Unterwasser-Plätzchen

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

dieses ungewöhnliche Rezept ist unser letztes Plätzchen-Rezept für dieses Jahr. Die Feiertage nahen, und es gibt wie jedes Jahr noch sooooo viel zu tun. Die Unterwasser-Plätzchen haben nicht nur einen ungewöhnlichen Namen, sie sind in jeder Hinsicht ungewöhnlich. Kennengelernt habe ich sie von Oma Berta, der Mutter meiner Arbeitskollegin, die aus dem Sudetenland stammte. Sie hat diese Plätzchen jedes Jahr zu Weihnachten gebacken, ebenso wie ihre Tochter und wie deren Tochter es auch heute noch macht. Es ist also ein richtiges Familienrezept, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Ich selbst wollte sie schon etliche Jahre backen, aber irgendwie klappte es nie. Heute habe ich mich endlich daran gewagt und es ausnahmsweise nur ein klein wenig verändert.

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Für etwa 70 Stück braucht Ihr nur diese Zutaten:

1 Päckchen frische Hefe

6 EL Milch

1 TL Vanillezucker

1 Prise Salz

300 g Mehl

250 g Kokosfett (Palmin)

Die Zubereitung:

Die Hefe mit Salz und Zucker verrühren, bis sie flüssig ist.

Die Milch darunterrühren.

Das Mehl auf ein Backbrett sieben, Kokosfett darüberraspeln.

In das Mehl eine Kuhle drücken. Das Hefe-Milch-Gemisch vorsichtig hineingießen.

Mit den Händen alles schnell zu einem glatten Teig verkneten. (Das Kokosfett schmilzt durch die Handwärme.)

Kaltes Wasser in eine Schüssel füllen. Den Teigklumpen hineingeben. Kühl, aber nicht zu kalt stellen.

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Teig nach 1 1/2 Stunden aus dem Wasser nehmen. Portionsweise auf dem gut bemehlten Backbrett etwa 1/2 cm dick ausrollen und zu beliebigen Formen ausstechen. Auf ein Backblech legen. Das Backblech vorher mit Backpapier belegen.

Im vorgeheizten Backofen bei 175 °C 10 bis 12 Min. backen, das Backblech herausnehmen und die Plätzchen noch etwa 5 Minuten auf dem Backblech liegen lassen. Dann vorsichtig auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Nun werden die Plätzchen zum Beispiel mit Puderzucker bestreut oder darin gewälzt. Weil sie fast neutral schmecken, könnt Ihr Eurer Phantasie bei der Verzierung  freien Lauf lassen und so den Geschmack des Gebäcks selbst bestimmen, z. B. mit Vanille oder Schokolade. Ich hatte noch Erdbeerzucker, den ich darübergesiebt habe. So haben die Plätzchen eine leichte Erdbeernote bekommen.

Die Plätzchen sind ganz zart: sie zergehen förmlich auf der Zunge. Ihre Konsistenz erinnert ein wenig an Blätterteig. Weil die Verarbeitung des Teiges so einfach ist, solltet Ihr sie wirklich einmal probieren. Noch ist ja Zeit bis zum Fest. Also: traut Euch ruhig.

 

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Magenbrot-Cantuccini

Medaillon Mama

Hallo, Ihr Lieben! Kennt Ihr Magenbrot? Wenn Ihr aus dem Süden Deutschlands stammt, vermutlich ja. Vor allem in Baden-Württemberg und auch in der Schweiz wird es auf jedem Weihnachtsmarkt angeboten. Zumindest hat man mir das so gesagt. Hier bei uns im Westen ist dieses Gebäck jedoch kaum bekannt. Ich habe ein wenig herumgefragt und bei vielen ein Kopfschütteln als Antwort bekommen. Das muss sich ändern, finde ich. Deshalb habe ich Magenbrot in meine diesjährige Weihnachtsbäckerei aufgenommen und möchte sie Euch hier vorstellen. Die großen Mandelstücke darin sind nicht original. Ich habe sie mir von den italienischen Cantuccini abgeschaut, weil ich finde, sie geben dem Gebäck zusätzlich etwas Biss.

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Magenbrot besteht aus einem dunklen Honigteig, der an einem Tag zubereitet und erst am nächsten gebacken wird. So kann man sich die Arbeit gut einteilen.

Hier die Zutaten für ca. 70 Stck:

150 g abgezogene ganze Mandeln

125 g Honig

50 g brauner Zucker

100 g weißer Zucker

1 Prise Salz

2 EL starker Kaffee

20 g Butter

500 g Mehl

1/2 Pckg. Backpulver

2 EL dunkles Kakaopulver

1 1/2 TL Lebkuchen- oder Spekulatiusgewürz

Abrieb von je 1/2 Zitrone und Orange in Bio-Qualität

1 Paket Orangeat

gut 100 ml warme Milch

1 Ei

 

Für den Guss:

400 g Zucker

100 ml Wasser

2 TL Zitronensaft

2 TL Rum

1 TL Kakaopulver

 

Und so geht es:

In einer trockenen Pfanne röstet Ihr zunächst die Mandeln leicht an, bis sie duften, und lasst sie dann abkühlen.

Für den Teig gebt Ihr Honig, Zucker, Salz, Kaffee und Wasser in einen Topf und erhitzt alles bei mittlerer Hitze. Zwischendurch immer wieder umrühren. Sobald sich der Zucker vollständig aufgelöst hat, nehmt Ihr den Topf von der Kochstelle und rührt die Butter darunter. Nun die Masse etwas abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit siebt Ihr das Mehl zusammen mit dem Backpulver in eine Schüssel und mischt das Kakaopulver und die Gewürze sowie den Abrieb darunter. Die Mandeln hackt Ihr nur ganz grob und gebt sie ebenfalls dazu.

Das Orangeat zerkleinert Ihr zusammen mit der Milch im Mixer. Rührt die Milch und das Ei  unter die abgekühlte Honigmasse und gebt sie zur Mehlmischung. Verarbeitet dann alles mit den Knethaken des Handrührers zu einem homogenen Teig. Den Teig stellt über Nacht kalt.

Am nächsten Tag heizt Ihr den Backofen auf 175 °C vor. Dann teilt Ihr den Teig in 6 gleiche Portionen und rollt aus jeder Portion einen Strang, der auf ein Backblech passt. Je 3 Stränge werden auf ein mit Backpapier belegtes Backblech gelegt und sie etwas flachgedrückt.

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Nacheinander kommen die beiden Backbleche für etwa 20 Minuten auf die mittlere Schiene des Backofens. Sobald die unteren Ränder leicht bräunen, nehmt Ihr das Backblech heraus und lasst die gebackenen Stränge noch ein paar Minuten auf dem Blech. Dann vorsichtig auf ein Kuchengitter legen. Dort dürfen sie dann weiter, aber nicht ganz abkühlen. Sie lassen sich am besten noch lauwarm in etwa 2 cm dicke schräge Scheiben schneiden.

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Für den Guss alle Zutaten bis auf das Kakaopulver in einem Topf unter ständigem Rühren erhitzen, bis die Masse kocht. Lasst sie 2 Minuten köcheln. Danach schaltet Ihr die Hitze auf die kleinste Stufe und rührt das Kakaopulver mit einem Schneebesen darunter.

 

3 oder 4 Magenbrotstücke werden nun jeweils in den Topf gegeben und im Guss gewendet. Mit zwei Gabeln nehmt Ihr die einzelnen Stücke heraus und lasst sie auf einem Gitter ablaufen. (Alufolie darunter fängt die herabtropfende klebrige Masse auf.)

Sobald die Glasur getrocknet ist, könnt Ihr das Magenbrot  in eine Gebäckdose schichten. Zwischen die einzelnen Lagen gebt Ihr am besten Backpapier, damit die Stücke nicht aneinander kleben. Nach ein paar Tagen hat sich das köstliche Aroma vollständig entfaltet und das Magenbrot ist wunderbar mürbe geworden.

 

Apfelkuchen mit Marzipanstreuseln, low carb

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

Tatjana findet, dass wir schon genug Honig- oder Lebkuchen-Rezepte hier im Blog haben. Deshalb warten wir noch ein wenig damit, weitere Plätzchen zu backen, die nicht so lange haltbar sind. Heute möchte ich Euch deshalb einen Apfelkuchen ans Herz legen, der fast ohne Mehl und mit ganz wenig Zucker auskommt und trotzdem superlecker ist. Außerdem ist er einfach und schnell zubereitet.

Das Mehl habe ich durch Mandeln, den Zucker zum Teil mit Xylitol ersetzt. Da ich Xylitol das erste Mal verwendet habe, war ich ein wenig vorsichtig, weil es Blähungen und Durchfall verursachen kann, wenn man gleich zu viel davon isst. Deshalb habe ich zwar den Teig, nicht aber die Äpfel damit gesüßt. Einen Unterschied im Geschmack konnte ich nicht feststellen.

Im Gegensatz zu den meisten Zuckerarten wird der Zuckeraustauschstoff Xylit (oder Xylitol) von Ärzten und Ernährungswissenschaftlern in Maßen als unbedenklich angesehen. Für Zähne und Mundflora soll es sogar sehr gesund sein. Xylit, das aus Holzzucker gewonnen und insulinunabhängig vom Körper verwertet wird, ist auch für Diabetiker geeignet. Hunde dürfen kein Xylitol bekommen: für sie es ist tödlich!

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Nun aber zum Rezept:

Die Zutaten:

Für den Boden:

200 g gemahlene Mandeln

50 g Dinkelmehl

150 g Butter

70 g Xylitol

1 Ei

1 Prise Salz

etwas abgeriebenen Bio-Zitronenschale

Zusätzlich für die Streusel: 120 g Marzipanrohmasse (aus dem Gefrierfach)

Belag:

750 g Boskop-Äpfel

Saft einer halben Zitrone

1 Vanillezucker

3 EL Zucker

(1 TL Zimt)

Zubereitung:

Die Zutaten für den Boden in eine Rührschüssel geben, mit dem Handrührgerät vermischen, bis sich alles zu einer Masse verbunden hat.

2/3 des Teiges in einer gebutterte Pie-Form (26 cm ø) verteilen, mit den Fingern glattdrücken.

Über das restliche Drittel des Teiges die Marzipanrohmasse grob reiben und mit dem Teig vermischen. Das werden unsere Streusel.

Boden und Streuselteig kalt stellen.

In der Zwischenzeit die Äpfel (ich nehme am liebsten die säuerlichen, mürben Boskop-Äpfel) schälen, vierteln, Kerngehäuse entfernen und in grobe Würfel schneiden. Den Zitronensaft sofort über die Äpfelwürfel geben; Vanillezucker, Zucker und nach Geschmack den Zimt daruntermischen.

Die Äpfel auf dem Teig verteilen, die Streusel darübergeben.

Auf die unterste Schiene des Backofens stellen.

Den Backofen auf 175 °C einschalten. Hitze nach 25 Minuten auf 160 °C reduzieren.

Den Kuchen backen, bis er goldbraun ist. Das dauert etwa 45 Minuten. Danach noch 10 Minuten im ausgeschalteten Backofen lassen.

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Honigkuchen mit Roggenmehl und Gewürzen

Ihr Lieben,

der Advent naht mit großen Schritten. Und scheinbar gefallen Euch unsere Plätzchen-Rezepte, sie werden nämlich zur Zeit wieder fleißig gelesen 🙂 Danke dafür.

Um Euch die Suche zu erleichtern, haben wir all unsere Weihnachts-Rezepte auf einer Extra-Seite zusammengefasst – schaut mal hier.

Und damit wir Euch vor Weihnachten noch mit vielen neuen Rezepten versorgen können, haben wir dieses Jahr den Start unserer Weihnachtsbäckerei nach vorne verlegt.

Wir starten traditionell mit Printen- und Lebkuchenrezepten, weil diese besser schmecken, je länger sie liegen – und damit man sich nicht an brettharten Keksen die Zähne ausbeißt.

Mein absolutes Lieblingsbuch zu Weihnachten ist die Weihnachtsbäckerei von Rosenmehl. Alte Rezepte, eingereicht von mit Rosenmehl backenden Hausfrauen, über Jahrzehnte überliefert, nachgebacken und verfeinert. Oft werden die Rezepte begleitet von einer Anekdote oder Geschichte dazu. Ein Buch zum Schwelgen und sich in Weihnachtsstimmung versetzen zu lassen 🙂 Hier handelt es sich übrigens nicht um Werbung oder eine Kooperation, sondern um meine ganz private und unbeeinflusste Meinung. 🙂

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Aber es liegt natürlich nahe, dass auch das erste Rezept unserer diesjährigen Weihnachtsbäckerei aus diesem Buch stammt – und wie immer haben wir das Rezept ein bisschen abgewandelt.

Ihr braucht:

250g Roggenmehl (Type 1150)

250g Weizenmehl (Type 550 oder 405)

1/2 Päckchen Weinstein-Backpulver

125g Butter

250g Zucker

1/2 TL Salz

250g Honig (ich hatte eine 1:1 Mischung aus Tannenhonig und Blütenhonig)

2 Eier

100g Zitronat

200g Orangeat

65g gehackte Mandeln

65g gemahlene Mandeln

1 TL Zimt

1 TL gemahlene Nelken

1 TL gemahlenen Kardamom

ganze, abgezogene Mandeln nach Belieben

Zunächst ein Tipp: Orangeat und Zitronat sind eine klebrige Angelegenheit. Sie lassen sich besser verarbeiten, wenn sie gefroren sind. Für dieses Rezept brauchen wir möglichst fein gehacktes Zitronat und Orangeat, deswegen flog es bei uns im gefrorenen Zustand auf das laufende Messer des Thermomix. Ein guter Küchenmixer sollte das aber auch schaffen 🙂

Zunächst die Butter, den Zucker und den Honig in einem Topf vorsichtig auf dem Herd erhitzen, bis sich der Zucker gelöst hat, das gemahlene Zitronat und Oreangeat dazugeben, unterrühen und dann alles abkühlen lassen.

Das Mehl mit dem Backpulver in eine große Schüssel sieben, alle trockenen Zutaten (bis auf die gehackten und ganzen Mandeln) dazu geben und unterrühren.

Mit den Knethaken des Handrührers die Butter-Honig-Mischung unterkneten, die Eier dazu geben und zum Schluss die gehackten Mandeln unterrühren.

Laut Originalrezept soll der fertige Teig zunächst eine Stunde kalt gestellt, dann ausgerollt und auf ein Backblech gelegt werden. Ich konnte mir allerdings nicht vorstellen, dass sich diese zähe, klebrige Masse – egal bei welcher Temperatur – ausrollen lässt, also habe ich sie direkt auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gestrichen. Wenn man die Palette oder den Teigschaber (der bei uns seit jeher Schleck-Schleck heißt) immer wieder in Wasser tunkt, geht das sehr gut.

Dann habe ich mit einem Messer den Teig in ca 4x4cm große Würfel aufgeteilt (aber nur einritzen, nicht durchtrennen) und die einzelnen Stücke mit den abgezogenen Mandeln verziert.

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Dann das Blech ca. 1 Stunde lang kalt stellen und dann im auf 200°C vorgeheizten Backofen ca. 20 Minuten backen.

Wenn der Kuchen im Ofen ist, die Glasur vorbereiten: Dafür benötigt ihr:

3 EL Puderzucker

2 EL Zitronensaft

1 EL Rum

Daraus eine Glasur anrühren. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und noch heiß bestreichen.

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Abkühlen lassen, in Stücke schneiden und in Keksdosen lagern. Es lohnt sich, diese Plätzchen eine Weile durchziehen zu lassen, damit die Gewürze Zeit haben, sich zu entfalten.

 

 

 

 

Aromatische Mirabellenkonfitüre

Medaillon Mama

Auf unseren sonntäglichen Fahrradtouren entdecken wir immer wieder Neues. Manchmal sind es schöne Ecken, die wir noch nicht kannten, manchmal auch etwas Essbares, das am Wegrand wächst. So geschehen vor einem Jahr: Wir waren auf dem Weg in unseren historischen Stadtteil Linn mit seiner malerischen Ritterburg. An einer Stelle unseres Wegs in einem städtischen Grünstreifen lagen Unmengen reifer Mirabellen. Leider hatten wir nichts dabei, worin wir sie hätten transportieren können. Und leider schafften wir es auch in den nächsten Wochen nicht, noch einmal dort vorbeizufahren. Das tat uns leid, weil offensichtlich niemand die Mirabellen pflückte. (Bei einem Kilo-Preis von 6,50 € auf dem Wochenmarkt eigentlich nicht zu verstehen.) Aber wir merkten uns die Stelle.

Am letzten Sonntag schwangen wir uns dann, mit einem Teleskop-Pflücker „bewaffnet“ und zwei Plastikdosen in der Fahrradtasche, auf unsere Drahtesel (genauer gesagt sind es E-Bikes). Wieder lagen viele Mirabellen auf dem Boden, aber noch mehr hingen auf dem Baum, allerdings wirklich nur mit unserem Pflücker erreichbar. Es dauerte nicht lange und unsere beiden Plastikdosen waren voll mit kirschgroßen, reifen Mirabellen.

Mein Schatz hatte den Wunsch nach Mirabellen-Marmelade geäußert. Marmelade, nein, Konfitüre sollte es also sein. Nun habe ich in diesem Jahr schon so viel Marmelade/Konfitüre gekocht wie wohl noch nie zuvor. Die Fächer, in denen die leeren Marmeladengläser standen, sind voll mit gefüllten. Leere Gläser hatte ich auch keine mehr, so dass ich noch welche dazukaufen musste. Die Mirabellenmarmelade sollte wirklich die letzte sein, die ich in diesem Sommer machte.

Die Zutaten:

1720 g Mirabellen

170 g Zucker zum Saftziehen

Saft einer Orange

50 g Zucker zum Karamellisieren

1 kg Gelierzucker

1 Vanillezucker

Saft einer Zitrone

eine Prise Zimt

und natürlich die entsprechende Anzahl Marmeladengläser, mit kochendem Wasser sterilisiert

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Aus den 2 kg Mirabellen blieben nach dem Entsteinen 1720 g Mirabellen übrig. Die vermischte ich mit 170 g Zucker (also etwa 10 % der Fruchtmenge)  und dem Saft einer Orange. Sie durften nun eine gute halbe Stunde Saft ziehen.

Dann ließ ich 50 g Zucker in einem großen Topf mit dickem Boden hellbraun karamellisieren. Darauf gab ich das Mirabellen-Zucker-Gemisch, ohne umzurühren. Bei mittlerer Hitze ließ ich alles aufkochen und dann bei offenem Topf weiterköcheln. Nach 1 Stunde waren die Mirabellen zu einem dicklichen Mus zerkocht.

Nun rührte ich 1 kg Gelierzucker, 1 Vanillezucker und den Zitronensaft unter und schaltete die Hitze herauf, bis das Mus wieder kochte. Nach 3 Minuten war der Gelierpunkt erreicht. Ich schmeckte die Konfitüre mit einer Prise Zimt ab und füllte sie in die vorbereiteten, sterilisierten Gläser ab.

Herausgekommen ist ein goldgelber, herrlich aromatischer Brotaufstrich.

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Mirabellen sind manchmal ziemlich sauer; deshalb sollte man die fast fertige Konfitüre unbedingt abschmecken und bei Bedarf noch (Gelier-)Zucker dazugeben.

Heute waren wir mit unseren E-Bikes zwischen Wiesen und Feldern unterwegs. Am Feldrand hingen jede Menge reife Brombeeren. Wir haben jetzt immer ein Transportgefäß bei uns … 😉

Grillage-Torte – Genuss mit Hindernissen

medaillon tatjana

Wir hatten heute Mittag Besuch und ich sollte mich um die Nachspeise kümmern. Auf unserer Blog-To-Do-Liste steht schon seit längerem eine Grillage-Torte – oder Grillasch-Torte, wieder Rheinländer sagt. Eine typische Krefelder Spezialität, auch wenn der Rest des Niederrheins ebenfalls Ansprüche anmeldet. Als Original-Krefelder (ich zumindest, meine Mutter hat ihre Wurzeln weiter südlich) beanspruchen wir diese sahnige Sünde aber ganz klar für uns.

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Es gibt gefühlte 1000 verschiedene Rezepte und sogar eine Homepage namens „Rettet die Grillage-Torte“, denn gemäß besorgter Niederrheiner stirbt sie langsam aus. Das können wir natürlich nicht zulassen!

Eigentlich war sie als Schicht-Dessert im Glas geplant, das Rezept auch bereits herausgesucht, aber Mama meinte, eigentlich hätte sie für den Blog doch eine richtige Torten-Form verdient. Also hieß es nochmal Rezepte wälzen. Ich habe mich an einem Chefkoch-Rezept orientiert).

Aber irgendwie hatte ich schon Samstag früh schlechte Laune, das Wetter war doof und… überhaupt! Normalerweise bringt mich Backen immer wieder ins Gleichgewicht, aber am Samstag hat das irgendwie so überhaupt nicht funktioniert.

Aber obwohl so einiges schief ging (Baiser klebte, Biskuit war dafür bretthart und die Sahne fast abgeschmiert) überzeugte das End-Ergebnis, sodass wir Euch das Rezept trotzdem nicht vorenthalten möchten.

Die Torte wird gefroren serviert, das heißt ihr müsst sie auf jeden Fall einen Tag vor dem Servieren zubereiten. Nehmt Euch lieber nichts anderes vor, die Zubereitung ist doch ziemlich aufwendig.

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Starten wir mit dem Baiser.

Ihr braucht:

5 Eiweiß

400g Zucker

60g gemahlene Haselnüse

1 TL Vanille-Zucker

1 Pk. Vanille-Pudding-Pulver

1 Prise Salz

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und den Ofen auf 140°C vorheizen.

Die Eiweiß in einer großen Schüssel steif schlagen, 200g Zucker und Salz einrieseln lassen und mit aufschlagen. Die restlichen 200g Zucker mit den Haselnüssen und dem Puddingpulver mischen und vorsichtig unter den Eischnee heben.

Gleichmäßig auf das Blech streichen und mindestens eine Stunde trocknen. (Bei mir war der Baiser danach noch klebrig, sodass er später noch mal für ca. eine halbe Stunde in den Ofen musste – Panne Nr. 1).

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Auskühlen lassen und in der Zwischenzeit den Biskuit backen.

Dafür braucht Ihr:

1 Ei

1 EL heißes Wasser

30 g Zucker

1 Prise Salz

1 TL Vanillezucker

25g Mehl

25g Speisestärke

1/2 TL Backpulver

Eine 26er Springform mit Butter einfetten und mit Paniermehl einstäuben.

Den Ofen auf 160°C vorheizen.

Das Ei mit dem heißen Wasser ca. eine Minute lang über heißem Wasser aufschlagen. Zucker, Vanillezucker und Salz dazu geben und nochmal kräftig aufschlagen. Wenn die Masse fast weiß und ganz luftig ist, vorsichtig das mit dem Backpulver vermischte Mehl unterheben.

In die Springform füllen und ca. 20 Minuten backen. (Da der Teig kaum bräunte und man bei Biskuit ja auch den Ofen nicht dauernd öffnen soll, hatte ich ihn wesentlich länger drin, was ihn in einen ziemlich knusprigen Keks verwandelte – Panne Nr. 2).

Ich habe ihn „gerettet“, indem ich mir aus einem Rest Kaffee, etwas Rum und Schokolikör eine Tunke angerührt, den abgekühlten Biskuit mehrfach eingepiekst und ihn dann damit bestrichen habe.

Für den Baiser und die Deko ca. 1/2 Tafel Blockschokolade schmelzen.

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Den Baiser habe ich in der Größe der Springform ausgeschnitten und dann mit der flüssigen Schokolade eingepinselt. Für die Deko habe ich aus dem restlichen Baiser kleine Schmetterlinge ausgestochen und ebenfalls in die Schokolade getaucht. Außerdem habe ich noch ein paar Schoko-Gitter hergestellt.

Und dann könnt ihr auch schon mit der Sahne-Creme starten.

Ihr braucht insgesamt:

800g Sahne

80g Zucker

2 Päckchen Sahnesteif oder San-Apart

1 Päckchen Schoko-Raspel

1 Päckchen Krokant

400g Sahne mit Sahnesteif und 40g Zucker steif schlagen – wenn es heiß oder schwül ist darauf achten, dass die Sahne richtig kalt ist. Ggf. vorher auch die Schlagbesen des Handrührers oder der Küchenmaschine kurz ins Eisfach legen. (Bei mir war scheinbar die Sahne zu warm oder die Laune zu schlecht, jedenfalls ist sie mir fast zu Butter geworden – Panne Nr. 3.)

Nach Belieben Schokoraspel unterheben und in der Springform auf den getränkten Biskuit streichen. Eine Weile anfrieren lassen (ich hatte für diesen Tag genug und habe früh morgens weiter gemacht).

Die restlichen 400g Sahne mit Sahnesteif und 40g Zucker steif schlagen. Ca. 1/4 davon abnehmen und beiseite stellen (wird später für die Seiten und die Deko benötigt).

Unter den größeren Teil nach Belieben Krokant heben, den Baiserboden auf die gefrorene Torte legen, und die Sahne darauf verstreichen.

Ich habe für die Deko mit Spritzbeutel und Sterntülle kleine Sahneküsschen obenauf gespritzt.

Dann die Torte wieder einfrieren.

Ca. 20 Minuten vor dem Servieren aus dem Eisfach nehmen, vorsichtig aus der Form lösen und die Ränder mit der restlichen (vorher kaltgestellten) geschlagenen Sahne einstreichen. Mit Deko nach Wahl verzieren und servieren.

Ein süßer, sahniger, schokoladiger und sehr kalorienreicher Genuss – der die ganzen Strapazen auf jeden Fall wert ist 🙂

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Muttertagsschmankerl: Himbeer-Rhabarber-Tarte mit Eierlikör-Mascarpone-Creme

medaillon tatjana

Von meiner letzten Pralinenaktion mit meiner Kollegin war noch Eierlikör-Ganache übrig, die Mama aus dem Kühlschrank haben wollte. Für unseren Sonntags-Besuch brauchte es außerdem noch ein frühlingshaftes Dessert. Aus der Google-Suche ergab sich dieses Rezept 🙂

Auch die Deko sah so hübsch aus. Die Mama mag nicht so gerne Mürbeteig, aber ich habe mich durchgesetzt 🙂

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Das Rezept für den Teigboden spare ich mir an dieser Stelle. Ihr könnt den Teig aus dem Original-Rezept verwenden, er hat sich sehr gut verarbeiten lassen, oder ihr greift auf unser bewährtes Mürbteig-Rezept zurück.

Den fertigen Teig dünn ausrollen und in eine gebutterte Tarte- oder Quiche-Form geben. Mit Frischhaltefolie abdecken und kaltstellen.

Dann im auf 180°C vorgeheizten Backofen erst 15 Minuten blind backen (ich verwende geschrubbte Steine aus dem Garten) und dann 10 Minuten ohne Beschwerung zu Ende backen.

Auskühlen lassen.

Für das Kompott benötigt ihr:

400g Rhabarber

120g Himbeeren (ich habe TK verwendet)

80g Zucker

100ml Wasser

etwas Vanille-Extrakt

25g Stärke, in 50ml Wasser aufgelöst

5 Blätter Gelatine

Bewahrt euch eine Stange Rhabarber und ein paar Himbeeren für die Deko auf. 🙂

Für das Kompott die Früchte mit dem Zucker, Wasser und dem Vanilleextrakt aufkochen und bis zur gewünschten Konsistenz einkochen lassen. Die Gelatine einweichen und kurz VORSICHTIG! in der Mikrowelle flüssig werden lassen. Die Stärke in das Kompott einrühren, die flüssige Gelatine einrühren.

Ebenfalls abkühlen lassen und dann auf dem Tarte-Boden verteilen. Richtig durchkühlen lassen, am besten über Nacht.

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Bei der Eierlikör-Mascarpone-Creme habe ich improvisiert, da, wie gesagt, noch Ganache von meinen Eierlikör-Pralinen übrig war. Ich habe sie einfach mit einer Packung (250g) Mascarpone verrührt und noch einen Schuss Cointreau hinzugegeben. Im Original-Rezept wird aber sehr gut erklärt, wie ihr das Topping auch herstellen könnt.

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Die Creme auf der Tarte verteilen und nach Wunsch dekorieren. Ich hatte ein paar gehackte Pistazien, Zitronenzesten, Himbeeren, Rhabarber (in unterschiedlich große Stücke geschnitten) und Gänseblümchen aus dem Garten.

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Et voilà. So frisch, so lecker und so hübsch auf der muttertäglichen Kaffeetafel – oder schon am Frühstückstisch, wer nicht so lange warten möchte 🙂

Alternativ hätten wir noch dieses Rhabarberkuchen-Rezept für Euch.

Schoko-Blitzdessert, glutenfrei

Medaillon Mama

An Festtagen und wenn wir Gäste bewirten, gehört selbstredend auch ein Dessert zum Menü dazu. Viele Desserts sind ziemlich zeitaufwändig. Manchmal hat man sie jedoch nicht, und da ist es schön, eine schnelle Variante in der Hinterhand zu haben. Und wer von uns hat außerdem im Alltag nicht einmal Appetit auf etwas Besonderes, das ohne großen Aufwand genossen werden kann? Hier also ein Vorschlag für ein Blitz-Dessert aus der Mikrowelle. Dafür sind nur wenige Zutaten erforderlich, und man braucht noch nicht einmal eine Waage:

1 Pckg. gemahlene Mandeln (100 g)

2 EL Zucker

1 TL Vanillezucker

1 Prise Salz

1 EL Kakao

1/2 Päckchen Backpulver

werden in einer Schüssel vermischt.

Dazu kommen

1 Ei

2 EL neutrales Öl (z.B. Rapsöl)

3 EL Milch

1 El Zitronensaft

evtl. ein wenig Zitronenschale

Alles gut verrühren. Den Teig knapp zur Hälfte in gebutterte Tassen füllen. Er geht in der Mikrowelle sehr stark auf!

Bei meinen Tassen (Sie fassen 175 ml Flüssigkeit.) reicht die Teigmenge für 3 Portionen, wenn die Tassen am Ende voll sein sollen.

Die Tassen in die Mikrowelle stellen und bei 600 Watt 4 Minuten garen.

Der Tassenkuchen kann auch schon im Voraus zubereitet werden und wird dann vor dem Servieren nur noch ganz kurz  in der Mikrowelle erwärmt.

Mit einer Kugel Vanilleeis und/oder Schlagsahne etc. serviert, habt Ihr ein leckeres Dessert, das schnell geht und etwas hermacht.

Tassenkuchen

Ich finde, es spricht absolut nichts dagegen, sich hin und wieder auch selbst damit zu belohnen 😉

Nachgemacht! Cremigstes Oreo-Eis – ohne Eismaschine!

medaillon tatjana

Für unseren Topmodels-Abend bei mir habe ich nach einem Dessert gesucht, das ich am Tag vorher vorbereiten kann und das, obwohl einfach und schnell gemacht, richtig was hermacht.

In Kochmädchen’s Blog bin ich schnell fündig geworden. Oreo-Eis sollte es werden.

Ich habe das Rezept minimal abgewandelt, weil meine Dose gezuckerte Kondensmilch 400g statt 380g enthielt und meine Flasche Sahne 500g statt 450. Und da ich so Mini-Reste doof finde,  habe ich einfach alles komplett verwendet.

Ihr braucht also:

500g Sahne

400g Milchmädchen

1 TL Vanillepaste

1 Packung Oreos

Eis

Die Oreos grob hacken – ich liebe diese Stückchen im Eis 🙂

Um sicherzustellen, dass Eure Sahne schön fest wird, sollten alle Zutaten richtig kalt sein. Inklusive Schlagbesen und Schüssel.

Die Sahne also steif schlagen, dann die Kondensmilch und die Vanillepaste dazu geben und vorsichtig unterrühren.

Dann die Oreos unterheben und einfrieren. Es muss nicht zwischendurch gerührt werden, das Eis wird durch das Milchmädchen auch so schön cremig und kristallisiert nicht.

Zum Anrichten habe ich ein paar frische Beeren dazugegeben. Et voilà 🙂