Frikadellen, Fleischpflanzerl, Buletten – oder doch lieber falscher Hase?

Manchmal muss es einfach Hausmannskost sein. Ein Klassiker ist Hackbraten. Auch Frikadellen werden immer gern gegessen, besonders, wie mir scheint, von Männern. Meine beiden – Ehemann und Sohn – bilden da keine Ausnahme. Je nachdem, wie viel Zeit mir zur Verfügung steht, gibt es entweder das eine oder das andere. Die Zubereitung des Fleischteigs ist dieselbe.
 
Für einen Hackbraten benötige ich etwa 800 g frisches Hackfleisch (ich verwende ausschließlich Rinderhackfleisch; doch man kann genauso gut gemischtes Hackfleisch nehmen).
 
Zunächst weiche ich ein Brötchen in eine Mischung aus halb Schlagsahne und halb Wasser ein, die ich vorher warm gemacht habe. (Es darf ruhig ein Brötchen vom Vortag oder sogar ein hartes Brötchen sein.)
 
Eine Zwiebel wird klein gewürfelt und in Rapsöl oder Butter glasig geschmort.
 
In der Zwischenzeit schneide ich Petersilie klein. Ich benötige etwa 2 gehäufte Esslöffel voll. Die gebe ich zu den glasigen Zwiebelwürfeln in die Pfanne und dünste beides zusammen noch einige Minuten weiter. Danach nehme ich sie von der heißen Platte und lasse sie abkühlen.
 
Jetzt wird der Backofen auf 225 °C vorgeheizt.
 
Ich würze das Hackfleisch mit reichlich SalzPfeffer und einem gehäuften Teelöffel getrocknetem Majoran, den ich zwischen den Fingern zerreibe. (Der Fleischteig „schluckt“ eine Menge Gewürze, deshalb nicht zu zaghaft würzen!)
Von dem eingeweichten Brötchen drücke ich etwa 3/4 gut aus und gebe sie zum Hackfleisch, ebenso wie die abgekühlte Zwiebel-Petersilien-Mischung, dann noch ein Ei – und das Ganze mit einer Hand gut durchmischen. (Wer nicht gern Fleisch anfasst, kann das mit einem Einmalhandschuh tun.)
 
HackbratenII
 
Schließlich schmecke ich die Masse ab. (Wenn man Probleme damit hat, rohes Fleisch zu essen, kann man einen kleinen Klops formen und ihn in der Pfanne oder in der Mikrowelle kurz garen. So hat man dann auch eine bessere Vorstellung, wie das fertige Produkt schmeckt.) Sollte der Geschmack noch nicht so sein, wie ich ihn mir vorstelle, wird nachgewürzt. Andernfalls forme ich einen Laib, den ich in eine passende feuerfeste Form setze – und dann ab damit in den Backofen (unterste Schiene).
 
Der Hackbraten sollte nach einer Stunde eine appetitliche Bräunung haben. Ich lasse ihn anschließend noch mindestens 15 Minuten im ausgeschalteten Backofen stehen, bevor ich ihn serviere.
 
Dies ist übrigens eines der wenigen Gerichte, die ich (fast) so zubereite, wie meine Mutter es getan hat. Sie lebt leider nicht mehr, so dass ich sie nicht nach weiteren fragen kann. Ich finde es schön, alte Familienrezepte zu bewahren und an meine Kinder weiterzugeben.
 
HackbratenVII
 
Aus demselben Fleischteig kann man auch Frikadellen braten, die schnell gar sind. Meine Familie isst gerne Salzkartoffeln und einen gemischten Salat zu beidem. Ganz besonders lecker schmeckt ein selbstgemachter Kartoffelsalat dazu, den man schon am Vortag zubereiten kann.

Nachgebacken – Fladenbrot

Der Sommer ist zurück! Mit Sonne und Wärme und an einem Sonntag. 🙂 Von daher wird bei uns heute gegrillt. Bei Euch auch? Dann eignet sich dieses Rezept perfekt als Begleiter. 

Ein Blog, den ich regelmäßig lese, ist der meiner Freundin Anna: The Anna Diaries. Sie hat bereits vor einiger Zeit das Rezept für ein traditionelles Fladenbrot gepostet, das ich unbedingt ausprobieren wollte. Und was soll man sagen? Es hatte nicht mal Zeit, abzukühlen, weil es direkt warm vertilgt wurde. Mit ein bisschen Kräuterbutter oder Zaziki einfach ein Traum.

Ihr braucht allerdings Zeit, also nehmt Euch besser nicht zu viel vor und fangt rechtzeitig an 🙂

fladenbrot

Hier kommt das Rezept – ich konnte aus dieser Menge Teig 4 Brote backen, das heißt ihr braucht eine große Schüssel – oder ihr halbiert einfach die Menge der Zutaten:

Ihr braucht

350 ml Wasser
2 Päckchen Trockenhefe
1 TL Zucker
530-550g Mehl
1 TL Salz
3 EL Olivenöl

Kräuter der Provence oder Sesam

Zunächst setzt Ihr den Vorteig an: Dafür zunächst den Ofen ganz leicht vorheizen. Ich stelle Ober-und Unterhitze an, auf ca. 50°C. Den Ofen 10 Minuten anlassen, dann ausmachen – die Ofentür aber zulassen, damit die Hitze drin bleibt.

125 ml Wasser handwarm erwärmen, die Hefe und den Zucker untermischen und 10 Minuten im Ofen stehen lassen. Aber Achtung, nehmt eine große Schüssel, wenn die Hefe arbeitet, schäumt es. Dann 60 g Mehl unterrühren und erneut 30 Minuten gehen lassen. 

Das restliche Mehl in eine große Schüssel geben, in die Mitte eine Mulde drücken und den Vorteig, das Wasser (ebenfalls lauwarm), das Olivenöl und das Salz dazugeben und zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Die Konsistenz ist richtig, wenn der Teig nicht mehr klebt und sich von selbst vom Boden löst.Einfach so lange Mehl unterkneten. Ich verrühre die Zutaten immer zu einem groben Teig und knete ihn dann mit der Hand zu Ende. Dann spürt man am besten, wenn er gut ist. 

Den Teig erneut eine Stunde gehen lassen, dann in Portionen aufteilen, auf dem Backblech zu flachen Fladenbroten drücken und erneut 30 Minuten gehen lassen.

Anna hat ihre Brote mit verquirltem Ei bestrichen und mit Sesam bestreut, ich habe mich für Olivenöl und Kräuter der Provence entschieden. 

Den Ofen auf 200°C vorheizen und die Fladen ca. 8 Minuten backen, bis sie schön goldbraun sind. 

fladenbrot 2

Perfekt als Grillbegleiter oder Beilage zu Salat oder anderen Vorspeisen. Oder einfach so 🙂 

Vegane Mousse au Chocolat

Wir bekommen demnächst Besuch von einem guten Freund aus den Staaten, der zwar nicht direkt Veganer ist, trotzdem aber tierische Produkte weitestgehend meidet. Da er mit seiner Familie in Neuseeland lebt, sind seine Besuche – leider – viel zu selten und werden dementsprechend hochgeschätzt – und von meiner Mom penibel vorbereitet. 

Diesmal hat sie eine vegane Mousse au Chocolat ausprobiert. Und weil das Ergebnis überzeugt, wollen wir Euch das Rezept natürlich nicht vorenthalten 😉 

mousse au chocolat 2

Ihr braucht (für 3 Personen):

1 Avocado

100 g Datteln (ohne Kern)

50 ml Mandelmilch

2 gehäufte EL Kakaopulver

1 EL Agavendicksaft (nach Belieben)

1 Prise Salz

Zunächst die Datteln in Wasser einweichen. Sie müssen ca. 2 Stunden in Wasser liegen, also ggf. vorbereiten.

Dann die Avocado schälen und den Stein entfernen. Und dann wirds einfach: Alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit dem Pürierstab zu einer feinen Creme mixen. Abschmecken und mit Agavendicksaft nach Belieben nachsüßen. Wer mag, kann auch noch einen Schuss Rum hinzugeben.

Hübsch anrichten und servieren. 🙂 

mousse au chocolat 1

Durch die Avocado bekommt die Mousse eine herrliche sämige Konsistenz, sie sollte allerdings rasch serviert werden, da bei längerem Lagern der Eigengeschmack der Avocado zu stark durchkommt. 

Das Sähnehäubchen ist natürlich nicht vegan, sieht aber fürs Foto hübscher aus – und wir sind ja auch keine Veganer 🙂 Alternativ kann man sie aber natürlich einfach weglassen oder durch aufgeschlagene Kokosmilch ersetzen.

Kulinarische Impressionen in Bayern Teil II

Wir sind mittlerweile wieder zu Hause. Natürlich habe ich vor der Abreise noch meinen Apfelstrudel gegessen. Darauf hätte ich in diesem Jahr aber lieber verzichten sollen. Die heimischen Äpfel waren noch nicht reif, und so war die Füllung leider nur süß und ziemlich geschmacklos. Dabei liebe ich doch gerade das frische, säuerliche Aroma der ersten Äpfel! Letztes Jahr war der Apfelstrudel, den ich in Österreich gegessen habe, perfekt, denn wir waren einige Wochen später in Urlaub. Allerdings wäre alles andere eine Enttäuschung gewesen, denn den aß ich im Weißen Rössl am Wolfgangsee. Wenn ich dort schon einmal im Leben einkehre, musste ich doch das Klischee perfekt machen!
 
Wie die Österreicher sind auch die Bayern sehr traditionsbewusst. Das zeigt sich nicht nur in ihren Trachten und Festen, sondern auch in ihrer Küche. Ich habe den Eindruck, dass der Großteil der Gasthaus-Betreiber glaubt, der Gast möchte ausschließlich bayerisch essen, denn überall wird dafür geworben. Nun ist die bayerisch-österreichische Küche ja nicht eine der schlechtesten. Sie ist schmackhaft, deftig, fleischbetont (die Mehlspeisen natürlich ausgenommen), verhältnismäßig preiswert – und die Portionen sind riesig! Für die meisten Menschen sind das gute Argumente. Wir haben erst nach einiger Zeit herausgefunden, dass man fast überall auf Nachfrage kleinere Portionen bekommt, auch wenn es auf der Speisekarte nicht ausdrücklich vermerkt ist. Vegetarier und Veganer allerdings haben es zumindest in ländlichen Regionen schwer, im Restaurant abwechslungsreich zu essen. Gemüsegerichte sind wirklich Mangelware auf den Speisekarten, und wer möchte schon eine ganze Woche Käsespätzle im Wechsel mit Blattsalaten essen?
 
Das Konzept, ausschließlich auf die althergebrachte bayerische Küche zu setzen, scheint aber nicht mehr überall aufzugehen: wir haben nämlich auf unseren Ausflügen etliche Gasthäuser gesehen, die geschlossen waren. Im Gegenteil dazu entdeckten wir in Murnau ein indisches Restaurant, in dem „der Bär brummte“. Wir haben natürlich auch dort gegessen. Zum ersten lieben wir die indische Küche, und außerdem waren wir froh über die Abwechslung. Das Restaurant war voll, so dass der Kellner vor lauter Servieren kaum dazu kam, auch noch zu kassieren, während sich in den Gasthäusern drumherum, soweit wir es sehen konnten, der Andrang in Grenzen hielt. Cafés, die etwas pfiffiger daherkamen, waren ebenfalls voll, während die traditionellen meist eher mäßig besucht waren. Das ist übrigens bei uns am Niederrhein nicht anders als dort.
 
Im Tölzer Land haben sich schon vor mehr als zehn Jahren Gastwirte zu einer Gemeinschaft nach dem Vorbild der historischen „Tafernwirt“ zusammengeschlossen. Ihre Philosophie ist, Tradition und Brauchtum sowie bodenständige Gastfreundschaft mit guter und ehrlicher Qualität zu verbinden. Dabei wird großer Wert auf regionale und saisonale Produkte gelegt. Wir hatten die Gelegenheit, in Kochel am See im Restaurant „Grauer Bär“ einen solchen Tafernwirt auszuprobieren und haben dort zu einem fairen Preis wirklich gut gegessen.
Es geht auch moderner: In Mittenwald aßen wir einen Blattsalat mit einem köstlichen Himbeerdressing und reichlich gebratenen Pfifferlingen als vollständige Mahlzeit. Wenn das die neue bayerische Küche ist, dann weiter so!
 
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Das Highlight war unser Abschiedsessen. Wir entdeckten nämlich, ebenfalls in Mittenwald, ein Restaurant der gehobenen Art: das „Marktrestaurant“. Der Inhaber und Koch kam selbst an unseren Tisch und stellte uns ein Drei-Gänge-Menü vor, das nicht auf der Tageskarte stand. Beim Servieren erklärte die junge Dame vom Service jedes Mal die einzelnen Speisen, die sehr ansprechend angerichtet und zum Teil ungewöhnlich zubereitet waren (gepoppte Perlgraupen zum Beispiel).
 
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Neben dem guten Essen und der zuvorkommenden Bedienung genossen wir auch das moderne und dennoch gediegene Ambiente. Später fanden wir heraus, dass dieses Restaurant vom „Feinschmecker“ empfohlen wird. Als der Koch sich am Ende noch einmal mit uns unterhielt, stellten wir fest, dass er gebürtiger Niederrheiner ist und in Krefeld seinen Beruf erlernt hat.
Wie klein doch die Welt ist!

Grün, limettig und eiskalt – Grüner Eistee mit Waldmeistersirup

Ihr Lieben,

der Sommer zeigt sich gerade von seiner schönsten Seite. Die Sonne lacht von einem wolkenlosen Himmel und die Temperaturen laden zu einem Freibadbesuch oder einem Picknick am See ein.

Oder anders gesagt: Es ist heiß!

Daher habe ich mich mal wieder an einem Eistee-Rezept versucht.

Und weil ich grünen Tee liebe, habe ich den als Grundlage genommen. Einfachen grünen Tee ohne Aromen und Geschmack. Aus dem Reformhaus – Detox, sage ich nur 🙂

eistee

Auf die Schnelle.

Ihr braucht (für einen Liter Tee):

1 Liter Wasser (logisch)

5 Teebeutel Grüntee

2 Limetten

1 Spritzer Waldmeistersirup (oder einen anderen Sirup, den ihr gern mögt)

Rohrohrzucker (nach Belieben)

Zunächst kocht ihr 750 ml Wasser. In einen Krug füllt ihr 250 ml kaltes Wasser. (Beim Aufguss von Grüntee sollte das Wasser nicht mehr kochend heiß sein).

Das kochende Wasser darauf gießen und die Teebeutel hineinhängen. Nach Packungsanweisung ziehen lassen, bei mir waren es ca. 8 Minuten. Nehmt lieber mehr Teebeutel und lasst den Tee kürzer ziehen, andernfalls wird er bitter.

Dann den Tee schnellstmöglich abkühlen, ich stelle den Krug einfach in eine Schüssel mit Eiswasser.

Dann in den Kühlschrank damit und den Tee richtig schön durchkühlen lassen – wir wollen ja Eistee und nicht lauwarmen Tee 😉

Grüntee wird beim Abkühlen schnell trüb, mich stört das nicht, aber wenn ihr ihn lieber klar möchtet, gebt einfach wieder einen Spritzer heißes Wasser in den kalten Tee.

Dann 2 Limetten auspressen, den Saft mit ein paar EL Waldmeistersirup verrühren und zum Tee geben. Ein Rezept findet ihr hier. Aber wenn ihr gerade keinen Waldmeistersirup zur Hand habt, eignet sich zum Beispiel auch Holunderblütensirup.

Wenn Euch das nicht süß genug ist, mit etwas Rohrohrzucker nach Belieben nachsüßen.

Und dann genießen 🙂

eistee 2

Die Bilder habe ich übrigens mit Pixlr-o-Matic bearbeitet. Für einen Fotolaien wie mich eine nette Spielerei, um Schnappschüsse aufzuhübschen. Wie gefällt Euch das Ergebnis?