Linseneintopf mit getrockneten Steinpilzen, Speck und Maronen

Medaillon Mama
Wenn es nach mir ginge, würde ich ständig neue Rezepte ausprobieren. Doch da haben Sohn und Ehemann etwas dagegen: sie stehen fremden Gerichten ziemlich misstrauisch gegenüber, setzen lieber auf das Altbewährte. Bei Hülsenfrüchten ist das etwas Anderes, zumindest bei meinem Mann; da darf ich meine Experimentierfreudigkeit auch schon einmal ausleben. Linsen gehen so ziemlich in jeder Form. Inspiriert durch einen Rezeptvorschlag im denn’s-Prospekt, brachte ich denn an einem der vergangenen kalten Tage einen etwas anderen Linseneintopf auf den Tisch.
Ich nahm, was ich vorrätig hatte, und die folgenden Mengen ergaben eine Mahlzeit für 4 bis 5 Personen bzw. zwei Mahlzeiten für uns beide. (Sohnemann weigert sich nämlich, „so etwas“ zu essen, und musste sich mit Resten begnügen.)
Hier also die Zutaten:
250 g Berglinsen
25 g getrocknete Steinpilze
100 g durchwachsener Speck
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 TL Thymianblättchen, frisch oder getrocknet
100 g vorgegarte Maronen
3 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer,
2-3 EL dunkler Balsamico-Essig
Linsen
Zubereitung:
Die getrockneten Steinpilze mindestens 1 Stunde in 0,5 l lauwarmem Wasser einweichen.
Linsen ebenfalls in 1 l kaltem Wasser einweichen (ist nicht unbedingt nötig, verkürzt jedoch die Garzeit).
Zwiebeln schälen und fein würfeln. Knoblauch ebenfalls schälen und fein hacken oder durchpressen. Speck würfeln. Eingeweichte Steinpilze durch ein Papier-Küchentuch abseihen, Einweichwasser auffangen. Pilze gut ausdrücken und grob hacken.
Öl in einem großen Topf erhitzen, Zwiebeln, Knoblauch und Speck kurz anschwitzen, dann die Pilze hinzufügen. Thymian dazugeben und mit dem Pilzwasser ablöschen. Die Linsen mit dem Einweichwasser dazugeben, mit Salz und Pfeffer würzen. Eintopf aufkochen und 45 Minuten lang leise köcheln lassen. Gelegentlich umrühren. 15 Minuten vor Ende der Garzeit die Maronen in Würfel schneiden und hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer und Balsamico-Essig abschmecken.
Ich habe, nachdem ich die Linsen abgeschmeckt hatte, eine in Stücke geschnittene Süßkartoffel auf den Eintopf gelegt und sie bei geschlossenem Topf die letzten 15 Minuten mitgaren lassen.
Wer mag, kann auch Salzkartoffeln dazu servieren. Für meinen Mann muss ich immer die bei uns am Niederrhein so beliebten Mettwürstchen im Eintopf mit heiß werden lassen. Ich bevorzuge Hähnchenkassler.
Dieser Eintopf ist eine sättigende Mahlzeit in der kalten Jahreszeit und bekommt durch das Pilzaroma und die süßlichen Maronen eine ganz eigene Note. Der Balsamico-Essig rundet den Geschmack perfekt ab.
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Konfekt aus übriggebliebenem Weihnachtsgebäck

Medaillon Mama
Es ist jedes Jahr das Gleiche: der Plätzchenteller ist leergegessen, in den Dosen mit dem Weihnachtsgebäck sind nur noch Krümel, da finden sich irgendwo noch Plätzchen, auf die niemand mehr Appetit hat. In manchen Jahren lagen sie bei uns monatelang im Keller, bis sie schließlich doch im Müll oder in der Komposttonne landeten. Diesmal sollte mir das nicht passieren: die verschmähten Lebkuchen wurden zusammen mit angebrochenen Backzutaten-Packungen zu leckeren Pralinen. „Upcycling“ nennt man das, glaube ich.
Das Rezept funktioniert übrigens auch mit fast allen anderen Gebäcksorten wie z.B. Spekulatius, Butterplätzchen, Spritzgebäck, Printen etc.
Bei den anderen Zutaten kann man ebenfalls variieren und muss sich nicht exakt an die angegebenen Mengen halten.
Pr.ausschnitt
Ich hatte noch folgende Zutaten für meine Pralinen:
260 g Lebkuchen
150 g dunkle Kuvertüre
70 g Butter
eine angebrochene Packung gehackte Haselnüsse
Kakao zum Wälzen
Zum Tränken der Lebkuchen stellte ich eine Mischung aus je 2 EL Kaffeelikör, Rum und Orangenlikör her.
Und so ging ich vor:
Die gehackten Haselnüsse röstete ich in einer Pfanne ohne Fett unter Rühren, bis sie dufteten. Die Pfanne wurde dann vom Herd genommen, so dass die Nüsse erkalteten.
Die Kuvertüre durfte im Wasserbad schmelzen und ebenfalls kurz abkühlen.
Die Lebkuchen wurden so zerkleinert, dass sie noch etwas „stückig“ blieben. Unter das zerkrümelte Gebäck rührte ich dann löffelweise die Spirituosenmischung: sie soll gut getränkt, aber kein Brei werden.
Pr.teig
Dann rührte ich die Butter schaumig und vermischte die geschmolzene Kuvertüre vorsichtign mit der Butter. Anschließend wurden die marinierten Lebkuchen und die Nüsse untergehoben. Mit einem Teelöffel portionierte ich die Masse, formte sie zu Kugeln und wälzte sie in Kakao. Am Ende wurden sie in Pralinenförmchen gesetzt.
Wenn Ihr dann um Eure guten Vorsätze fürchtet, macht es wie ich: Verschenkt sie einfach!
Pralinen

Weihnachten – das Dessert: Marc de Champagne-Parfait mit Glühweinfeigen

medaillon tatjana

Für das Dessert bin in der Regel ich zuständig. Mir macht es einen Riesenspaß, an Weihnachten stundenlang neue Rezepte auszuprobieren, neue Techniken, neue Geschmacksrichtungen…

An Heilig-Abend wollte ich aber am Nachmittag noch in den Gottesdienst, daher musste es diesmal ein Dessert sein, dass sich vorbereiten ließ und dann à la minute vollendet werden konnte.

Parfait ist immer dankbar, daher gibt es bei die verschiedensten Ausführungen oft auf meiner Menu-Karte.

Und noch kein anderes Rezept war so schnell und einfach gemacht wie dieses – und macht trotzdem richtig was her. Das Originalrezept stammt aus der LECKER, ich habe es wie immer ein bisschen abgewandelt.

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Los geht es also.

Für das Parfait braucht ihr:

80ml Milch

Mark einer Vanilleschote

2 Eigelb

60g Zucker

1 gehäufter TL Zimt

3 EL Marc de Champagne – oder ein anderer Likör oder Brand Eures Geschmacks

150g Schlagsahne

Die Milch und das Vanillemark aufkochen, dann abkühlen lassen.

Die Eigelbe mit dem Zucker verrühren, die Vanillemilch dazu geben und über einem heißen Wasserbad cremig aufschlagen. Wenn der Schaum schön stabil ist, ist er fertig.

Den Zimt und den Marc de Champagne vorsichtig unterheben. Nicht zu viel rühren, sonst schlagt ihr den Schaum wieder kaputt.

Abkühlen lassen, die Sahne aufschlagen und den Marc de Champagne-Schaum wieder ganz vorsichtig unterheben.

In hübsche Förmchen füllen und ab in den Tiefkühler.

Die Feigensauce habe ich frisch gemacht. Dazu benötigt Ihr:

50g brauner Zucker

250ml Glühwein

1 Zimtstange

2 TL Speisestärke oder Pfeilwurzelmehl

Den Zucker karamellisiern lassen – aber Achtung!, unbedingt dabei stehen bleiben!

Mit dem Glühwein ablöschen, die Zimtstange dazugeben und NICHT rühren, bis sich der Zucker wieder gelöst hat.

2-3 Minuten köcheln lassen, in der Zwischenzeit die Feigen waschen und vierteln.

Die Glühweinsauce mit der Stärke oder dem Pfeilwurzelmehl abbinden, die Feigen dazugeben, nochmal vorsichtig aufkochen lassen, damit die Feigen nicht zerkochen.

Die Zimtstange entfernen und anrichten.

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Voila.

Winterlich, weihnachtlich, zimtig. Der Marc de Champagne gibt dem Parfait ein tolles, edles und leicht blumiges Aroma, der Zimt unterstreicht das noch. Wenn ihr die Glühweinfeigen zum Beispiel durch einen exotischen Obstsalat ersetzt, ergibt das auch ein tolles Sommer-Dessert.

 

 

 

 

Rinderfilet aus dem Ofen mit Knödelsternen

Medaillon Mama
In unserer Familie gibt es kein traditionelles Weihnachtsessen. Wir überlegen jedes Jahr aufs Neue, was an den Feiertagen auf den Tisch bzw. die Tafel kommen soll. Damit es für Einen nicht zu viel wird, teilen wir uns die einzelnen Gänge auf. Als Hauptgang sollte es diesmal an Heiligabend ein irisches Rinderfilet aus dem Ofen geben, das ich zubereiten würde. Tatjana wollte sich um das Dessert kümmern, ihr Bruder um die Vorspeise.
Beim Fleisch erlebte ich zunächst einmal eine Enttäuschung: das Filetstück, das ich extra vorbestellt hatte, sah nach dem Auspacken eher aus wie ein zerklüfteter Fleischberg. Aber es nützte ja nichts, ich musste das Beste daraus machen. Ohne viel Aufwand sollte der Braten zusammen mit Gemüse im Backofen langsam vor sich hin garen. Die Anregung dafür fand ich im Internet; vor Jahren hatte ich nach einem Rezept aus der Zeitschrift „essen und trinken“ schon einmal ein ähnliches Gericht gekocht. In der Zwischenzeit konnte ich dann die Knödelsterne zubereiten.
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Die Zutaten für 4 Personen:
700 g Rinderfilet
500 g TK-Champignons in Scheiben (frische Champignons gehen selbstverständlich auch)
5 Tomaten (am besten Eier- oder Flaschentomaten)
Butterschmalz zum Anbraten
150 g Creme fraîche
etwas Sahne
2 TL gemahlene getrocknete Steinpilze oder Steinpilzsalz
Salz, Pfeffer
1 Knoblauchzehe, geschält und durchgepresst
Der Backofen wurde auf 150 °C vorgeheizt, eine ofenfeste Auflaufform aus Glas gleich mit.
In der Zwischenzeit häutete und viertelte ich die Tomaten, die Kerne wurden entfernt und die Tomatenviertel beiseitegestellt.
Das Butterschmalz ließ ich in einer Pfanne ganz heiß werden und gab dann die Champignons dazu. Die Flüssigkeit, die sich in der Pfanne bildete, goß ich ab und briet die Champignons kurz an. Anschließend wurden sie in der Auflaufform mit den Tomaten vermischt und alles zusammen mit Salz und Pfeffer gewürzt. Die Mitte der Form ließ ich für das Bratenstück frei und stellte sie wieder in den Backofen.
Dann rieb ich das Rinderfilet mit Salz und Pfeffer ein. In der Pfanne ließ ich wieder etwas Butterschmalz heiß werden, briet das Filet von allen Seiten an und legte es zu dem Tomaten-Champignons-Gemisch in die Auflaufform.
Die Creme fraîche rührte ich mit etwas Sahne glatt, würzte sie mit dem Steinpilzsalz und der durchgepressten Knoblauchzehe und gab sie über das Gemüse.
Nach 30 Minuten reduzierte ich die Backofentemperatur auf 80 °C. Dadurch konnte ich in aller Ruhe die Knödelsterne zubereiten, ohne Gefahr zu laufen, dass der Braten zu trocken wurde.
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Für die Knödelsterne rührte ich 1 Pckg. Kartoffelknödel halb und halb nach Gebrauchsanweisung an (allerdings nahm ich 50 ml Wasser weniger als angegeben), ließ die Masse 10 Min. quellen und rollte sie anschließend zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie etwa 2 cm dick aus. Mit einem großen Stern-Ausstecher stach ich 10 Sterne aus. (Aus dem Rest Knödelteig formte ich normale runde Knödel.) Die Sterne wurden nach Packungsanweisung gegart, bis sie im Kochtopf an die Wasseroberfläche stiegen.
In der Zwischenzeit zerließ ich etwa 1 EL Butter in einer Pfanne und ließ darin 2 EL Semmelbrösel  vorsichtig goldbraun rösten. Die fertig gegarten und gut abgetropften Knödelsterne wurden darin gewendet und zusammen mit dem Rinderfilet angerichtet. (Man kann die Knödelsterne auch nur mit den gerösteten Semmelbröseln bestreuen.)
Übrigens hat es der ganzen Familie hervorragend geschmeckt, auch wenn die Filet-Scheiben nicht die übliche Form hatten.
Dennoch habe ich den Braten, den ich im rohen Zustand fotografiert hatte, noch nachträglich in der Fleischabteilung unseres Supermarktes beanstandet. Und ich war wirklich sehr angenehm überrascht, als ich ein ebenso schweres Stück Rinderfilet gratis als Wiedergutmachung bekam.
Es wurde gestern in Form von Steaks als Geburtstagsessen für Tatjana verspeist.