Rhabarber-Cheesecake mit Streuseln – laktose- und weizenfrei

Medaillon Mama
Die Rhabarbersaison ist leider nur noch kurz. Ich mag seinen säuerlichen Geschmack und es stört mich auch nicht, wenn sich meine Zähne danach ein wenig „stumpf“ anfühlen. Als Kompott mit ein paar Erdbeeren darin oder auch als Konfitüre in derselben Variante ist er für mich ein Hochgenuss. Ehemann und Sohn allerdings weigern sich, Rhabarber zu essen. Deshalb steht er bei mir nur dann auf dem Speiseplan, wenn Tatjana zum Wochenende nach Hause kommt. Sie mag ihn nämlich fast noch lieber als ich. Zufällig stieß ich nun vor ein paar Tagen im Blog „Zimtkeks und Apfeltarte“ auf Rezept und Bild eines Rhabarberkuchens mit Streuseln. Der sah so appetitlich aus, dass mir sofort das Wasser im Mund zusammenlief. Auch die Art der Zubereitung gefiel mir: Boden und Streusel bestehen aus ein- und demselben Teig, und auch die Käsemasse ist fix zusammengerührt. Dann wird alles in die Kuchenform „gepackt“ und gebacken. Solche Rezepte sind genau das Richtige für mich. Da das Wochenende und damit Tatjanas Besuch vor der Tür stand, war mein Entschluss gefasst: Das würde unser Sonntagskuchen werden!
Gewöhnlicher Käsekuchen bereitet mir wegen meiner Laktose-Intoleranz allerdings große Probleme. Glücklicherweise gibt es aber im gut sortierten Supermarkt oder im Bioladen mittlerweile für alle Milchprodukte eine laktosefreie Variante. Und da ich lieber mit Dinkelmehl backe als mit Weizenmehl, habe ich es immer im Haus. Also habe ich ein paar Zutaten ausgetauscht und meinem Appetit auf einen laktose- und weizenfreien Kuchen stand nichts mehr im Weg.
rhabarber 1
Für den Teig in einer Springform von 24 – 26 cm nahm ich folgende Zutaten:
200 g Dinkelmehl
75 g gemahlene Mandeln
1/2 TL Backpulver
1 Prise Salz
1 Eigelb (das Eiweiß kann mit in die Füllung)
100 g Rohrohrzucker
150 g sehr weiche Butter, nur wenn erforderlich, laktosefrei
Die Zutaten für die Füllung habe ich halbiert. Deshalb war mein Kuchen auch nicht so hoch wie der im ursprünglichen Rezept.
200 g Frischkäse, laktosefrei
100 g Schmand, laktosefrei
1 TL Pfeilwurzelmehl (oder Speisestärke)
1 Ei und das übrig gebliebene Eiweiß
Mark einer Vanilleschote
Abrieb einer Biozitrone
1 TL Zitronensaft
50 – 80 g Rohrohrzucker
250 g Rhabarber (fertig geputzt und gewogen)
Zubereitung:
Den Backofen auf 180 °C vorheizen. Die Backform einfetten.
Alle Zutaten für den Teig in eine Schüssel geben und mit dem Handrührgerät auf mittlerer Stufe zu einem streuseligen Teig verrühren.
Etwa 2/3 davon auf dem Boden verteilen und festdrücken (das geht besser, wenn man Frischhaltefolie auf den Teig legt und die Rückseite eines Löffels benutzt). Teig ein wenig am Rand hochziehen. Den Boden dann für 15 Minuten vorbacken. Restliche Teigstreusel kühl stellen.
In der Zwischenzeit den Rhabarber putzen und in 1 – 2 cm große Stücke schneiden.
Für die Füllung alle Zutaten zu einer glatten Creme verrühren. (Für mich muss die Füllung nicht sehr süß sein; deshalb habe ich nur 50 g Zucker verwendet. Wer es gerne süßer hat, nimmt entsprechend mehr Zucker und schmeckt die Creme einfach nach seinem Geschmack ab.)
Die Masse auf den Boden geben und glattstreichen. Den Rhabarber auf der Creme verteilen und etwas hineindrücken. Die restlichen Teigstreusel darüberstreuen.
Den Kuchen etwa 30 Minuten backen, bis er goldbraun ist.
Auf ein Gitter stellen und in der Form erkalten lassen. Wer mag, kann ihn vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.
Am allerbesten schmeckt er mir übrigens, wenn er gerade eben abgekühlt ist.
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Ich gebe zu, dass ich zuerst ein wenig skeptisch war, weil die Käsemasse mit Frischkäse statt mit Quark zubereitet wird. Die amerikanische Variante des Käsekuchens hatte mich bisher geschmacklich nicht überzeugt. Dieser Kuchen aber ist perfekt, und es ist nun mein absoluter Lieblings-Rhabarberkuchen.
Das Originalrezept stammt von „Zimtkeks und Apfeltarte„.
Danke. liebe Andrea!
Ach ja, mein Mann, der Rhabarber hasst, hat übrigens auch ein Stück davon gegessen und fand es ebenfalls sehr lecker.

Waldmeister – Teil 2

Medaillon Mama
Ihr Lieben,
heute möchte ich Euch den Waldmeister nicht nur als Küchenkraut vorstellen, sondern auch als Heilkraut. Seine positive Wirkung ist leider fast in Vergessenheit geraten. Vielleicht nicht zuletzt deshalb, weil er, in größeren Mengen genossen, Kopfschmerzen, Schwindel und Verdauungsprobleme hervorrufen kann. Dabei hilft er, richtig dosiert, sogar gegen Kopfschmerzen. Das habe ich in den vergangenen Tagen mit meinem Waldmeister-Kombucha selbst erfahren.
In der Volksheilkunde hat dieses Kraut noch mehr zu bieten: innerlich gilt es als beruhigend, blutreinigend, krampflösend, schweißtreibend, gefäßstärkend, hilfreich nicht nur bei Kopfschmerzen und Migräne, sondern auch bei nervöser Schlaflosigkeit, nervöser Unruhe, bei Verdauungsbeschwerden, Blasensteinen, Herzschwäche, Nervenschmerzen, Venenschwäche, Ödemen und Menstruationsbeschwerden.
P1010478Da es die Blutgerinnung vermindert, sollten Menschen, die ein gerinnungshemmendes Medikament einnehmen, aber vorsichtig mit dem Verzehr von Waldmeister sein.
Äußerlich soll es als Tinktur bei Furunkeln, Ekzemen und schlecht heilenden Wunden helfen.
Im Kleiderschrank hält es Motten und Ungeziefer fern und parfümiert die Wäsche. Auch in Potpourries wird es gerne verwendet. Neben dem Bett, zusammen mit Lavendel, soll es für einen guten Schlaf sorgen. Oder man gießt sich vor dem Schlafengehen gleich eine Tasse Tee mit ein paar Blättchen Waldmeister auf.
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Sein typischer Duft entfaltet sich erst, sobald er zu welken beginnt. Verantwortlich dafür ist das Cumarin, das in größeren Mengen zu Kopfschmerzen, Schwindel und Benommenheit führen kann. Aber keine Angst: die 3 Gramm, die pro Liter als Höchstmenge zum Verzehr empfohlen werden, erreicht man beim normalen Gebrauch nicht. Ich habe mit einer Briefwaage nachgewogen: 3 Gramm frische Blättchen passen gerade noch auf einen Esslöffel. So viel braucht man für kein Gericht. Am besten pflückt man ihn noch vor oder zu Beginn der Blüte. Dann ist der Cumaringehalt am niedrigsten. Um die Waldmeistersaison zu verlängern, lässt sich das Kraut übrigens auch einfrieren.
Hier ein Rezept für einen Tee gegen Schlaflosigkeit, das ich auf der Internetseite „Das Kräuter-Verzeichnis“ gefunden habe:
Zu gleichen Teilen Waldmeister, Baldrian, Hopfen, Melisse und Thymian mischen.

Einen Teelöffel der Mischung zusammen mit einer Tasse Wasser aufkochen, dann abgedeckt zehn bis fünfzehn Minuten ziehen lassen.

Vor dem Essen schluckweise und ungesüßt trinken.

 waldmeister teil 2

Dann bleibt mir jetzt nur noch, Euch eine geruhsame Nacht zu wünschen.

Waldmeister-Kombucha – die klassische Maibowle einmal anders interpretiert

Medaillon Mama
Ihr Lieben,
zur Zeit liegt in meiner Küche ein Sträußchen Waldmeister, das dort vor sich hintrocknet und den ganzen Raum mit seinem Duft erfüllt. Ein Pflänzchen, das ich vor etlichen Jahren unter unsere Buche gepflanzt habe, hat sich in meinem Garten ausgebreitet und wächst nun überall dort, wo es ihm gefällt. Die Buche gibt es nicht mehr; sie war einfach zu groß geworden. Aber der Waldmeister erscheint jedes Jahr im Frühling ganz zuverlässig. Und manchmal – wenn Regen bevorsteht, so habe ich mir sagen lassen – durchzieht dieser berauschende Vanilleduft unseren ganzen Garten.
Das frisch gepflückte Kraut allerdings duftet noch nicht: es muss erst ein wenig welken. Dann kann man es für die klassische Maibowle,  als Tee oder zum Aromatisieren von Süßspeisen und Öl verwenden.
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Wie Ihr, die Ihr diesem Blog regelmäßig folgt, bestimmt gelesen habt, setze ich seit einiger Zeit regelmäßig Kombucha an. Mittlerweile habe ich schon einige Erfahrung gesammelt und auch ein wenig damit herumexperimentiert. Daher weiß ich, dass man Kombucha ganz wunderbar aromatisieren kann. Warum nicht auch mit Waldmeister? Also habe ich dem fertigen Kombucha, nachdem ich ihn abgefüllt hatte, ungefähr 1 TL voll angewelkte Waldmeisterblättchen zugefügt und ihn so über Nacht im Kühlschrank stehengelassen.
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Am nächsten Tag legte ich einen Kunststofftrichter (Metall schadet dem Kombucha nämlich) mit einem Papierküchentuch aus, so dass die Blättchen beim Umfüllen des Kombuchas in eine andere Flasche herausgefiltert wurden. Da ich immer gut 1 1/2 Liter Kombucha herstelle, steht nun eine ganze Wochenration von dem köstlichen Getränk in meinem Kühlschrank. Mit ein paar ganz leicht gezuckerten Erdbeeren darin schmeckt der Waldmeister-Kombucha nicht nur vorzüglich, sondern hat gegenüber einer echten Maibowle auch den Vorteil, dass er nicht berauscht, also zu jeder Tages- und Nachtzeit genossen werden kann. (Ein klein wenig Alkohol enthält er aber dennoch, und zwar ungefähr so viel wie das sogenannte „alkoholfreie“ Bier.) Als willkommener Nebeneffekt jedoch waren meine Kopfschmerzen, die mich den ganzen Vormittag geplagt hatten, nach der Verkostung verschwunden.
Darüber und was ich noch über den Waldmeister herausgefunden habe, schreibe ich Euch in meinem nächsten Beitrag.

Schnelle Paprika-Zucchini-Pfanne mit Quinoa* – glutenfrei

Medaillon Mama
Manchmal muss schnell ein Essen auf den Tisch. Wir berufstätigen Hausfrauen kennen das. Spaghetti Bolognaise soll es dann auch nicht jedes Mal sein. Da freue ich mich immer, wenn ich Paprikaschoten im Haus habe, denn damit lässt sich ganz fix eine leckere und obendrein gesunde Mahlzeit auf den Tisch bringen. Mit Reis, Nudeln oder, wie auf dem Bild, mit Quinoa* als Beilage geht das völlig stressfrei.
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Die Zutaten reichen für 3 bis 4 Personen und lassen sich beliebig erweitern oder mit anderen Gemüsesorten ergänzen:
1 Zwiebel
je 1 rote und 1 gelbe Paprikaschote
2 feste Zucchini
2 EL Rapsöl
1 Schuss dunklen Balsamicoessig
100 ml Gemüsebrühe oder 100 ml Wasser+1 TL Instant-Gemüsebrühe (natürlich ohne Geschmacksverstärker, Hefeextrakt und sonstige künstliche Zusatzstoffe)
3 EL Ketchup (oder Chilisauce)
1 TL Curry
Salz
Die Zubereitung:
Zucchini je nach Größe halbieren oder vierteln und in mundgerechte Stücke schneiden.
Zwiebel halbieren und in Scheiben schneiden.
Das Rapsöl in einer großen Pfanne sehr heiß werden lassen und die Zucchini kurz darin anbraten. Aus der Pfanne nehmen. Temperatur herunterschalten.
Zwiebel in dem verbliebenen Rapsöl leicht andünsten.
In der Zwischenzeit die Paprikaschoten entkernen, in mundgerechte Stücke schneiden, zu den Zwiebeln geben und bei erhöhter Temperatur ein paar Minuten zusammen braten. Die Zucchini dazugeben, das Gemüse salzen und mit einem Schuss Balsamicoessig ablöschen.
Ketchup mit Curry und Brühe verrühren, zum Gemüsee geben, Deckel auflegen und bei geringer Hitze einige Minuten leicht köcheln lassen. Wir mögen das Gemüse gerne noch etwas bissfest; aber das ist natürlich Geschmackssache.
In der Zwischenzeit kann die Beilage garen. Vor dem Servieren das Gemüse noch einmal abschmecken – und dann mit gutem Gewissen genießen
Natürlich kann man auch ein Stück gebratenen Fisch oder Fleisch, z.B. Hähnchenbrust, dazu reichen.
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*Quinoa ist ein Pseudogetreide, das ein wenig wie Hirse aussieht. Es kommt aus Südamerika und dient den Andenvölkern schon seit Jahrtausenden als Kraftnahrung. Als bester pflanzlicher Eiweisslieferant überhaupt und weil es voller essentieller Vitamine, Mineralien und Nährstoffe steckt, wird es auch als „Superfood“ bezeichnet. Außerdem ist es glutenfrei. Man kann die ganzen Körner verwenden; es werden aber in Reformhäusern und Bioläden (manchmal auch im gut sortierten Supermarkt) auch schon Quinoaflocken, -schrot und Quinoamehl angeboten.
Die Körner werden zunächst abgespült, dann in etwas Butter, Oliven- oder Rapsöl kurz angeschwitzt, mit der doppelten Menge Wasser aufgegossen und – leicht gesalzen – bei geschlossenem Topf 12 bis 15 Minuten leise gar gekocht. Wer mag, kann es auch mit Paprikapulver, Curry, Chili oder einem anderen Gewürz geschmacklich verändern. Wegen seines nussigen Aromas und weil die Körnchen beim Kauen ganz leicht knacken, gehört es mittlerweile zu meinen Lieblingsbeilagen. Außerdem hält es lange satt. Wer abnehmen möchte, sollte Quinoa also unbedingt probieren.