Dicke Bohnen auf rheinische Art

Medaillon Mama
Es hat etliche Jahre gedauert, bis ich als Bayerin mich mit dicken Bohnen anfreunden konnte. Vor meiner Heirat ins Rheinland kannte ich sie nur als „Saubohnen“, und auch das nur dem Namen nach. Dicke Bohnen gehören wie Grünkohl zu den „rheinischen Nationalgerichten“, kommen jedoch in der bayerischen Küche nicht vor. Mein Mann aber liebt sie. Was blieb mir also anderes übrig, als mir von meiner Schwiegermutter zeigen zu lassen, wie man sie hier am Niederrhein zubereitet? Mittlerweile habe ich ihr Rezept ein wenig verändert, und es macht mich zugegebenermaßen schon ein wenig stolz, wenn der Liebste mir versichert, dass sie ihm so noch viel besser schmecken. Da man sie im Frühjahr nur eine kurze Zeit frisch in der Schote kaufen kann, habe ich meist einen Tiefkühlvorrat davon im Haus. Ganz am Anfang habe ich sie aus dem Glas verwendet, aber TK-Ware kommt den frischen Bohnen noch am nächsten.
Die Zutaten für 4 Portionen:
500 g dicke Bohnen als TK-Ware
1 EL frisches oder getrocknetes Bohnenkraut
ca. 20 g Butter
1 Zwiebel
100 g durchwachsener Speck, leicht geräuchert
2 gestrichene EL Mehl
1 EL gekörnte Brühe (natürlich ohne Geschmacksverstärker wie Hefeextrakt, Glutamat u.Ä.)
Salz
Pfeffer
4 geräucherte Mettwürstchen
Und so bereite ich sie zu:
3/4 l Wasser mit 1 TL Salz zum Kochen bringen. Die dicken Bohnen in das kochende Wasser geben. (Sie sollen gerade eben damit sein.)  Das Bohnenkraut hinzufügen. Die Bohnen leicht köcheln lassen, bis sie gar sind.
In der Zwischenzeit Zwiebel und  Speck würfeln.

Butter in einem Topf, in dem später die Bohnen mitsamt der Flüssigkeit gut Platz haben, zerlassen.
Zwiebeln und Speck zur Butter geben und bei mittlerer Hitze dünsten, bis die Zwiebeln glasig sind. Mit dem Mehl bestäuben und alles gut verrühren. Sobald sich am Topfboden eine Schicht bildet, etwas von dem Bohnenwasser zugeben und alles zu einem glatten Brei verrrühren. Dann wieder etwas Bohnenwasser hinzufügen und ebenfalls glatt rühren. Solange wiederholen, bis eine sämige, nicht allzu dicke Sauce entstanden ist. (Sollte das Bohnenkochwasser nicht reichen, einfach etwas kaltes Wasser dazu nehmen.) Gekörnte Brühe darunterrühren. Die Sauce bei kleiner Hitze einige Minuten köcheln lassen. Die dicken Bohnen in die Sauce geben, die Mettwürstchen ebenfalls. Alles vorsichtig heiß werden lassen. Mit Pfeffer und, falls erforderlich, mit Salz abschmecken.
bohnen
Dazu schmecken Salz- oder Pellkartoffeln.
Mittlerweile hat sogar die gehobene Küche die dicken Bohnen als Delikatesse entdeckt. Dort werden nur die inneren Bohnenkerne verwendet, d.h. jeder einzelne Bohnenkern wird aus der ihn umgebenden etwas ledrigen Schale gedrückt. Im rheinischen Eintopf darf die Schale dranbleiben, weil sie so mehr Biss haben und herzhafter schmecken.
Dicke Bohnen sind nicht nur kalorienarm und ballaststoffreich, sie enthalten auch sehr viel wertvolles Eiweiß sowie reichlich Mineralstoffe wie Kalium, Calcium und Magnesium. Das sind doch selbst für einen Bayern ein paar gute Gründe, sie einmal zur probieren, oder nicht?
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5 Kommentare zu “Dicke Bohnen auf rheinische Art

  1. Ein absolutes Wohlfühlessen! Ein paar dicke Bohnen habe ich eigentlich immer da – notfalls auch die Glasvariante 🙂 Als Kind war das tatsächlich mein Lieblingsgemüse und statt der Mettwurst gab es bei uns zu Hause oft eine Bratwurst dazu. Mir war gar nicht so bewusst, dass das so was typisch rheinisches ist. Dicke Bohnen isst man hier schließlich wirklich andauernd 🙂 Liebe Grüße, Tring

    • Liebe Tring, „der Bayer an sich“ kennt wirklich weder dicke Bohnen noch Grünkohl, und „Mettwurst“ ist dort auch etwas vollkommen anderes. Wie sagt man so schön: Andere Länder, andere Sitten 🙂
      Liebe Grüße
      Brigitte

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