Emmer-Walnuss-Kekse

Habt Ihr schon einmal in einem Meteoritenkrater Urlaub gemacht? Wir schon. In diesem Sommer nämlich. Dabei war es gar nicht unsere Absicht, ausgerechnet in einem Meteoritenkrater unseren Urlaub zu verbringen. Es hat sich einfach so ergeben. Ich wollte nach Jahrzehnten wieder einmal die Stätten besuchen, wo ich meine Kindheit und Jugend verbracht habe, und gleichzeitig eine schöne Gegend entdecken. In der Urlaubsregion „Donau-Ries“ fand ich eine Ferienwohnung, die uns zusagte, genauer gesagt in einem kleinen Ort namens „Pflaumloch“. Er ist nur 3 km von der schönen, mittelalterlichen Stadt Nördlingen entfernt und liegt im „Ries“. Von dort aus konnten wir all die Orte und Menschen, die ich besuchen wollte, gut erreichen. Zumindest sah das auf der Landkarte so aus. Doch das ist eine eigene Geschichte.
Das „Ries“ ist, wie wir bald erfuhren, ein Krater, der durch einen gewaltigen Meteoriteneinschlag entstand. Das ist zwar schon 14 1/2 Millionen Jahre her, prägt aber noch heute die Landschaft. Immerhin hat der Krater einen Durchmesser von ca. 25 km. Bis in die 1960er-Jahre wusste man nicht, wie diese kreisrunde Senke entstanden ist. Der berühmte amerikanische Geologe Eugene Shoemaker fand damals heraus, dass ein riesiger Asteroid die Ursache war. Heute ist das Ries der am besten erhaltene und am besten erforschte Meteoritenkrater der Welt. Amerikanische Astronauten, die später auf dem Mond gelandet sind, haben sich hier sogar auf die Apollo-Mission vorbereitet.
Die kosmische Katastrophe schuf die Voraussetzung dafür, dass im Kraterbecken fruchtbare Böden entstanden und das Ries zur Kornkammer Bayerns wurde. Heute ist der Anbau von Weizen u. Co. zwar stark zurückgegangen, aber einzelne Biohöfe besinnen sich wegen steigender Nachfrage auf alte Getreidesorten wie Einkorn, Emmer und Dinkel. Und da im angrenzenden Baden-Württemberg ohnehin viel Dinkel angebaut wird, gibt es sogar in Supermärkten ganze Ecken mit solchen historischen Körnern, Flocken, Schrot, Mehl etc. Ich habe mich mit Dinkelmehl eingedeckt, weil ich neuerdings sehr gerne und viel damit backe. Emmer wollte ich schon lange ausprobieren, also nahm ich auch eine Tüte voll Emmerkörner mit. Irgendwo hatte ich von Emmerkeksen gehört und wollte damit beginnen. Die Suche nach einem Rezept gestaltete sich allerdings schwierig: Ich fand weder eines in einem meiner vielen Koch- bzw. Backbücher noch im Internet. Dort gab es meist allgemeine Backempfehlungen oder Rezepte für Brot damit. Doch man ist ja flexibel: ein Rezept für Walnusskekse wurde anstatt mit Weizen kurzerhand mit Emmer gebacken. Probieren geht schließlich über Studieren!
Ich habe also 200 g Emmerkörner, so fein es ging, gemahlen und damit das Mehl ersetzt.
Außerdem nahm ich folgende Zutaten:
200 g zimmerwarme Butter
200 g braunen Zucker
1 Vanillezucker
1 Prise Salz
1 Ei
1 TL Backpulver, den ich mit dem Emmermehl mischte
200 g gemahlene Walnüsse
2 gestrichene TL Zimt
Zubereitung:
Die Butter wurde mit Zucker, Salz und Vanillezucker verrührt.
Dann fügte ich das Ei hinzu und rührte es ebenfalls darunter.
Mehl und Walnüsse hatte ich gemischt,
gab sie nun zur Buttermischung und verrührte alles zu einer homogenen Masse.
Anschließend stellte ich den Teig etwa 1/2 Stunde kalt.
Der Backofen wurde auf 175 °C vorgeheizt
und zwei Backbleche mit Backpapier belegt.
Mit einem Teelöffel verteilte ich gut walnussgroße Häufchen auf den Backblechen. (Gut, dass ich zwischen den Häufchen etwa 5 cm Abstand ließ, denn der Teig lief auseinander.)
Die Kekse ließ ich 8 – 10 Minuten backen, bis sie einen schönen braunen Rand hatten.
Auf einem Gitter durften sie auskühlen, bevor ich sie in eine Blechdose packte.
Emmerkekse (2)
Aus der Teigmenge bekam ich etwa 30 Kekse heraus, die nun nach und nach zum Kaffee verspeist werden.
Wegen des braunen Zuckers (ich nahm Rohrohrzucker) sind sie nicht allzu süß. Der Emmer schmeckt nussig und harmoniert gut mit den leicht herben Walnüssen. Da der Zimtgeschmack meines Erachtens ziemlich untergeht, werde ich das nächste Mahl noch einen Teelöffel mehr davon in den Teig geben, denn ich liebe Zimt. Doch das ist ja bekanntlich Geschmackssache.
Seit ich vor kurzem einen Bericht über einen Biobäcker im Fernsehen sah, habe ich große Lust, Sauerteigbrot zu backen. Emmer eignet sich angeblich sehr gut dazu. Ich werde Euch berichten.
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2 Kommentare zu “Emmer-Walnuss-Kekse

  1. Hallo, danke für das coole Rezept! Allerdings sind die Plätzchen bei mir ziemlich verlaufen und waren mir persönlich zu fettig. Habe dann die Buttermenge um ein Drittel reduziert. Die Zimtmenge habe ich nahezu verdoppelt. Habe dann 60 wohl schmeckende Kekse heraus bekommen. Sehr lecker, werde nun häufiger mit Emmer backen! Nochmals tausend Dank für die Anregung!
    Willy

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