Apfelkuchen mit Marzipanstreuseln, low carb

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

Tatjana findet, dass wir schon genug Honig- oder Lebkuchen-Rezepte hier im Blog haben. Deshalb warten wir noch ein wenig damit, weitere Plätzchen zu backen, die nicht so lange haltbar sind. Heute möchte ich Euch deshalb einen Apfelkuchen ans Herz legen, der fast ohne Mehl und mit ganz wenig Zucker auskommt und trotzdem superlecker ist. Außerdem ist er einfach und schnell zubereitet.

Das Mehl habe ich durch Mandeln, den Zucker zum Teil mit Xylitol ersetzt. Da ich Xylitol das erste Mal verwendet habe, war ich ein wenig vorsichtig, weil es Blähungen und Durchfall verursachen kann, wenn man gleich zu viel davon isst. Deshalb habe ich zwar den Teig, nicht aber die Äpfel damit gesüßt. Einen Unterschied im Geschmack konnte ich nicht feststellen.

Im Gegensatz zu den meisten Zuckerarten wird der Zuckeraustauschstoff Xylit (oder Xylitol) von Ärzten und Ernährungswissenschaftlern in Maßen als unbedenklich angesehen. Für Zähne und Mundflora soll es sogar sehr gesund sein. Xylit, das aus Holzzucker gewonnen und insulinunabhängig vom Körper verwertet wird, ist auch für Diabetiker geeignet. Hunde dürfen kein Xylitol bekommen: für sie es ist tödlich!

WP_20171021_006

Nun aber zum Rezept:

Die Zutaten:

Für den Boden:

200 g gemahlene Mandeln

50 g Dinkelmehl

150 g Butter

70 g Xylitol

1 Ei

1 Prise Salz

etwas abgeriebenen Bio-Zitronenschale

Zusätzlich für die Streusel: 120 g Marzipanrohmasse (aus dem Gefrierfach)

Belag:

750 g Boskop-Äpfel

Saft einer halben Zitrone

1 Vanillezucker

3 EL Zucker

(1 TL Zimt)

Zubereitung:

Die Zutaten für den Boden in eine Rührschüssel geben, mit dem Handrührgerät vermischen, bis sich alles zu einer Masse verbunden hat.

2/3 des Teiges in einer gebutterte Pie-Form (26 cm ø) verteilen, mit den Fingern glattdrücken.

Über das restliche Drittel des Teiges die Marzipanrohmasse grob reiben und mit dem Teig vermischen. Das werden unsere Streusel.

Boden und Streuselteig kalt stellen.

In der Zwischenzeit die Äpfel (ich nehme am liebsten die säuerlichen, mürben Boskop-Äpfel) schälen, vierteln, Kerngehäuse entfernen und in grobe Würfel schneiden. Den Zitronensaft sofort über die Äpfelwürfel geben; Vanillezucker, Zucker und nach Geschmack den Zimt daruntermischen.

Die Äpfel auf dem Teig verteilen, die Streusel darübergeben.

Auf die unterste Schiene des Backofens stellen.

Den Backofen auf 175 °C einschalten. Hitze nach 25 Minuten auf 160 °C reduzieren.

Den Kuchen backen, bis er goldbraun ist. Das dauert etwa 45 Minuten. Danach noch 10 Minuten im ausgeschalteten Backofen lassen.

WP_20171021_001

Advertisements

Honigkuchen mit Roggenmehl und Gewürzen

Ihr Lieben,

der Advent naht mit großen Schritten. Und scheinbar gefallen Euch unsere Plätzchen-Rezepte, sie werden nämlich zur Zeit wieder fleißig gelesen 🙂 Danke dafür.

Um Euch die Suche zu erleichtern, haben wir all unsere Weihnachts-Rezepte auf einer Extra-Seite zusammengefasst – schaut mal hier.

Und damit wir Euch vor Weihnachten noch mit vielen neuen Rezepten versorgen können, haben wir dieses Jahr den Start unserer Weihnachtsbäckerei nach vorne verlegt.

Wir starten traditionell mit Printen- und Lebkuchenrezepten, weil diese besser schmecken, je länger sie liegen – und damit man sich nicht an brettharten Keksen die Zähne ausbeißt.

Mein absolutes Lieblingsbuch zu Weihnachten ist die Weihnachtsbäckerei von Rosenmehl. Alte Rezepte, eingereicht von mit Rosenmehl backenden Hausfrauen, über Jahrzehnte überliefert, nachgebacken und verfeinert. Oft werden die Rezepte begleitet von einer Anekdote oder Geschichte dazu. Ein Buch zum Schwelgen und sich in Weihnachtsstimmung versetzen zu lassen 🙂 Hier handelt es sich übrigens nicht um Werbung oder eine Kooperation, sondern um meine ganz private und unbeeinflusste Meinung. 🙂

IMG_1881

Aber es liegt natürlich nahe, dass auch das erste Rezept unserer diesjährigen Weihnachtsbäckerei aus diesem Buch stammt – und wie immer haben wir das Rezept ein bisschen abgewandelt.

Ihr braucht:

250g Roggenmehl (Type 1150)

250g Weizenmehl (Type 550 oder 405)

1/2 Päckchen Weinstein-Backpulver

125g Butter

250g Zucker

1/2 TL Salz

250g Honig (ich hatte eine 1:1 Mischung aus Tannenhonig und Blütenhonig)

2 Eier

100g Zitronat

200g Orangeat

65g gehackte Mandeln

65g gemahlene Mandeln

1 TL Zimt

1 TL gemahlene Nelken

1 TL gemahlenen Kardamom

ganze, abgezogene Mandeln nach Belieben

Zunächst ein Tipp: Orangeat und Zitronat sind eine klebrige Angelegenheit. Sie lassen sich besser verarbeiten, wenn sie gefroren sind. Für dieses Rezept brauchen wir möglichst fein gehacktes Zitronat und Orangeat, deswegen flog es bei uns im gefrorenen Zustand auf das laufende Messer des Thermomix. Ein guter Küchenmixer sollte das aber auch schaffen 🙂

Zunächst die Butter, den Zucker und den Honig in einem Topf vorsichtig auf dem Herd erhitzen, bis sich der Zucker gelöst hat, das gemahlene Zitronat und Oreangeat dazugeben, unterrühen und dann alles abkühlen lassen.

Das Mehl mit dem Backpulver in eine große Schüssel sieben, alle trockenen Zutaten (bis auf die gehackten und ganzen Mandeln) dazu geben und unterrühren.

Mit den Knethaken des Handrührers die Butter-Honig-Mischung unterkneten, die Eier dazu geben und zum Schluss die gehackten Mandeln unterrühren.

Laut Originalrezept soll der fertige Teig zunächst eine Stunde kalt gestellt, dann ausgerollt und auf ein Backblech gelegt werden. Ich konnte mir allerdings nicht vorstellen, dass sich diese zähe, klebrige Masse – egal bei welcher Temperatur – ausrollen lässt, also habe ich sie direkt auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gestrichen. Wenn man die Palette oder den Teigschaber (der bei uns seit jeher Schleck-Schleck heißt) immer wieder in Wasser tunkt, geht das sehr gut.

Dann habe ich mit einem Messer den Teig in ca 4x4cm große Würfel aufgeteilt (aber nur einritzen, nicht durchtrennen) und die einzelnen Stücke mit den abgezogenen Mandeln verziert.

IMG_1870

Dann das Blech ca. 1 Stunde lang kalt stellen und dann im auf 200°C vorgeheizten Backofen ca. 20 Minuten backen.

Wenn der Kuchen im Ofen ist, die Glasur vorbereiten: Dafür benötigt ihr:

3 EL Puderzucker

2 EL Zitronensaft

1 EL Rum

Daraus eine Glasur anrühren. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und noch heiß bestreichen.

IMG_1875

Abkühlen lassen, in Stücke schneiden und in Keksdosen lagern. Es lohnt sich, diese Plätzchen eine Weile durchziehen zu lassen, damit die Gewürze Zeit haben, sich zu entfalten.

 

 

 

 

Steckrüben-Eintopf

Ihr Lieben,

sind Euch auf dem Markt schon einmal diese Rüben aufgefallen, die entfernt an Futterrüben erinnern, aber nicht länglich, sondern rund sind? Viele, die den Krieg noch erlebt haben, schütteln sich bei dem Anblick. Waren Steckrüben damals doch oft das einzige Nahrungsmittel, das zur Verfügung stand und ihren Hunger stillen musste. Die junge Generation kennt dieses Gemüse deshalb in den meisten Fällen nicht, hat deswegen auch keine Abneigung dagegen. Nun ist Gemüse im Zuge der Gesundheitswelle ja sowieso „in“. Die alten, traditionellen Rezepte sind es ebenfalls. Und damit ist auch die Steckrübe richtig „im Kommen“, sogar in der gehobenen Gastronomie.

Als ich kürzlich auf dem Blog „herzelieb“ ein Bild von Rübenmus nach Omas Rezept sah, bekam ich richtig Appetit darauf. Nun hat mein Schatz seit seiner Kindheit eine Abneigung gegen „zermustes“ Gemüse: das Rübenmus kam also nicht in Frage. Gegen einen stückigen Eintopf aber sprach nichts. Und wirklich: Mit seiner geliebten rheinischen Mettwurst war er ein voller Erfolg.

WP_20171017_006

Außerdem verwendete ich folgende Zutaten:

1 Zwiebel

1 Stück durchwachsenen Speck

1 Steckrübe

4 Möhren

Bio-Instant-Brühe

Salz

Pfeffer

4 Mettwürste

 

Die Zubereitung:

Speck würfeln oder in Streifen schneiden, in einem großen Topf bei Mittelhitze auslassen.

Zwiebel schälen, würfeln und zum Speck geben. Bei kleiner Hitze glasig dünsten.

In der Zwischenzeit die Steckrübe schälen und in beliebig große Würfel schneiden; zu der Speck-Zwiebel-Mischung geben.

Möhren ebenfalls schälen und würfeln. Zu den Rüben geben. Unter Rühren leicht anrösten.

Im Wasserkocher 1 Liter Wasser erhitzen. Das Gemüse damit ablöschen, so dass es eben bedeckt ist. Mit 1 EL Brühe und Salz würzen.

Alles aufkochen lassen, dann die Hitze herunterschalten und leicht köcheln lassen, bis das Gemüse so weich ist, wie man es haben möchte. Nach etwa 25 Minuten die Mettwürste anstechen und dazugeben. Vor dem Servien mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Dazu gab es bei uns Salzkartoffeln. Wenn Ihr mögt, könnt Ihr Kartoffelwürfel auch sofort im Eintopf mitkochen. Statt der Mettwürste bzw. Kochwürste könnt Ihr natürlich auch Kassler nehmen. Wir haben zweimal davon gegessen und die restliche Portion Eintopf eingefroren.

 

 

 

 

 

Grüne Tomaten, fermentiert

Wisst Ihr, was ein Mastjahr ist? So nennt man ein Jahr, in dem es besonders viele Eicheln, Nüsse, Bucheckern usw. gibt. Ich glaube, 2017 ist ein Tomaten-Mastjahr. Das Wort ist natürlich eine Erfindung von mir. Doch im nun leider zu Ende gangenen Sommer scheinen die Bedingungen für ein gutes Tomatenwachstum und damit eine reiche Tomatenernte perfekt gewesen zu sein – und das nicht nur bei uns im Westen, sondern auch im Süden Deutschlands, so hat man es mir bestätigt. In unserem Garten jedenfalls haben die Tomatenpflanzen Unmengen an Früchten getragen. Und das, obwohl wir das erste Mal überhaupt Tomaten angebaut haben. Wir haben sie frisch gegessen, ich habe Sugo gekocht und auch viele Tomaten im Ganzen eingefroren, die ich später zum Kochen verwenden werde. Dann nahte der Urlaub und die Pflanzen hingen immer noch voll grüner Tomaten. Vor einiger Zeit habe ich gelesen, dass man grüne Tomaten fermentieren kann, und jetzt war die Gelegenheit, es auszuprobieren. Dazu bestellte ich mir im Internet passende Fermentiergläser, suchte die Beschreibung heraus, besorgte mir alle Zutaten – und los ging es.

Das Rezept stammt von Andrée Lee, der in Korea und Japan aufgewachsen ist, in Heidelberg Chemie studiert, ein Weinstudium absolviert und einige japanische Restaurants geleitet hat. Heute führt er eine asiatische Kochschule in Kaiserslautern. Er ist ein echter Meister im Fermentieren von Obst und Gemüse. Ein besseres Kimchi wie das nach seiner Art hergestellte z.B. habe ich noch nicht gegessen! Er benutzt als Starter für die Fermentation Mikroorganismen, es geht aber auch ohne. Es dauert vielleicht nur ein wenig länger, bis das „Blubbern“ einsetzt.

Doch nun zu den grünen Tomaten. Ihr braucht zunächst ein kleines Sauerkrautfässchen oder ein entsprechendes Fermentiergefäß (gibts im Internet).

Weitere Zutaten:

± 10 grüne Tomaten

2 Zwiebeln, geschält und geviertelt

4 Scheiben frischen Ingwer

5 – 10 Knoblauchzehen

1 – 2 Chilischoten

1 EL Senfkörner

1 Stange Zitronengras

1 EL schwarze Pfefferkörner

2 EL Salz auf 1 Liter abgekochtes und wieder abgekühltes Wasser. (Die Wassermenge hängt von der Größe des Fermentiergefäßes ab; das Wasser-/Salzverhältnis muss jedoch stimmen.)

wp_20170909_001.jpg

Und so geht es:

Gut gesäubertes Fermentiergefäß mit kochendem Wasser ausspülen.

Tomaten gut waschen und abtrocknen, mit einem Spieß mehrmals einstechen.

Alle festen Zutaten in das Fermentiergefäß füllen.

Salz im abgekochten Wasser auflösen und über die Zutaten gießen.

Gärgefäß verschließen. (Die Tomaten im Sauerkrauttopf müssen beschwert werden, damit sie nicht an der Oberfläche schwimmen. Rinne um den Deckel nach dem Verschließen mit Wasser füllen.)

Gefäß eine Woche warm und nicht zu hell stellen. Danach kühl und dunkel lagern.

WP_20170909_005

Dann sind wir in Urlaub gefahren, d. h. das Ergebnis konnte ich noch nicht testen. Das aber demnächst nachgeholt. Ich bin schon sehr gespannt und ich werde Euch umgehend berichten! Dass es jedoch wieder absolut köstlich sein wird, daran habe ich überhaupt keinen Zweifel.

Nun heißt es ja immer wieder, dass grüne Tomaten giftig seien. Ich habe lange im Internet recherchiert und schließlich folgenden interessanten Eintrag gefunden: https://landidylle.com/2016/09/07/gruene-tomaten-und-die-frage-nach-der-verwertung/

Für den Koch und Chemiker Andrée Lee jedenfalls scheint das überhaupt kein Thema zu sein. Außerdem ist er nicht der Erste und Einzige, der grüne Tomaten eingelegt hat.

 

Vietnamesische Pho im Slowcooker

medaillon tatjana

Ihr Lieben, ich bin bereits seit geraumer Zeit Eigentümer eines, nein zweier Slowcooker. Ein Slowcooker oder auch „Crockpot“ (wobei das eine Marke ist) ist eine Art elektrisch betriebener Kochtopf mit einem Innentopf aus Keramik, ursprünglich bereits vor Jahrzehnten in den USA als Bohnenkocher entwickelt. Sein Vorteil: langes, langsames Kochen bei niedrigen Temperaturen.

 Durch die Dicke der Keramik und da er wesentlich weniger Strom verbraucht als ein Herd oder Backofen, lassen sich in ihm Gerichte unbeaufsichtigt über Stunden sanft schmoren. Fleisch wird darin herrlich zart, während Gemüse auch nach stundenlangem Garen noch knackig ist.

In Amerika besitzt ihn quasi jeder Haushalt, weil er, zumindest nach amerikanischer Kochweise, viel Arbeit erspart.

In Deutschland fristet er, meiner Meinung nach völlig unberechtigt, noch ein Nischendasein. Es gibt ihn in Größen von 1,5 bis 8 Liter Fassungsvermögen, und er ist sehr günstig in der Anschaffung.

Der „Ami“ (Entschuldigung, das ist vielleicht zu pauschalisierend, dient hier aber der vereinfachten Darstellung) tendiert dazu, einfach alle Zutaten – einschließlich vieler Fertigprodukte – morgens in den Topf zu werfen, um abends ohne weitere Arbeit ein fertiges Essen auf dem Tisch zu haben. Klingt erst einmal wenig verlockend, ich gebe es zu.

Passt man aber klassische europäische Gerichte an den „Slowi“, „Crocky“ oder auch liebevoll „Lahmarsch“ genannt, an, stellt er definitiv eine Bereicherung in der Küche dar; eben weil man den Sonntagsbraten in Ruhe schmurgeln lassen kann, während man selbst einen Ausflug macht. Oder weil die Bolognese, die immer besser wird, je länger sie kocht, dies tun kann, während man selbst im Büro sitzt. Und weil Schmorgerichte wie Rouladen oder Gulasch einfach unschlagbar zart werden (und Saucen herrlich aromatisch), auch wenn man selbst kein Genie in der Küche ist.

Solltet ihr euch nach dieser Lobeshymne dazu entschließen, euch so ein Gerät zuzulegen, ist jetzt, vor Beginn der Suppen- und Eintopfsaison, der richtige Zeitpunkt.

Und um euch die Entscheidung noch etwas leichter zu machen, habe ich direkt ein Rezept für euch dabei.

img_1196.jpg

Für die Pho, eine vietnamesische Rinderbrühe mit Gewürzen und viel frischem Gemüse, braucht ihr:

1 Rinderbeinscheibe und/oder

1 Stück Ochsenschwanz

2 Stück Markknochen

1 Zwiebel

1 Paket Suppengemüse (meines enthielt Möhren, Stauden – und Knollensellerie, ein Stück Blumenkohl und Petersilie)

1 TL Fenchelsamen

1 TL Korianderkörner

3 Nelken

1 Sternanis

1/2 Stange Zimt

3 Kardamom Kapseln

Wasser, Salz, Pfeffer

Sojasauce

Fischsauce

IMG_1198

Das Gemüse und die Zwiebel in kleine Würfel schneiden. In einer großen Pfanne ohne Öl zunächst die Gewürze anrösten, bis sie duften. Abkühlen lassen und in einen Teefilter umfüllen.

Das Fleisch kräftig salzen und in einer heißen Pfanne scharf anbraten: wir wollen Röststoffe, also hier richtig Gas geben.

Dann das Fleisch in den Slowcooker geben. Im ausgetretenen Fleischsaft und -fett das Gemüse ebenso scharf anbraten und danach auch in den Slowcooker geben. Die Gewürze dazu tun. Mit etwas Wasser die Bratreste aus der Pfanne kratzen und auch umfüllen. Je 1 EL Soja- und Fischsauce dazu geben.

Dann mit Wasser aufgießen, so dass der Slowcooker bis ca. 1 cm unter dem Rand voll ist.

Deckel drauf, auf „High“ stellen und mindestens 6 Stunden schmurgeln lassen. Ich habe nach ca. 4 Stunden auf „Low“ zurück gestellt.

Für das Topping in der Zwischenzeit Gemüse wie Möhren, Staudensellerie, Zuckerschoten und Paprika fein aufschneiden. Mungobohnen- (oder andere) Sprossen, Thai-Basilikum, frischer Koriander, Chilischoten und Reis-Nudeln eignen sich ebenfalls als Suppeneinlage.

IMG_1195

Nach der Kochzeit die Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken und dann abseihen. Das Gemüse hat seinen Dienst getan und kann in den Müll (oder in die Komposttonne), das Fleisch lässt sich aber gut abklauben und als Suppeneinlage verwenden.

Das Gemüse und die gekochten Reisnudeln in die Suppe geben und servieren.

 

Und übrigens: Ihr könnt die Pho natürlich auch ganz normal im Kochtopf zubereiten, wenn ihr keinen Slowcooker habt 🙂 Dazu einfach das angebratene Fleisch und Gemüse in den Kochtopf geben, mit Wasser auffüllen und bei geschlossenem Deckel langsam simmern lassen.

 

Ochsenschwanzragout

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

obwohl es nach dem Kalender Hochsommer ist, fühlen sich die Temperaturen zur Zeit eher herbstlich an. Und wenn es die Sonne gar nicht durch die dunklen Wolken schafft, bekommt man vielleicht wieder einmal Appetit auf etwas richtig Deftiges. Mein Vorschlag wäre dann dieses köstliche Ochsenschwanzragout. Es wird ganz langsam im Römertopf geschmort, d.h. man kann es sich stundenlang selbst überlassen. Auch als Gästeessen ist es ideal, weil man sich in der Zwischenzeit ungestört den weiteren Vorbereitungen widmen kann.

Ihr kanntet Ochsenschwanz bisher nur als -suppe? Dann wird es höchste Zeit, dieses schmackhafte Fleisch auch einmal so zu probieren! 😉

WP_20170702_002

Die Zutaten für 6 – 8 Personen:

1 Ochsenschwanz, zerteilt

2 Zwiebel

2 Möhren

2 Stangen Bleichsellerie

1 Stange Porree

1 EL Tomatenmark

1 große oder 2 kleine Dosen stückige Tomaten

1 Stängel Rosmarin

2 Stängel Thymian

1 Lorbeerblatt

Salz, Pfeffer

1 EL gutes Olivenöl

etwa 1/2 Tasse gehaltvoller Rotwein

Die Zubereitung:

Römertopf wässern.

Das Gemüse würfeln. Rosmarin und Thymian fein hacken. Gemüse, die Kräuter, Lorbeerblatt und Tomatenmark in den Römertopf geben. Mit Salz und Pfeffer würzen. Olivenöl darübergießen. Alles gut vermischen.

Die Ochsenschwanzstücke mit Salz und Pfeffer würzen und auf das Gemüse legen.

Römertopf verschließen. In den kalten Backofen auf die unterste Schiene stellen.

Backofen einschalten: 220 °C Ober-/Unterhitze.

Nach einer halben Stunde alles mit dem Rotwein übergießen.

Römertopf wieder schließen.

Backofen auf 120 °C herunterschalten.

Weitere 2 1/2 Stunden (oder länger) schmoren lassen. Es ist gar, wenn es fast vom Knochen fällt.

Abschmecken und mit einer Beilage nach Belieben servieren.

Guten Appetit!

 

Schmorgurken

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

nach wochenlanger Trockenheit hat es endlich wieder geregnet. Das heißt, ich brauche erst einmal nicht mehr jeden Tag 1 1/2 Stunden meinen Garten zu wässern, sondern kann mich wieder mehr dem Kochen widmen, neue Gerichte ausprobieren oder alte hervorholen. Und vor allem habe ich wieder Zeit, Euch hier im Blog daran teilhaben zu lassen.

Sohnemann versucht sich neuerdings als Gärtner und hat neben Radieschen, Erdbeeren, Pflücksalat und Kartoffeln auch einige Gurken- und Tomatenpflanzen herangezogen. Obwohl unsere Tomaten reichlich tragen, sind sie noch grün. Unser Biobauer auf dem Markt verkauft jedoch schon die ersten eigenen Tomaten, und so köchelt das erste selbstgemachte Sugo dieses Jahres auf meinem Herd.

Von den Gurkenpflanzen konnten wir bereits regelmäßig ernten. So lecker die eigenen Mini- und Schlangengurken in Bioqualität auch sind, wurden sie uns zuletzt im Salat doch ein wenig über. Als nun wieder eine große Schlangengurke am Strauch hing, beschloss ich, diesmal Schmorgurken auf den Tisch zu bringen. Das erste Mal seit vielen Jahren übrigens. Wüsstet Ihr auf Anhieb, wie man Schmorgurken zubereitet? Ich wusste es nicht mehr und musste mir im Internet erst einmal Anregungen suchen.

Doch dann wagte ich mich an dieses „exotische Gericht“, wie Sohnemann meinte, heran. Und siehe da: der Familie hat es geschmeckt.

Die Zutaten für 3-4 Personen als Beilage:

1 große, feste Schlangengurke oder 2 Schmorgurken (gibt es auf dem Wochenmarkt)

1 Zwiebel

1 EL Butter

100 ml Gemüsebrühe (aus gekörnter Bio-Gemüsebrühe)

1/2 Becher Sahne

1/2 Becher Crème fraîche

Salz, Pfeffer

evtl. eine Prise Zucker zur Geschmacksabrundung

Dill

Zubereitung:

Die Zwiebel schälen und fein würfeln.

Butter in einem Topf zerlassen und die Zwiebelwürfel darin glasig dünsten.

In der Zwischenzeit die Gurke schälen und längs halbieren. Mit einem Teelöffel die Kerne herauskratzen. Die Gurkenhälften in 1 cm breite Stücke schneiden.

Crème fraîche mit Gemüsebrühe und Sahne verrühren.

Sobald die Zwiebeln glasig sind, Hitze heraufschalten. Die Gurkenstücke zu den Zwiebeln geben, kurz anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen. Mit der Sahnemischung ablöschen und die Herdplatte sofort auf die kleinste Stufe schalten, so dass die Sauce nur gerade eben aufkocht. Dann die Gurkenstücke garziehen lassen. (Wir mögen sie gerne bissfest, aber das ist natürlich Geschmackssache.)

Vor dem Servieren noch einmal abschmecken und mit gehacktem Dill bestreuen.

Schmorg

Wie Ihr auf dem Bild seht, haben wir Salzkartoffeln und Schnitzel dazu gegessen. Klassisch ist auch Lachs mit Kartoffelpüree.

Bei uns müssen jetzt die nächsten Gurken erst reif werden. Bis dahin freuen wir uns dann auch wieder auf Gurkensalat 😉

 

 

Leichter Sommer-Sattmacher: Süßkartoffelsalat mit Avocado

medaillon tatjana

Ihr Lieben,

kalendarisch ist es noch nicht ganz Sommer, aber das scheint der Frühling nicht mitbekommen zu haben und fährt sein schönstes Wetter auf. Es ist warm, es ist sonnig, ein Traum 🙂

Und bei der Wärme bleibt der Ofen am besten kalt (in meiner Dachgeschosswohnung sowieso).

Dieser Salat ist perfekt für heiße Tage geeignet. Er ist leicht und gesund und macht trotzdem satt.

IMG_0392 (1)

Ihr braucht:

1 Lauchzwiebel

2 Süßkartoffeln

Saft von 1/2 Zitrone

ca. 1 Handvoll Champignons

1 Avocado

2 gekochte oder pochierte Eier

Salz, Pfeffer

Olivenöl

Pesto nach Wahl (zum Beispiel dieses hier)

IMG_0390

Die Süßkartoffeln in Scheiben schneiden und entweder auf einem Blech mit Olivenöl beträufelt oder in etwas Kokosöl in der Pfanne weich rösten.

In der Zwischenzeit die Eier hart kochen und vierteln. Die Champignons putzen und in Scheiben schneiden. Die Avocado ebenfalls in Scheiben schneiden. Die Frühlingszwiebel habe ich in Ringe geschnitten und mit etwas Olivenöl in der Mikrowelle kurz angedünstet (ich vertrage rohe Zwiebeln einfach nicht).

Aus dem Zitronensaft, Olivenöl und Salz und Pfeffer ein Dressing anrühen.

Wenn die Süßkartoffeln weich sind, alles schön auf einem Teller anrichten, das Dressing und etwas Pesto darauf träufeln.

Vegetarisch, lowcarb und (trotzdem) richtig lecker 🙂

 

Glücksrollen – Geheimtipp für heiße Tage

medaillon tatjana

Ich liebe Sommerrollen. Bei Vivu, meinem Lieblingsasiaten in Düsseldorf, esse ich jedes Mal eine zur Vorspeise. Und da es am Wochenende so heiß werden sollte, habe ich mich letzte Woche vorsorglich schon mal mit Reispapier und Reisnudeln eingedeckt, um für die Familie selbst welche zu machen.

Sehr praktisch, so bleibt bei der Hitze der Ofen kalt und erfrischend und leicht sind sie außerdem.

Und das Schöne daran: Ihr könnt sie mit allem füllen, was ihr mögt.

Ich habe mich für Garnelen, Hühnchen und geräucherten Lachs entschieden. Mit Tofu oder einfach nur Gemüse gefüllt, lassen sie sich aber auch vegetarisch und vegan ganz leicht abwandeln.

Bevor Ihr loslegt, empfiehlt es sich, sich alles schon geschnippelt, abgekühlt und vorbereitet zurecht zu stellen, dann geht das Rollen ganz leicht von der Hand.

IMG_0704

Ihr braucht (auf jeden Fall):

Reispapier

Reisnudeln

Für die Füllung eignen sich:

Hähnchenbrust

Garnelen

Gravad Lachs

Und sonst so:

Gurke

Paprika

Blattsalat

Möhrchen

Kräuter (original sind Thai-Basilikum und Koriander, ich hatte rotes Basilikum und Schnittlauch)

Sushi-Ingwer

Sesam

Ich habe zunächst die Garnelen und die in dünne Scheiben geschnittene Hähnchenbrust mariniert: Für die Garnelen eine Knoblauchzehe und ein kleines Stück Ingwer durch die Presse drücken, mit Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer verrühren, über die Garnelen geben und kalt stellen.

Für das Hähnchen Currypulver, Salz, Pfeffer, Olivenöl und einen Spritzer Zitronensaft verrühren, über das Fleisch geben und kalt stellen.

Sommerrollen sind eine klebrige Angelegenheit, daher habe ich ein paar EL Sesam ohne Öl in einer Pfanne angeröstet. Darin lassen sich die fertigen Sommerrollen später wälzen, dann kleben sie nicht zusammen.

Dann die Reisnudeln in kochendes Wasser legen, drei Minuten ziehen lassen, abgießen und kalt abbrausen und abtropfen lassen.

Das Fleisch und die Garnelen anbraten, ebenfalls abkühlen lassen.

Das Gemüse in feine Streifen schneiden. Die Möhrchen (mein Vater verträgt sie nicht roh) habe ich mit dem Sparschäler in feine Streifen gehobelt, in der Pfanne mit ca. 1 EL Zucker und einem Stich Butter ein Karamell hergestellt und die Möhren kurz darin geschwenkt. Ein EL Sesam darüber sorgt für einen schönen Crunch.

Den Blattsalat waschen und ebenfalls in feine Streifen schneiden.

Und dann kann es auch schon losgehen: Für das Reispapier braucht ihr einen tiefen Teller (oder eine Schüssel) mit kaltem Wasser und ein nasses (sauberes 😉 ) Geschirrtuch.

Das Reispapier einige Sekunden in das Wasser tauchen, und ca. 1 Minute zwischen das nasse Tuch legen, bis das Papier weich und geschmeidig ist. Nach Geschmack füllen, die Enden des Reispapiers an den kurzen Seiten nach innen einklappen und eng zusammenrollen. Das erfordert ein bisschen Übung und Geschick, aber nach einigen Versuchen habt ihr sicher den Dreh raus 🙂

Die Unterseite der gefüllten Rollen in den Sesam tunken und auf einer Platte ablegen.

IMG_0694

Zwischen die einzelnen Rollen habe ich etwas Blattsalat „gestopft“, denn wenn die Rollen einmal zusammenkleben, bekommt ihr sie kaum wieder auseinander.

Bis zum Servieren abgedeckt kalt stellen.

Zum Dippen gab es Soja-Sauce, einen Avocado-Dip (eine Avocado mit dem Saft einer Zitrone, Salz, Pfeffer, einer in Röllchen gehackten Frühlingszwiebel und 2 EL Frischkäse mit dem Stabmixer pürieren) und einen Erdnuss-Kokos-Dip dazu.

Dafür braucht ihr:

1 Knoblauchzehe

einen EL Öl zum Braten

150ml Kokosmilch

2 EL Erdnussbutter oder -mus

1 EL Sojasauce

1 EL Hoisin-Sauce

1 TL Rohrzucker

Salz und Pfeffer

Den Knoblauch durch die Presse drücken, im Öl kurz anschwitzen. Mit der Kokosmilch ablöschen, die Pfanne von der Herdplatte ziehen, alle weiteren Zutaten dazugeben, glattrühren. Abschmecken und bis zum Servieren kalt stellen.

Et voilà 🙂 Ein gesundes, leichtes und erfrischendes Essen. Dank Fingerfood auch schön auf Partybuffets oder als Picknick-Food 🙂

IMG_0702

 

 

 

 

 

 

Muttertagsschmankerl: Himbeer-Rhabarber-Tarte mit Eierlikör-Mascarpone-Creme

medaillon tatjana

Von meiner letzten Pralinenaktion mit meiner Kollegin war noch Eierlikör-Ganache übrig, die Mama aus dem Kühlschrank haben wollte. Für unseren Sonntags-Besuch brauchte es außerdem noch ein frühlingshaftes Dessert. Aus der Google-Suche ergab sich dieses Rezept 🙂

Auch die Deko sah so hübsch aus. Die Mama mag nicht so gerne Mürbeteig, aber ich habe mich durchgesetzt 🙂

IMG_0412

Das Rezept für den Teigboden spare ich mir an dieser Stelle. Ihr könnt den Teig aus dem Original-Rezept verwenden, er hat sich sehr gut verarbeiten lassen, oder ihr greift auf unser bewährtes Mürbteig-Rezept zurück.

Den fertigen Teig dünn ausrollen und in eine gebutterte Tarte- oder Quiche-Form geben. Mit Frischhaltefolie abdecken und kaltstellen.

Dann im auf 180°C vorgeheizten Backofen erst 15 Minuten blind backen (ich verwende geschrubbte Steine aus dem Garten) und dann 10 Minuten ohne Beschwerung zu Ende backen.

Auskühlen lassen.

Für das Kompott benötigt ihr:

400g Rhabarber

120g Himbeeren (ich habe TK verwendet)

80g Zucker

100ml Wasser

etwas Vanille-Extrakt

25g Stärke, in 50ml Wasser aufgelöst

5 Blätter Gelatine

Bewahrt euch eine Stange Rhabarber und ein paar Himbeeren für die Deko auf. 🙂

Für das Kompott die Früchte mit dem Zucker, Wasser und dem Vanilleextrakt aufkochen und bis zur gewünschten Konsistenz einkochen lassen. Die Gelatine einweichen und kurz VORSICHTIG! in der Mikrowelle flüssig werden lassen. Die Stärke in das Kompott einrühren, die flüssige Gelatine einrühren.

Ebenfalls abkühlen lassen und dann auf dem Tarte-Boden verteilen. Richtig durchkühlen lassen, am besten über Nacht.

IMG_0425

Bei der Eierlikör-Mascarpone-Creme habe ich improvisiert, da, wie gesagt, noch Ganache von meinen Eierlikör-Pralinen übrig war. Ich habe sie einfach mit einer Packung (250g) Mascarpone verrührt und noch einen Schuss Cointreau hinzugegeben. Im Original-Rezept wird aber sehr gut erklärt, wie ihr das Topping auch herstellen könnt.

IMG_0415

Die Creme auf der Tarte verteilen und nach Wunsch dekorieren. Ich hatte ein paar gehackte Pistazien, Zitronenzesten, Himbeeren, Rhabarber (in unterschiedlich große Stücke geschnitten) und Gänseblümchen aus dem Garten.

IMG_0409

Et voilà. So frisch, so lecker und so hübsch auf der muttertäglichen Kaffeetafel – oder schon am Frühstückstisch, wer nicht so lange warten möchte 🙂

Alternativ hätten wir noch dieses Rhabarberkuchen-Rezept für Euch.