Teff – letzter Versuch :)

Mit dem Rest Teffmehl in meiner Packung wollte ich das im Internet hochgelobte Injera probieren – ein Brotfladen, der in der echten äthiopischen Küche  nicht fehlen darf. So habe ich es gelesen. Ich selbst habe noch nie äthiopisch gegessen. Das arabische Fladenbrot allerdings liebe ich. Warum als nicht äthiopisches Fladenbrot? Die Anleitung dafür klang wirklich einfach.
Die Rezepte, die ich im Internet dafür fand, waren alle fast identisch. Also konnte nichts schiefgehen. So dachte ich.
Zunächst musste ein Sauerteig angesetzt werden: eine Tasse Teffmehl mit 2 Tassen Wasser verrühren und zwei bis drei Tage bei Zimmertemperatur stehenlassen. Gesagt – getan.
Nach drei Tagen sollte dem Teig nur noch ein wenig Salz hinzugefügt und die einem Pfannkuchenteig ähnliche Masse in der Pfanne ausgebacken werden. Das Dumme war nur, dass der Teig alles andere als Pfannkuchenteig-ähnlich war. Es war eine ziemlich dünnflüssige Masse, die zudem kräftig sauer roch. Ein wenig Teffmehl hatte ich noch: also rührte ich den Rest darunter. Das Ergebnis kam einem Pfannkuchenteig schon näher. Dann: beschichtete Pfanne auf Mittelhitze vorgeheizt, ein wenig Rapsöl hinein und, wie beschrieben, den Teig durch Schwenken in der Pfanne verteilt. Etwas dicker als ein Crêpe sollte der Fladen werden. Irgendwie jedoch kochte der Teig in dem Öl mehr, als zu einem Fladenbrot zu verbacken. Ich hatte offensichtlich zu viel Öl in die Pfanne gegeben. Schließlich zerbrach das Gebilde auch noch in einzelne Stücke – aus einem Pfannkuchen hätte ich nun Kaiserschmarrn gemacht.
Nächster Versuch: ganz wenig Öl mit einem Silikonpinsel in der Pfanne verteilt, Teig in der Pfanne geschwenkt – Fladen angebacken. Beim Versuch, ihn vom Pfannenboden zu lösen, wieder zerrissen.
Mit dem letzten Rest Teig gelang es mir dann doch noch, ein Gebilde zu backen, das einem Fladenbrot ziemlich nahe kam. Zumindest optisch. Geschmacklich trifft eher die Bezeichnung „ungenießbar“ zu. Ich vermute, der Teig säuerte einen Tag zu lang.
Mein Fazit: Wir bleiben bei dem leckeren Vollwert-Sauerteig-Brot vom Bäcker unseres Vertrauens, und sollten wir doch einmal Injera probieren wollen, dann gehen wir in ein äthiopisches Restaurant essen.
Ich bin froh, mich nicht glutenfrei ernähren zu müssen. Für Menschen jedoch, die Gluten nicht vertragen, ist Teff auf jeden Fall eine Bereicherung in ihrer doch sehr eingeschränkten Auswahl an Nahrungsmitteln. Dann würde ich auch so lange herumexperimentieren, bis mir ein gutes Brot gelänge.
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3 Kommentare zu “Teff – letzter Versuch :)

  1. Hi,

    Teff hört/liest sich einfacher als es ist insbesondere Injera. Mir hat das letztes Jahr von äthiopischen Freunden meiner Schwester ein erstauntes „Ach, Du willst das selbst machen?! ich kaufe das immer!“ eingebracht.

    Das der Teig sehr sauer riecht – und auch so aussieht, als wolle man ihn eigentlich nicht essen – ist normal. Er muss richtig blubbern, wenn die wilde Hefe gut gezogen ist. Dafür hat bei mir die 3-Tage-Methode nicht gereicht und wenn man tiefer gräbt haben die 3-Tage-Rezepte alle mind. einen starken Starter (ähnlich wie Sauerteig) dabei. Damit es trotzdem blubbert braucht es noch ein wenig (Trocken)Hefe.

    Beim Backen ist der Trick, dass das Brot gedämpft werden muss. Wenn Du es normal – wie einen Crêpe oder Pfannkuchen – bäckst, trocknet der Teig aus und wird brüchig. Kleine Flamme und Deckel drauf. Dann muß der Teig diese charakteristischen Augen entwickeln.

    Der reine Teff-Geschmack ist ja für uns sehr untypisch. Uns hat am besten eine Mischung aus Teff- und Weizenmehl geschmeckt.

    Liebe Grüße,
    Natalie

    • Liebe Natalie,
      vielen Dank für Deine Erläuterung. Beim Nachbacken der Rezepte aus dem Internet hatte ich das Gefühl, dass einfach einer vom anderen abgeschrieben hat, ohne es einmal selbst auszuprobieren. Die Wassermenge, die man beim Sauerteigansatz zu Mehl geben soll, ist meines Erachtens viel zu hoch. Und dass man einen Deckel auf die Pfanne legen soll, habe ich auch nirgends gelesen. Irgendwann werde ich Injera in einem äthiopischen Restaurant probieren, dann weiß ich, wie es wirklich schmecken soll.
      Liebe Grüße
      Brigitte

      • Hi Brigitte,

        ja, da hast Du wirklich Recht – das Gefühl kann man wirklich kriegen.

        Zum Glück hat, wie gesagt, meine Schwester äthiopische Freunde. Da war dann irgendwann die halbe Familie eingebunden. Und dennoch hat es mich 5 angesetzte Teige gebraucht, um für mich leckeres Injera zu machen.

        ich hoffe, Du findest mal ein gutes Restaurant. Ich finde Injera essen toll – auch weil es so gesellig ist. 🙂

        Liebe Grüße,
        Natalie

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