Hurra – es ist wieder Bärlauch-Zeit!

Endlich ist es soweit! Ich kann mir wieder Kräuter aus meinem Garten holen. Ja klar, einige konnte ich auch im Winter ernten: Rosmarin, Thymian und sogar Salbei, der im vergangenen milden Winter beschloss, einfach weiter zu wachsen. Aber Schnittlauch, Petersilie, meine diversen Minzsorten und Basilikum hatten sich wie in jedem Herbst zurückgezogen. Der Bärlauch verschwindet sogar schon im späten Frühjahr, sobald er geblüht hat. Es sind also jedes Jahr nur ein paar Wochen, in denen man das frische Kraut genießen kann. Nun habe ich die ersten Blätter in den Beeten entdeckt und sogar schon einige geerntet. Viel ist es noch nicht, aber wenn die Temperaturen so bleiben, dauert es nur noch ein paar Tage und durch den Garten weht der bekannte Knoblauchduft. Das bedeutet für mich: der Frühling ist nun endgültig da! Meine Familie schmeckt das dann auch, denn ich gebrauche Bärlauch dann oft und gerne.
Wusstet Ihr, dass der Bärlauch, der ja sozusagen direkt vor unserer Haustür wächst, noch gesünder ist als sein (eigentlich asiatischer) Verwandter, der Knoblauch? Schon die alten Römer, Gallier und Germanen kannten seine heilsame Wirkung bei verschiedenen Erkrankungen. Später geriet dieses Wissen allerdings in Vergessenheit. Doch in den letzten Jahren hat man diese Pflanze für die Küche und, nicht zuletzt durch die Forschungsergebnisse der modernen Medizin, auch als Heilpflanze wiederentdeckt. Die meisten Menschen, die Knoblauch nicht vertragen, haben übrigens bei Bärlauch keine Probleme.

Bärlauch ist gesund, denn
er reguliert den Blutdruck,
wirkt blutbildend,
hält die Blutgefäße frei von Ablagerungen,
schützt vor Herzinfarkt, Schlaganfall und Thrombose,
reinigt das Blut und auch den Darm,
regt den Stoffwechsel, die Magensaft- und Gallebildung an,
hilft bei Eisenmangel,
wirkt sich positiv bei Gicht und Diabetes aus,
lindert Entzündungen wie Bronchitis
und soll sogar Wechseljahresbeschwerden positiv beeinflussen, u.v.a.m.
Er eignet sich also ideal für eine Rundum-Frühjahrskur!
Wo bekommt man Bärlauch?
Bärlauch wächst in feuchten Wäldern, gerne unter Buchen. Da die Blätter aber denen des giftigen Maiglöckchens sehr ähnlich sehen, ist eine Verwechslungsgefahr nicht ausgeschlossen. Ein sicheres Erkennungsmerkmal von Bärlauch ist der knoblauchartige Geruch.
Man kann ihn auch im Garten anbauen. Dort wächst er an humusreichen schattigen und feuchten Stellen, die nicht umgegraben werden, so dass die Pflanzen sich in Ruhe ausbreiten können. Ich habe vor Jahren ein paar Zwiebelchen geschenkt bekommen und finde ihn nun an immer wieder neuen Plätzen in meinem naturnahen Garten.
Wer keinen Garten hat, kann ihn im Frühling immer häufiger auf dem Wochenmarkt oder sogar in der Gemüseabteilung gut sortierter Supermärkte kaufen.
Wie kann man Bärlauch verwenden?
Am gesündesten ist die Pflanze, wenn sie roh verwendet, also kleingeschnitten oder -gehackt über Salat, Gemüse oder Suppen gestreut bzw. in Dipps oder Butter gerührt wird. Man kann auch ein Pesto daraus zubereiten, die Blätter wie Spinat dünsten, Suppe davon kochen usw. usw.  Im Internet lassen sich unzählige Rezepte finden.
Um Bärlauch zu konservieren, kann man
die ganzen oder gehackten Blätter in einer Plastikdose oder einem Gefrierbeutel einfrieren;
fein gehackten Bärlauch mit wenig Wasser oder Öl vermischen und portionsweise in einem Eiswürfelbereiter einfrieren;
fein gehackte oder in Öl pürierte Blätter mit Öl bedeckt in ein Schraubglas füllen und im Kühlschrank aufbewahren;
Bärlauchöl, Bärlauchbutter, Bärlauchsalz herstellen.
Zu medizinischen Zwecken ist er auch in Kapselform erhältlich.
Nach der trockenen Theorie möchte ich Euch nun mit meinem Lieblingsrezept Lust machen, Bärlauch doch selbst einmal auszuprobieren. Ich habe es vor einiger Zeit im Internet auf http://www.chefkoch.de entdeckt:
1 Portion Pizzateig (ich mache ihn selbst; es geht natürlich auch fertig gekaufter) mit Schmand bestreichen,
mit Salz und Pfeffer würzen,
etwa 1 Handvoll in Streifen geschnittenenen Bärlauch darauf verteilen,
3 – 4 Scheiben in Streifen geschnittenen Schinken ebenfalls darauf verteilen,
mit 150 – 200 g geriebenem Käse bestreuen,
bei 175 °C etwa 20 Minuten backen, bis die Ränder appetitlich braun sind.
Guten Appetit!
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Retro-Oster-Idee – gefüllte Eier

Mein Vater ist letzte Woche 62 geworden und deswegen gab es am Sonntag einen großen Geburtstagsbrunch mit Freunden. Die Mama hatte eigentlich die Idee, eine Art russisches Buffet zu machen, mal was anderes zu den Frühstücksklassikern Salami und Nutella. Nachdem mein Vater sich aber nun Tiramisu und Marmorkuchen gewünscht hatte, passte das Thema Russland nicht mehr so richtig und so wurde umgeplant.

Die gefüllten Eier sind allerdings geblieben – und das zu Recht! Einfach und schnell gemacht und sehr, sehr lecker – und sie zaubern ein bisschen Retro-Feeling auf den Frühstückstisch 🙂

Und so gehts:

Eier hart kochen, abkühlen lassen, pellen und der Länge nach halbieren.

Den Dotter mit einem kleinen Löffel herauskratzen, in einer Schüssel auffangen. Dann Mayonnaise, Senf und kleingeschnittene Cornichons dazu geben, alles zu einer glatten Masse verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Eier schön auf einem Teller anrichten, mit der Creme füllen und mit Schnittlauch garnieren.

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Dazu gab es Kaviar – gut, zugegeben, es war nur Kaviar-Ersatz. Dieser ist aber durchaus eine günstige Alternative zu echtem Kaviar: Zum ersten wird er aus Makrelenfleisch gewonnen, außerdem werden weniger Zusatzstoffe beigegeben, als in (billigem) echten Kaviar, zum Dritten schmeckt er nicht so fischig und letztendlich überzeugt er natürlich auch vom Preis her.

Wenn man also nicht auf Beluga-Kaviar besteht, kann auch Kaviar-Ersatz durchaus eine gelungene Alternative darstellen.

Nominiert für den Liebster Award

Hui,

heute bekommt Ihr endlich mal wieder einen Blogpost. Ich weiß, es wurde ruhig in unserem Blog, aber im Moment geht es bei uns ein bisschen drunter und drüber. Seht es uns bitte nach 🙂

Auf jeden Fall gab es letzte Woche unseren aller,aller, allerersten Tag und wir freuen uns total 🙂 Wir wurden von der lieben Joanna von der Küchenzuckerschnecke für den Liebster Award nominiert. Ganz lieben Dank dafür 🙂

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Dieser Award wird von Bloggern an Blogger verliehen, und zwar besonders an neue, noch unbekannte Blogs, die weniger als 200 Follower haben. Es ist vor allem schön zu wissen, dass der eigene Blog anerkannt und weiterempfohlen wird und so ein tolles Blogger-Netzwerk im WWW entsteht.

Hier noch mal kurz die Regeln: 

1. Schreibe einen Post mit diesem Award, füge das Award-Bild ein und verlinke die Person die dir diesen Award verliehen hat.
2. Beantworte die 11 Fragen.
3. Denke dir weitere 11 Fragen aus.
4. Tagge 10 Blogger die unter 200 Lesern haben.
5. Sage den Bloggern, dass sie einen Award bekommen haben und somit getaggt wurden.

Und nun natürlich die Antworten auf die 11 Fragen 🙂

1. Warum bloggst du und wie bist du dazu gekommen?

Das ist eine längere Geschichte. Ich (Tatjana) hatte schon mal kurz einen Foodblog, habe ihn aber recht schnell wieder gelöscht, da die Zeit einfach nicht gereicht hat. Nun haben meine Mom und ich uns überlegt, dass man sich die Arbeit ja auch teilen könnte. Und uns beiden liegen Qualität, Herkunft und die sorgfältige Verarbeitung von Lebensmitteln am Herzen. Unsere Gesellschaft wird überschwemmt von Convenience, Zusatzstoffen und Quantität. Die Qualität und traditionelle Verarbeitung bleiben dabei oft auf der Strecke. Dagegen wollen wir etwas unternehmen. Und schon war der Name für unseren Blog gefunden: Auf die gute (alte) Art.

2. Wie hat sich dein Leben durch das Bloggen verändert?

Wir sind ständig auf der Suche nach Rezepten, Ideen und Inspirationen – und die Esser unserer Kreationen müssen regelmäßig auf Ihr Essen warten, bis der Teller schön in Szene gesetzt und abfotografiert wurde 🙂

3. Wieviel Zeit investierst du in dein Blog?

Unterschiedlich. Der Vorteil, wenn man zu zweit bloggt, ist ja, dass man sich die Arbeit teilen kann – und die andere einspringen kann, wenn man selbst gerade mal wenig Zeit hat. Im Durchschnitt ca. 4 – 5 Stunden, würde ich schätzen.

4. Wer oder was inspiriert dich?

Ebenfalls unterschiedlich. Die Lebensmittel im Bioladen oder auf dem Markt, Magazine und Blogs im Internet, Musik, Fotos, Situationen, Erinnerungen… Das Leben ist voller Inspirationen, man muss nur die Augen (und das Herz) offen halten. Klingt kitschig, ist aber so 🙂

5. Was ist dein perfekter Start in den Tag?

Am Abend vorher keinen Wecker stellen zu müssen 🙂

6. Was ist dein Lieblingskuchen, bzw. Lieblingsspeise?

Variiert von Situation zu Jahreszeit, zu Tageszeit – aber mit einem schönen saftigen Marmorkuchen macht man mich immer glücklich 🙂

7. Tee oder Kaffee?

Ich liebe Tee, könnte aber ohne Kaffee nicht leben. Also Kaffee

8. Thema “Vegan”. Es wird immer populärer, auch diverse Magazine nehmen diese Richtung als Serie auf. Deine Gedanken dazu?

Auf tierische Produkte zu verzichten, ist aus Umwelt- und Naturschutz-Gesichtspunkten sicher sinnvoll. Und ich bewundere jeden, der die Disziplin dafür aufbringt. Gesundheitlich sehe ich das eher skeptisch: Warum man freiwillig auf Ersatzstoffe (Stichwort Soja-Fleisch oder Kunstleder) zurückgreift, erschließt sich mir einfach nicht. Gott sei Dank leben wir ja in einer freien Gesellschaft, wo jeder leben darf, wie er möchte. Dieser Krieg Fleischesser gegen Veganer und der damit einhergehende Fanatismus und Missionsgedanke gehen mir allerdings (Achtung Wortspiel^^) tierisch auf den Keks.

9. Was hast du dir für 2014 vorgenommen? Oder gibt es etwas was du 2014 unbedingt tun willst und wenn ja, was?

Diziplin, Dinge auch mal zu Ende zu führen (klappt bisher allerdings nicht so richtig^^)

10. Welches Buch liegt gerade oben auf deinem Nachttisch?

„Wir sind jung und brauchen die Welt“ von Daniel Boese

11. Ich verlasse das Haus nie ohne … ?

Meinen Schlüssel 😉

Und nun noch meine 11 neuen Fragen:

1. Wie bist Du auf den Namen für Deinen Blog gekommen?

2. Warum hast Du angefangen zu bloggen?

3. Wie bist Du ans Kochen/Backen gekommen?

4. Deine erste Küchen-Erinnerung?

5. Hältst Du dich beim Kochen/Backen strikt an Rezepte?

6. Hast Du ein Lieblings-Koch-/Backbuch und wenn ja, welches?

7. Welches Land würdest Du kulinarisch gerne entdecken?

8. Dein „Soulfood“ – Welches Gericht macht Dich glücklich?

9. Bier oder Wein?

10. Du landest auf einer einsamen Insel. Welche 3 Dringe würdest Du mitnehmen?

11. Auf Deine Insel darfst du außerdem einen mp3-Player mitnehmen, aber nur ein einziges Lied darauf laden: Welches Lied wäre es?

Und last but not least noch meine Nominierungen (es sind nur 8 geworden):

Flavour – Food & Fashion

Kleine Brezel 

Cucina e piu

Comida Divina

Cooking Catrin

Babsi Backt 

Backzwang

kunterbuntweissblau

Schmeckt wie Frühling am Mittelmeer – Orangenminz-Pesto

Woher ich weiß, wie Frühling am Mittelmeer schmeckt? Ich weiß es nicht 🙂
Aber auch hier sieht es ja bereits verdächtig nach Frühling aus. Damit beginnt auch für die Gärtnereien die Saison. Überall sieht man Frühlingsblüher; aber auch die ersten Kräuter werden schon angeboten. Zum Auspflanzen ist es für die meisten von ihnen zwar noch zu früh, aber für die Planung ist jetzt genau die richtige Zeit und man kann sich schon die ersten Anregungen holen. Letztes Jahr habe ich noch kurz vor Saisonende supergünstig einen Topf mit Orangenminze erstanden. Auf dem Blumenstecker stand ein Rezept für ein Orangenminz-Pesto. Ich habe es ausprobiert und war so begeistert von dem herrlichen Aroma, dass die beiden Gläschen in Nullkommanix leer waren.
Ich möchte Euch das Rezept nicht vorenthalten: vielleicht bekommt Ihr ja auch Lust, Euch Orangenminze in den Garten zu holen. Allerdings findet man sie wohl nur in gut sortierten Gärtnereien. Ich habe sie im Topf zu überwinten versucht; hoffentlich ist mir das gelungen. Andernfalls weiß ich ja jetzt, wo ich sie bekomme.
Hier also das Rezept:
1 Tasse geröstete Cashewkerne
1 Tasse Basilikum-Blätter
1 Tasse Orangenminz-Blätter
1 Tasse gutes Olivenöl
abgeriebene Schale von einer Bio-Orange
Salz, Pfeffer
Alles zusammen in einem hohen Gefäß mit dem Schneidstab pürieren und abschmecken – das Öl nach und nach zugeben. Das Pesto in ein Schraubglas füllen. Darauf achten, dass es immer mit Olivenöl bedeckt ist. Gut verschlossen in den Kühlschrank stellen. Für Nudeln, Salatsaucen, Gemüsegerichte, Dips etc., etc.
P.S. Heute habe ich die allerersten Blättchen Bärlauch in meinem Garten geerntet. Darüber demnächst mehr.

Teff – letzter Versuch :)

Mit dem Rest Teffmehl in meiner Packung wollte ich das im Internet hochgelobte Injera probieren – ein Brotfladen, der in der echten äthiopischen Küche  nicht fehlen darf. So habe ich es gelesen. Ich selbst habe noch nie äthiopisch gegessen. Das arabische Fladenbrot allerdings liebe ich. Warum als nicht äthiopisches Fladenbrot? Die Anleitung dafür klang wirklich einfach.
Die Rezepte, die ich im Internet dafür fand, waren alle fast identisch. Also konnte nichts schiefgehen. So dachte ich.
Zunächst musste ein Sauerteig angesetzt werden: eine Tasse Teffmehl mit 2 Tassen Wasser verrühren und zwei bis drei Tage bei Zimmertemperatur stehenlassen. Gesagt – getan.
Nach drei Tagen sollte dem Teig nur noch ein wenig Salz hinzugefügt und die einem Pfannkuchenteig ähnliche Masse in der Pfanne ausgebacken werden. Das Dumme war nur, dass der Teig alles andere als Pfannkuchenteig-ähnlich war. Es war eine ziemlich dünnflüssige Masse, die zudem kräftig sauer roch. Ein wenig Teffmehl hatte ich noch: also rührte ich den Rest darunter. Das Ergebnis kam einem Pfannkuchenteig schon näher. Dann: beschichtete Pfanne auf Mittelhitze vorgeheizt, ein wenig Rapsöl hinein und, wie beschrieben, den Teig durch Schwenken in der Pfanne verteilt. Etwas dicker als ein Crêpe sollte der Fladen werden. Irgendwie jedoch kochte der Teig in dem Öl mehr, als zu einem Fladenbrot zu verbacken. Ich hatte offensichtlich zu viel Öl in die Pfanne gegeben. Schließlich zerbrach das Gebilde auch noch in einzelne Stücke – aus einem Pfannkuchen hätte ich nun Kaiserschmarrn gemacht.
Nächster Versuch: ganz wenig Öl mit einem Silikonpinsel in der Pfanne verteilt, Teig in der Pfanne geschwenkt – Fladen angebacken. Beim Versuch, ihn vom Pfannenboden zu lösen, wieder zerrissen.
Mit dem letzten Rest Teig gelang es mir dann doch noch, ein Gebilde zu backen, das einem Fladenbrot ziemlich nahe kam. Zumindest optisch. Geschmacklich trifft eher die Bezeichnung „ungenießbar“ zu. Ich vermute, der Teig säuerte einen Tag zu lang.
Mein Fazit: Wir bleiben bei dem leckeren Vollwert-Sauerteig-Brot vom Bäcker unseres Vertrauens, und sollten wir doch einmal Injera probieren wollen, dann gehen wir in ein äthiopisches Restaurant essen.
Ich bin froh, mich nicht glutenfrei ernähren zu müssen. Für Menschen jedoch, die Gluten nicht vertragen, ist Teff auf jeden Fall eine Bereicherung in ihrer doch sehr eingeschränkten Auswahl an Nahrungsmitteln. Dann würde ich auch so lange herumexperimentieren, bis mir ein gutes Brot gelänge.