Vietnamesische Pho im Slowcooker

medaillon tatjana

Ihr Lieben, ich bin bereits seit geraumer Zeit Eigentümer eines, nein zweier Slowcooker. Ein Slowcooker oder auch „Crockpot“ (wobei das eine Marke ist) ist eine Art elektrisch betriebener Kochtopf mit einem Innentopf aus Keramik, ursprünglich bereits vor Jahrzehnten in den USA als Bohnenkocher entwickelt. Sein Vorteil: langes, langsames Kochen bei niedrigen Temperaturen.

 Durch die Dicke der Keramik und da er wesentlich weniger Strom verbraucht als ein Herd oder Backofen, lassen sich in ihm Gerichte unbeaufsichtigt über Stunden sanft schmoren. Fleisch wird darin herrlich zart, während Gemüse auch nach stundenlangem Garen noch knackig ist.

In Amerika besitzt ihn quasi jeder Haushalt, weil er, zumindest nach amerikanischer Kochweise, viel Arbeit erspart.

In Deutschland fristet er, meiner Meinung nach völlig unberechtigt, noch ein Nischendasein. Es gibt ihn in Größen von 1,5 bis 8 Liter Fassungsvermögen, und er ist sehr günstig in der Anschaffung.

Der „Ami“ (Entschuldigung, das ist vielleicht zu pauschalisierend, dient hier aber der vereinfachten Darstellung) tendiert dazu, einfach alle Zutaten – einschließlich vieler Fertigprodukte – morgens in den Topf zu werfen, um abends ohne weitere Arbeit ein fertiges Essen auf dem Tisch zu haben. Klingt erst einmal wenig verlockend, ich gebe es zu.

Passt man aber klassische europäische Gerichte an den „Slowi“, „Crocky“ oder auch liebevoll „Lahmarsch“ genannt, an, stellt er definitiv eine Bereicherung in der Küche dar; eben weil man den Sonntagsbraten in Ruhe schmurgeln lassen kann, während man selbst einen Ausflug macht. Oder weil die Bolognese, die immer besser wird, je länger sie kocht, dies tun kann, während man selbst im Büro sitzt. Und weil Schmorgerichte wie Rouladen oder Gulasch einfach unschlagbar zart werden (und Saucen herrlich aromatisch), auch wenn man selbst kein Genie in der Küche ist.

Solltet ihr euch nach dieser Lobeshymne dazu entschließen, euch so ein Gerät zuzulegen, ist jetzt, vor Beginn der Suppen- und Eintopfsaison, der richtige Zeitpunkt.

Und um euch die Entscheidung noch etwas leichter zu machen, habe ich direkt ein Rezept für euch dabei.

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Für die Pho, eine vietnamesische Rinderbrühe mit Gewürzen und viel frischem Gemüse, braucht ihr:

1 Rinderbeinscheibe und/oder

1 Stück Ochsenschwanz

2 Stück Markknochen

1 Zwiebel

1 Paket Suppengemüse (meines enthielt Möhren, Stauden – und Knollensellerie, ein Stück Blumenkohl und Petersilie)

1 TL Fenchelsamen

1 TL Korianderkörner

3 Nelken

1 Sternanis

1/2 Stange Zimt

3 Kardamom Kapseln

Wasser, Salz, Pfeffer

Sojasauce

Fischsauce

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Das Gemüse und die Zwiebel in kleine Würfel schneiden. In einer großen Pfanne ohne Öl zunächst die Gewürze anrösten, bis sie duften. Abkühlen lassen und in einen Teefilter umfüllen.

Das Fleisch kräftig salzen und in einer heißen Pfanne scharf anbraten: wir wollen Röststoffe, also hier richtig Gas geben.

Dann das Fleisch in den Slowcooker geben. Im ausgetretenen Fleischsaft und -fett das Gemüse ebenso scharf anbraten und danach auch in den Slowcooker geben. Die Gewürze dazu tun. Mit etwas Wasser die Bratreste aus der Pfanne kratzen und auch umfüllen. Je 1 EL Soja- und Fischsauce dazu geben.

Dann mit Wasser aufgießen, so dass der Slowcooker bis ca. 1 cm unter dem Rand voll ist.

Deckel drauf, auf „High“ stellen und mindestens 6 Stunden schmurgeln lassen. Ich habe nach ca. 4 Stunden auf „Low“ zurück gestellt.

Für das Topping in der Zwischenzeit Gemüse wie Möhren, Staudensellerie, Zuckerschoten und Paprika fein aufschneiden. Mungobohnen- (oder andere) Sprossen, Thai-Basilikum, frischer Koriander, Chilischoten und Reis-Nudeln eignen sich ebenfalls als Suppeneinlage.

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Nach der Kochzeit die Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken und dann abseihen. Das Gemüse hat seinen Dienst getan und kann in den Müll (oder in die Komposttonne), das Fleisch lässt sich aber gut abklauben und als Suppeneinlage verwenden.

Das Gemüse und die gekochten Reisnudeln in die Suppe geben und servieren.

 

Und übrigens: Ihr könnt die Pho natürlich auch ganz normal im Kochtopf zubereiten, wenn ihr keinen Slowcooker habt 🙂 Dazu einfach das angebratene Fleisch und Gemüse in den Kochtopf geben, mit Wasser auffüllen und bei geschlossenem Deckel langsam simmern lassen.

 

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Ein guter alter Kirsch-Streusel-Kuchen

medaillon tatjana

Ihr Lieben,

für meine beste Freundin habe ich zur Hochzeit einen Sweet Table gebacken. Es mussten Rezepte sein, die vorbereitet und eingefroren werden konnten, sonst hätte ich es zeitlich neben der Arbeit und meiner Rolle als Trauzeugin nicht geschafft.

Unter anderem gab es diese kleinen Kirsch-Kuchen, ganz traditionell mit Rührteig und Streuseln.

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Gebacken habe ich sie in kleinen Obstkuchen-Formen aus Silikon, aber eine 26er Springform geht natürlich auch.

Für den Rührteig benötigt ihr:

125g Butter

125g Zucker

2-3 Eier

eine Prise Salz

200g Mehl

2TL Backpulver

ggf. einen Schuss Milch

Die Butter, den Zucker und das Salz mit dem Handrührer schaumig schlagen, dann die Eier dazu geben und unterrühren.

Das Mehl mit dem Backpulver vermischen und ebenfalls einrühren. Der Teig sollte zähflüssig sein, ggf. noch etwas Milch einrühren, wenn er zu fest sein sollte.

Dieser Rührteig ist ein Basis-Rezept. Ihr könnt ihn aber z.B. mit Zitronenabrieb, Gewürzen oder Rum noch nach Euren Wünschen aromatisieren.

Ich habe den Mürbteig dann in die gefetteten Mini-Formen gegeben und mit (im Schweiße meines Angesichts eigenhändig entsteinten) frischen Kirschen belegt (ca. 1kg). Wenn Ihr Euch die Halloween-Szenerie einer über und über mit roten Sprenkeln überzogenen Küche sparen möchtet, könnt ihr auch Kirschen aus dem Glas nehmen – vorher aber gut abtropfen lassen.

Für die Streusel benötigt ihr:

300g Mehl

150g Zucker

1 Päckchen Vanillezucker

150g Butter

Alle trockenen Zutaten in eine Schüssel geben, die Butter in Flöckchen dazu schneiden und mit einer Gabel oder den Händen zu Streuseln verarbeiten.

Die Streusel auf die Kirsch-Kuchen verteilen und im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad ca. 20-30 Minuten backen. Achtung!, die Backzeit verlängert sich natürlich, wenn ihr den Kuchen in einer Springform backt.

Ich habe die fertigen Küchlein eingefroren und am Tag der Hochzeit entsprechend wieder aufgetaut, das tat dem Geschmack keinerlei Abbruch 🙂

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Das waren die Köstlichkeiten auf dem Sweet Table. Eine Hochzeitstorte gab es natürlich auch.