Erntedank-Special

erntedank

Ihr Lieben,

wir haben wieder ein Special für Euch vorbereitet.

Und zwar dreht sich diesmal alles um unseren (oder eigentlich eher Mamas) Garten – bzw. um alles, was darin wächst und sich ernten lässt. Denn auch in einem Stadtrand-, Vorstadt- und hauptsächlichen Ziergarten wächst so einiges, was bei uns in der Küche Verwendung findet.

Deshalb waren wir fleißig, haben gesät, gepflanzt und geerntet – und Rezepte für Euch gesammelt, die wir Euch nun im Laufe der nächsten Wochen vorstellen möchten.

Jetzt überlasse ich der Mama das Wort, die Euch zu Beginn zeigt, wie sich aus im (Angst-)Schweiße meines Angesichts vom Gartenhausdach aus geernteten Äpfeln ein tolles Apfelgelee zaubern lässt. 🙂

Kann man Zieräpfelchen eigentlich essen? – oder warum mein Apfelgelee dieses Jahr pink ist

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Es war ein gutes Apfeljahr am Niederrhein –  sogar ein Rekordapfeljahr. Zwar hat der alte Apfelbaum an unserer Grundstückgrenze in diesem Sommer nicht so gut getragen wie im Vorjahr, aber mein Miniapfelbäumchen, das ich erst im letzten Herbst gepflanzt habe, hing voll. Wir waren uns zunächst nicht sicher, ob man diese hübschen Äpfelchen auch essen kann, deshalb haben wir ein wenig im Internet geforscht. Dort hieß es, ja, und so haben wir mutig in eines gebissen – und überlebt. Es schmeckte sogar richtig lecker. Irgendwo las ich auch, dass daraus gekochtes Apfelgelee pink wird. Das hörte sich interessant an und musste ausprobiert werden.
Apfelgelee ist äußerst beliebt in unserer Familie. Das bedeutet, wir verbrauchen etliche Gläser im Laufe eines Jahres. Für mich ist ein halbes Brötchen mit Butter und Apfelgelee am Samstagmorgen der höchste Genuss. Nun musste ich nur noch jemanden finden, der die Früchte pflückt. Tatjana hat sich „geopfert“. Ein richtiges Opfer war es allerdings nicht, denn das Bäumchen reicht ihr gerade bis zu den Schultern. Die Ernte würde für etliche Gläser Apfelgelee reichen und ich hätte so auch schon ein paar Weihnachtsgeschenke.
Apfelgelee zu kochen ist relativ stressfrei, denn man kann die einzelnen Arbeitsstufen auf mehrere Tage aufteilen.
Und so mache es schon seit Jahren:
Erst einmal hole ich mir den 5-Liter-Topf aus dem Keller. Die Äpfel werden natürlich gewaschen, aber nicht geschält. Dann halbiere oder viertele ich sie, je nach Größe. Stiel und Blüte werden entfernt, das Kerngehäuse nicht. (Die Babyäpfel werden lediglich halbiert, Blüte und Stiel dürfen bleiben.) In der Schale und im Kerngehäuse befindet sich nämlich ebenso wie in der Schale Pektin, das zum Gelieren unbedingt notwendig ist. Ich schichte die Apfelstücke in den Topf, bis er zu zwei Dritteln gefüllt ist (nicht mehr, sie quellen beim Kochen!). Dann füge ich kaltes Wasser hinzu, so dass die Äpfel knapp bedeckt sind.
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Den Deckel auflegen und alles zum Kochen bringen. Sobald es anfängt zu kochen, zurückschalten und leise weiterkochen lassen, bis die Äpfel weich sind (und die ganze Wohnung herrlich duftet). Sie dürfen nun auf der ausgeschalteten Herdplatte über Nacht stehenbleiben.
Am nächsten Morgen folgt Teil 2: Ich nehme ein großes Sieb und kleide es mit einem sauberen Geschirrtuch aus. Das Sieb hänge ich in eine Schüssel. Dann gieße ich die gekochten Äpfel mit dem Saft in das Sieb. Zugedeckt dürfen sie nun in aller Ruhe abtropfen.
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(Man kann den Saft natürlich auch mit dem Dampf-Entsafter gewinnen, doch dann muss man während der ganzen Zeit dabei bleiben.)
Nach mehreren Stunden messe ich den Saft ab und gieße ihn zurück in den (mittlerweile gesäuberten) Topf. Hier kommt dann immer der gute alte Dreisatz zum Zug: Pro 1 Liter Saft benötige ich 0,75 kg Gelierzucker. Wie viel Zucker brauche ich dann für 1,75 Liter (oder so ähnlich, je nachdem, wie viel Saft ich habe)?
Nachdem ich die benötigten Marmeladengläser mit kochendem Wasser sterilisiert habe, bringe ich den gezuckerten Saft unter häufigem Rühren zum Kochen. Der zunächst trübe Saft wird so lange gekocht, bis er klar und bernsteinfarben wird. Das kann bis zu einer halben Stunde dauern. (Bei den Babyäpfeln bekam der Saft einen satten erdbeerfarbenen Ton.)
Sobald ein Tropfen nicht mehr flüssig vom Kochlöffel fällt, sondern mit einem langgezogenen Faden hängenbleibt, wird es Zeit für die erste Gelierprobe: Etwas Saft auf einen Teller und sehen, ob sich eine Haut bildet. Dann kann ich die duftende Köstlichkeit in die Gläser füllen. Kurz vorher schmecke ich das Gelee noch mit etwas Zitronensaft ab. Denn, wie sagte meine Kochlehrerin immer: Zitrone hebt das Aroma.
 Apfelgel.Tropfprobe
Mit einem Stück Zimtstange und etwas Sternanis gekocht, bekommt das Apfelgelee einen weihnachtlichen Geschmack. Dann gebe ich ganz kurz vor dem Abfüllen noch kleingewürfelte Apfelstücke hinzu und schon heißt das Ergebnis: „Apfelgelee Winterzauber“.
Ich entdeckte im Supermarkt ein paar Dosen mit eingelegten Babyäpfelchen. Von denen legte ich je eines in jedes Schraubglas, bevor ich das pinke Gelee einfüllte. Das sieht interessant aus und macht etwas her, wenn man das Apfelgelee verschenkt.
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Übrigens: Ich benutze Apfelgelee auch gerne, um einen Braten zu glasieren oder für ein Salatdressing.
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