Steckrüben-Eintopf

Ihr Lieben,

sind Euch auf dem Markt schon einmal diese Rüben aufgefallen, die entfernt an Futterrüben erinnern, aber nicht länglich, sondern rund sind? Viele, die den Krieg noch erlebt haben, schütteln sich bei dem Anblick. Waren Steckrüben damals doch oft das einzige Nahrungsmittel, das zur Verfügung stand und ihren Hunger stillen musste. Die junge Generation kennt dieses Gemüse deshalb in den meisten Fällen nicht, hat deswegen auch keine Abneigung dagegen. Nun ist Gemüse im Zuge der Gesundheitswelle ja sowieso „in“. Die alten, traditionellen Rezepte sind es ebenfalls. Und damit ist auch die Steckrübe richtig „im Kommen“, sogar in der gehobenen Gastronomie.

Als ich kürzlich auf dem Blog „herzelieb“ ein Bild von Rübenmus nach Omas Rezept sah, bekam ich richtig Appetit darauf. Nun hat mein Schatz seit seiner Kindheit eine Abneigung gegen „zermustes“ Gemüse: das Rübenmus kam also nicht in Frage. Gegen einen stückigen Eintopf aber sprach nichts. Und wirklich: Mit seiner geliebten rheinischen Mettwurst war er ein voller Erfolg.

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Außerdem verwendete ich folgende Zutaten:

1 Zwiebel

1 Stück durchwachsenen Speck

1 Steckrübe

4 Möhren

Bio-Instant-Brühe

Salz

Pfeffer

4 Mettwürste

 

Die Zubereitung:

Speck würfeln oder in Streifen schneiden, in einem großen Topf bei Mittelhitze auslassen.

Zwiebel schälen, würfeln und zum Speck geben. Bei kleiner Hitze glasig dünsten.

In der Zwischenzeit die Steckrübe schälen und in beliebig große Würfel schneiden; zu der Speck-Zwiebel-Mischung geben.

Möhren ebenfalls schälen und würfeln. Zu den Rüben geben. Unter Rühren leicht anrösten.

Im Wasserkocher 1 Liter Wasser erhitzen. Das Gemüse damit ablöschen, so dass es eben bedeckt ist. Mit 1 EL Brühe und Salz würzen.

Alles aufkochen lassen, dann die Hitze herunterschalten und leicht köcheln lassen, bis das Gemüse so weich ist, wie man es haben möchte. Nach etwa 25 Minuten die Mettwürste anstechen und dazugeben. Vor dem Servien mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Dazu gab es bei uns Salzkartoffeln. Wenn Ihr mögt, könnt Ihr Kartoffelwürfel auch sofort im Eintopf mitkochen. Statt der Mettwürste bzw. Kochwürste könnt Ihr natürlich auch Kassler nehmen. Wir haben zweimal davon gegessen und die restliche Portion Eintopf eingefroren.

 

 

 

 

 

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Schmorgurken

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

nach wochenlanger Trockenheit hat es endlich wieder geregnet. Das heißt, ich brauche erst einmal nicht mehr jeden Tag 1 1/2 Stunden meinen Garten zu wässern, sondern kann mich wieder mehr dem Kochen widmen, neue Gerichte ausprobieren oder alte hervorholen. Und vor allem habe ich wieder Zeit, Euch hier im Blog daran teilhaben zu lassen.

Sohnemann versucht sich neuerdings als Gärtner und hat neben Radieschen, Erdbeeren, Pflücksalat und Kartoffeln auch einige Gurken- und Tomatenpflanzen herangezogen. Obwohl unsere Tomaten reichlich tragen, sind sie noch grün. Unser Biobauer auf dem Markt verkauft jedoch schon die ersten eigenen Tomaten, und so köchelt das erste selbstgemachte Sugo dieses Jahres auf meinem Herd.

Von den Gurkenpflanzen konnten wir bereits regelmäßig ernten. So lecker die eigenen Mini- und Schlangengurken in Bioqualität auch sind, wurden sie uns zuletzt im Salat doch ein wenig über. Als nun wieder eine große Schlangengurke am Strauch hing, beschloss ich, diesmal Schmorgurken auf den Tisch zu bringen. Das erste Mal seit vielen Jahren übrigens. Wüsstet Ihr auf Anhieb, wie man Schmorgurken zubereitet? Ich wusste es nicht mehr und musste mir im Internet erst einmal Anregungen suchen.

Doch dann wagte ich mich an dieses „exotische Gericht“, wie Sohnemann meinte, heran. Und siehe da: der Familie hat es geschmeckt.

Die Zutaten für 3-4 Personen als Beilage:

1 große, feste Schlangengurke oder 2 Schmorgurken (gibt es auf dem Wochenmarkt)

1 Zwiebel

1 EL Butter

100 ml Gemüsebrühe (aus gekörnter Bio-Gemüsebrühe)

1/2 Becher Sahne

1/2 Becher Crème fraîche

Salz, Pfeffer

evtl. eine Prise Zucker zur Geschmacksabrundung

Dill

Zubereitung:

Die Zwiebel schälen und fein würfeln.

Butter in einem Topf zerlassen und die Zwiebelwürfel darin glasig dünsten.

In der Zwischenzeit die Gurke schälen und längs halbieren. Mit einem Teelöffel die Kerne herauskratzen. Die Gurkenhälften in 1 cm breite Stücke schneiden.

Crème fraîche mit Gemüsebrühe und Sahne verrühren.

Sobald die Zwiebeln glasig sind, Hitze heraufschalten. Die Gurkenstücke zu den Zwiebeln geben, kurz anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen. Mit der Sahnemischung ablöschen und die Herdplatte sofort auf die kleinste Stufe schalten, so dass die Sauce nur gerade eben aufkocht. Dann die Gurkenstücke garziehen lassen. (Wir mögen sie gerne bissfest, aber das ist natürlich Geschmackssache.)

Vor dem Servieren noch einmal abschmecken und mit gehacktem Dill bestreuen.

Schmorg

Wie Ihr auf dem Bild seht, haben wir Salzkartoffeln und Schnitzel dazu gegessen. Klassisch ist auch Lachs mit Kartoffelpüree.

Bei uns müssen jetzt die nächsten Gurken erst reif werden. Bis dahin freuen wir uns dann auch wieder auf Gurkensalat 😉

 

 

Honigkuchen vom Feinsten

Medaillon Mama

Was macht man, wenn man zur Weihnachtszeit Honig geschenkt bekommt? Honigkuchen. Und was macht man, wenn man ganz viel Honig geschenkt bekommt? Ganz viel Honigkuchen. So geschehen Anfang dieser Woche. Ablehnen wollte ich den Honig nicht, weil Honigkuchen erstens köstlich schmeckt und sich zweitens hervorragend als Weihnachtsgeschenk eignet. Es war auch noch früh genug, damit er bis zum Fest gut durchziehen kann, so dass die Gewürze darin ihr volles Aroma entfalten. Also machte ich mich gleich ans Werk, und weil ich viel Honig hatte, habe ich das folgende Rezept verdoppelt. Für ein Blech oder eine große Kastenform reicht jedoch die angegebene Menge.

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Die Zutaten:

300 g milder Honig

150 g brauner Zucker

1 Prise Salz

1 TL Instantkaffeepulver in wenig heißem Wasser aufgelöst

450 g Weizenmehl

50 g gemahlene Mandeln

1 Päckchen Backpulver

2 EL Kakao

1/2 TL gemahlene Nelken

1 geh. TL Zimt

1 Prise Muskat

abgeriebene Zitronenschale von einer halben Zitrone

2 Eier

1 EL Amaretto

50 ml Rum

2 TL Zitronensaft

Zubereitung:

Honig, Butter, Zucker und Salz bei geringer Hitze schmelzen und verrühren, bis sich der Zucker gelöst hat. Dann abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit die trockenen Zutaten in eine Schüssel geben und gut mischen.

Alle flüssigen Zutaten bereitstellen.

Den Backofen vorheizen.

Die Eier zur Mehlmischung geben, mit der abgekühlten Honigmasse und den flüssigen Zutaten von der Mitte aus zu einem sehr dickflüssigen Teig verrühren. Dazu eignen sich die Knethaken am besten.

Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und gut verstreichen oder in eine große gebutterte Kastenform füllen.

Auf dem Backblech benötigt der Honigkuchen auf der zweiten Schiene von unten bei 175 °C etwa 30 bis 40 Minuten.

In der Kastenform wird er bei 160 °C auf der untersten Schiene etwa 60 Minuten gebacken.

Stäbchenprobe nicht vergessen! Nur wenn kein Teig mehr am Stäbchen klebt, ist der Honigkuchen fertig.

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Honigkuchen kann man traditionell auf dem Blech backen, ihn vorher ausstechen oder nachher in ansprechende Stücke teilen. Es gibt aber auch einen ähnlichen holländischen Frühstückskuchen in Kastenform, der zwar sehr gut schmeckt, mir aber viel zu süß ist. Außerdem enthält er Zusatzstoffe, die ich nicht darin haben möchte. Nun hatte unser Discounter vor ein paar Wochen diverse Einmalbackformen für Kastenkuchen im Angebot. Ich habe zuerst mit mir gerungen, dann aber doch – ökologisch nicht ganz korrekt – einige Packungen gekauft. Die kamen nun zum Einsatz und so habe ich bei der doppelten Teigmenge 7 große und 3 kleine holländische Frühstücks-/Honigkuchen herausbekommen.

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Ich werde sie zusammen mit selbstgemachter Orangenbutter verschenken. Es ist aber noch zu früh, um die herzustellen. Deshalb kann ich Euch das Rezept natürlich erst später verraten 🙂

Ach ja, solltet Ihr auch noch Honigkuchen für Weihnachten backen wollen: es ist noch nicht zu spät!

 Und hier ist nun auch der Link für die Orangenbutter.

Süße Christrosen mit Mandel-Pistazien-Füllung und Cranberries

Im Sommer ein Weihnachtsbackbuch zu kaufen, ist schon ein wenig verrückt. Weil es sich dabei aber um eine Sammlung alter Familienrezepte handelt, konnte ich nicht widerstehen. Denn leider gehen solche Rezepte allzu oft verloren, und das ist sehr schade. Die … Weiterlesen

Auf die gute (orientalische) Art

Ihr Lieben,

heute entführe ich (Tatjana) Euch in die Welt des Mittleren Ostens.

Nachdem ich 2010 meine Ausbildung  / Studium wasauchimmer abgeschlossen hatte, rief die große weite Welt. Je weiter, exotischer, wärmer, schöner, desto besser.

Und so ging es letztendlich als Reiseleiterin in die Vereinigten Arabischen Emirate. Bei vielen löst das jetzt ein geografisches Fragezeichen auf den Gesichtern aus. Daher hier die Erklärung. Die VAE sind ein kleines Land auf der arabischen Halbinsel und bestehen aus sieben relativ eigenständigen Emiraten: Abu Dhabi und Dubai sind sicherlich die bekanntesten und auch die größten Emirate, außerdem gibt es noch Sharjah, Ajman, Um al Qwain, Ras al Khaimah und Fujeirah. Bis auf Fujeirah liegen alle Emirate wie auf einer Perlenkette aufgereiht an der Westküste.

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Quasi das gesamte Land besteht aus Wüste, unterbrochen von einigen Oasen und Mangroven und einem Gebirge. Ein hartes Pflaster, das nur von einigen Beduinenstämmen besiedelt war. Ein hartes, karges Land, die Menschen lebten vor allem vom Anbau von Datteln, von ihren Kamelen, dem Fischfang und dem Perlentauchen – bis das Öl gefunden wurde. Auf einmal strömten Menschen aus der ganzen Welt in die Emirate, um ihr Glück zu machen – und viele sind geblieben.

Heute ist das Land ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen und Religionen – und das spiegelt sich auch in der dortigen Küche wider. In Dubai sind nur noch 20% der Bevölkerung Locals, ca. 50% sind Inder und die restlichen 30% kommen aus allen anderen Teilen der Erde. Aus der westlichen Welt, Afrika und Asien – und jeder bringt seine traditionelle Küche mit.

Über meine Arbeit erzähle ich Euch vielleicht ein andermal, heute geht es – natürlich – ums Essen. Gewohnt haben wir Reiseleiter im indischen Teil von Sharjah – und wir waren weit und breit die einzigen Weißen. Mein (kulinarischer) Tag begann meist mit einem schwarzen Tee mit Milch, stark und süß, „to go“ in einem Pappbecher für umgerechnet ca. 20 Cent am Café an der Ecke.

Tagsüber war ich in Dubai unterwegs und habe meine Gäste in den Hotels besucht, Ausflugstipps gegeben und Touren verkauft.

Zum Kochen waren wir abends meist zu müde, außerdem hatten wir alle andere Arbeitszeiten, sodass wir selten alle gemeinsam in unserer WG waren.

Aber es gab viele günstige Restaurants in der unmittelbaren Umgebung. Wenn es schnell gehen sollte, haben wir uns im Cafe direkt vor unserem Haus meist einfach ein Shawarma geholt: Eine Art Wrap aus arabischem Brot gefüllt mit Lammfleisch, das am Spieß gebraten war, Pommes (klingt komisch, schmeckt aber gut) 🙂 Gemüse und einer Sauce, von der ich nicht im Mindesten ahne, was darin sein könnte. Dazu gab es sehr salzige Mixed Pickles.

Manchmal gab es auch ein wahnsinnig leckeres Brathähnchen mit Brot und Salat, das wir mit an den Strand genommen und dort gegessen haben.

Und wenn eine bestimmte Kollegin zu Hause war und wir Lust auf Fisch hatten, sind wir zu einem Restaurant gefahren, das ich allein nie gefunden habe. Versteckt in einer kleinen Gasse, eigentlich nur aus ein paar Brettern zusammen gezimmert, gab es dort Fisch, der schachbrettförmig aufgeschnitten und gebraten wurde. Dadurch wurde die Haut kross, war ziemlich scharf gewürzt und wurde mit Brot, Salat und Mixed Pickles gereicht. Messer und Gabel kamen generell nur in den seltensten Fällen zum Einsatz. In der Regel wird das Essen einfach mit einem Stück arabischen, dünnen Fladenbrotes aufgenommen und gegessen.

So auch bei diesem (um welchen Fisch es sich genau gehandelt hat, habe ich nie herausgefunden).

Was bei keiner Mahlzeit fehlen durfte, war Hummus. Kichererbsenpaste mit Tahini und warmem Olivenöl. Jedes Restaurant, jede Familie hat ihr eigenes Rezept, überall schmeckt er ein bisschen anders. Ich mag ihn am liebsten glatt und cremig, mit viel Tahini und aufgeschlagen mit Olivenöl.

Seit ich aus den Emiraten zurück bin, kann ich den Hummus aus dem Supermarkt nicht mehr sehen – und ich habe noch kein Restaurant gefunden, das einen guten Hummus anbietet. Daher machen wir ihn ab und zu selbst, was aber relativ viel Arbeit macht. Ein Rezept findet Ihr im Post https://aufdiegutealteart.wordpress.com/2014/01/04/silvester-auf-orientalisch/

Wenn wir doch mal selbst kochen wollten, befand sich der Fisch- und Gemüsemarkt fußläufig zu unserer Wohnung. So günstigen und so frischen Fisch habe ich vorher noch nie gegessen. Quasi direkt aus dem Fischernetz in die Pfanne – und das Beste: Wir konnten ihn uns vor Ort entschuppen, ausnehmen und filetieren lassen. Man kauft den Fisch (und handelt fleißig – als blonde deutsche Frau wird einem alles erst einmal zum dreifachen Preis angeboten) :), drückt ihn einem der zahlreichen Fischentschupper (dort ist das tatsächlich ein Beruf) in die Hand und voila. Mit den fertigen Filets – oder den Garnelen (auch so frisch und lecker) ab nach Hause, würzen und in die Pfanne – oder den Topf. Ein Hochgenuss.

Und so könnte ich stundenlang weiter schreiben. Ich habe so ziemlich alles probiert: Libanesisch, pakistanisch, indisch, meist einfach, meist scharf, aber wahnsinnig lecker – und wenn wir doch mal Appetit auf etwas Heimisches hatten, konnten wir im Hofbräuhaus in Dubai sogar Brezeln mit Weißwurst essen.

Auf jeden Fall wird aber wohl noch so mancher Beitrag mit arabischen Geschichten und Rezepten folgen – denn seit meiner Zeit in den VAE liebe ich die orientalische Küche.