Der gute, alte Käsekuchen

medaillon tatjana

Es gibt Kuchen, die einfach jeder mag und die immer gegessen werden. Der klassische Käsekuchen gehört dazu. Unsere Familie vertraut schon immer dem gleichen alten Rezept. Warum experimentieren, wenn etwas bereits absolut perfekt ist?

Für meinen Geburtstag habe ich ihn gleich zwei Mal gebacken. Zum ersten für die Kollegen (wenn auch mit intensivem Raucharoma, weil scheinbar die Springform nicht vollständig geschlossen war und somit Butter auf den heißen Ofenboden getropft ist) und zum zweiten für meinen Geburstags-Kaffeeklatsch mit den Freunden.

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Ihr braucht:

Für den Mürbteig:

75g Butter

75g Zucker

200g Mehl

1 TL Backpulver

1 Ei

1 Prise Salz

Dann einfach alle Zutaten in eine Schüssel geben und zu einem glatten Mürbteig verrühren. Kurz kalt stellen. Dann den Ofen auf 180°C vorheizen und eine 26er Springform buttern.

Für die Füllung brauchen wir:

500g Quark

200g Zucker

1 Päckchen Vanillepudding-Pulver

Saft einer Zitrone

3 Eier

1 Tasse Sahne

1/2 l Milch

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und zu einer homogenen Flüssigkeit verrühren. Die Masse ist wirklich flüssig, aber keine Sorge, sie wird beim Backen fest.

Den Mürbteig zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie oder mit etwas Mehl ausrollen und in die Springform geben. Die Ränder hochdrücken, die Form wird ganz schön voll.

Die Quarkmasse darauf geben und backen. Unser Rezept schlägt 50 Minuten vor, ich hatte meinen Kuchen aber bestimmt 1 1/2 Stunden im Ofen. Dabeibleiben und immer mal wieder schauen. Wenn die Füllung kaum noch „wackelt“, wenn man vorsichtig an der Form rüttelt, ist er fertig.

Enjoy 🙂

Nachtrag von Mama: Den fertigen Kuchen noch 10 Minuten im ausgeschalteten Backofen stehenlassen 😉

Zwiebelrostbraten mit Kraut+Fleckerl

Medaillon Mama

Als Hauptgericht für  unser alpin inspiriertes Jahresabschlussmenü wählten wir einen Zwiebelrostbraten, der sich gut vorbereiten lässt. Tatjana musste nämlich arbeiten, deshalb teilte ich mir die Arbeit so ein, dass der Großteil schon am Vortag erledigt war. Zwiebelrostbraten ist in ganz Österreich in verschiedenen Varianten verbreitet. Zusätzlich zu den Zwiebeln in der Soße habe ich noch extra Röstzwiebelringe gebraten, die auf den Bratenscheiben serviert wurden.

Die Zutaten für den Zwiebelrostbraten:

Rinderhüfte (pro Person etwa 200 bis 250 g)

1/2 l Brühe oder Fond

Portwein/Rotwein

Rapsöl

Puderzucker

Tomatenmark

Salz, Pfeffer, Majoran

Für den Zwiebelrostbraten besorgte ich knapp 2 kg Rinderhüfte. Das war natürlich zu viel für 8 Personen, sondern reicht eher für 12 Personen. Ich rechnete aber damit, dass wir am Neujahrstag noch einmal davon essen konnten 😉

Außerdem besorgte ich reichlich Zwiebeln. Die sind für einen Zwiebelrostbraten unverzichtbar.

Das Rindfleisch schnitt ich in etwa 1 cm dicke Scheiben quer zur Fleischfaser. Die Menge ergab 30 (!) Scheiben. Normalerweise sollen die Fleischscheiben leicht plattiert werden. Darauf habe ich verzichtet. Sie durften ausgebreitet auf einem großen Holzbrett Zimmertemperatur annehmen.

Zunächst bereitete ich die Zwiebelsoße zu:

6 mittelgroße Zwiebeln wurden geschält, halbiert und unter Tränen in Halbringe geschnitten. Die Halbringe ließ ich bei mittlerer Hitze in Rapsöl und einem Stich Butter ganz leicht hellbraun dünsten. Dann überstäubte ich sie mit Puderzucker, fügte einen EL Tomatenmark dazu und verrührte alles miteinander. Sobald das Tomatenmark ein ganz klein wenig Röststoffe bildete, löschte ich den Ansatz mit einem guten Schuss Portwein ab. Der Portwein durfte unter Rühren einköcheln. Danach wurde mit Fond abgelöscht, der wiederum aufkochte und dann langsam einköchelte. Das Gleiche wiederholte ich ein paar Mal mit einem trockenen, gehaltvollen Rotwein, bis die Zwiebeln schön dunkel und sämig waren. Zum Schluss wurden sie mit Salz, Pfeffer und Majoran abgeschmeckt, in einen Bräter gefüllt und beiseite gestellt.

Die Fleischscheiben würzte ich zunächst auf einer Seite mit Salz und Pfeffer und massierte danach ganz wenig Öl in jede Scheibe, drehte sie um und wiederholte das Ganze auf der anderen Seite. Die vorbereiteten Scheiben ließ ich in einer sehr heißen beschichteten Pfanne – ohne weiteres Fett – auf jeder Seite kurz Farbe nehmen und legte sie schuppenförmig auf die vorbereiteten Zwiebeln. Die Röststoffe in der Pfanne ließ ich mit etwas Wasser loskochen. Dies goss ich zum Fleisch. Jetzt war mein Zwiebelrostbraten fertig und wurde bis zum nächsten Tag gut gekühlt.

Auch die Röstzwiebeln, mit denen der Rostbraten serviert wurde, ließen sich schon am Vortag zubereiten: Dafür hobelte ich 2 Zwiebeln in dünne Scheiben, füllte 3 EL Mehl und die Zwiebelscheiben in einen Gefrierbeutel und schüttelte alles gut durch. In reichlich Öl wurden sie bei guter Mittelhitze portionsweise hellbraun gebraten. Küchentücher nahmen anschließend das überschüssige Fett auf. Zum Schluss bestreute ich sie mit etwas Salz und füllte sie in eine flache Tupperdose.

Krautfleckerl

sind ebenfalls ein österreichisches Gericht. Dort werden sie oft als vollständiges Hauptgericht serviert, dann auch gerne mit Speck. Für die Krautfleckerl wird zunächst der mehr oder weniger grob geschnittene Weißkohl gegart und am Ende mit ungefähr 2 x 2 cm großen  Nudelstücken gemischt. Ich habe Weißkohl und – als Fleckerl-Ersatz – Bandnudeln getrennt serviert. „Fleckerl“ sind hier am Niederrhein nämlich nicht zu bekommen und sie selbst zu machen, war mir zu viel Arbeit.

Für mein Kraut habe ich einen mittelgroßen Weißkohl in grobe Stücke geschnitten.

1 fein gewürfelte Zwiebel wurde in einem ausreichend großen Topf in Rapsöl glasig gedünstet, dann mit 1 EL Zucker bestreut und leicht gebräunt. Dazu kam dann der Kohl und durfte unter Rühren ebenfalls Farbe annehmen. In der Zwischenzeit habe ich ihn mit Salz, Pfeffer, gemahlenem Kümmel und Paprikapulver gewürzt. Sobald er anfing, leicht braun zu werden, löschte ich ihn mit einem Glas Weißwein ab. Im geschlossenen Topf ließ ich ihn danach bei geringer Hitze dünsten, bis er bissfest war. Dann wurde er gut gekühlt bis zum nächsten Tag aufbewahrt, an dem die Gäste am Abend kommen sollten.

Schon am Mittag holte ich den Braten aus der Kühlung, damit er ein paar Stunden Zeit hatte, Zimmertemperatur anzunehmen. Drei Stunden vor dem Essen stellte ich dann den Bräter in den Backofen und ließ den Zwiebelrostbraten bei 70 °C langsam erwärmen. Eine halbe Stunde vor dem Servieren schaltete ich die Hitze auf 120 ° C, so dass er ganz heiß wurde. Kurz vor dem Servieren nahm ich ihn heraus, schmeckte die Soße ab und dann durften die Röstzwiebeln im Backrohr noch heiß werden.

Das Kraut wurde 20 Minuten lang auf dem Herd erhitzt und ebenfalls noch einmal abgeschmeckt: Eine Prise Harissa-Pulver gab ihm neben etwas Schärfe auch „das gewisse Etwas“.

Mit den frisch gekochten Bandnudeln konnten die Teller dann angerichtet werden.

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Übrigens reichten die Reste tatsächlich noch für den Neujahrstag 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

Vanillekipferl nach Johann Lafer

Ihr Lieben, Weihnachten rückt beharrlich näher und somit bleibt (zumindest bei uns gerade) immer weniger Zeit zum Backen. Wie gut, wenn man eine beste Freundin hat, die nach unserem Rezept für Vanillekipferl gefragt hat. Sie wurde dann natürlich sofort zum Fotografieren verdonnert, sodass wir dank ihr das Rezept nun auch noch bloggen können.

Danke noch mal, Alwy 🙂

Die Zutaten

für den Teig (ergibt etwa 60 – 65 Stück):

50 g fein gemahlene Mandeln

190 g Butter

75 g Puderzucker

eine Prise Salz

2 Eigelb

Mark einer Vanillestange

abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone

60 g fein gemahlene Haselnüsse

270 g Mehl

zum Wälzen:

150 g Puderzucker

3 Päckchen Vanillezucker

Mark einer Vanillestange

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Die Mandeln in einer heißen Pfanne bräunen, beiseite stellen und abkühlen lassen.

Die Butter in kleine Stücke schneiden.

Alle Zutaten für den Teig in eine Schüssel geben und mit den Knethaken des Handrührgerätes zügig zu einem glatten Teig verkneten.

Den Teig in Klarsichtfolie für 2 Stunden kühl stellen.

Backofen auf 190 °C vorheizen.

Zwei Bleche mit Backpapier belegen.

Aus dem Teig kleine Stränge formen und zu Kipferln zurechtbiegen.

Auf ein Blech setzen und auf der zweiten Schiene ca. 12 – 15 Minuten backen.

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Den Puderzucker zum Wälzen in einen Teller sieben, mit Vanillezucker und -mark vermengen.

Die gebackenen Kipferln kurz abkühlen lassen, aber noch leicht warm vorsichtig in dem Puderzuckergemisch wälzen.

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In einer Gebäckdose aufbewahren. Sie schmecken nach einer Woche am besten.

Jetzt ist also die perfekte Zeit, um sie für den Weihnachtsteller zu backen.

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Honigkuchen vom Feinsten

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Was macht man, wenn man zur Weihnachtszeit Honig geschenkt bekommt? Honigkuchen. Und was macht man, wenn man ganz viel Honig geschenkt bekommt? Ganz viel Honigkuchen. So geschehen Anfang dieser Woche. Ablehnen wollte ich den Honig nicht, weil Honigkuchen erstens köstlich schmeckt und sich zweitens hervorragend als Weihnachtsgeschenk eignet. Es war auch noch früh genug, damit er bis zum Fest gut durchziehen kann, so dass die Gewürze darin ihr volles Aroma entfalten. Also machte ich mich gleich ans Werk, und weil ich viel Honig hatte, habe ich das folgende Rezept verdoppelt. Für ein Blech oder eine große Kastenform reicht jedoch die angegebene Menge.

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Die Zutaten:

300 g milder Honig

150 g brauner Zucker

1 Prise Salz

1 TL Instantkaffeepulver in wenig heißem Wasser aufgelöst

450 g Weizenmehl

50 g gemahlene Mandeln

1 Päckchen Backpulver

2 EL Kakao

1/2 TL gemahlene Nelken

1 geh. TL Zimt

1 Prise Muskat

abgeriebene Zitronenschale von einer halben Zitrone

2 Eier

1 EL Amaretto

50 ml Rum

2 TL Zitronensaft

Zubereitung:

Honig, Butter, Zucker und Salz bei geringer Hitze schmelzen und verrühren, bis sich der Zucker gelöst hat. Dann abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit die trockenen Zutaten in eine Schüssel geben und gut mischen.

Alle flüssigen Zutaten bereitstellen.

Den Backofen vorheizen.

Die Eier zur Mehlmischung geben, mit der abgekühlten Honigmasse und den flüssigen Zutaten von der Mitte aus zu einem sehr dickflüssigen Teig verrühren. Dazu eignen sich die Knethaken am besten.

Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und gut verstreichen oder in eine große gebutterte Kastenform füllen.

Auf dem Backblech benötigt der Honigkuchen auf der zweiten Schiene von unten bei 175 °C etwa 30 bis 40 Minuten.

In der Kastenform wird er bei 160 °C auf der untersten Schiene etwa 60 Minuten gebacken.

Stäbchenprobe nicht vergessen! Nur wenn kein Teig mehr am Stäbchen klebt, ist der Honigkuchen fertig.

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Honigkuchen kann man traditionell auf dem Blech backen, ihn vorher ausstechen oder nachher in ansprechende Stücke teilen. Es gibt aber auch einen ähnlichen holländischen Frühstückskuchen in Kastenform, der zwar sehr gut schmeckt, mir aber viel zu süß ist. Außerdem enthält er Zusatzstoffe, die ich nicht darin haben möchte. Nun hatte unser Discounter vor ein paar Wochen diverse Einmalbackformen für Kastenkuchen im Angebot. Ich habe zuerst mit mir gerungen, dann aber doch – ökologisch nicht ganz korrekt – einige Packungen gekauft. Die kamen nun zum Einsatz und so habe ich bei der doppelten Teigmenge 7 große und 3 kleine holländische Frühstücks-/Honigkuchen herausbekommen.

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Ich werde sie zusammen mit selbstgemachter Orangenbutter verschenken. Es ist aber noch zu früh, um die herzustellen. Deshalb kann ich Euch das Rezept natürlich erst später verraten 🙂

Ach ja, solltet Ihr auch noch Honigkuchen für Weihnachten backen wollen: es ist noch nicht zu spät!

 Und hier ist nun auch der Link für die Orangenbutter.

Traditioneller Apfelkuchen

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Der Herbst ist meine liebste Jahreszeit. Ich liebe die Fülle an frisch geerntetem Obst und Gemüse, Kräutertees und warme Socken. Und ich habe viel mehr Lust, in der Küche zu werkeln.

Für unseren Kaffeeklatsch-Besuch habe ich daher einen ganz traditionellen Apfelkuchen gebacken – ohne Exotik, ohne Schnickschnack, aber mit den ganz frisch geernteten Boskop-Äpfeln einfach superlecker.

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Ihr braucht:

50g gemahlene Mandeln

50g Dinkel-Vollkornmehl

100g Weizenmehl

2 gestrichene TL Backpulver

125g Butter

125g brauner Zucker

eine Prise Salz

2-3 Eier

ein paar EL Milch

Zitronenabrieb oder ein paar Tropfen Zitronenöl

500-750g Äpfel

wp_20161002_10_29_35_proEine 26er Springform fetten, beiseite stellen. Den Ofen auf 175°C vorheizen.

Die Äpfel schälen, entkernen, vierteln und mehrfach der Länge nach einschneiden, sodass sie beim Backen schön auffächern. Die Äpfel mit Zitronensaft beträufeln, damit sie nicht braun werden.

Die Butter mit dem Zucker und dem Salz schaumig rühren, anschließend die Eier eins nach dem anderen unterrühren, den Zitronenabrieb oder das Zitronenöl dazugeben. Die Mandeln, das Mehl und das Backpulver vorsichtig unterheben. Wenn der Teig zu zäh ist, ein paar EL Milch einrühren.

In die Springform geben und grob verteilen. Die Apfel-Viertel mit der eingeschnittenen Seite nach oben kranzförmig auf den Teig legen.

Den Kuchen 40-50 Minuten bei 175°C backen.

Vor dem Servieren noch mit Puderzucker bestäuben. Et voilà.

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Beerenauflauf mit Dinkelschrot nach Hildegard von Bingen

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Für ein mittelalterliches Krimidinner im Kollegenkreis sollte (bzw. wollte) ich ein Dessert mitbringen.

Also habe ich zunächst überlegt, was in Frage kommt. Ananas und Weißmehl standen im Mittelalter sicher nicht zur Verfügung.

Über google habe ich dann ein Rezept für einen Apfelauflauf mit Dinkelschrot gefunden und einfach saisonal in einen Beerenauflauf umgewandelt.

Dinkelschrot könnt ihr Euch übrigens im Bioladen Eures Vertrauens frisch schroten lassen, wenn Ihr (wie ich) keine Getreidemühle zu Hause habt.

Beerenauflauf 2

Ihr braucht:

ca. 2 Tassen frische Beeren

4 Eier

60 g Rohrzucker

100 g gemahlene Mandeln

60 g Dinkelschrot

1/2 TL Zimt

1 Prise Salz

Mandelblättchen und Puderzucker

ggf. ein Schuss Rum

Beerenauflauf 3

Die Eier trennen, das Eigelb, Salz und Zimt (und ggf. Rum) verrühren, mit dem Zucker schaumig schlagen. Dinkelschrot und Mandeln darunterrühren.

Die Eiweiß zu Eischnee schlagen und vorsichtig unter die Teigmischung heben.

Eine Auflaufform fetten und den Teig hineingeben. Die Beeren darüberstreuen und leicht in den Teig drücken.

Die Mandelblättchen darüber verteilen und mit ein wenig Puderzucker bestäuben.

Im auf 180°C vorgeheizten Ofen backen bis die Mandelblättchen goldbraun sind.

Noch warm servieren.

Wenn es nicht ganz so mittelalterlich sein soll, passt eine Kugel Vanilleeis bestimmt auch herrlich dazu.

Beerenauflauf 1

Das Rezept kann saisonal toll variiert werden. Ob geröstete Nüsse, Nektarinen oder Pfirsiche, oder im Herbst Äpfel oder Birnen… Tobt Euch aus 🙂

 

Giabatta mit Tomaten und Basilikum

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Unser Nachbar hat sich einen neuen Grill gekauft. Einen richtig edlen Gasgrill. Zum Geburtstag bekam er dann noch ein Grillseminar geschenkt. Er ist also jetzt Spezialist und lud uns an Christi Himmelfahrt zum Grillnachmittag ein.

Es war natürlich klar, dass ich meine selbstgemachte Kräuterbutter mitbringe. Außerdem besitze ich seit kurzem zwei neue Brotbackbücher: „Kapps Brot“ von Peter Kapp und „Brot“ von Bernd Armbrust. Beide Verfasser sind gelernte Bäcker und Meister ihres Fachs. Die Einladung war die Gelegenheit, ein Rezept auszuprobieren und das Brot ebenfalls mitzubringen. Ich entschied mich für Giabatta. Das passt immer zu Gegrilltem.

In den beiden Büchern fand ich zwei unterschiedliche Varianten von Giabatta: ein klassisches Giabatta im einen, Tomaten-Basilikum-Giabatta im anderen. Warum also nicht beide backen? Da ich nicht ganz unerfahren im Backen mit Hefeteig bin, fiel es mir nicht schwer, beide Rezepte zu kombinieren.

Erstaunlicherweise backt Bernd Armbruster sein Giabatta mit Weizensauerteig, Peter Kapp seines ohne. Da mir Guido vom Blog „tischundgarten“ vor kurzem freundlicherweise Trockensauerteig sowohl aus Roggen wie auch aus Weizen zukommen ließ, hatte ich den geforderten Weizensauerteig im Haus. Ich entschied mich deshalb für die Variante mit Sauerteig. Es geht offensichtlich aber auch ohne.

Solltet Ihr Weizensauerteig verwenden, müssen die Zutaten dafür schon am Vortag gut miteinander vermischt werden und 15-20 Stunden bei Zimmertemperatur reifen.

Giabatta

Die Zutaten für den Weizensauerteig:

50 g Weizenmehl

5 g Weizensauerteig (gibt es auch als Trockenprodukt aus dem Reformhaus)

50 ml Wasser

Für den Brotteig benötigt man:

500 g Weizenmehl

10 g Salz

10 g Hefe (das ist 1/4 Würfel)

3 EL Olivenöl

etwa 275 ml Wasser

außerdem:

etwa 1 Handvoll getrocknete Tomaten in Öl

etwa 1 Handvoll Basilikumblätter

Zubereitung:

Die getrockneten Tomaten gut abtropfen lassen (das Öl auffangen) und klein schneiden. Basilikum waschen, trocken schütteln und die Blättchen fein schneiden.

Für den Brotteig die Hefe mit ein wenig von dem lauwarmen Wasser auflösen.

Mehl in eine Rührschüssel geben, Salz, evtl. den angesetzten Sauerteig vom Vortag, das Olivenöl und die aufgelöste Hefe dazugeben. Alles langsam mit den Knethaken vermischen und das Wasser hinzufügen. Sobald eine homogene Masse entstanden ist, das Rührgerät auf die höchste Knetstufe stellen und 5-6 Minuten kneten, bis sich der Teig von der Schüssel löst.

(Es ist besser, zunächst etwas weniger Wasser zu nehmen und, falls der Teig zu trocken ist, später noch ein wenig Wasser hinzuzufügen. Ein gekneteter Teig, der zu weich ist, schmeckt „mehlig“, wenn man weiteres Mehl unterknetet.)

Ich habe dann die Hälfte vom Teig abgenommen und die Tomaten sowie das Basilikum von Hand unter die Teighälfte geknetet.

Die beiden Teigstücke abgedeckt in einer Schüssel bei Zimmertemperatur 1 Stunde gehen lassen.

Den fertig gegangenen Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben. Jedes Teigstück (das mit den Tomaten zuerst) rundherum von allen Seiten in die Mitte drücken, damit die Gase herausgedrückt werden. Dann länglich formen, die Mitte nach unten. Noch einmal 30 Minuten ruhen lassen. Schließlich in die endgültige Form bringen (nicht zu sehr drücken: die größeren Löcher in der Krume sind typisch für Giabatta). Das Brot mit den Tomaten habe ich wie eine Spirale gedreht (ein Tipp von Bernd Armbrust). So sah es ein wenig rustikaler aus. Die Brote auf einem mit Backpapier belegten Blech noch einmal 30 Minuten ruhen lassen.

In der Zwischenzeit den Backofen auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine flache feuerfeste Form mit etwa 300 ml Wasser miterhitzen. Sobald die Hitze erreicht ist, die Form entfernen, die Brote (bzw. nur das Brot „ohne Drehung“) schräg einschneiden. Die Brote in den Ofen schieben, die Temperatur auf 220 °C herunterdrehen. In ca. 30 Minuten goldbraun backen. Wer mag, kann das Tomaten-Basilikum-Giabatta noch heiß mit dem aufgefangenen Tomatenöl bestreichen.

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Unser Nachbar hat uns nach allen Regeln der Kunst verwöhnt, Brot und Kräuterbutter haben geschmeckt, das Wetter hat mitgespielt. Kurzum, es war ein rundum gelungenes Grillfest.

Dicke Bohnen auf rheinische Art

Medaillon Mama
Es hat etliche Jahre gedauert, bis ich als Bayerin mich mit dicken Bohnen anfreunden konnte. Vor meiner Heirat ins Rheinland kannte ich sie nur als „Saubohnen“, und auch das nur dem Namen nach. Dicke Bohnen gehören wie Grünkohl zu den „rheinischen Nationalgerichten“, kommen jedoch in der bayerischen Küche nicht vor. Mein Mann aber liebt sie. Was blieb mir also anderes übrig, als mir von meiner Schwiegermutter zeigen zu lassen, wie man sie hier am Niederrhein zubereitet? Mittlerweile habe ich ihr Rezept ein wenig verändert, und es macht mich zugegebenermaßen schon ein wenig stolz, wenn der Liebste mir versichert, dass sie ihm so noch viel besser schmecken. Da man sie im Frühjahr nur eine kurze Zeit frisch in der Schote kaufen kann, habe ich meist einen Tiefkühlvorrat davon im Haus. Ganz am Anfang habe ich sie aus dem Glas verwendet, aber TK-Ware kommt den frischen Bohnen noch am nächsten.
Die Zutaten für 4 Portionen:
500 g dicke Bohnen als TK-Ware
1 EL frisches oder getrocknetes Bohnenkraut
ca. 20 g Butter
1 Zwiebel
100 g durchwachsener Speck, leicht geräuchert
2 gestrichene EL Mehl
1 EL gekörnte Brühe (natürlich ohne Geschmacksverstärker wie Hefeextrakt, Glutamat u.Ä.)
Salz
Pfeffer
4 geräucherte Mettwürstchen
Und so bereite ich sie zu:
3/4 l Wasser mit 1 TL Salz zum Kochen bringen. Die dicken Bohnen in das kochende Wasser geben. (Sie sollen gerade eben damit sein.)  Das Bohnenkraut hinzufügen. Die Bohnen leicht köcheln lassen, bis sie gar sind.
In der Zwischenzeit Zwiebel und  Speck würfeln.

Butter in einem Topf, in dem später die Bohnen mitsamt der Flüssigkeit gut Platz haben, zerlassen.
Zwiebeln und Speck zur Butter geben und bei mittlerer Hitze dünsten, bis die Zwiebeln glasig sind. Mit dem Mehl bestäuben und alles gut verrühren. Sobald sich am Topfboden eine Schicht bildet, etwas von dem Bohnenwasser zugeben und alles zu einem glatten Brei verrrühren. Dann wieder etwas Bohnenwasser hinzufügen und ebenfalls glatt rühren. Solange wiederholen, bis eine sämige, nicht allzu dicke Sauce entstanden ist. (Sollte das Bohnenkochwasser nicht reichen, einfach etwas kaltes Wasser dazu nehmen.) Gekörnte Brühe darunterrühren. Die Sauce bei kleiner Hitze einige Minuten köcheln lassen. Die dicken Bohnen in die Sauce geben, die Mettwürstchen ebenfalls. Alles vorsichtig heiß werden lassen. Mit Pfeffer und, falls erforderlich, mit Salz abschmecken.
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Dazu schmecken Salz- oder Pellkartoffeln.
Mittlerweile hat sogar die gehobene Küche die dicken Bohnen als Delikatesse entdeckt. Dort werden nur die inneren Bohnenkerne verwendet, d.h. jeder einzelne Bohnenkern wird aus der ihn umgebenden etwas ledrigen Schale gedrückt. Im rheinischen Eintopf darf die Schale dranbleiben, weil sie so mehr Biss haben und herzhafter schmecken.
Dicke Bohnen sind nicht nur kalorienarm und ballaststoffreich, sie enthalten auch sehr viel wertvolles Eiweiß sowie reichlich Mineralstoffe wie Kalium, Calcium und Magnesium. Das sind doch selbst für einen Bayern ein paar gute Gründe, sie einmal zur probieren, oder nicht?

Sauerkrauttopf mit Hähnchenschenkeln

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Dank unserer letzt-herbstlichen Sauerkraut-Aktion, die wir hier beschrieben haben, gab es diesen Winter reichlich Sauerkraut auf unseren Tellern. Ich mag es am liebsten klassisch, nur kurz erwärmt und mit ein paar Zwiebelchen.

Dennoch hatte ich Lust, mal etwas anderes zu probieren. Und eines Tages passierte das Unfassbare: Ich hatte tatsächlich mal einen freien Samstag. Also auf zum Markt, Bio-Hähnchenschenkel und durchwachsenen Speck (natürlich ebenfalls Bio) besorgen und dann ab in die Küche.

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Ihr braucht:

200 g Möhrchen

4 kleine Zwiebeln

150 g durchwachsenen Speck

2 Hähnchenschenkel

1 Packung Sauerkraut (oder ein paar Handvoll eigenes)

ein paar Zweige Thymian

200 ml Wasser

Öl, Salz, Pfeffer

Zunächst die Möhrchen und die Zwiebeln schälen und in Scheiben bzw. Ringe schneiden.

Das Sauerkraut in einem Sieb abtropfen lassen. Fangt den Saft am besten auf und trinkt ihn. Gesünder geht nicht 🙂

Den Speck in Würfel schneiden. Dann Öl in einem großen Bräter erhitzen. Den Speck scharf anbraten, herausnehmen. Die Hähnchenschenkel mit Salz und Pfeffer würzen und im ausgetretenen Fett des Specks ebenfalls scharf anbraten. Auch herausnehmen und dann das Gleiche mit den Möhrchen und den Zwiebeln machen. Der Thymian darf nun ebenfalls dazu.

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Dann das Sauerkraut zu dem Gemüse geben, mit 200 ml Wasser aufgießen und einmal aufkochen lassen. Dann legt ihr die Hähnchenschenkel auf das Sauerkraut und gebt das ganze zunächst mit Deckel in den auf 200°C vorgeheizten Ofen. Am besten stellt ihr Ober-/Unterhitze ein und stellt den Bräter auf einen Rost auf der unteren Schiene. Dann zugedeckt ca. 25 Minuten garen, anschließend den Deckel abnehmen und nochmal 20 Minuten offen weiterbrutzeln lassen.

Et voilà. Vor dem Servieren würde ich das Sauerkraut noch einmal probieren und ggf. mit Salz und Pfeffer nachwürzen. Lieber nicht vorher würzen, durch den Speck wird das Ganze schon von selbst salzig.

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Sesam* öffne Dich! Unser Sauerkraut ist fertig!

medaillon tatjana*in diesem Fall Sauerkrautfassdeckel

Ihr Lieben,

heute haben wir, nach vier Wochen Gärungsphase, unser Sauerkraut-Fässchen geöffnet. Und es ist fertig!

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Beim Öffnen heißt es – genauso wie beim Einlegen: Sauber arbeiten. Hände waschen, nur sauberes Besteck verwenden, nicht ins Fässchen fassen und nach dem Entnehmen der Portion darauf achten, dass die Ränder sauber sind, das Sauerkraut von Flüssigkeit bedeckt ist und der Topf luftdicht abschließt – damit Schimmelpilze keinen Nährboden bekommen. Ein angezündetes Teelicht, das auf dem Stein, dass das Kraut unter Wasser hält, plaziert wird, braucht jeglichen Sauerstoff, der sich im Innern des Fasses befindet, auf.

Ich habe mir einige Wochenrationen mit zurück nach Düsseldorf genommen, meine Kollegin bekommt auch ein paar Gläschen.

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Jetzt kann der Winter also kommen – wenn er denn kommt.

Eine Portion Sauerkraut (ca. 130g) deckt ein Viertel des täglichen Bedarfs an Vitamin C – und das hilft bekanntlich, Erkältungen fern zu halten.

Die Milchsäurebakterien, die sich durch die Gärung des Kohls rasant vermehren, unterstützen eine gesunde Darmflora – und die ist wiederum die Basis für ein gutes Immunsystem.

Am gesündesten ist Sauerkraut roh. Ihr solltet daher, auch wenn ihr das Kraut im Supermarkt kauft, darauf achten, dass es nicht pasteurisiert wurde, denn dadurch werden die Milchsäurebakterien zerstört. Mein Favorit unter den gekauften Sauerkräutern ist das von Alnatura, weil, 1. roh und 2. Bioqualität. Wollt ihr die gesunden Eigenschaften erhalten, solltet ihr das Kraut so vorsichtig und kurz wie nur möglich erhitzen – und immer ein paar Gabeln und den übrig gebliebenen Saft roh essen bzw. trinken.

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Bei Captain Cook gehörte Sauerkraut angeblich immer zum Proviant – auch wenn seine Männer den Kohl nur widerwillig unter Androhung von Prügelstrafe verspeisten.

Ich kann das nicht verstehen, bei mir gehört Sauerkraut in der kalten Jahreszeit zu den Grundnahrungsmitteln.