2 Karotten

1/2 Stange Sellerie

6 Lorbeerblätter

8 Stiele Thymian

1 TL Rosmarinnadeln

1 TL schwarze Pfefferkörner

1 Prise Oregano

4 l + 250 ml heißes Wasser

Zunächst werden die Hähnchenknochen kräftig gesalzen und auf einem Backblech im auf 175°C vorgeheizten Backofen ca. 30 Minuten geröstet. (Wenn Ihr die Knochen Eurer Brathähnchen nehmt, könnt Ihr Euch diesen Schritt sparen).

In der Zwischenzeit könnt Ihr das Gemüse vorbereiten. Die Zwiebeln samt Schale (die sorgen später für eine schöne bernstein-goldene Farbe) grob würfeln und in einen großen Topf werfen. Die Möhren brauchen ebenfalls nicht geschält zu werden, sondern nur kurz waschen, ebenfalls grob würfeln und zu den Zwiebeln geben. Das Gleiche gilt für den Staudensellerie. Kräuter und Gewürze ebenfalls in den Topf werfen.

Sollten Eure Hähnchen zu viel Fett abgeben, könnt Ihr das abschöpfen und ebenfalls in den Topf geben und kurz bevor die Hähnchen schön goldbraun sind (wir brauchen Röststoffe, also ordentlich Gas geben im Backofen) alles anschwitzen. Die Hähnchenkarkassen ebenfalls in den Topf geben, 250 ml Wasser auf das Backblech geben und die festgebackenen Reste mit einem Kochlöffel loskratzen und ebenfalls zur Suppe geben – genau diese Reste sind purer Geschmack, also gebt Euch Mühe 🙂

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Das Ganze kräftig salzen und mit 4 Litern Wasser aufgießen.

Und jetzt braucht Ihr nur noch Zeit. 8 Stunden muss die Suppe bei kleiner Hitze sanft im Topf köcheln. Dann durch ein feines Sieb passieren, nochmal abschmecken und voilà 🙂

Sollte zu viel Fett auf der Suppe schwimmen, bekommt Ihr das am besten ab, indem Ihr den Topf über Nacht kalt stellt. Das Fett sammelt sich dann an der Oberfläche, wird fest und lässt sich ganz leicht abnehmen.

Die benötigte Zeit schreckt Euch ab? Ja, die Suppe ist aufwendig, aber wenn Ihr die Möglichkeit habt, sie einzufrieren, reicht sie für den ganzen Winter. (Zumindest, wenn man, wie ich, allein wohnt) 🙂

Und (ganz unter uns: Ich glaube, sie schmeckt auch nach 2 Stunden auf dem Herd schon toll. 8 Stunden den Herd laufen zu lassen, ist – zugegeben – purer Luxus.)

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Man möge mir eventuelle Schleichwerbung durch Wiederverwertung von diversen Behältnissen verzeihen, aber selbst der überquellende Tupperware-Schrank meiner Mutter gibt nicht genügend passende Schüsselchen her 🙂 Außerdem, Recycling und Wiederverwertung hat noch niemandem geschadet 🙂

Ach ja, das Rezept stammt aus übrigens aus der deutschen Sweet Paul.