Schwarzwurzeln, das verkannte Genie, als Ragout und als Salat

Medaillon Mama
Was mich vor einigen Monaten dazu veranlasst hat, bei unserem TK-Lieferanten ein ganzes Kilo Schwarzwurzeln zu kaufen, weiß ich nicht mehr. Bis jetzt kam dieses Gemüse bei uns nämlich ganz selten auf den Tisch. Es lag dann auch die ganze Zeit völlig unbeachtet im Gefrierschrank – was eigentlich sehr schade ist, denn Schwarzwurzeln sind nicht nur lecker, sondern auch außerordentlich gesund. Sie enthalten reichlich Magnesium für Herz und Kreislauf, Kalium für die Nerven, Verdauung und die Muskeln, Eisen fürs Blut, Kupfer für die Gehirnarbeit sowie Mangan für die Leber. Sie sollen bei Osteoporose helfen, die Wundheilung fördern, für einen guten Schlaf sorgen und die Konzentration fördern. Ihr hoher Inulingehalt ist besonders gut für die Darmflora; anders gesagt: die Darmbakterien feiern ein Freudenfest, wenn wir Schwarzwurzeln essen. Das kommt nicht nur unserer Verdauung, sondern auch unserem gesamten Stoffwechsel zugute. Schade, dass ich das nicht eher gewusst habe!
Als ich vor kurzem unseren Gefrierschrank abgetaut habe, musste ich die Schwarzwurzeln dann endlich verbrauchen. Wie gut, dass ich kurz vorher ein Rezept gefunden hatte, das ich unbedingt ausprobieren wollte!
Die ungeliebte Arbeit, frische Schwarzwurzelstangen unter fließendem Wasser bürsten und schälen zu müssen, war ja glücklicherweise nicht nötig.
Alle benötigten Zutaten für ein Schwarzwurzelragout hatte ich im Haus:
100 ml weißen, milden Balsamicoessig
Salz
Zucker
20 g Butter
1 Zwiebel
1 gehäufter EL Mehl
gute gekörnte Gemüsebrühe
1/8 l Schlagsahne
Madeira
Zunächst spülte ich die gefrorenen Schwarzwurzelstücke in einem Sieb mit heißem Wasser ab.
In einem Topf wurden sie mit Wasser bedeckt, der Essig,  je eine Prise Salz und Zucker hinzugefügt und zugedeckt eine knappe halbe Stunde gegart, so dass sie noch etwas Biss behielten.
In der Zwischenzeit schälte ich die Zwiebel, würfelte sie und ließ sie in der Butter glasig dünsten. Anschließend schwitzte ich das Mehl kurz darin an, fügte die gekörnte Gemüsebrühe dazu und löschte mit 250 ml Garflüssigkeit ab. Zusammen mit der Sahne durfte alles unter Rühren 5 – 7 Minuten köcheln. Dann fügte ich die Hälfte der gegarten und abgetropften Schwarzwurzelstücke sowie einen Schuss Madeira hinzu und schmeckte mit Salz und Pfeffer ab. Nachdem das Ragout noch einige Minuten bei kleiner Hitze durchgezogen war, wurde es zusammen mit Petersilienkartoffeln und einem Hähnchenschnitzel serviert.
Schwarzwurzeln
Das säuerliche Ragout schmeckt übrigens auch hervorragend zu Fisch.
Die andere Hälfte der gegarten Schwarzwurzeln verarbeitete ich zu Salat, indem ich die abgetropften Stücke in eine Sauce aus Essig, Salz, Zucker und Wasser einlegte und über Nacht im Kühlschrank durchziehen ließ. Vor dem Servieren wurden die Schwarzwurzelstücke aus der Sauce genommen, mit etwas Öl vermischt und mit Petersilie bestreut.
Jetzt, da ich die Vorzüge der Schwarzwurzeln kenne, stehen sie mit Sicherheit öfter auf unserem Speiseplan. Im Geschmack ähneln sie sehr dem weißen Spargel, haben dabei aber mehr Biss. Und bis zur Spargelzeit ist es ja ohnehin noch ein Weilchen!
Schw.w.
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2 Kommentare zu “Schwarzwurzeln, das verkannte Genie, als Ragout und als Salat

  1. Ich esse total gerne Schwarzwurzeln und hatte heute seit langer Zeit selber mal wieder welche – mit ein paar Möhren im Ofen geschmort und dann mit Käse überbacken. Dein Ragout klingt aber auch sehr lecker! Das werde ich mir fürs nächste Mal merken 🙂
    Liebe Grüße, Tring

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