Soulfood – Hühnersuppe

Ihr Lieben,

habt Ihr das auch? Wohlfühlgerichte? Soulfood? Essen, das Euch einfach zufrieden macht?

Bei mir ist das – unter anderem – Hühnersuppe. Eine einfache, traditionell angesetzte Hühnersuppe, ohne viel SchiSchi und Trara – sprich ohne Tütchen, Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe.

Und eine gute Suppe selbst zu machen, ist so einfach – und günstig. Sie eignet sich perfekt zur Resteverwertung, lässt sich einfrieren und vielseitig in der Küche einsetzen. So könnt Ihr zum Beispiel Eurer Pastasauce das gewisse Etwas geben, euer Risotto schmeckt mit selbstgemachter Brühe doppelt so lecker und selbst ein Salatdressing gelingt damit einfach perfekt.

Klingt wie ein Werbetext? Ist es auch.

Zugegeben, was Ihr braucht, ist Zeit. Vieeel Zeit. Wobei Ihr aber nicht permanent am Herd stehen und rühren müsst.

Ok, los gehts.

Ihr braucht:

1,8 kg Hühnerknochen (die bekommt ihr ganz günstig beim Metzger, es kann aber sein, dass ihr vorbestellen müsst). Oder Ihr hebt einfach die Knochen Eurer Brathähnchen auf – die nicht abgenagten, nach Möglichkeit). 🙂 Klingt eklig? Warum? Unsere Großeltern haben das auch so gemacht, Spitzenköche nehmen zum Ansetzen von Saucen und Brühen traditionell Knochen – und: Je weniger man wegschmeißen muss, je mehr man auch aus Resten und – vermeintlichen – Abfällen machen kann, desto mehr Respekt bringt man doch dem Lebensmittel entgegen.

Ok, aber weiter. Ihr braucht außerdem:

2 Gemüsezwiebeln

2 Karotten

1/2 Stange Sellerie

6 Lorbeerblätter

8 Stiele Thymian

1 TL Rosmarinnadeln

1 TL schwarze Pfefferkörner

1 Prise Oregano

4 l + 250 ml heißes Wasser

Zunächst werden die Hähnchenknochen kräftig gesalzen und auf einem Backblech im auf 175°C vorgeheizten Backofen ca. 30 Minuten geröstet. (Wenn Ihr die Knochen Eurer Brathähnchen nehmt, könnt Ihr Euch diesen Schritt sparen).

In der Zwischenzeit könnt Ihr das Gemüse vorbereiten. Die Zwiebeln samt Schale (die sorgen später für eine schöne bernstein-goldene Farbe) grob würfeln und in einen großen Topf werfen. Die Möhren brauchen ebenfalls nicht geschält zu werden, sondern nur kurz waschen, ebenfalls grob würfeln und zu den Zwiebeln geben. Das Gleiche gilt für den Staudensellerie. Kräuter und Gewürze ebenfalls in den Topf werfen.

Sollten Eure Hähnchen zu viel Fett abgeben, könnt Ihr das abschöpfen und ebenfalls in den Topf geben und kurz bevor die Hähnchen schön goldbraun sind (wir brauchen Röststoffe, also ordentlich Gas geben im Backofen) alles anschwitzen. Die Hähnchenkarkassen ebenfalls in den Topf geben, 250 ml Wasser auf das Backblech geben und die festgebackenen Reste mit einem Kochlöffel loskratzen und ebenfalls zur Suppe geben – genau diese Reste sind purer Geschmack, also gebt Euch Mühe 🙂

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Das Ganze kräftig salzen und mit 4 Litern Wasser aufgießen.

Und jetzt braucht Ihr nur noch Zeit. 8 Stunden muss die Suppe bei kleiner Hitze sanft im Topf köcheln. Dann durch ein feines Sieb passieren, nochmal abschmecken und voilà 🙂

Sollte zu viel Fett auf der Suppe schwimmen, bekommt Ihr das am besten ab, indem Ihr den Topf über Nacht kalt stellt. Das Fett sammelt sich dann an der Oberfläche, wird fest und lässt sich ganz leicht abnehmen.

Die benötigte Zeit schreckt Euch ab? Ja, die Suppe ist aufwendig, aber wenn Ihr die Möglichkeit habt, sie einzufrieren, reicht sie für den ganzen Winter. (Zumindest, wenn man, wie ich, allein wohnt) 🙂

Und (ganz unter uns: Ich glaube, sie schmeckt auch nach 2 Stunden auf dem Herd schon toll. 8 Stunden den Herd laufen zu lassen, ist – zugegeben – purer Luxus.)

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Man möge mir eventuelle Schleichwerbung durch Wiederverwertung von diversen Behältnissen verzeihen, aber selbst der überquellende Tupperware-Schrank meiner Mutter gibt nicht genügend passende Schüsselchen her 🙂 Außerdem, Recycling und Wiederverwertung hat noch niemandem geschadet 🙂

Ach ja, das Rezept stammt aus übrigens aus der deutschen Sweet Paul.

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4 Kommentare zu “Soulfood – Hühnersuppe

  1. Eine schöne einfache Anleitung. Mit (ungekochten) Gemüseresten mache ich das bereits, daraus wird Gemüsefond. Am Ende kommen meist um die 3-4 Liter bei raus und die halten so etwa 4-6 Wochen im Biofresh-Fach. Einfrieren ginge zwar auch, aber dann ist das portionieren nicht so einfach und die Eiswürfelvariante finde ich unpraktisch.

  2. Hühnersuppe könnte ich jetzt auch gut vertragen 🙂 Selbst gemacht schmeckt sie wirklich 100 mal besser! Ich habe vor Weihnachten Brühe eine aus Hühnerflügel und Unterkeulen gemacht. Das herauslösen des Fleisches war ein bisserl aufwendig, aber dann hat man auch gleich eine Einlage oder man macht Frikasee 😉 Liebe Grüße Emma

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