Salat aus Porreegrün

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

so langsam lässt sich der Frühling nicht mehr aufhalten und wir warten schon sehnsüchtig auf das junge Freilandgemüse. Wer nachhaltig handeln und keinen Spargel aus Südamerika und Dergleichen kaufen möchte, muss sich noch hauptsächlich mit den verschiedenen Kohlsorten, Wurzelgemüse und Porree (auch Lauch genannt) begnügen. Die vielen Kohlsorten essen wir sehr gerne und wärmende Eintöpfe aus unterschiedlichen Gemüsesorten sorgen für Abwechslung auf dem Speiseplan. Die weißen und hellgrünen Teile des Porrees verwende ich ganzjährig für Soßen und Eintöpfe, pur dagegen eher selten. Die dunkelgrünen Abschnitte waren für mich immer Abfall und landeten auf dem Kompost. Ich weiß, dass viele von Euch die dunklen Teile als Suppenzutat nutzen, aber da es bei uns höchst selten Suppe gibt, hatte ich bisher keine Verwendung dafür.

Vor ein paar Tagen sah ich nun, wie Diana Burkel, eine Spitzenköchin aus Nürnberg, in einer Fernsehsendung Porree in drei verschiedenen Zubereitungsarten für ein Gericht verwendete: die weißen Abschnitte wurden gedünstet, die hellgrünen zusammen mit eingelegtem Grillpaprika zu einer stückigen Sauce verarbeitet, und aus den dunklen Abschnitten bereitete sie einen Salat zu. Ich griff die Idee auf und probierte auch den Salat aus den dunkelgrünen Blättern, die ich sonst immer auf dem Kompost entsorgt hatte. Und was soll ich sagen: Dieser Salat ist der Hammer! Und ganz einfach in der Zubereitung ist er obendrein! Tatjana wollte gleich das Rezept dafür. Ich habe ihr versprochen, dass sie es demnächst in unserem Blog findet. Hier ist es also:

Ihr braucht dafür:

die dunkelgrünen Porreeabschnitte, die Ihr nicht für ein Porreegericht verwenden könnt

eine große Pfanne

Rapsöl

Essig

Salz, Pfeffer

eine Prise Zucker

Und so einfach geht es:

Den gewaschenen Porree in feine Streifen schneiden.

Die Pfanne mit ganz wenig Öl richtig heiß werden lassen. Den Porree hineingeben und, zunächst ohne umzurühren, kräftig anbraten. Er darf ruhig braune Stellen bekommen. Dann wenden. Wenn er rundherum angebraten ist, auf einem Teller flach ausbreiten und etwas abkühlen lassen. So behält er seine frische grüne Farbe (und wird nicht, wie Diana meinte, „bundeswehrbraun“).

Die lauwarmen Porreestreifen in eine Schüssel geben. Mit einem Schuss Essig, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken. Zum Schluss evtl. noch etwas Öl hinzufügen. Lauwarm oder kalt genießen.

Porreesalat

Ich verspreche Euch, bei mir landen die dunklen Porreeblätter nie wieder auf dem Kompost! 😉

 

Paprika-Sauerkraut-Topf

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

kennt Ihr noch die Zeiten, in denen fast jede Hausfrau Regale voller Gläser mit Selbsteingemachtem im Keller hatte? Als ich ein Kind war, besaß noch längst nicht jeder Haushalt einen Kühlschrank, geschweige eine Tiefkühltruhe. Dafür wurde aus den Früchten des eigenen Gartens Marmelade gekocht, das Gemüse eingeweckt oder eingelegt und oftmals sogar einmal im Jahr ein Schwein geschlachtet, zumindest auf dem Land. Dessen Fleisch landete ebenfalls in Gläsern auf dem Vorratsregal bzw. hing als Schinken oder Dauerwurst daneben.

Und heute? Heute geht man in den Supermarkt. Dort gibt es Obst und Gemüse ganzjährig frisch zu kaufen. Fleisch liegt fertig portioniert im Kühlregal. Alles andere findet man in weiteren Regalen: Milchprodukte, Teigwaren, Konserven, Tiefkühlkost etc. Wer überhaupt keine Zeit zum Kochen hat, kauft einfach halb oder ganz vorgefertigte Speisen. Eine Vorratshaltung ist deshalb eigentlich nicht mehr nötig. Eigentlich. Denn es gibt auch den umgekehrten Trend, dass man sich wieder auf das Haltbarmachen von Lebensmitteln besinnt. Fermentieren, Einkochen und Selbermachen findet immer mehr Anhänger.

Das Bundesat für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat jetzt sogar einen Wettbewerb ausgelobt, Rezepte für ein „Notfallkochbuch“ einzureichen. Denn was ist, wenn es aufgrund von Naturkatastrophen, eines Cyberangriffs oder menschlichen Versagens für längere Zeit einmal keinen Strom oder keine Möglichkeit einzukaufen gibt? Dann ist derjenige glücklich, der klug eingelagerte Vorräte und einen Grill oder einen Holz- bzw. Gaskocher hat.

In dieser Hinsicht brauchen zumindest wir uns keine Sorgen zu machen: Unser Vorratsschrank ist gefüllt mit haltbaren Lebensmitteln und auf dem Kellerregal stehen einige Konserven, außerdem Gläser mit selbstgemachter Marmelade, Tomatensugo, Kimchi und ein Topf voll Sauerkraut.

Ob sich mein deftiger Paprika-Sauerkraut-Topf als Notfall-Rezept eignen würde, weiß ich nicht, aber bei diesem nasskalten Wetter wärmt er so richtig schön von innen.

Paprika-Sauerkraut

Für ca. 4 Portionen benötigt man folgende Zutaten:

2 Zwiebeln

1-2 Knoblauchzehen

2 rote Paprikaschoten

1 Dose Sauerkraut (ca. 800 g)

1-2 EL Öl oder Butterschmalz

150 g Crème fraîche

150 g Schmand oder saure Sahne

1 EL Tomatenmark

1 EL Paprikamark oder Aivar

1 EL Paprikapulver (wahlweise geräuchert)

1 TL gem. Kümmel

1 Lorbeerblatt

Salz

Die Zubereitung:

Backofen auf 200 °C vorheizen.

Zwiebeln und Knoblauch schälen. Die Zwiebeln in Streifen oder Würfel schneiden.

Die Paprikaschoten vierteln, die Kerne und weißen Trennhäute entfernen. Paprika in Streifen schneiden.

Crème fraîche und Schmand mit Tomaten-, Paprikamark und Kümmel verrühren und beiseite stellen.

Das Fett in einem ofenfesten Topf nicht allzu heiß werden lassen. Die Zwiebeln kurz darin anschwitzen, Paprikastreifen und durchgepressten Knoblauch hinzufügen und alles zusammen einige Minuten kräftig anbraten. Mit Paprikapulver bestäuben. Sauerkraut und Lorbeerblatt hinzufügen. (Wem das Sauerkraut zu sauer ist, drückt es aus und wäscht es gegebenenfalls kurz ab). Die Crème fraîche-Mischung darübergeben und alles vermischen. Mit ein wenig Salz würzen. Falls die Mischung zu trocken ist, etwas Wasser oder Brühe dazugeben.

Den Topf schließen und auf die unterste Schiene in den vorgeheizten Backofen stellen. Den Eintopf etwa 1 1/4 Stunde  garen.

Wer mag, kann die letzten 15 Minuten ein Stück Kassler oder geräucherte Wurst etc. auf das Gemüse legen und mitgaren. Oder man serviert Frikadellen wie ich dazu.

Dazu gibt es z.B. Schupfnudeln, Salzkartoffeln, Kartoffelbrei, Nudeln oder, oder …

Falls etwas übrig bleibt, schmeckt der Eintopf aufgewärmt auch am nächsten Tag – vielleicht sogar noch ein wenig besser.

 

 

Grünkohl modern und doch klassisch

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

wenn man jetzt bei uns über den Markt geht, sieht man überall die auffälligen Rosetten des Grünkohls liegen. Ich gebe zu, bis vor kurzem habe ich Grünkohl immer tiefgekühlt, bereits kleingeschnitten und blanchiert gekauft. Durch unsere Lieblingsgartensendung im Fernsehen inspiriert, wollte ich ihn aber auch einmal frisch zubereiten.

Zunächst war ich etwas überrascht von dem Volumen, das da für 2 Portionen vor mir lag, obwohl der Bauer auf dem Markt die Blätter bereits vom Strunk geschnitten hatte. Nach der Zubereitung blieb aber tatsächlich nur so viel übrig, wie wir auch bewältigen konnten.

Und dann stellte sich die Frage, was man daraus macht. Im Internet wird Grünkohl ja als „Superfood“ in den abenteuerlichsten Varianten beworben. Roh genossen soll er unschlagbar gesund sein (was vermutlich auch stimmt), aber ein Leckerbissen ist er so bestimmt nicht. Die meisten modernen Vorschläge finde ich nicht sehr verlockend, und meinem Schatz, der von Kindheit an die rheinische Art gewohnt ist, brauche ich damit schon gar nicht zu kommen. Also habe ich mir einen Kompromiss überlegt: die Zutaten sind klassisch, die Zubereitung ist modern. Grünkohl-Gratin zum Beispiel isst er sehr gerne (das Rezept dazu findet Ihr hier).

 

Für die moderne Variante der rheinischen Grünkohl-Zubereitung benötigt Ihr für 4 Portionen folgende Zutaten:

ca. 1 kg geputzten Grünkohl (also die Blätter ohne Strunk und dicke Stiele)

2 Zwiebeln

2 EL neutrales Öl zum Braten, z.B. Rapsöl

100 bis 200 g gewürfelten geräucherten Speck

Salz, Pfeffer,

je 1 Prise Zimt und Muskat

nach Belieben: 1-2 EL feine Haferflocken für eine leichte Bindung

Die Zubereitung:

Die Grünkohlblätter zunächst in reichlich kaltem Wasser waschen. Die restlichen noch vorhandenen groben Stiele entfernen.

In einem ausreichend großen Topf Wasser zum Kochen bringen. Das Kochwasser großzügig salzen. Den Grünkohl in das kochende Wasser geben und 3 Minuten blanchieren.

Eine große Schüssel Eiswasser bereit halten und den blanchierten Grünkohl hineingeben. Danach in einem Durchschlag abtropfen lassen.

Die Zwiebeln schälen und fein würfeln. In dem Öl leicht andünsten. Den Speck dazugeben und weiterdünsten, bis die Zwiebeln glasig und weich sind.

In der Zwischenzeit den blanchierten Grünkohl in beliebig grobe oder feine Stücke schneiden. Zum Zwiebel-Speck-Gemisch geben. Mit Salz, Pfeffer und je einer Prise Zimt und Muskat würzen. Evtl. die Haferflocken hinzufügen. Alles gut vermischen und bei geringer Hitze bis zum gewünschten Garpunkt weiterdünsten.

Wir mögen den Grünkohl gerne mit ein wenig Biss. Dann hat er auch noch seine appetitlich grüne Farbe. Mettwürstchen und Bratkartoffeln sind klassische Beilagen wie zur rheinischen Variante. Das Gemüse selbst schmeckt aber frischer, sogar ein klein wenig süßlich – modern eben!

Grünkohl modern

Natürlich schmeckt auch diese Variante (vorsichtig) aufgewärmt ausgezeichnet.

 

Walnuss-Pekannuss-Törtchen aus Dinkelmehl

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

seid Ihr wie viele andere auch schon fertig mit der Weihnachtsbäckerei? Wenn nicht, dann „willkommen im Club“. Ich bin noch mittendrin, schaffe es immer nur so zwischendurch, eine Sorte zu backen. Und bekomme jedesmal ein schlechtes Gewissen, wenn wieder eine Hausfrau ganz stolz erzählt, wie viele Sorten sie schon in ihren Dosen hortet. Na ja, wenn ich eines nicht mehr so fernen Tages nicht mehr jeden Tag zur Arbeit muss, gelingt es mir vielleicht auch, am ersten, spätestens am zweiten Advent alle Plätzchen verzehrfertig zu haben. Andererseits: Reicht es nicht, wenn der bunte Teller an Heiligabend mit all den Leckereien auf dem Tisch steht? Also mache ich mir auch dieses Jahr wieder keinen Stress. Noch ist ja etwas Zeit.

Solltet Ihr die Weihnachtsbäckerei noch nicht abgeschlossen haben, dann hätte ich vielleicht noch eine Idee für Euch. Ihr braucht dazu jedoch eine Muffinform mit 24 kleinen Förmchen. Die Walnuss-Pekannuss-Törtchen sind wirklich ein Gedicht. Meine haben zweierlei Größen, weil ich die kleinen Muffinförmchen bei der ersten Runde komplett gefüllt habe und mir dann überlegen musste, wie ich den Rest Teig und den Rest Füllung möglichst optimal verwerte. Mit meiner folgenden Beschreibung bekommt Ihr jedoch 48 gleich große Törtchen aus dem „Material“ heraus.

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Zuerst einmal müsst Ihr folgende Zutaten bereitstellen

für den Teig:

150 g kalte Butter

50 g feinen Zucker oder Puderzucker

1 Prise Salz

1 Ei

200 g Dinkelmehl

(evtl. etwas kaltes Wasser)

für die Füllung:

100 g Walnüsse

100 g Pekannüsse

150 g Schlagsahne, flüssig

70 g braunen Zucker (Rohrzucker)

1 Prise Salz

80 g Honig

20 g Butter

je eine Prise Zimt, Nelken, Muskat

Außerdem: Eine 24er-Muffinform; etwas Butter zum Einfetten der Förmchen; ein Schnapsglas oder Fläschchen, dessen Boden etwas kleiner als ein Förmchen ist.

Dann könnt Ihr auch schon loslegen:

Bereitet zunächst den Mürbeteig zu, indem Ihr das Mehl in eine Schüssel siebt. Darauf gebt Ihr den Zucker, das Salz und das Ei. Darauf kommt die kalte Butter in kleinen Stücken. Mit den Schneebesen des Handrührgeräts mischt Ihr nun die Zutaten kurz zu Streuseln zusammen. Am Ende verknetet Ihr die Streusel mit den Händen zügig zu einem glatten Teig. Sollte er keine Bindung eingehen, fügt esslöffelweise kaltes Wasser hinzu. Dann legt ihr den fertigen Teig  auf ein Stück Frischhaltefolie. In der Folie eingeschlagen, darf er nun im Kühlschrank ruhen.

Währenddessen geht es an die Füllung:

Die Nüsse fein hacken. In einem Topf alle Zutaten außer den Nüssen und den Gewürzen unter Rühren erwärmen, bis der Zucker geschmolzen ist. Dann Nüsse und Gewürze zugeben, unterrühren und die Masse kurz abkühlen lassen.

Muffinform gut buttern.

Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und halbieren. Eine Hälfte wieder kühl stellen. Die andere Hälfte zu einer Rolle formen und 24 gleich dicke Scheiben abschneiden. Jede Scheibe in ein Förmchen legen und den Boden eines Schnapsglases (o.Ä.) auf die Scheibe drücken, so dass eine Törtchenform entsteht. Diese mit der Hälfte der Nussmasse nicht zu voll füllen. Muffinform noch einmal kühl stellen.

Backofen auf 175 ° Ober-/Unterhitze vorheizen.

Törtchen in der Muffinform auf der untersten Schiene ca. 18-20 Minuten hellbraun backen. Kurz abkühlen lassen und dann vorsichtig aus den Förmchen lösen.

Mit der zweiten Teighälfte ebenso verfahren.

Nach zwei Tagen entfalten die Nusstörtchen ihr volles Aroma und bleiben, in einer Blechdose kühl aufbewahrt,  gut 14 Tage frisch. Mit Puderzucker bestreut, servieren und genießen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kürbis-Maronen-Quiche mit Dinkelmehlboden

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

was war das wieder für ein Sommer! Wochenlang gab es keinen Tropfen Regen und ich kam aus dem Wässern nicht mehr heraus. Neben den Blumenrabatten hatte ich etwa 10 Tomatenpflanzen in Töpfen, die, wollte ich Früchte ernten, natürlich ebenfalls versorgt werden mussten. Sie dankten es mir mit einer reichen Ernte. So kochte ich daraus Sugo und Ketchup, verarbeitete ich geschenkte Äpfel zu Gelee und Mus. Ebenfalls geschenkte Feigen wurden zu köstlichen Konfitüre-Mischungen, und was von den Himbeeren nicht direkt verschmaust wurde, ergab einen herrlich aromatischen Essig. Und sollte ich der Meinung gewesen sein, die Vorräte für den Winter würden nun ausreichen, so belehrte mich Tatjana in dieser Woche eines Besseren: Wir hatten uns doch vorgenommen, wieder Sauerkraut einzulegen. Nun liegen auch noch 6 gehobelte, eingesalzene und eingestampfte Kohlköpfe in unserem kleinen! Sauerkrautfass, in dem es bereits zu blubbern beginnt. Dabei bin ich gedanklich schon bei der Weihnachtsbäckerei. Nächste Woche will ich mich an einen Weihnachtsstollen wagen.

Bevor es nun aber damit losgeht, möchte ich heute erst noch ein anderes Rezept mit Euch teilen. Denn bei all dem Anlegen von Vorräten muss der Mensch ja schließlich jeden Tag essen. Kürbisse und Maronen sind im Supermarkt zur Zeit nicht zu übersehen und bieten sich geradezu als Zutaten für ein saisonales Gericht an. Ich hatte vor einiger Zeit beim Stöbern im Internet ein Rezept damit entdeckt, das sehr verlockend klang. Es stammt von dem Sternekoch Christian Jürgens. Davon ließ ich mich inspirieren und habe die Quiche nun für meine Familie gebacken. Für den Boden habe ich Dinkelmehl der Type 1050 verwendet, weil ich kein Freund des klassischen Mürbeteigs bin.

Hier die Zutaten

für den Mürbeteigboden:

250 g Dinkelmehl Type 1050

1 gestr. TL Salz

1 Prise Zucker

125 g weiche Butter

1 Ei + 1 Eigelb

evtl. etwas kaltes Wasser

für die Füllung:

250 g gekochte Maronen

2 geh. EL Aprikosenkonfitüre oder Apfelgelee

1 EL Wasser

1 Prise Zimt

1 Prise Salz

1/2 Hokkaido-Kürbis

Saft 1/2 Zitrone

1 Knoblauchzehe

200 g Schlagsahne

3 Eier

Salz, Pfeffer, Muskatnuss

2 EL gehackte Petersilie

150 g geriebener Käse

Zubereitung:

Die trockenen Zutaten für den Teig in einer Schüssel mischen. Die Eier und die Butter darauf geben. Mit den Knethaken kurz vermischen, dann mit den Händen schnell zu einem glatten Teig verkneten. Sollte er zu trocken sein, etwas kaltes Wasser dazugeben. (Das Dinkelmehl verlangt nach etwas mehr Flüssigkeit als normales Weizenmehl.) Den Teig in Klarsichtfolie 30 Minuten kalt stellen. Danach ausrollen und eine gefettete Quicheform damit auslegen. Überstehende Ränder abschneiden. Wieder kalt stellen.

In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten:

Maronen vierteln. In einem ausreichend großen Gefäß die Marmelade mit Wasser verrühren. Die Maronen dazugeben. Mit Salz und Zimt würzen und die Maronen unter vorsichtigem Rühren glasieren.

Den Hokkaido teilen, die Kerne entfernen (das geht am besten mit einem Eisportionierer; alternativ mit einem Esslöffel). Die Kürbishälften in dünne Spalten schneiden und in eine Schüssel geben. Den Zitronensaft darübergießen. Die Knoblauchzehe dazupressen. Alles vermischen.

Den Backofen auf 175 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Die Sahne mit den Eiern verquirlen. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Muskatnuss würzen. Petersilie unterrühren.

Quiche-Form aus dem Kühlschrank nehmen, Teigboden mehrmals mit einer Gabel einstechen (damit er sich nicht wölbt). Kürbisspalten und Maronen darauf verteilen. Die Sahnemischung darübergießen. Mit dem Käse bestreuen. (Kürbis und Maronen sind mild im Geschmack; deshalb darf der Käse ruhig kräftig sein.)

Die Quiche auf der untersten Leiste im Backofen für ca. 45 Minuten backen, bis die Sahne-Ei-Masse gestockt ist. Falls der Käse schon vorher gebräunt ist, die Quiche noch einige Minuten im ausgeschalteten Backofen stehen lassen.

Dazu habe ich einen Krautsalat und eine Schmandcreme serviert, die ich mit Salz,  Pfeffer, Zitronensaft und -schale, einer Prise Zucker sowie gemischten Kräutern abgeschmeckt habe.

Ein leckeres und sättigendes Gericht, genau richtig für diese Jahreszeit. Guten Appetit!

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„Japanisches Kraut“: Butaniku no Shoga yaki

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

wusstet Ihr, dass in Düsseldorf die größte japanische Gemeinde Deutschlands lebt? Es gibt dort zahlreiche japanische Firmen und für deren Angestellte und ihre Familien, die weit weg von zu Hause sind, japanische Geschäfte und Restaurants. Der Japantag ist jedes Jahr ein ganz besonderes Event für alle Düsseldorfer sowie für viele Gäste aus dem Umland und endet immer mit einem spektakulären Feuerwerk.

Mittlerweile sind uns Gerichte und Zutaten aus der japanischen Küche nicht mehr ganz fremd. Das war vor einigen Jahren noch ganz anders. Wer wusste in den Sechziger-/Siebziegerjahren des letzten Jahrtausends denn schon, was Sojasauce ist? Sushi kennt heute jeder. Die meisten haben es zumindest schon einmal probiert.

Das Rezept, das ich euch heute vorstelle, habe ich vor mehr als drei Jahrzehnten in der Zeitschrift einer bekannten japanischen Automarke gefunden. Ich nehme deshalb an, dass es einigermaßen authentisch ist. Mittlerweile sind die Zutaten für dieses Gericht in fast jedem Supermarkt erhältlich. Ich finde, es ist eine Abwechslung zu unseren meist ziemlich biederen Weißkohlgerichten und schmeckt uns wirklich gut. Und einfach zuzubereiten ist es obendrein.

Japankohl

Für 2 – 3 Portionen braucht Ihr:

400 g mageres Schweinefleisch (ich nehme allerdings Kalbfleisch)

1 daumengroßes Stück frischen Ingwer

2 EL Sake oder trockenen Sherry

3 EL Sojasauce

1 TL Zucker

200 g Weißkohl (oder mehr)

neutrales Öl zum Anbraten

Die Zubereitung:

Das Fleisch in ca. 1/2 cm dicke Streifen schneiden.

Ingwer schälen und reiben, mit Sake oder Sherry, Sojasauce und Zucker mischen. Die Fleischstreifen darin mindestens 10 Minuten marinieren, dann gut abtropfen lassen. Die Marinade auffangen.

In der Zwischenzeit den Weißkohl ebenfalls in Streifen schneiden.

Öl in einer großen Pfanne erhitzen, das abgetropfte Fleisch kurz anbraten und aus der Pfanne nehmen.

Den Kohl bei starker Hitze ebenfalls anbraten. Er darf ruhig etwas bräunen. Die Hitze etwas zurücknehmen. Mit der Marinade ablöschen. Das angebratene Fleisch dazugeben und kurz zusammen angehen lassen. Bei ganz kleiner Hitze und aufgelegtem Deckel bis zur gewünschen Bissfestigkeit des Kohls garen lassen. Gegebenenfalls mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Vermutlich essen die Japaner Reis zu diesem Gericht. Ich finde jedoch, dass ein selbstgemachtes Kartoffelpüree unschlagbar gut dazu passt. Aber das müsst Ihr selbst herausfinden. 🙂

 

 

Shiitake-Pilze in Sahnesauce

Hallo, Ihr Lieben,

es wird langsam wärmer, im Garten sprießt und gedeiht alles, und ich komme kaum nach mit Pflanzen, Jäten und Schneiden. Deshalb habe ich mich nun länger nicht gemeldet.

Bis vor kurzem kannte ich Shiitake-Pilze nur aus der asiatischen Küche und in getrockneter Form. Als mein Schatz und ich sie jedoch im letzten Urlaub auf einem Salat frisch gebraten aßen, waren wir begeistert. Das Besondere an diesen Pilzen ist der Umami-Geschmack, also das, was wir als „herzhaft“ bezeichnen. In ihren Ursprungsländern China und Japan gelten Shiitake sogar als Heilpilze und werden dementsprechend häufig gegessen. Als sie nun in einem Supermarkt als Frischware angeboten wurden, konnte ich nicht widerstehen:

Je ein 150-g-Körbchen mit Kräutersaitlingen und Shiitake-Pilzen sollten ein vegetarisches Hauptgericht für uns beide werden. Um nichts falsch zu machen, habe ich aber erst einmal nachgelesen, wie man mit sie behandelt.

Es ist ganz einfach: Ich habe sie einzeln kurz unter kaltes, fließendes Wasser gehalten und dann in einem Sieb abgelegt. Da sie so nur oberflächlich nass wurden, trockneten sie innerhalb kurzer Zeit von selbst wieder und ich konnte sie weiterverarbeiten. Es waren relativ kleine, zarte Pilze, so dass ich nur die trockenen Stielenden abzuschneiden und sie in etwa gleich große Stücke zu teilen brauchte. Dasselbe tat ich auch mit den größeren Kräutersaitlingen, nachdem ich sie mit einem feuchten Küchentuch abgewischt hatte.

Dann stellte ich mir die weiteren Zutaten zurecht.

Ich nahm für zwei Personen außer den 300 g Pilzen:

1 Zwiebel

ca. 20 g Butter

1 Schuss Sojasauce

1 Schuss Weißwein

Salz, Pfeffer

1 Prise gemahlenen Kümmel zur besseren Verdaulichkeit

etwas abgeriebene Zitronenschale

1 EL Speisestärke (ich bevorzuge Pfeilwurzelmehl)

1/2 Becher Sahne

100 g Schmand

1 EL oder mehr gehackte Petersilie

evtl. etwas Zitronensaft oder milden Essig zum Abschmecken

Zunächst schnitt ich die Zwiebel in feine Würfel und dünstete sie in einer großen Pfanne bei niedriger Temperatur in der Butter an.

Sobald sie zu bräunen anfingen, gab ich die Pilze dazu, schaltete die Temperatur hoch und ließ alles ein paar Minuten unter häufigem Wenden anbraten.

Dann wurden sie mit Salz, Pfeffer und Kümmel gewürzt und mit der Sojasauce abgelöscht. Nun schaltete ich die Herdplatte herunter. Sobald die Sojasauce eingekocht war, gab ich den Weißwein dazu und ließ ihn ebenfalls verdampfen.

Als die Temperatur heruntergefahren war, verteilte ich Zitronenschale und Speisestärke auf den Pilzen und vemischte alles.

Nun rührte ich die Sahne unter den Schmand, gab sie zu den Pilzen und ließ die Sauce unter Rühren leicht aufkochen und dann nur noch so eben weiterköcheln.

Daneben garten bereits die Nudeln. Als ich sie abgoss, verdünnte ich die etwas dick gewordene Sahnesauce mit ein wenig Nudelkochwasser, bis sie schön sämig war.

Nach dem Abschmecken fehlte nur noch die frische Petersilie, dann konnte serviert werden.

Natürlich könnt Ihr jeden Speisepilz auf diese Art zubereiten, doch falls Ihr frische Shiitake bekommt, solltet Ihr sie auf jeden Fall probieren.

 

 

Osterlämmchen aus Nusskuchen mit (selbstgemachtem) Eierlikör

medaillon tatjana

Frohe Ostern, liebe Leser!

In unserem letzten Beitrag haben wir Eierlikör selbst gemacht – und dann einen Teil direkt zum Backen verwendet.

Ich hatte im Internet ein Rezept für Nusskuchen mit Eierlikör gefunden und was lag näher, als, eine Woche vor Ostern, ein Lämmchen zu backen.

Ihr braucht:

100g Mehl

50g Speisestärke

1 Pck. Backpulver

200g Nüsse

5 Eier

200g Butter

180g Zucker

1 Pck. Vanille-Zucker

1 Prise Salz

1 Tasse (200ml) Eierlikör

2 EL weißen Rum

100g Raspel-Schokolade (dunkel)

Den Ofen auf 175°C vorheizen. Unsere Lämmchen-Formen sind aus Weißblech, also haben wir mit Umluft gebacken. Die modernen Antihaft-Förmchen sind in der Regel für Ober-/Unterhitze gemacht. Stellt den Ofen also entsprechend eurer Form ein.

Die Förmchen gründlich buttern und mit Paniermehl auskleiden.

Mehl, Stärke, Nüsse und Backpulver in einer Schüssel verrühren und beiseite stellen.

In einer Rührschüssel die Eier, Butter, Zucker und Salz schaumig rühren. Dann den Eierlikör und den Rum dazugeben und kurz verrühren.

Die Mehl-Nuss-Mischung unterheben, bis ein glatter Teig entsteht. Zum Schluss noch die Raspelschokolade unterrühren.

Den Teig in die vorbereiteten Förmchen geben und bei 180°C ca. 45 Minuten backen. Die Länge ist von der Größe Eurer Form abhängig, also immer mal wieder nachschauen und die Stäbchen-Probe machen.

Vor dem Servieren das fertige Lämmchen mit reichlich Puderzucker bestäuben.

 

Traumpaar – Eierlikör und Tonkabohne

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Ihr Lieben,

Ostern ist bei uns Eier-Saison: gekochte Eier, bunte Eier, Kuchen… und natürlich Eierlikör.

In der letzten „essen & trinken“ war ein Rezept für einen Chai-Eierlikör; den wollten wir eigentlich ausprobieren. Da er durch die Gewürze aber zwei Tage in der Herstellung braucht und nicht pasteurisiert wird, haben wir ihn abgewandelt und unser eigenes Rezept kreiert.

Unser Rezept ist mit dem Thermomix in ein paar Minuten zusammengerührt; auf dem Wasserbad macht es ein wenig mehr Mühe. Wenn ihr frische Bio-Eier verwendet, könnt Ihr das Pasteurisieren auch auslassen, aber uns behagte der Gedanke nicht.

Ihr braucht:

100g Zucker

50g Puderzucker

7 Eigelb

75g Wasser

400ml weißer Rum

300ml Kondensmilch

1/2 Vanillestange

Abrieb ca. 1/4 Tonkabohne

Den Puderzucker mit dem Wasser  in einem kleinen Topf zu einem Sirup einkochen und dann abkühlen lassen. Den Rum in den abgekühlten Sirup rühren.

Wir haben die Eigelb im Thermomix pasteurisiert. Dafür den Schlageinsatz einsetzen, die Eigelb mit dem Zucker, dem Mark der Vanilleschote und dem Tonka-Abrieb bei 70°C 7 Minuten  auf Stufe 2 rühren.

Wer keinen Thermomix hat, kann das Pasteurisieren auch im Wasserbad machen. Auch hier das Wasser im Topf erhitzen und die Eigelb-Zucker-Gewürz-Mischung unter ständigem Rühren auf 70°C erhitzen.

Von der Hitze nehmen und unter Rühren erst die Kondensmilch und dann die Sirup-Rum-Mischung hinzugeben. Wir haben dies wieder im Thermomix gemacht und ihn ohne Hitze 4 Minuten auf Stufe 2 rühren lassen.

Die Masse schäumt ziemlich, daher am besten zunächst im Kühlschrank abkühlen lassen, immer mal wieder umrühren und den Schaum abschöpfen, bevor ihr den Eierlikör in sterilisierte Flaschen füllt.

Die Kombination mit der Tonkabohne hat sich als Traumpaar herausgestellt. Sie gibt eine leicht herbe, nussige Note und harmonisiert perfekt mit der cremigen Süße des Eierlikörs.

Eierlikör

Und jetzt wünschen wir Euch traumhaft schöne Ostertage!

 

 

Bunter Bulgur-Salat

Am vergangenen Wochenende hatten wir Besuch von unseren Freunden aus Neuseeland. Um während der kurzen Zeit, die die junge Familie bei uns war, nicht ständig in der Küche stehen zu müssen, bereitete ich so viel wie möglich vor. Sehr gut eignen sich dazu ja immer Salate. Damit es nicht der obligatorische Kartoffel- bzw. Nudelsalat sein musste, entschied ich mich neben zwei Krautsalatvarianten auch für den bewährten und äußerst beliebten Bulgur-Salat, dessen Rezept ich von meiner Nachbarin bekommen habe. Die wiederum hat es von ihrer türkischen Kollegin und die wiederum …
Man benötigt dazu:
2 Gläser feinen Bulgur
4 Frühlingszwiebeln
3 Paprikaschoten (je bunter, desto besser)
1 Salatgurke
2 Tomaten
1 Bund Petersilie
1-2 EL Tomatenmark
ca. 1/2 Glas Öl
den Saft einer Zitrone
2 EL Granatapfelsirup
1 TL schwarzer Pfeffer
Salz
gemahlenen Chili nach Geschmack
Den Bulgur in eine Schüssel geben und mit kochendem Wasser übergießen, so dass er gerade bedeckt ist. Die Schüssel zudecken.
Nach 10 Minuten den Bulgur durchrühren und erkalten lassen.
In der Zwischenzeit die Paprikaschoten entkernen und in Würfel schneiden. Die Salatgurke längs durchschneiden, mit einem Teelöffel die Kerne entfernen und das Fruchtfleisch ebenfalls in Würfel schneiden. Die Tomaten quer durchschneiden, die Kerne entfernen und wiederum in Würfel schneiden. Die Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden. Die Petersilie hacken. Alles unter den Bulgur heben und mit den restlichen Zutaten würzen. Einige Stunden durchziehen lassen und servieren.
Der Salat eignet sich gut als Beilage zum Grillen, für ein Picknick oder auch für eine Party. Er sieht nicht nur appetitlich aus, sondern schmeckt auch noch hervorragend. Nach dem gleichen Rezept kann man übrigens auch einen Couscous-Salat zubereiten. Einziger Unterschied ist, dass der Couscous kurz aufgekocht werden muss.
Couscous
Wie immer hatte ich natürlich viel zu viel vorbereitet, so dass wir noch Tage, nachdem unsere Freunde abgereist waren, zu essen hatten.