Paprika-Sauerkraut-Topf

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

kennt Ihr noch die Zeiten, in denen fast jede Hausfrau Regale voller Gläser mit Selbsteingemachtem im Keller hatte? Als ich ein Kind war, besaß noch längst nicht jeder Haushalt einen Kühlschrank, geschweige eine Tiefkühltruhe. Dafür wurde aus den Früchten des eigenen Gartens Marmelade gekocht, das Gemüse eingeweckt oder eingelegt und oftmals sogar einmal im Jahr ein Schwein geschlachtet, zumindest auf dem Land. Dessen Fleisch landete ebenfalls in Gläsern auf dem Vorratsregal bzw. hing als Schinken oder Dauerwurst daneben.

Und heute? Heute geht man in den Supermarkt. Dort gibt es Obst und Gemüse ganzjährig frisch zu kaufen. Fleisch liegt fertig portioniert im Kühlregal. Alles andere findet man in weiteren Regalen: Milchprodukte, Teigwaren, Konserven, Tiefkühlkost etc. Wer überhaupt keine Zeit zum Kochen hat, kauft einfach halb oder ganz vorgefertigte Speisen. Eine Vorratshaltung ist deshalb eigentlich nicht mehr nötig. Eigentlich. Denn es gibt auch den umgekehrten Trend, dass man sich wieder auf das Haltbarmachen von Lebensmitteln besinnt. Fermentieren, Einkochen und Selbermachen findet immer mehr Anhänger.

Das Bundesat für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat jetzt sogar einen Wettbewerb ausgelobt, Rezepte für ein „Notfallkochbuch“ einzureichen. Denn was ist, wenn es aufgrund von Naturkatastrophen, eines Cyberangriffs oder menschlichen Versagens für längere Zeit einmal keinen Strom oder keine Möglichkeit einzukaufen gibt? Dann ist derjenige glücklich, der klug eingelagerte Vorräte und einen Grill oder einen Holz- bzw. Gaskocher hat.

In dieser Hinsicht brauchen zumindest wir uns keine Sorgen zu machen: Unser Vorratsschrank ist gefüllt mit haltbaren Lebensmitteln und auf dem Kellerregal stehen einige Konserven, außerdem Gläser mit selbstgemachter Marmelade, Tomatensugo, Kimchi und ein Topf voll Sauerkraut.

Ob sich mein deftiger Paprika-Sauerkraut-Topf als Notfall-Rezept eignen würde, weiß ich nicht, aber bei diesem nasskalten Wetter wärmt er so richtig schön von innen.

Paprika-Sauerkraut

Für ca. 4 Portionen benötigt man folgende Zutaten:

2 Zwiebeln

1-2 Knoblauchzehen

2 rote Paprikaschoten

1 Dose Sauerkraut (ca. 800 g)

1-2 EL Öl oder Butterschmalz

150 g Crème fraîche

150 g Schmand oder saure Sahne

1 EL Tomatenmark

1 EL Paprikamark oder Aivar

1 EL Paprikapulver (wahlweise geräuchert)

1 TL gem. Kümmel

1 Lorbeerblatt

Salz

Die Zubereitung:

Backofen auf 200 °C vorheizen.

Zwiebeln und Knoblauch schälen. Die Zwiebeln in Streifen oder Würfel schneiden.

Die Paprikaschoten vierteln, die Kerne und weißen Trennhäute entfernen. Paprika in Streifen schneiden.

Crème fraîche und Schmand mit Tomaten-, Paprikamark und Kümmel verrühren und beiseite stellen.

Das Fett in einem ofenfesten Topf nicht allzu heiß werden lassen. Die Zwiebeln kurz darin anschwitzen, Paprikastreifen und durchgepressten Knoblauch hinzufügen und alles zusammen einige Minuten kräftig anbraten. Mit Paprikapulver bestäuben. Sauerkraut und Lorbeerblatt hinzufügen. (Wem das Sauerkraut zu sauer ist, drückt es aus und wäscht es gegebenenfalls kurz ab). Die Crème fraîche-Mischung darübergeben und alles vermischen. Mit ein wenig Salz würzen. Falls die Mischung zu trocken ist, etwas Wasser oder Brühe dazugeben.

Den Topf schließen und auf die unterste Schiene in den vorgeheizten Backofen stellen. Den Eintopf etwa 1 1/4 Stunde  garen.

Wer mag, kann die letzten 15 Minuten ein Stück Kassler oder geräucherte Wurst etc. auf das Gemüse legen und mitgaren. Oder man serviert Frikadellen wie ich dazu.

Dazu gibt es z.B. Schupfnudeln, Salzkartoffeln, Kartoffelbrei, Nudeln oder, oder …

Falls etwas übrig bleibt, schmeckt der Eintopf aufgewärmt auch am nächsten Tag – vielleicht sogar noch ein wenig besser.

 

 

Apfel-Preiselbeer-Kuchen mit Gewürzen

Auf die gute (alte) Art

Medaillon Mama
Sobald es draußen etwas kälter wird, bekomme ich immer einen unbändigen Appetit nach Äpfeln, ob als Apfelmus, -pfannkuchen, Bratapfel – einfach in jeder Form. Wie gut, dass jetzt überall die frisch gepflückten Äpfel angeboten werden! Wenn man mir dann noch einen ganzen Eimer schenkt, wie kürzlich des Öfteren geschehen, hat man mich so richtig glücklich gemacht. Selbstredend wird auch der Gast zum Kaffee mit einem Apfelkuchen beglückt. Diesmal hatte ich mir einen Apfel-Preiselbeer-Kuchen mit Gewürzen ausgedacht. Wenn Ihr die einzelnen Gewürze nicht zur Hand habt, könnt Ihr den Teig alternativ auch mit einem fertig gemischten Apfelstrudel- oder Lebkuchengewürz aromatisieren.
 apfelkuchen 1
Die Zutaten
für den Teig:
200 g Weizen- oder Dinkelmehl
50 g gemahlene Mandeln
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Zimt
1/2 TL gemahlener Cardamom
1 Messerspitze gemahlene Nelken
125 g Butter
150 g Zucker
1 Prise Salz
1 Ei
für die Füllung:
6 – 8 mittelgroße Äpfel (am besten Boskop…

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