Ausflug nach Bullerbü – Blaubeer-Cheesecake

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Ihr Lieben,

hat Euch Astrid Lindgren auch durch Eure Kindheit begleitet? Bei uns waren Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Karlsson vom Dach und all die anderen wunderbaren Helden und Heldinnen aus Schweden immer im Kinderzimmer präsent. Mein absolutes Lieblingsbuch von Astrid Lindgren war – und ist – übrigens „Die Kinder aus Büllerbü“. Und deswegen würde ich Euch gern mitnehmen auf einen Ausflug nach Bullerbü. Packt Eure Koffer und kommt mit – in Eure Küche. Denn jetzt könnt Ihr Euch (zumindest das kulinarische) Bullerbü nach Hause holen – zum Beispiel mit diesem traumhaften Blaubeer-Cheesecake.

Das Original-Rezept stammt aus diesem Büchlein:

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Und so gehts 🙂

Für den Boden habe ich einen ganz normalen Mürbteig verwendet und einen Teil des Mehls durch gemahlene Haselnüsse ersetzt. Ein Rezept findet Ihr zum Beispiel hier.

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Für die Füllung braucht Ihr:

450g Frischkäse (Doppelrahmstufe)

200g Blaubeeren

3 Eier

100g Zucker

Abgeriebene Schale einer Zitrone

Für das Topping:

430g Creme Fraiche

50g Zucker

das Mark einer Vanilleschote

Und für den Fruchtspiegel:

200g Blaubeeren

30 ml Wasser

50g Honig

1 TL Pfeilwurzelmehl

Abgeriebene Schale 1/2 Zitrone

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Und dann gehts los: Eine 26er Springform fetten, den Mürbteig hineindrücken (am besten geht es, wenn er sehr kalt ist). Den Backofen auf 175°C vorheizen. Dann für die Creme den Frischkäse, die Eier, den Zucker und den Zitronenabrieb verquirlen. Blaubeeren vorsichtig unterheben.

Auf den Mürbteig geben, glatt streichen und (laut Originalrezept) 30 Minuten backen. Bei mir stimmten die angegebenen Backzeiten allerdings überhaupt nicht, ich hatte ihn fast eine Stunde im Ofen.

In der Zwischenzeit die Creme Fraiche mit der Vanille und dem Zucker cremig rühren. Auf den vorgebackenen Kuchen geben und weitere 15 Minuten backen. (Bei mir war es wieder mindestens die doppelte Zeit.

Für das Gelee das Wasser, den Honig und das PFeilwurzelmehl in einem Topf bei mittlerer Hitze verrühren. Blaubeeren unterrühren und langsam aufkochen. Dann den Zitronenabrieb dazu geben und abkühlen lassen.

Den abgekühlten Kuchen mit dem Blaubeer-Gelee bestreichen. Am besten über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.

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Und dann genießen – die blauen Lippen und Zähne gehören übrigens dazu 🙂

Bärlauch is back… in unserer Küche mit einer Bärlauch-Pizza

Medaillon Mama
Ihr Lieben, bei uns ist es jetzt wirklich Frühling geworden: Man wacht mit Vogelgezwitscher auf, seit Tagen scheint die Sonne von einem fast wolkenlosen Himmel und mein Vorgarten ist ein einziges Blumenmeer. Nur der eisige Nordostwind stört ein wenig. Sonne und Wind bedeuten aber auch: viel gießen. Deshalb sieht man mich jetzt wieder jeden Abend mit der Gießkanne kreuz und quer durch den Garten laufen. Zum Frühling gehört für mich ebenfalls: der Bärlauch ist wieder da. Pünktlich wie in jedem Jahr. Mein Bärlauch-Appetit ebenfalls. Also stand mein Belag für unsere obligatorische Samstagabendpizza fest.
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Ich bereite ja seit einiger Zeit meinen Pizzateig aus Dinkelmehl zu. Das Rezept ist das gleiche wie mit Weizenmehl. Diesmal habe ich aber 30 ml Wasser durch Sahne ersetzt. Der Teig wird damit etwas luftiger. Probiert es einmal aus.
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Als Belag nahm ich:
2 gehäufte EL saure Sahne in Bioqualität, die ich mit
je 1 Prise Salz und Pfeffer und
1 TL Stärkemehl verrührte.
Damit bestrich ich den ausgerollten Pizzateig.
Darauf wurden 2 Scheiben Kochschinken in Streifen sowie
1 Handvoll frische Bärlauchblätter, ebenfalls in Streifen geschnitten, verteilt.
Zum Schluss gab ich 1 Handvoll geriebenen mittelalten Gouda darauf  – und dann ab damit in den (Pizza-)Ofen.
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Hoffentlich ist die Bärlauchsaison nicht so schnell vorbei; ich habe nämlich noch einige Rezepte in petto, die ich gerne ausprobieren möchte. Die besten werde ich natürlich mit euch teilen.

Buchteln aus Dinkelmehl

Medaillon Mama
Mit dem normalen Weizenmehl haben immer mehr Menschen Probleme, nicht zuletzt deshalb, weil der menschliche Organismus sich wohl noch nicht an die ständigen Weiterzüchtungen und Kreuzungen gewöhnen konnte. Ich habe im Internet einen Landwirt entdeckt, der noch ursprünglichen, ungekreuzten Dinkel anbaut und verschiedene Dinkelprodukte verkauft bzw. versendet. Deshalb backe ich in letzter Zeit immer häufiger mit Dinkel: mal mit Vollkorn-, dann wieder mit Auszugsmehl oder auch mit beiden gemischt. Dinkelmehl lässt sich genauso verarbeiten wie Weizenmehl und das Gebäck schmeckt mindestens genauso lecker. Selbst Pizzateig gelingt. Jetzt habe ich mich damit einmal an Buchteln versucht, die in Bayern Rohrnudeln heißen. Sie sind bei uns in der Familie zum Frühstück mit Butter und Marmelade bestrichten äußerst beliebt.
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Für den Hefeteig nahm ich:
100 g fein gemahlenes Dinkel-Vollkornmehl
500 g Dinkel-Auszugsmehl (Typ 630)
1/2 Würfel frische Hefe
60 g Zucker
1 gehäüften TL Salz
1 Ei
100 ml Sahne,
100 ml Wasser,
so viel Bio-Joghurt, dass es insges. 300 ml Flüssigkeit ergab.
Die Zubereitung ist die gleiche wie bei meinem Hefezopf mit Vollkorn-Dinkelmehl. Wichtig ist, dass der Hefeteig wegen des Vollkornanteils warm gehen sollte.
Während der Hefeteig ging, hatte ich viel zu tun, so dass er bereits wieder etwas zusammengefallen, also schon „übergangen“ war, als ich ihn weiterverarbeiten wollte. Sollte Euch das auch einmal passieren, so ist das kein Unglück: Der Teig braucht dann kein zweites Mal zu gehen, sondern kann bzw. muss gleich gebacken werden. Dann wird das Gebäck wunderbar luftig und zugleich saftig.
Zunächst butterte ich den Boden und die Wände einer gläsernen Aufflaufform. Auf die Butter streute ich dann etwa 2 EL Zucker: das ergibt eine schöne, s´üße Kruste. Zum Schluss goss ich noch etwas Milch in die Form, so dass der Boden gerade eben bedeckt war, und fügte noch eine kleine Prise Salz hinzu.
Mit Hilfe einer Teigkarte gab ich den übergangenen Hefeteig auf ein bemehltes Backbrett, knetete ihn mit der Hand (ein guter Bäcker hält immer eine Hand sauber!) noch einmal durch und rollte ihn zu einem langen Strang. Diesen zerschnitt ich in 12 etwa gleich große Teile, die ich in der hohlen Hand auf dem Backbrett zu Kugeln rollte.
Die Kugeln wurden nun in die Aufflaufform gelegt und mit Eigelb-Milch-Mischung bestrichen. Bei 175 °C dauerte es etwa 45 Minuten auf der unteren Schiene, bis die Buchteln goldgelb gebacken waren. Bei einer Glasform kann man sehen, ob auch der Boden schön braun ist; andernfalls lässt man die Buchteln bei Unterhitze noch ein paar Minuten weiterbacken.
Noch etwas warm schmecken sie am allerbesten.
buchteln Je nach Jahreszeit kann man die Buchteln auch mit Früchten füllen, z.B. mit Aprikosen, Pflaumen, Blaubeeren etc. Mit einer Vanillesauce serviert, sind sie dann eine sättigende Nachspeise oder in manchen Gegenden sogar ein Hauptgericht. Warum nicht auch einmal zum Kaffee? Es muss ja nicht immer Kuchen sein.

After-Easter-Möhrenkuchen

Medaillon Mama
Wir hatten zu Ostern Besuch von lieben Verwandten. Passend zum Fest habe ich einen Möhrenkuchen nach einem „uralten“, bewährten Rezept gebacken. Der Kuchen ist herrlich saftig und hat ein ausgeprägtes Nussaroma. Wer gerne Nusskuchen isst, für den ist dieser Kuchen genau das Richtige.
Die Zutaten:
3 Eier
200 g Zucker
1 Vanillezucker
1/2 TL Salz
200 g Weizen- oder Dinkelmehl
1 TL Backpulver
200 g fein geriebene Möhren
100 g gemahlene Haselnüsse
1/8 l Rapsöl
Zubereitung:
Eine Springform von 26 cm ø einfetten.
Den Backofen auf 175 °C vorheizen.
Das Mehl mit dem Backpulver und den Nüssen mischen.
Die Eier verrühren, Zucker und Salz einrieseln lassen und die Masse schlagen, bis sich der Zucker aufgelöst hat und eine feinporige, hellgelbe Creme entstanden ist.
Die Mehl-Nuss-Mischung vorsichtig unterheben, dann die geriebenen Möhren und das Öl ebenso vorsichtig daruntermischen.
Den Teig in die Springform füllen und glattstreichen.
Auf der untersten Schiene etwa 40 Min. backen. Mit einem Holzstäbchen prüfen, ob der Kuchen durchgebacken ist.
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Er entfaltet sein Aroma am besten nach einem Tag, kann also gut im Voraus zubereitet werden. Vor dem Servieren kann man ihn ganz einfach mit Puderzucker bestäuben und pur genießen. Schon so schmeckt er vorzüglich. Man kann ihn auch, ganz klassisch, dick mit Johannisbeer-Gelee bestreichen. Eine Preiselbeersahne passt ebenfalls hervorragend dazu.
Oder Ihr füllt ihn wie ich mit einer Sahnecreme. Lasst Eurer Kreativität einfach freien Lauf, und dann: Guten Appetit!

Mara und der Feuerbringer

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Ihr Lieben,

auf die gute (alte) Art auf Abwegen? Nein, ganz bestimmt nicht. Auf Umwegen, vielleicht. Aber definitiv auf dem richtigen Weg – und der führt ins Kino.

Seit gestern läuft dort nämlich ein Film, dessen Besuch sich wirklich lohnt: Mara und der Feuerbringer.

Nie gehört? Ein deutscher Fantasyfilm? Ja, und zwar einer, der eine Chance verdient. Warum? Hier ein paar gute Gründe:

1. Die Geschichte: spannend, intelligent und witzig. Die 15-jährige Mara (gespielt von Lilian Prent) hat seit einiger Zeit seltsame und verstörende Visionen, die sie nicht verstehen und einordnen kann. Dann wird ihr von einem Zweig (ja, richtig gehört) mitgeteilt, dass sie dazu bestimmt ist, die Welt zu retten. Loki (Christoph Maria Herbst), der nordische Halbgott versucht, sich von seinen Fesseln zu befreien, die ihn davon abhalten, den Weltuntergang auszulösen. Zugegeben, er hat einen guten Grund, da der Feuerbringer seine Frau Sigyn (Eva Habermann) entführt hat und sie gefangen hält.

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Maras Aufgabe: Sie zurückbringen. Sie, Mara, mitten in der Pubertät, in der Schule die Außenseiterin. Sie ist begeistert – nicht! Ihre leicht durchgeknallte und esoterisch veranlagte Mutter (Esther Schweins) ist ihr keine Hilfe. Was also tun? Sich qualifizierte Unterstützung suchen. Die findet sie in Professor Weissinger (Jan Josef Liefers), eine Koryphäe auf dem Gebiet der nordisch-germanischen Mythologie. Ihn nimmt Mara mit in ihre Visionen, die auf einmal wirklich zu sein scheinen. Gemeinsam müssen sie sich etwas einfallen lassen, um die Ragnarök, die Götterdämmerung zu verhindern. Wird es ihnen gelingen? Das seht ihr dann im Kino 🙂

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2. Die Darsteller: Der Film lebt von der großartigen Leistung der Schauspieler. Jan Josef Liefers spielt Prof. Weissinger; und das wunderbar. Man glaubt ihm den zerstreuten Professor, der mehr als begeistert ist, seine ganzen theoretischen Forschungen endlich “In echt” erleben zu können, ohne weiteres. Dazu Esther Schweins, die ihre Film-Tochter mit immer neuen esoterischen Ideen terrorisiert, aber doch eigentlich nur ihr Bestes will und gar nicht merkt, wie sehr sie Mara damit auf die Nerven geht. Und dann Christoph Maria Herbst als Loki, spitzbübisch, gewitzt – wie Loki eben so ist. Lilian Prent als Mara muss sich definitiv nicht hinter all den deutschen Schauspiel-Größen verstecken, sie spielt Mara unbeschwert, lässig und glaubwürdig.

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3. Und:

– weil die Special Effects, sparsam verwendet, aber doch weit entfernt sind von der üblichen, den deutschen Filmen oft eigenen schlechten Qualität. Für deren professionelles Aussehen zeichnet John Nugent verantwortlich, der schon in Filmen wie Herr der Ringe und Matrix die Special Effects gemacht hat.

– weil der Film ein deutliches Statement gegen Mobbing unter Kindern und Jugendlichen enthält.

– weil der Film Wissen vermittelt über die in Deutschland so wenig bekannte nordisch-germanische Mythologie, die zu unserer Kultur gehört und doch so wenig bekannt ist. Kostüme, Schauplätze, wissenschaftliche Fakten: Alles wurde sorgfältig recherchiert.

– weil der Regisseur (und zugleich Autor der Roman-Trilogie, auf der der Film basiert) Tommy Krappweis seine Figuren so liebevoll gestaltet, ihnen clevere und witzige Dialoge in den Mund legt und sie gemeinsam spannende Abenteuer erleben lässt, dass der Film einfach Spaß macht.

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Mein Fazit:

Ein Feel-Good-Movie. Ein deutscher Genre-Film, der der ganzen Familie (mit Kindern ab 6 Jahren) großen Spaß macht, mit feinsinnigem Humor, der nie platt wird oder unter die Gürtellinie geht, mit wissenschaftlichem Hintergrund, ohne belehrend zu wirken – und mit der ein oder anderen Überraschung für alle (erwachsenen) Fantasy- und SciFi-Fans.

Also,

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Übrigens: Hier handelt es sich um meine eigene, ganz persönliche und subjektive Meinung, die ich niederschreibe, nachdem ich den Film gesehen habe – übrigens der Grund, warum unser letzter Post verspätet erschienen ist: Mit 400 anderen Gewandeten, Cosplayern, LARPern, Reenactern und Mittelalter-, Convention- und Mara-Fans war ich auf der großen Premiere in Köln – wie auch meine Freundin Anna von The Anna Diaries, die ein ausführliches Review geschrieben hat. Ihre Eindrücke und Fotos findet ihr HIER.