Pastinaken – das verkannte Gemüse

Ihr Lieben,
 
diese Woche haben wir uns für ein Special entschieden, und zwar geht es um die Pastinake. Ein traditionelles, früher häufig verwendetes und heute fast in Vergessenheit geratenes Gemüse. Zu Unrecht, wie wir lernen werden. 🙂
 
Ich (Brigitte) werfe nicht gern Lebensmittel weg. Und in meinem Vorratskeller lag eine Packung Pastinaken, die ich vor einigen Tagen gekauft hatte, weil ich sie in einem Kalbsragout mitschmoren wollte. In der Zwischenzeit hatte ich jedoch meinen Menüplan geändert. Da lagen sie also nun, die Pastinaken. Und daneben ein einzelner Kohlrabi, der sich schon etwas gummiartig anfühlte. Höchste Zeit also, etwas daraus zu machen, denn in ein paar Tagen wären Pastinaken und Kohlrabi nicht mehr genießbar – höchstens noch für die Spitzmäuschen, die in meinem Kompost wohnen. Aber, wie gesagt, ich werfe ungern Lebensmittel weg.
 
Bisher wusste ich nicht sehr viel über die Pastinake, nur dass sie der Petersilienwurzel ähnlich sieht. Nun habe ich erfahren, dass sie bereits bei den Römern eines der beliebtesten Wurzelgemüse war und bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts in Deutschland und Österreich zu den Grundnahrungsmittel gehörte, dann aber von Kartoffeln und Karotten verdrängt wurde. In anderen Ländern dagegen ist sie nach wie vor ein sehr beliebtes Gemüse.
 
Die Pastinake ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen, allergenarm und vielseitig in der Zubereitung. Im Jahr 2011/12 war sie Gemüse des Jahres. Salate, Suppen, Hauptgerichte, sogar Süßspeisen und Kuchen können daraus hergestellt werden. Mittlerweile hat sie auch Eingang in die Sterneküche gefunden. Wenn das kein Grund ist, sie auch als ganz normale Hausfrau zu entdecken:

Ich zerließ einen Esslöffel selbstgemachtes Butterschmalz in einem Topf, fügte den geschälten und in Stücke geschnittenen Kohlrabi hinzu und ließ ihn einige Minuten andünsten. In der Zwischenzeit schälte ich die Pastinaken, schnitt sie in etwa ebenso große Stücke und gab sie zu den Kohlrabistücken. Nach ein paar Minuten, als alles zu duften anfing, würzte ich das Gemüse mit Salz und Pfeffer (wer es würziger mag, kann auch noch etwas gekörnte Brühe – Bio, natürlich und ohne Hefeextrakt – zugeben), löschte mit ganz wenig Wasser ab, legte den Deckel auf und garte es bei geringer Hitze, bis es weich, aber  noch bissfest war. Dann gab ich eine in dünne Ringe geschnittene Pepperoni dazu, die in meiner Küche in einem Topf wächst. Nun ließ ich zwei Esslöffel Frischkäse in dem Gemüse schmelzen, streute etwas Petersilie darüber und schmeckte noch einmal mit Salz ab. Und siehe da: das Ergebnis konnte sich sehen, aber vor allem schmecken lassen. Meine Mäuschen jedenfalls mussten sich mit den Gemüseabfällen begnügen.

Bild

Ganz ungewöhnlich, aber wirklich lecker war auch der Kuchen, den ich aus dem Wurzelgemüse gebacken habe. Ihr dürft auf das Rezept gespannt sein.
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2 Kommentare zu “Pastinaken – das verkannte Gemüse

  1. Da hast du Recht, ein völlig unterschätztes Gemüse ist die Pastinake, wobei: Ich glaube, der Trend geht zurück Richtung dieser alten Schätze.
    Wenn ich beim Biobauern Pastinaken kaufe, duftet auf dem Heimweg das ganze Auto nach ihren ätherischen Ölen.
    Danke für das schöne Rezept und liebe Grüße
    Cheriechen

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