Salat aus Porreegrün

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

so langsam lässt sich der Frühling nicht mehr aufhalten und wir warten schon sehnsüchtig auf das junge Freilandgemüse. Wer nachhaltig handeln und keinen Spargel aus Südamerika und Dergleichen kaufen möchte, muss sich noch hauptsächlich mit den verschiedenen Kohlsorten, Wurzelgemüse und Porree (auch Lauch genannt) begnügen. Die vielen Kohlsorten essen wir sehr gerne und wärmende Eintöpfe aus unterschiedlichen Gemüsesorten sorgen für Abwechslung auf dem Speiseplan. Die weißen und hellgrünen Teile des Porrees verwende ich ganzjährig für Soßen und Eintöpfe, pur dagegen eher selten. Die dunkelgrünen Abschnitte waren für mich immer Abfall und landeten auf dem Kompost. Ich weiß, dass viele von Euch die dunklen Teile als Suppenzutat nutzen, aber da es bei uns höchst selten Suppe gibt, hatte ich bisher keine Verwendung dafür.

Vor ein paar Tagen sah ich nun, wie Diana Burkel, eine Spitzenköchin aus Nürnberg, in einer Fernsehsendung Porree in drei verschiedenen Zubereitungsarten für ein Gericht verwendete: die weißen Abschnitte wurden gedünstet, die hellgrünen zusammen mit eingelegtem Grillpaprika zu einer stückigen Sauce verarbeitet, und aus den dunklen Abschnitten bereitete sie einen Salat zu. Ich griff die Idee auf und probierte auch den Salat aus den dunkelgrünen Blättern, die ich sonst immer auf dem Kompost entsorgt hatte. Und was soll ich sagen: Dieser Salat ist der Hammer! Und ganz einfach in der Zubereitung ist er obendrein! Tatjana wollte gleich das Rezept dafür. Ich habe ihr versprochen, dass sie es demnächst in unserem Blog findet. Hier ist es also:

Ihr braucht dafür:

die dunkelgrünen Porreeabschnitte, die Ihr nicht für ein Porreegericht verwenden könnt

eine große Pfanne

Rapsöl

Essig

Salz, Pfeffer

eine Prise Zucker

Und so einfach geht es:

Den gewaschenen Porree in feine Streifen schneiden.

Die Pfanne mit ganz wenig Öl richtig heiß werden lassen. Den Porree hineingeben und, zunächst ohne umzurühren, kräftig anbraten. Er darf ruhig braune Stellen bekommen. Dann wenden. Wenn er rundherum angebraten ist, auf einem Teller flach ausbreiten und etwas abkühlen lassen. So behält er seine frische grüne Farbe (und wird nicht, wie Diana meinte, „bundeswehrbraun“).

Die lauwarmen Porreestreifen in eine Schüssel geben. Mit einem Schuss Essig, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken. Zum Schluss evtl. noch etwas Öl hinzufügen. Lauwarm oder kalt genießen.

Porreesalat

Ich verspreche Euch, bei mir landen die dunklen Porreeblätter nie wieder auf dem Kompost! 😉

 

Paprika-Sauerkraut-Topf

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

kennt Ihr noch die Zeiten, in denen fast jede Hausfrau Regale voller Gläser mit Selbsteingemachtem im Keller hatte? Als ich ein Kind war, besaß noch längst nicht jeder Haushalt einen Kühlschrank, geschweige eine Tiefkühltruhe. Dafür wurde aus den Früchten des eigenen Gartens Marmelade gekocht, das Gemüse eingeweckt oder eingelegt und oftmals sogar einmal im Jahr ein Schwein geschlachtet, zumindest auf dem Land. Dessen Fleisch landete ebenfalls in Gläsern auf dem Vorratsregal bzw. hing als Schinken oder Dauerwurst daneben.

Und heute? Heute geht man in den Supermarkt. Dort gibt es Obst und Gemüse ganzjährig frisch zu kaufen. Fleisch liegt fertig portioniert im Kühlregal. Alles andere findet man in weiteren Regalen: Milchprodukte, Teigwaren, Konserven, Tiefkühlkost etc. Wer überhaupt keine Zeit zum Kochen hat, kauft einfach halb oder ganz vorgefertigte Speisen. Eine Vorratshaltung ist deshalb eigentlich nicht mehr nötig. Eigentlich. Denn es gibt auch den umgekehrten Trend, dass man sich wieder auf das Haltbarmachen von Lebensmitteln besinnt. Fermentieren, Einkochen und Selbermachen findet immer mehr Anhänger.

Das Bundesat für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat jetzt sogar einen Wettbewerb ausgelobt, Rezepte für ein „Notfallkochbuch“ einzureichen. Denn was ist, wenn es aufgrund von Naturkatastrophen, eines Cyberangriffs oder menschlichen Versagens für längere Zeit einmal keinen Strom oder keine Möglichkeit einzukaufen gibt? Dann ist derjenige glücklich, der klug eingelagerte Vorräte und einen Grill oder einen Holz- bzw. Gaskocher hat.

In dieser Hinsicht brauchen zumindest wir uns keine Sorgen zu machen: Unser Vorratsschrank ist gefüllt mit haltbaren Lebensmitteln und auf dem Kellerregal stehen einige Konserven, außerdem Gläser mit selbstgemachter Marmelade, Tomatensugo, Kimchi und ein Topf voll Sauerkraut.

Ob sich mein deftiger Paprika-Sauerkraut-Topf als Notfall-Rezept eignen würde, weiß ich nicht, aber bei diesem nasskalten Wetter wärmt er so richtig schön von innen.

Paprika-Sauerkraut

Für ca. 4 Portionen benötigt man folgende Zutaten:

2 Zwiebeln

1-2 Knoblauchzehen

2 rote Paprikaschoten

1 Dose Sauerkraut (ca. 800 g)

1-2 EL Öl oder Butterschmalz

150 g Crème fraîche

150 g Schmand oder saure Sahne

1 EL Tomatenmark

1 EL Paprikamark oder Aivar

1 EL Paprikapulver (wahlweise geräuchert)

1 TL gem. Kümmel

1 Lorbeerblatt

Salz

Die Zubereitung:

Backofen auf 200 °C vorheizen.

Zwiebeln und Knoblauch schälen. Die Zwiebeln in Streifen oder Würfel schneiden.

Die Paprikaschoten vierteln, die Kerne und weißen Trennhäute entfernen. Paprika in Streifen schneiden.

Crème fraîche und Schmand mit Tomaten-, Paprikamark und Kümmel verrühren und beiseite stellen.

Das Fett in einem ofenfesten Topf nicht allzu heiß werden lassen. Die Zwiebeln kurz darin anschwitzen, Paprikastreifen und durchgepressten Knoblauch hinzufügen und alles zusammen einige Minuten kräftig anbraten. Mit Paprikapulver bestäuben. Sauerkraut und Lorbeerblatt hinzufügen. (Wem das Sauerkraut zu sauer ist, drückt es aus und wäscht es gegebenenfalls kurz ab). Die Crème fraîche-Mischung darübergeben und alles vermischen. Mit ein wenig Salz würzen. Falls die Mischung zu trocken ist, etwas Wasser oder Brühe dazugeben.

Den Topf schließen und auf die unterste Schiene in den vorgeheizten Backofen stellen. Den Eintopf etwa 1 1/4 Stunde  garen.

Wer mag, kann die letzten 15 Minuten ein Stück Kassler oder geräucherte Wurst etc. auf das Gemüse legen und mitgaren. Oder man serviert Frikadellen wie ich dazu.

Dazu gibt es z.B. Schupfnudeln, Salzkartoffeln, Kartoffelbrei, Nudeln oder, oder …

Falls etwas übrig bleibt, schmeckt der Eintopf aufgewärmt auch am nächsten Tag – vielleicht sogar noch ein wenig besser.

 

 

Grünkohl modern und doch klassisch

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

wenn man jetzt bei uns über den Markt geht, sieht man überall die auffälligen Rosetten des Grünkohls liegen. Ich gebe zu, bis vor kurzem habe ich Grünkohl immer tiefgekühlt, bereits kleingeschnitten und blanchiert gekauft. Durch unsere Lieblingsgartensendung im Fernsehen inspiriert, wollte ich ihn aber auch einmal frisch zubereiten.

Zunächst war ich etwas überrascht von dem Volumen, das da für 2 Portionen vor mir lag, obwohl der Bauer auf dem Markt die Blätter bereits vom Strunk geschnitten hatte. Nach der Zubereitung blieb aber tatsächlich nur so viel übrig, wie wir auch bewältigen konnten.

Und dann stellte sich die Frage, was man daraus macht. Im Internet wird Grünkohl ja als „Superfood“ in den abenteuerlichsten Varianten beworben. Roh genossen soll er unschlagbar gesund sein (was vermutlich auch stimmt), aber ein Leckerbissen ist er so bestimmt nicht. Die meisten modernen Vorschläge finde ich nicht sehr verlockend, und meinem Schatz, der von Kindheit an die rheinische Art gewohnt ist, brauche ich damit schon gar nicht zu kommen. Also habe ich mir einen Kompromiss überlegt: die Zutaten sind klassisch, die Zubereitung ist modern. Grünkohl-Gratin zum Beispiel isst er sehr gerne (das Rezept dazu findet Ihr hier).

 

Für die moderne Variante der rheinischen Grünkohl-Zubereitung benötigt Ihr für 4 Portionen folgende Zutaten:

ca. 1 kg geputzten Grünkohl (also die Blätter ohne Strunk und dicke Stiele)

2 Zwiebeln

2 EL neutrales Öl zum Braten, z.B. Rapsöl

100 bis 200 g gewürfelten geräucherten Speck

Salz, Pfeffer,

je 1 Prise Zimt und Muskat

nach Belieben: 1-2 EL feine Haferflocken für eine leichte Bindung

Die Zubereitung:

Die Grünkohlblätter zunächst in reichlich kaltem Wasser waschen. Die restlichen noch vorhandenen groben Stiele entfernen.

In einem ausreichend großen Topf Wasser zum Kochen bringen. Das Kochwasser großzügig salzen. Den Grünkohl in das kochende Wasser geben und 3 Minuten blanchieren.

Eine große Schüssel Eiswasser bereit halten und den blanchierten Grünkohl hineingeben. Danach in einem Durchschlag abtropfen lassen.

Die Zwiebeln schälen und fein würfeln. In dem Öl leicht andünsten. Den Speck dazugeben und weiterdünsten, bis die Zwiebeln glasig und weich sind.

In der Zwischenzeit den blanchierten Grünkohl in beliebig grobe oder feine Stücke schneiden. Zum Zwiebel-Speck-Gemisch geben. Mit Salz, Pfeffer und je einer Prise Zimt und Muskat würzen. Evtl. die Haferflocken hinzufügen. Alles gut vermischen und bei geringer Hitze bis zum gewünschten Garpunkt weiterdünsten.

Wir mögen den Grünkohl gerne mit ein wenig Biss. Dann hat er auch noch seine appetitlich grüne Farbe. Mettwürstchen und Bratkartoffeln sind klassische Beilagen wie zur rheinischen Variante. Das Gemüse selbst schmeckt aber frischer, sogar ein klein wenig süßlich – modern eben!

Grünkohl modern

Natürlich schmeckt auch diese Variante (vorsichtig) aufgewärmt ausgezeichnet.

 

Kürbis-Maronen-Quiche mit Dinkelmehlboden

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

was war das wieder für ein Sommer! Wochenlang gab es keinen Tropfen Regen und ich kam aus dem Wässern nicht mehr heraus. Neben den Blumenrabatten hatte ich etwa 10 Tomatenpflanzen in Töpfen, die, wollte ich Früchte ernten, natürlich ebenfalls versorgt werden mussten. Sie dankten es mir mit einer reichen Ernte. So kochte ich daraus Sugo und Ketchup, verarbeitete ich geschenkte Äpfel zu Gelee und Mus. Ebenfalls geschenkte Feigen wurden zu köstlichen Konfitüre-Mischungen, und was von den Himbeeren nicht direkt verschmaust wurde, ergab einen herrlich aromatischen Essig. Und sollte ich der Meinung gewesen sein, die Vorräte für den Winter würden nun ausreichen, so belehrte mich Tatjana in dieser Woche eines Besseren: Wir hatten uns doch vorgenommen, wieder Sauerkraut einzulegen. Nun liegen auch noch 6 gehobelte, eingesalzene und eingestampfte Kohlköpfe in unserem kleinen! Sauerkrautfass, in dem es bereits zu blubbern beginnt. Dabei bin ich gedanklich schon bei der Weihnachtsbäckerei. Nächste Woche will ich mich an einen Weihnachtsstollen wagen.

Bevor es nun aber damit losgeht, möchte ich heute erst noch ein anderes Rezept mit Euch teilen. Denn bei all dem Anlegen von Vorräten muss der Mensch ja schließlich jeden Tag essen. Kürbisse und Maronen sind im Supermarkt zur Zeit nicht zu übersehen und bieten sich geradezu als Zutaten für ein saisonales Gericht an. Ich hatte vor einiger Zeit beim Stöbern im Internet ein Rezept damit entdeckt, das sehr verlockend klang. Es stammt von dem Sternekoch Christian Jürgens. Davon ließ ich mich inspirieren und habe die Quiche nun für meine Familie gebacken. Für den Boden habe ich Dinkelmehl der Type 1050 verwendet, weil ich kein Freund des klassischen Mürbeteigs bin.

Hier die Zutaten

für den Mürbeteigboden:

250 g Dinkelmehl Type 1050

1 gestr. TL Salz

1 Prise Zucker

125 g weiche Butter

1 Ei + 1 Eigelb

evtl. etwas kaltes Wasser

für die Füllung:

250 g gekochte Maronen

2 geh. EL Aprikosenkonfitüre oder Apfelgelee

1 EL Wasser

1 Prise Zimt

1 Prise Salz

1/2 Hokkaido-Kürbis

Saft 1/2 Zitrone

1 Knoblauchzehe

200 g Schlagsahne

3 Eier

Salz, Pfeffer, Muskatnuss

2 EL gehackte Petersilie

150 g geriebener Käse

Zubereitung:

Die trockenen Zutaten für den Teig in einer Schüssel mischen. Die Eier und die Butter darauf geben. Mit den Knethaken kurz vermischen, dann mit den Händen schnell zu einem glatten Teig verkneten. Sollte er zu trocken sein, etwas kaltes Wasser dazugeben. (Das Dinkelmehl verlangt nach etwas mehr Flüssigkeit als normales Weizenmehl.) Den Teig in Klarsichtfolie 30 Minuten kalt stellen. Danach ausrollen und eine gefettete Quicheform damit auslegen. Überstehende Ränder abschneiden. Wieder kalt stellen.

In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten:

Maronen vierteln. In einem ausreichend großen Gefäß die Marmelade mit Wasser verrühren. Die Maronen dazugeben. Mit Salz und Zimt würzen und die Maronen unter vorsichtigem Rühren glasieren.

Den Hokkaido teilen, die Kerne entfernen (das geht am besten mit einem Eisportionierer; alternativ mit einem Esslöffel). Die Kürbishälften in dünne Spalten schneiden und in eine Schüssel geben. Den Zitronensaft darübergießen. Die Knoblauchzehe dazupressen. Alles vermischen.

Den Backofen auf 175 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Die Sahne mit den Eiern verquirlen. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Muskatnuss würzen. Petersilie unterrühren.

Quiche-Form aus dem Kühlschrank nehmen, Teigboden mehrmals mit einer Gabel einstechen (damit er sich nicht wölbt). Kürbisspalten und Maronen darauf verteilen. Die Sahnemischung darübergießen. Mit dem Käse bestreuen. (Kürbis und Maronen sind mild im Geschmack; deshalb darf der Käse ruhig kräftig sein.)

Die Quiche auf der untersten Leiste im Backofen für ca. 45 Minuten backen, bis die Sahne-Ei-Masse gestockt ist. Falls der Käse schon vorher gebräunt ist, die Quiche noch einige Minuten im ausgeschalteten Backofen stehen lassen.

Dazu habe ich einen Krautsalat und eine Schmandcreme serviert, die ich mit Salz,  Pfeffer, Zitronensaft und -schale, einer Prise Zucker sowie gemischten Kräutern abgeschmeckt habe.

Ein leckeres und sättigendes Gericht, genau richtig für diese Jahreszeit. Guten Appetit!

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„Japanisches Kraut“: Butaniku no Shoga yaki

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

wusstet Ihr, dass in Düsseldorf die größte japanische Gemeinde Deutschlands lebt? Es gibt dort zahlreiche japanische Firmen und für deren Angestellte und ihre Familien, die weit weg von zu Hause sind, japanische Geschäfte und Restaurants. Der Japantag ist jedes Jahr ein ganz besonderes Event für alle Düsseldorfer sowie für viele Gäste aus dem Umland und endet immer mit einem spektakulären Feuerwerk.

Mittlerweile sind uns Gerichte und Zutaten aus der japanischen Küche nicht mehr ganz fremd. Das war vor einigen Jahren noch ganz anders. Wer wusste in den Sechziger-/Siebziegerjahren des letzten Jahrtausends denn schon, was Sojasauce ist? Sushi kennt heute jeder. Die meisten haben es zumindest schon einmal probiert.

Das Rezept, das ich euch heute vorstelle, habe ich vor mehr als drei Jahrzehnten in der Zeitschrift einer bekannten japanischen Automarke gefunden. Ich nehme deshalb an, dass es einigermaßen authentisch ist. Mittlerweile sind die Zutaten für dieses Gericht in fast jedem Supermarkt erhältlich. Ich finde, es ist eine Abwechslung zu unseren meist ziemlich biederen Weißkohlgerichten und schmeckt uns wirklich gut. Und einfach zuzubereiten ist es obendrein.

Japankohl

Für 2 – 3 Portionen braucht Ihr:

400 g mageres Schweinefleisch (ich nehme allerdings Kalbfleisch)

1 daumengroßes Stück frischen Ingwer

2 EL Sake oder trockenen Sherry

3 EL Sojasauce

1 TL Zucker

200 g Weißkohl (oder mehr)

neutrales Öl zum Anbraten

Die Zubereitung:

Das Fleisch in ca. 1/2 cm dicke Streifen schneiden.

Ingwer schälen und reiben, mit Sake oder Sherry, Sojasauce und Zucker mischen. Die Fleischstreifen darin mindestens 10 Minuten marinieren, dann gut abtropfen lassen. Die Marinade auffangen.

In der Zwischenzeit den Weißkohl ebenfalls in Streifen schneiden.

Öl in einer großen Pfanne erhitzen, das abgetropfte Fleisch kurz anbraten und aus der Pfanne nehmen.

Den Kohl bei starker Hitze ebenfalls anbraten. Er darf ruhig etwas bräunen. Die Hitze etwas zurücknehmen. Mit der Marinade ablöschen. Das angebratene Fleisch dazugeben und kurz zusammen angehen lassen. Bei ganz kleiner Hitze und aufgelegtem Deckel bis zur gewünschen Bissfestigkeit des Kohls garen lassen. Gegebenenfalls mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Vermutlich essen die Japaner Reis zu diesem Gericht. Ich finde jedoch, dass ein selbstgemachtes Kartoffelpüree unschlagbar gut dazu passt. Aber das müsst Ihr selbst herausfinden. 🙂

 

 

Coleslaw – Wintersalat mit Weißkohl

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

während andernorts noch Winter herrscht, steht bei uns der Frühling schon in den Startlöchern: die Schneeglöckchen und Krokusse blühen, was das Zeug hält. Bis die ersten, zarten Frühlingsgemüse zu haben sind, wird es allerdings noch dauern. Deshalb habe ich heute einen Salat für Euch, der schön farbig ist und bestimmt die Laune hebt im tristen Grau. Und eines versichere ich Euch: er schmeckt besser als der, den man in einem bekannten Schnellimbiss zu den Hähnchenteilen serviert bekommt. Die Rede ist von Coleslaw, was nichts anderes ist als ein bunter Krautsalat. Ich verwende am liebsten Spitzkohl dazu, denn er ist schön knackig und dennoch zart.

Coleslaw Zutaten

Ihr benötigt:

1 mittelgroßen Spitzkohl

3 Möhren

3 Stangen Staudensellerie

1 Apfel

Salz, Pfeffer

1 kleine Zwiebel

150 g Mayonnaise

150 g Crème fraîche

Zubereitung:

Spitzkohl vierteln und in dünne Streifen schneiden. Möhren raspeln. Sellerie in dünne Scheiben schneiden. Apfel raspeln. Alles mischen und mit Salz und Pfeffer würzen.

Die Zwiebel fein würfeln. Mayonnaise und Crème fraîche verrühren, die Zwiebelwürfel daruntermischen. Unter das Gemüse heben. Etwas durchziehen lassen, abschmecken und servieren!

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Einen guten Appetit wünscht Euch

Brigitte

 

 

 

 

Pichelsteiner, modern

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

dieses ungemütliche Wetter verlangt, wie ich finde, nach einem wärmenden Gemüse-Eintopf: Pichelsteiner zum Beispiel. Wenn ich früher Pichelsteiner gekocht habe, war das immer irgendwie stressig. Bis das ganze Gemüse vorbereitet war und zusammen in den Topf kam, wurde die Zeit, die zum Garen blieb, immer knapp. Denn wir hatten relativ feste Essenszeiten und die Familie war dann hungrig. So kam der Schnellkochtopf zum Einsatz, und am Ende war das Gemüse blass und oft zerkocht, was wir gar nicht mögen.

Dieser Pichelsteiner steht in gut einer Stunde auf dem Tisch und die Zubereitung verläuft recht entspannt, da die einzelnen Zutaten nach und nach in den Topf gegeben werden. Das Ergebnis ist ein köstlicher Eintopf, der bei niedriger Temperatur gegart wird, so dass das Gemüse Farbe und Biss behält und jede Gemüseart noch an ihrem Geschmack zu erkennen ist. Auf die Art bleiben auch mehr von den guten Inhaltsstoffe erhalten.

pichelsteiner

Ich nahm folgende Zutaten:

500 g Kalbsgulasch (Schwein oder Rind, auch gemischt, ist ebenfalls möglich)

1 Zwiebel

1 Knoblauchzehe

4 mittelgroße Kartoffeln

4 mittelgroße Möhren

1 Stück Sellerie, wie es in abgepacktem Suppengemüse enthalten ist

2 Petersilienwurzeln

1 Stange Porree

ca. 1/8 l Brühe

2 EL Sojasauce

1 Lorbeerblatt

1 TL Majoran

1 TL Kümmel, gemahlen

Salz, Pfeffer

1 – 2 EL gehackte Petersilie

1 TL Butterschmalz

Und so geht es:

Die Zwiebel schälen und würfeln. Die Knoblauchzehe ebenfalls schälen und nur andrücken.

Das Kalbsgulasch mit der Sojasauce vermischen.

In einem ausreichend großen Topf das Butterschmalz bei Mittelhitze zerlassen. Zwiebeln kurz angehen lassen. Knoblauchzehe und Kalbfleisch dazugeben. Unter Rühren kurz anbraten. Lorbeerblatt und Majoran zufügen. Das Fleisch bei niedriger Temperatur und geschlossenem Deckel 20 Minuten dünsten.

In der Zwischenzeit die Kartoffeln schälen und in etwa 2×2 cm große Würfel schneiden. Nach 20 Minuten auf das Kalbfleisch schichten. Mit wenig Salz und dem Kümmel bestreuen. Die warme Gemüsebrühe angießen, so dass die Kartoffeln knapp bedeckt sind. Deckel erneut schließen und leise simmernd weitergaren lassen.

Dann Sellerie und Petersilienwurzel schälen und würfeln. Die Möhren ebenfalls. Nach weiteren 20 Minuten das Wurzelgemüse auf die Kartoffeln schichten. Wieder leicht salzen. Bei geschlossenem Topf weitersimmern lassen. (Es muss nicht mit Flüssigkeit bedeckt sein, sondern gart im aufsteigenden Dampf und behält so seine Farbe.)

Die Porreestange halbieren, waschen und in beliebig große Stücke schneiden. Nach 10 Minuten auf das Wurzelgemüse geben. Deckel auflegen und so lange weitergaren, bis das Gemüse die gewünschte Bissfestigkeit hat.

Am Ende die Petersilie zufügen, alles vorsichtig vermischen, mit Pfeffer und evtl. Salz abschmecken.

So ein bunter Eintopf sieht nicht nur appetitlich aus, sondern schmeckt und tut gut. Ein echter Seelenwärmer eben!

 Die angegebene Menge reicht für 2 – 3 Portionen und kann beliebig erweitert werden. Auch bei den Gemüsesorten kann man ganz nach den eigenen Vorlieben variieren:  Kohlrabi, Blumenkohl, Wirsing, Weißkraut, Grünkohl! passen zum Beispiel ebenfalls gut und bringen Abwechslung.

Und nun: Lasst es Euch schmecken!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Grünkohl-Gratin

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

die Feiertage liegen hinter uns. Wir haben gefeiert, gelacht, gespielt, uns ausgeruht und natürlich ausgiebig geschlemmt. Jetzt haben wir uns vorgenommen, wieder mehr auf gesundes Essen zu achten. Die ersten Vorbereitungen dazu habe ich noch „zwischen den Jahren“ getroffen, indem ich einen kleinen Vorrat unseres beliebten Kimchis angesetzt habe. Es ist nun fertig, schmeckt köstlich und wartet im Kühlschrank darauf, uns gesund durch den Winter zu bringen.

Hier habe ich gleich noch einen gesunden Vorschlag für Euch: Grünkohl gehört für die Briten und Amerikaner zu den neuen Superfoods. Dort heißt er „kale“ und wird vor allem roh verzehrt. Bei uns ist Grünkohl nicht neu: man kennt und isst ihn schon seit 500 Jahren. Früher wartete man, bis er Frost bekommen hatte, weil er dadurch milder im Geschmack geworden war. Heute weiß man, dass nicht Frost, sondern niedrige Temperaturen die enthaltenen Bitterstoffe abmildern. Von November bis März ist Grünkohl frisch erhältlich. Den Rest des Jahres oder wenn man im Süden unseres Landes wohnt, wo Grünkohl eher nicht angebaut wird, steht TK-Ware zur Verfügung.

Gesund ist Grünkohl allerdings: Bei nur 31 Kilokalorien pro 100 g enthält er reichlich die Vitamine C, A und E sowie Folsäure, Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Eisen und Zink,  reichlich Ballaststoffe und, wichtig für die Muskeln, 4 Gramm Protein. Er soll entgiften, Entzündungen hemmen und angeblich sogar Krebs vorbeugen. Ich gebe zu: in roher Form, wie die Briten und Amerikaner ihren „kale“ hypen, ist er gar nicht mein Fall. Als fettreicher Eintopf, triefend vor Schmalz, aber auch nicht.

Dieser Grünkohleintopf ist nach meiner Meinung ein guter Kompromiss und schmeckt vielleicht sogar jemandem, der Grünkohl sonst überhaupt nicht mag.

Für 4 Portionen braucht Ihr:

6 mittelgroße Pellkartoffeln, frisch gekocht oder als Rest

1 kg frischen bzw. 500 g TK-Grünkohl

5 EL Butterschmalz oder Rapsöl

Salz

Pfeffer

1 Prise Muskatnuss

1/2 TL Zimt

1 gute Prise Zucker

insges. 4 Zwiebeln (zum Überbacken nach Geschmack auch mehr)

2 EL Semmelbrösel

4 geräucherte Bauernknacker (Vegetarier können stattdessen mit Rauchsalz würzen)

Zubereitung:

Frischen Grünkohl verlesen, waschen und grob hacken.

1 Zwiebel schälen, würfeln und in 3 EL Fett glasig dünsten. Grünkohl hinzufügen, kurz mit anrösten, salzen und pfeffern. Evtl. etwas Wasser oder, falls vorhanden, Brühe zugeben, damit der Grünkohl nicht ansetzt. In etwa 30 Minuten bissfest dünsten lassen. Dann mit Muskat, Zimt, Zucker und evtl. (Rauch-)Salz abschmecken. Vorsicht: die Bauernknacker salzen nach!

In der Zwischenzeit die restlichen Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. Im restlichen Fett glasig dünsten. Semmelbrösel hinzufügen und salzen. Beiseite stellen.

Backofen auf 200 °C vorheizen.

Eine Auflaufform fetten.

Die gekochten Kartoffeln schälen, in Scheiben schneiden und in die Auflaufform geben. Den Grünkohl darauf schichten. Die Bauernknacker in den Grünkohl drücken. Mit dem Zwiebel-Semmelbrösel-Gemisch bedecken.

Auf der untersten Schiene des Backofens in ca. 30 Minuten goldbraun backen.

Grünkohl

In diesem Sinn wünschen wir Euch ein gesundes, glückliches und insgesamt wundervolles Jahr.

 

 

Linsensalat

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

so langsam wird es Zeit für die Weihnachtsbäckerei. Doch hier, wie versprochen, zunächst noch mein Vorschlag für einen Linsensalat. Dazu lässt sich prima ein Rest Linseneintopf, z.B. dieser, verwerten, aber natürlich kann man die Linsen auch speziell dafür kochen.

Mein Rezept ist ausreichend für eine Portion als Hauptmahlzeit; für mehrere Esser nimmt man entsprechend mehr von allem. Die Mengen der einzelnen Zutaten dürfen je nach Geschmack variieren.

Ich nahm:

2 gehäufte EL gekochte Linsen, fertig gewürzt

1 EL eingelegte rote Bete, kleingewürfelt

1/2 Apfel, geschält und kleingewürfelt

1 Frühlingszwiebel oder ein Stück Porree (vom weißen Teil), kleingeschnitten

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Für das Dressing habe ich

2 EL weißen Balsamico,

1 Prise Salz,

1 Prise Zucker,

1 TL geriebener Meerrettich

mit etwas Wasser herzhaft abgeschmeckt, dann

4 EL Rapsöl daruntergerührt

und alles gut vermischt.

Etwas durchziehen lassen, und schon hat man einen sättigenden Salat als Hauptgericht oder Beilage, ganz wie gewünscht.

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Linseneintopf, italienisch inspiriert

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

was war das für ein großartiger Sommer! Das Einzige, was hier über Monate wirklich gefehlt hat, war hin und wieder ein Regenguss. Das bedeutete für mich, fast jeden Tag 1 1/2 Stunden den Garten zu wässern. Wie gut, dass wir einen Brunnen haben! Salat war in dieser Zeit unsere Hauptnahrung, denn zum Kochen war es meist einfach zu heiß. Nun ist die Hitze vorbei und uns verlangt wieder nach Deftigem. Nach Eintopf zum Beispiel.

Linseneintopf kann man spontan zubereiten, weil Linsen im Gegensatz zu anderen Hülsenfrüchten nicht eingeweicht müssen. Für unseren Linseneintopf habe ich Berglinsen genommen; sie behalten etwas mehr Biss im Gegensatz zu Tellerlinsen und sind nicht so mehlig. Natürlich schmeckt er auch mit „normalen“ Tellerlinsen.

Für 4 Personen braucht Ihr:

2 Tassen Berg- oder Tellerlinsen

2 EL gutes Olivenöl (oder Rapsöl)

1 mittelgroße Zwiebel

1 Zehe Knoblauch

1-2 Möhren

1 Stange Porree

1 kleine Dose stückige Tomaten oder Kirschtomaten

1 Zweig Rosmarin oder/und Thymian

etwa 4 Tassen Gemüsebrühe

Salz, Pfeffer

Mettwürstchen oder ersatzweise durchwachsenen Speck

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Und so geht es:

Zwiebel schälen und fein würfeln, in dem Öl glasig schwitzen.

Knoblauch ebenfalls schälen, zu den Zwiebeln pressen. (Wer Speck nimmt, sollte den gewürfelten Speck jetzt zu dem Zwiebel-Knoblauch-Gemisch geben.)

Möhren schälen und in beliebige Würfel schneiden. Porree waschen, die hellen Teile ebenfalls in beliebige Stücke schneiden. Beides zu dem Zwiebel-Knoblauch-Gemisch geben.

Die Linsen in einem Sieb kurz abspülen, mit Rosmarin oder/und Thymian ebenfalls hinzufügen. Alles kurz weiterschwitzen lassen, dann die Tomaten untermischen.

Den Eintopf mit Gemüsebrühe ablöschen, aufkochen, zugedeckt etwa 1 Stunde leicht köcheln lassen, bis die Linsen weich sind. Falls der Eintopf zu dick ist, noch etwas Brühe oder Wasser hinzufügen.

10 Minuten vor Ende der Garzeit gebe ich die Mettwürstchen in den Eintopf und lasse sie darin garziehen. Wiener oder andere Würstchen schmecken natürlich auch.

Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Ich serviere Salzkartoffeln dazu. Wer mag, kann Kartoffelwürfel gleich im Eintopf mitkochen. Der Schwabe reicht Spätzle dazu 😉

Wie alle Eintöpfe schmeckt er aufgewärmt fast noch besser als frisch, so dass wir gerne zweimal davon essen. Sollte dann noch etwas übrig bleiben, verwerte ich den Rest zu einem sättigenden und erfrischenden Linsensalat. Das Rezept dafür verrate ich Euch das nächste Mal 🙂

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