Erntedank-Special – Holundersaft

erntedank

Wer mich kennt, weiß es längst. Ich liebe Holunder. Die Blüten, die Beeren und sogar die Blätter lassen sich verarbeiten. Und die zahlreichen Mythen, Märchen und Legenden rund um den Holunder verleihen diesem doch relativ unscheinbaren Strauch den Glanz, den er verdient. Außerdem wächst er überall, in Gärten, an Feldwegen, am Waldrand und sogar in der Stadt.

Letztes Jahr habe ich bereits im Blog meiner Freundin Anna einen Gastbeitrag über den Hollerstrauch geschrieben, von dessen Inhalt bediene ich mich jetzt ein bisschen. Ihr könnt den Originalbeitrag hier noch einmal nachlesen. 🙂

Dann beginnen wir doch jetzt mit der Schwärmerei, bevor ich Euch später natürlich auch noch das Rezept für einen selbstgemachten Holundersaft verrate. (Der schmeckt pur übrigens gar nicht mal so gut, ist aber wahnsinnig gesund und dient uns eigentlich nur als Basis für zahlreiche Rezepte, die wir Euch natürlich auch im Laufe der nächsten Wochen noch vorstellen). Also: Stay tuned 🙂

Wusstet ihr, dass die Germanen den Holunder ihrer Schutzgöttin Frau Holle widmeten? Deswegen heißt er heute noch in einigen Regionen Deutschlands Holler. Außerdem beheimatet er Schutzgeister, bringt Hauseigentümern Glück (also, wer einen Garten hat: Holunder pflanzen), er schützt vor Feuer, Blitzschlag und Mückenstichen.

Und wenn ihr Euch an Mittsommer bei Sonnenuntergang unter einen Holunderbaum setzt, seht ihr vielleicht sogar die Elfen tanzen.

Bei uns scheint dieser Mythos zu stimmen, schaut mal, was wir unter der Krone des Holunders gefunden haben:

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Spannend, oder? 🙂 Aber zurück zum Holunder. Er ist wahnsinnig gesund. Aus den Blüten lässt sich ein Tee brühen, der Fieber senkend wirkt und das Immunsystem stärkt  (gerade in der Grippezeit im Herbst und Winter ein Geheimtipp). Außerdem wirkt er Blut reinigend und hilft so gegen Rheuma und Hautunreinheiten. Und durch seine entgiftenden Eigenschaften ist er sogar ein richtiger Schlankmacher. Frische Blüten bekommt ihr jetzt natürlich leider nicht mehr, aber in der Apotheke gibt es sie in getrockneter Form.

Die Beeren enthalten sehr viel Vitamin C und sogar aus den Blättern lässt sich eine Salbe herstellen, die bei Verstauchungen und Wunden hilft.

Der Saft lässt sich aus den reifen Beeren relativ einfach herstellen – vor allem, wenn ihr einen Dampfentsafter habt.

Aber auch wenn nicht, kein Problem. Was ihr braucht sind (außer den Beeren selbst natürlich) ein großer Topf, ein sauberes Geschirr- oder Mulltuch und ein großes Standsieb.

Zunächst zupft ihr die Beeren von den Dolden und braust sie mit kaltem Wasser ab. Dann gebt ihr sie in einen Topf, gebt einen Daumenbreit Wasser dazu und lasst alles ca. 15 Minuten kochen, bis die Beeren schrumpelig sind und sich gut ausdrücken lassen.

Dann sterilisiert ihr das Geschirrtuch mit kochendem Wasser und wringt es gut aus (VORSICHT HEISS!). Das Geschirrtuch legt ihr in das Standsieb und stellt beides wiederum auf eine große Schüssel oder einen Topf. Dann seiht ihr die Beeren im Sieb ab.

Um möglichst viel Saft zu erhalten, lasst ihr die Beeren entweder über Nacht abtropfen oder ihr bindet das Tuch oben zusammen und wringt es über dem Topf oder der Schüssel kräftig aus.

Wichtig ist, sauber zu arbeiten, das heißt, ihr solltet alle eure Werkzeuge und Behältnisse, in denen ihr den Saft aufheben wollt, mit kochendem Wasser sterilisieren und Handschuhe tragen.

Holunder

Und wenn ihr Euch die Arbeit nicht machen möchtet oder es verpasst habt, die Beeren rechtzeitig zu ernten, bekommt ihr den Muttersaft auch im Reformhaus oder natürlich online.

Was man so alles mit frischem Holundersaft zaubern kann, erfahrt ihr dann in unseren nächsten Beiträgen 🙂

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2 Kommentare zu “Erntedank-Special – Holundersaft

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