Magenbrot-Cantuccini

Medaillon Mama

Hallo, Ihr Lieben! Kennt Ihr Magenbrot? Wenn Ihr aus dem Süden Deutschlands stammt, vermutlich ja. Vor allem in Baden-Württemberg und auch in der Schweiz wird es auf jedem Weihnachtsmarkt angeboten. Zumindest hat man mir das so gesagt. Hier bei uns im Westen ist dieses Gebäck jedoch kaum bekannt. Ich habe ein wenig herumgefragt und bei vielen ein Kopfschütteln als Antwort bekommen. Das muss sich ändern, finde ich. Deshalb habe ich Magenbrot in meine diesjährige Weihnachtsbäckerei aufgenommen und möchte sie Euch hier vorstellen. Die großen Mandelstücke darin sind nicht original. Ich habe sie mir von den italienischen Cantuccini abgeschaut, weil ich finde, sie geben dem Gebäck zusätzlich etwas Biss.

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Magenbrot besteht aus einem dunklen Honigteig, der an einem Tag zubereitet und erst am nächsten gebacken wird. So kann man sich die Arbeit gut einteilen.

Hier die Zutaten für ca. 70 Stck:

150 g abgezogene ganze Mandeln

125 g Honig

50 g brauner Zucker

100 g weißer Zucker

1 Prise Salz

2 EL starker Kaffee

20 g Butter

500 g Mehl

1/2 Pckg. Backpulver

2 EL dunkles Kakaopulver

1 1/2 TL Lebkuchen- oder Spekulatiusgewürz

Abrieb von je 1/2 Zitrone und Orange in Bio-Qualität

1 Paket Orangeat

gut 100 ml warme Milch

1 Ei

 

Für den Guss:

400 g Zucker

100 ml Wasser

2 TL Zitronensaft

2 TL Rum

1 TL Kakaopulver

 

Und so geht es:

In einer trockenen Pfanne röstet Ihr zunächst die Mandeln leicht an, bis sie duften, und lasst sie dann abkühlen.

Für den Teig gebt Ihr Honig, Zucker, Salz, Kaffee und Wasser in einen Topf und erhitzt alles bei mittlerer Hitze. Zwischendurch immer wieder umrühren. Sobald sich der Zucker vollständig aufgelöst hat, nehmt Ihr den Topf von der Kochstelle und rührt die Butter darunter. Nun die Masse etwas abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit siebt Ihr das Mehl zusammen mit dem Backpulver in eine Schüssel und mischt das Kakaopulver und die Gewürze sowie den Abrieb darunter. Die Mandeln hackt Ihr nur ganz grob und gebt sie ebenfalls dazu.

Das Orangeat zerkleinert Ihr zusammen mit der Milch im Mixer. Rührt die Milch und das Ei  unter die abgekühlte Honigmasse und gebt sie zur Mehlmischung. Verarbeitet dann alles mit den Knethaken des Handrührers zu einem homogenen Teig. Den Teig stellt über Nacht kalt.

Am nächsten Tag heizt Ihr den Backofen auf 175 °C vor. Dann teilt Ihr den Teig in 6 gleiche Portionen und rollt aus jeder Portion einen Strang, der auf ein Backblech passt. Je 3 Stränge werden auf ein mit Backpapier belegtes Backblech gelegt und sie etwas flachgedrückt.

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Nacheinander kommen die beiden Backbleche für etwa 20 Minuten auf die mittlere Schiene des Backofens. Sobald die unteren Ränder leicht bräunen, nehmt Ihr das Backblech heraus und lasst die gebackenen Stränge noch ein paar Minuten auf dem Blech. Dann vorsichtig auf ein Kuchengitter legen. Dort dürfen sie dann weiter, aber nicht ganz abkühlen. Sie lassen sich am besten noch lauwarm in etwa 2 cm dicke schräge Scheiben schneiden.

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Für den Guss alle Zutaten bis auf das Kakaopulver in einem Topf unter ständigem Rühren erhitzen, bis die Masse kocht. Lasst sie 2 Minuten köcheln. Danach schaltet Ihr die Hitze auf die kleinste Stufe und rührt das Kakaopulver mit einem Schneebesen darunter.

 

3 oder 4 Magenbrotstücke werden nun jeweils in den Topf gegeben und im Guss gewendet. Mit zwei Gabeln nehmt Ihr die einzelnen Stücke heraus und lasst sie auf einem Gitter ablaufen. (Alufolie darunter fängt die herabtropfende klebrige Masse auf.)

Sobald die Glasur getrocknet ist, könnt Ihr das Magenbrot  in eine Gebäckdose schichten. Zwischen die einzelnen Lagen gebt Ihr am besten Backpapier, damit die Stücke nicht aneinander kleben. Nach ein paar Tagen hat sich das köstliche Aroma vollständig entfaltet und das Magenbrot ist wunderbar mürbe geworden.

 

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Apfelkuchen mit Marzipanstreuseln, low carb

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

Tatjana findet, dass wir schon genug Honig- oder Lebkuchen-Rezepte hier im Blog haben. Deshalb warten wir noch ein wenig damit, weitere Plätzchen zu backen, die nicht so lange haltbar sind. Heute möchte ich Euch deshalb einen Apfelkuchen ans Herz legen, der fast ohne Mehl und mit ganz wenig Zucker auskommt und trotzdem superlecker ist. Außerdem ist er einfach und schnell zubereitet.

Das Mehl habe ich durch Mandeln, den Zucker zum Teil mit Xylitol ersetzt. Da ich Xylitol das erste Mal verwendet habe, war ich ein wenig vorsichtig, weil es Blähungen und Durchfall verursachen kann, wenn man gleich zu viel davon isst. Deshalb habe ich zwar den Teig, nicht aber die Äpfel damit gesüßt. Einen Unterschied im Geschmack konnte ich nicht feststellen.

Im Gegensatz zu den meisten Zuckerarten wird der Zuckeraustauschstoff Xylit (oder Xylitol) von Ärzten und Ernährungswissenschaftlern in Maßen als unbedenklich angesehen. Für Zähne und Mundflora soll es sogar sehr gesund sein. Xylit, das aus Holzzucker gewonnen und insulinunabhängig vom Körper verwertet wird, ist auch für Diabetiker geeignet. Hunde dürfen kein Xylitol bekommen: für sie es ist tödlich!

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Nun aber zum Rezept:

Die Zutaten:

Für den Boden:

200 g gemahlene Mandeln

50 g Dinkelmehl

150 g Butter

70 g Xylitol

1 Ei

1 Prise Salz

etwas abgeriebenen Bio-Zitronenschale

Zusätzlich für die Streusel: 120 g Marzipanrohmasse (aus dem Gefrierfach)

Belag:

750 g Boskop-Äpfel

Saft einer halben Zitrone

1 Vanillezucker

3 EL Zucker

(1 TL Zimt)

Zubereitung:

Die Zutaten für den Boden in eine Rührschüssel geben, mit dem Handrührgerät vermischen, bis sich alles zu einer Masse verbunden hat.

2/3 des Teiges in einer gebutterte Pie-Form (26 cm ø) verteilen, mit den Fingern glattdrücken.

Über das restliche Drittel des Teiges die Marzipanrohmasse grob reiben und mit dem Teig vermischen. Das werden unsere Streusel.

Boden und Streuselteig kalt stellen.

In der Zwischenzeit die Äpfel (ich nehme am liebsten die säuerlichen, mürben Boskop-Äpfel) schälen, vierteln, Kerngehäuse entfernen und in grobe Würfel schneiden. Den Zitronensaft sofort über die Äpfelwürfel geben; Vanillezucker, Zucker und nach Geschmack den Zimt daruntermischen.

Die Äpfel auf dem Teig verteilen, die Streusel darübergeben.

Auf die unterste Schiene des Backofens stellen.

Den Backofen auf 175 °C einschalten. Hitze nach 25 Minuten auf 160 °C reduzieren.

Den Kuchen backen, bis er goldbraun ist. Das dauert etwa 45 Minuten. Danach noch 10 Minuten im ausgeschalteten Backofen lassen.

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Steckrüben-Eintopf

Ihr Lieben,

sind Euch auf dem Markt schon einmal diese Rüben aufgefallen, die entfernt an Futterrüben erinnern, aber nicht länglich, sondern rund sind? Viele, die den Krieg noch erlebt haben, schütteln sich bei dem Anblick. Waren Steckrüben damals doch oft das einzige Nahrungsmittel, das zur Verfügung stand und ihren Hunger stillen musste. Die junge Generation kennt dieses Gemüse deshalb in den meisten Fällen nicht, hat deswegen auch keine Abneigung dagegen. Nun ist Gemüse im Zuge der Gesundheitswelle ja sowieso „in“. Die alten, traditionellen Rezepte sind es ebenfalls. Und damit ist auch die Steckrübe richtig „im Kommen“, sogar in der gehobenen Gastronomie.

Als ich kürzlich auf dem Blog „herzelieb“ ein Bild von Rübenmus nach Omas Rezept sah, bekam ich richtig Appetit darauf. Nun hat mein Schatz seit seiner Kindheit eine Abneigung gegen „zermustes“ Gemüse: das Rübenmus kam also nicht in Frage. Gegen einen stückigen Eintopf aber sprach nichts. Und wirklich: Mit seiner geliebten rheinischen Mettwurst war er ein voller Erfolg.

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Außerdem verwendete ich folgende Zutaten:

1 Zwiebel

1 Stück durchwachsenen Speck

1 Steckrübe

4 Möhren

Bio-Instant-Brühe

Salz

Pfeffer

4 Mettwürste

 

Die Zubereitung:

Speck würfeln oder in Streifen schneiden, in einem großen Topf bei Mittelhitze auslassen.

Zwiebel schälen, würfeln und zum Speck geben. Bei kleiner Hitze glasig dünsten.

In der Zwischenzeit die Steckrübe schälen und in beliebig große Würfel schneiden; zu der Speck-Zwiebel-Mischung geben.

Möhren ebenfalls schälen und würfeln. Zu den Rüben geben. Unter Rühren leicht anrösten.

Im Wasserkocher 1 Liter Wasser erhitzen. Das Gemüse damit ablöschen, so dass es eben bedeckt ist. Mit 1 EL Brühe und Salz würzen.

Alles aufkochen lassen, dann die Hitze herunterschalten und leicht köcheln lassen, bis das Gemüse so weich ist, wie man es haben möchte. Nach etwa 25 Minuten die Mettwürste anstechen und dazugeben. Vor dem Servien mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Dazu gab es bei uns Salzkartoffeln. Wenn Ihr mögt, könnt Ihr Kartoffelwürfel auch sofort im Eintopf mitkochen. Statt der Mettwürste bzw. Kochwürste könnt Ihr natürlich auch Kassler nehmen. Wir haben zweimal davon gegessen und die restliche Portion Eintopf eingefroren.

 

 

 

 

 

Grüne Bohnen, fermentiert

Ihr Lieben,

letzte Woche habe ich Euch ja berichtet, wie ich vor unserem Urlaub grüne Tomaten milchsauer eingelegt – sprich: fermentiert – habe. Allerdings bin ich, seit wir aus dem Urlaub zurück sind, immer noch nicht dazu gekommen, sie zu probieren.

Da es mittlerweile Oktober ist, wollte ich auch noch grüne Bohnen einlegen, bevor die Saison zu Ende ist. Auch dieses Rezept stammt von André Lee, einem Meister der Fermentation. Ich war mir nicht sicher, ob unser Biobauer noch grüne Bohnen anbietet, hatte aber Glück. Mein Schatz besorgte mir 1 kg und ich ging gleich ans Werk:

Zunächst kochte ich 1 Liter Wasser auf und ließ es erkalten.

In der Zwischenzeit wurden die Bohnen  gut gewaschen und ihre beiden Enden abgeschnitten. Entfädeln musste ich sie nicht, denn sie hatten keine Fäden. Dann wurden sie in reichlich Wasser bissfest gekocht und abgegossen. (Achtung: Sie garen beim Abkühlen noch etwas nach. )

Die weiteren Zutaten waren die gleichen wie bei den grünen Tomaten:

1 Zwiebel, geschält und geviertelt

2 Scheiben frischer Ingwer

5 Knoblauchzehen

1 Chilischote (wir haben eine Mini-Chili-Pflanze; davon nahm ich 4 Schoten)

1 EL Senfkörner

1 Stange Zitronengras

1 EL schwarze Pfefferkörner

2 EL Salz

Nachdem ich das Fermentationsglas mit kochendem Wasser ausgespült hatte (Absolute Sauberkeit ist oberstes Gebot!), füllte ich alle Zutaten bis auf das Salz in das Glas. (Die Bohnen, die nicht in das Glas passten, gab es gleich zum Abendessen.) Das Salz löste ich im abgekühlten Wasser auf und goss es über die Bohnen. Schließlich verschloss ich das Glas mit dem Spezialdeckel und stellte es an einen warmen Ort: eine Ecke in unserem Wohnzimmer eignet sich sehr gut dafür. Nach gut einer Woche wird es in den kühlen Keller gebracht und darf dort noch mindestens zwei weitere Wochen „reifen“.

Mit dem Öffnen der grünen Tomaten warte ich noch, bis auch die Bohnen soweit sind, denn ich möchte gerne ein Gericht ausprobieren, das ebenfalls von André Lee stammt und bei dem beide Zutaten gebraucht werden. Das werde ich Euch natürlich ebenfalls nicht vorenthalten. Ich bin selbst schon ganz gespannt.

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Auf dem Bild hat die Fermentation bereits eingesetzt; deshalb ist die Lake etwas trüb.

 

 

 

 

Grüne Tomaten, fermentiert

Wisst Ihr, was ein Mastjahr ist? So nennt man ein Jahr, in dem es besonders viele Eicheln, Nüsse, Bucheckern usw. gibt. Ich glaube, 2017 ist ein Tomaten-Mastjahr. Das Wort ist natürlich eine Erfindung von mir. Doch im nun leider zu Ende gangenen Sommer scheinen die Bedingungen für ein gutes Tomatenwachstum und damit eine reiche Tomatenernte perfekt gewesen zu sein – und das nicht nur bei uns im Westen, sondern auch im Süden Deutschlands, so hat man es mir bestätigt. In unserem Garten jedenfalls haben die Tomatenpflanzen Unmengen an Früchten getragen. Und das, obwohl wir das erste Mal überhaupt Tomaten angebaut haben. Wir haben sie frisch gegessen, ich habe Sugo gekocht und auch viele Tomaten im Ganzen eingefroren, die ich später zum Kochen verwenden werde. Dann nahte der Urlaub und die Pflanzen hingen immer noch voll grüner Tomaten. Vor einiger Zeit habe ich gelesen, dass man grüne Tomaten fermentieren kann, und jetzt war die Gelegenheit, es auszuprobieren. Dazu bestellte ich mir im Internet passende Fermentiergläser, suchte die Beschreibung heraus, besorgte mir alle Zutaten – und los ging es.

Das Rezept stammt von Andrée Lee, der in Korea und Japan aufgewachsen ist, in Heidelberg Chemie studiert, ein Weinstudium absolviert und einige japanische Restaurants geleitet hat. Heute führt er eine asiatische Kochschule in Kaiserslautern. Er ist ein echter Meister im Fermentieren von Obst und Gemüse. Ein besseres Kimchi wie das nach seiner Art hergestellte z.B. habe ich noch nicht gegessen! Er benutzt als Starter für die Fermentation Mikroorganismen, es geht aber auch ohne. Es dauert vielleicht nur ein wenig länger, bis das „Blubbern“ einsetzt.

Doch nun zu den grünen Tomaten. Ihr braucht zunächst ein kleines Sauerkrautfässchen oder ein entsprechendes Fermentiergefäß (gibts im Internet).

Weitere Zutaten:

± 10 grüne Tomaten

2 Zwiebeln, geschält und geviertelt

4 Scheiben frischen Ingwer

5 – 10 Knoblauchzehen

1 – 2 Chilischoten

1 EL Senfkörner

1 Stange Zitronengras

1 EL schwarze Pfefferkörner

2 EL Salz auf 1 Liter abgekochtes und wieder abgekühltes Wasser. (Die Wassermenge hängt von der Größe des Fermentiergefäßes ab; das Wasser-/Salzverhältnis muss jedoch stimmen.)

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Und so geht es:

Gut gesäubertes Fermentiergefäß mit kochendem Wasser ausspülen.

Tomaten gut waschen und abtrocknen, mit einem Spieß mehrmals einstechen.

Alle festen Zutaten in das Fermentiergefäß füllen.

Salz im abgekochten Wasser auflösen und über die Zutaten gießen.

Gärgefäß verschließen. (Die Tomaten im Sauerkrauttopf müssen beschwert werden, damit sie nicht an der Oberfläche schwimmen. Rinne um den Deckel nach dem Verschließen mit Wasser füllen.)

Gefäß eine Woche warm und nicht zu hell stellen. Danach kühl und dunkel lagern.

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Dann sind wir in Urlaub gefahren, d. h. das Ergebnis konnte ich noch nicht testen. Das aber demnächst nachgeholt. Ich bin schon sehr gespannt und ich werde Euch umgehend berichten! Dass es jedoch wieder absolut köstlich sein wird, daran habe ich überhaupt keinen Zweifel.

Nun heißt es ja immer wieder, dass grüne Tomaten giftig seien. Ich habe lange im Internet recherchiert und schließlich folgenden interessanten Eintrag gefunden: https://landidylle.com/2016/09/07/gruene-tomaten-und-die-frage-nach-der-verwertung/

Für den Koch und Chemiker Andrée Lee jedenfalls scheint das überhaupt kein Thema zu sein. Außerdem ist er nicht der Erste und Einzige, der grüne Tomaten eingelegt hat.

 

Ein guter alter Kirsch-Streusel-Kuchen

medaillon tatjana

Ihr Lieben,

für meine beste Freundin habe ich zur Hochzeit einen Sweet Table gebacken. Es mussten Rezepte sein, die vorbereitet und eingefroren werden konnten, sonst hätte ich es zeitlich neben der Arbeit und meiner Rolle als Trauzeugin nicht geschafft.

Unter anderem gab es diese kleinen Kirsch-Kuchen, ganz traditionell mit Rührteig und Streuseln.

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Gebacken habe ich sie in kleinen Obstkuchen-Formen aus Silikon, aber eine 26er Springform geht natürlich auch.

Für den Rührteig benötigt ihr:

125g Butter

125g Zucker

2-3 Eier

eine Prise Salz

200g Mehl

2TL Backpulver

ggf. einen Schuss Milch

Die Butter, den Zucker und das Salz mit dem Handrührer schaumig schlagen, dann die Eier dazu geben und unterrühren.

Das Mehl mit dem Backpulver vermischen und ebenfalls einrühren. Der Teig sollte zähflüssig sein, ggf. noch etwas Milch einrühren, wenn er zu fest sein sollte.

Dieser Rührteig ist ein Basis-Rezept. Ihr könnt ihn aber z.B. mit Zitronenabrieb, Gewürzen oder Rum noch nach Euren Wünschen aromatisieren.

Ich habe den Mürbteig dann in die gefetteten Mini-Formen gegeben und mit (im Schweiße meines Angesichts eigenhändig entsteinten) frischen Kirschen belegt (ca. 1kg). Wenn Ihr Euch die Halloween-Szenerie einer über und über mit roten Sprenkeln überzogenen Küche sparen möchtet, könnt ihr auch Kirschen aus dem Glas nehmen – vorher aber gut abtropfen lassen.

Für die Streusel benötigt ihr:

300g Mehl

150g Zucker

1 Päckchen Vanillezucker

150g Butter

Alle trockenen Zutaten in eine Schüssel geben, die Butter in Flöckchen dazu schneiden und mit einer Gabel oder den Händen zu Streuseln verarbeiten.

Die Streusel auf die Kirsch-Kuchen verteilen und im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad ca. 20-30 Minuten backen. Achtung!, die Backzeit verlängert sich natürlich, wenn ihr den Kuchen in einer Springform backt.

Ich habe die fertigen Küchlein eingefroren und am Tag der Hochzeit entsprechend wieder aufgetaut, das tat dem Geschmack keinerlei Abbruch 🙂

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Das waren die Köstlichkeiten auf dem Sweet Table. Eine Hochzeitstorte gab es natürlich auch.

Aromatische Mirabellenkonfitüre

Medaillon Mama

Auf unseren sonntäglichen Fahrradtouren entdecken wir immer wieder Neues. Manchmal sind es schöne Ecken, die wir noch nicht kannten, manchmal auch etwas Essbares, das am Wegrand wächst. So geschehen vor einem Jahr: Wir waren auf dem Weg in unseren historischen Stadtteil Linn mit seiner malerischen Ritterburg. An einer Stelle unseres Wegs in einem städtischen Grünstreifen lagen Unmengen reifer Mirabellen. Leider hatten wir nichts dabei, worin wir sie hätten transportieren können. Und leider schafften wir es auch in den nächsten Wochen nicht, noch einmal dort vorbeizufahren. Das tat uns leid, weil offensichtlich niemand die Mirabellen pflückte. (Bei einem Kilo-Preis von 6,50 € auf dem Wochenmarkt eigentlich nicht zu verstehen.) Aber wir merkten uns die Stelle.

Am letzten Sonntag schwangen wir uns dann, mit einem Teleskop-Pflücker „bewaffnet“ und zwei Plastikdosen in der Fahrradtasche, auf unsere Drahtesel (genauer gesagt sind es E-Bikes). Wieder lagen viele Mirabellen auf dem Boden, aber noch mehr hingen auf dem Baum, allerdings wirklich nur mit unserem Pflücker erreichbar. Es dauerte nicht lange und unsere beiden Plastikdosen waren voll mit kirschgroßen, reifen Mirabellen.

Mein Schatz hatte den Wunsch nach Mirabellen-Marmelade geäußert. Marmelade, nein, Konfitüre sollte es also sein. Nun habe ich in diesem Jahr schon so viel Marmelade/Konfitüre gekocht wie wohl noch nie zuvor. Die Fächer, in denen die leeren Marmeladengläser standen, sind voll mit gefüllten. Leere Gläser hatte ich auch keine mehr, so dass ich noch welche dazukaufen musste. Die Mirabellenmarmelade sollte wirklich die letzte sein, die ich in diesem Sommer machte.

Die Zutaten:

1720 g Mirabellen

170 g Zucker zum Saftziehen

Saft einer Orange

50 g Zucker zum Karamellisieren

1 kg Gelierzucker

1 Vanillezucker

Saft einer Zitrone

eine Prise Zimt

und natürlich die entsprechende Anzahl Marmeladengläser, mit kochendem Wasser sterilisiert

Mirabellen

Aus den 2 kg Mirabellen blieben nach dem Entsteinen 1720 g Mirabellen übrig. Die vermischte ich mit 170 g Zucker (also etwa 10 % der Fruchtmenge)  und dem Saft einer Orange. Sie durften nun eine gute halbe Stunde Saft ziehen.

Dann ließ ich 50 g Zucker in einem großen Topf mit dickem Boden hellbraun karamellisieren. Darauf gab ich das Mirabellen-Zucker-Gemisch, ohne umzurühren. Bei mittlerer Hitze ließ ich alles aufkochen und dann bei offenem Topf weiterköcheln. Nach 1 Stunde waren die Mirabellen zu einem dicklichen Mus zerkocht.

Nun rührte ich 1 kg Gelierzucker, 1 Vanillezucker und den Zitronensaft unter und schaltete die Hitze herauf, bis das Mus wieder kochte. Nach 3 Minuten war der Gelierpunkt erreicht. Ich schmeckte die Konfitüre mit einer Prise Zimt ab und füllte sie in die vorbereiteten, sterilisierten Gläser ab.

Herausgekommen ist ein goldgelber, herrlich aromatischer Brotaufstrich.

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Mirabellen sind manchmal ziemlich sauer; deshalb sollte man die fast fertige Konfitüre unbedingt abschmecken und bei Bedarf noch (Gelier-)Zucker dazugeben.

Heute waren wir mit unseren E-Bikes zwischen Wiesen und Feldern unterwegs. Am Feldrand hingen jede Menge reife Brombeeren. Wir haben jetzt immer ein Transportgefäß bei uns … 😉

Avocado-Kuchen

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Ihr Lieben,

schon ganz lange wollte ich diesen Kuchen backen, aber ich traute mich nicht. Denn ich war mir nicht sicher, ob die Familie einen grünen Kuchen überhaupt probieren würde. Nun hatten wir unsere Freunde aus Neuseeland, die Avocado und überhaupt gesundes Essen lieben, wieder einmal zu Besuch. Das war die Gelegenheit! Ich habe mich nach dem Rezept vom Blog Schokohimmel gerichtet und es nur ganz wenig abgeändert. Es ist im Grunde genommen ein ganz normaler Rührkuchen, der jedoch Avocado-Püree enthält. Herausgekommen ist ein saftiger, beinahe cremiger Kuchen: nicht zu süß, aber unheimlich lecker. Das fanden nicht nur unsere neuseeländischen Freunde und ihre Kinder, sondern selbst meine kritische Familie. Und weil er so schnell weg war, konnte ich nur noch die kläglichen Reste fotografieren, bevor auch sie noch verspeist wurden.

Zunächst habe ich die Zutaten abgewogen und bereitgestellt:

225 g Butter

200 g braunen Rohrzucker

1 TL Vanillezucker

1 Prise Salz

1 TL abgeriebene Zitronenschale oder einige Tropfen Bio-Zitronenöl

4 Eier

350 g Mehl

1/2 Päckchen Backpulver

50 g gemahlene Haselnüsse (oder Mandeln)

1 reife Avocado (reif ist sie, wenn sie auf Druck nachgibt)

1 TL Zitronensaft

Die Zubereitung:

Eine Kastenform buttern und mit etwas Mehl ausstäuben.

Die Avocado halbieren und den Kern entfernen. Das Fruchtfleisch mit einem Löffel herausheben und in einen Mixbecher geben. Sofort den Zitronensaft dazugeben. Mit einem Pürierstab fein pürieren und beiseite stellen.

Den Backofen auf 175 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Die Butter kurz verrühren, bis sie Spitzen zieht. Zucker, Vanillezucker und Salz darunterrühren. Die Eier einzeln dazugeben und immer wieder alles gut vermischen, bis eine homogene Masse entstanden ist und der Zucker sich aufgelöst hat.

Dann Mehl, Nüsse und Avocado zügig darunterrühren.

Den Teig in die Form füllen und auf der untersten Schiene des Backofens etwa eine Stunde backen. Wenn kein Teig mehr an einem hineingesteckten Holzstäbchen hängenbleibt, den Kuchen aus dem Ofen nehmen. 1/2 Stunde auf einem Gitter stehen lassen und erst dann auf das Gitter stürzen und vollständig auskühlen lassen.

Ich habe die Oberseite mit 2 EL meines frisch gekochten Apfelgelees abgeglänzt, das ich mit etwas Wasser in der Mikrowelle flüssig gemacht hatte, und dann mit gehackten Pistazienkernen bestreut. Wer es mag, kann aber auch einen Guss aus Puderzucker und Zitronensaft herstellen.

Der dezente nussige Geschmack einer Avocado wird durch die Haselnüsse hervorgehoben und gibt dem Kuchen meiner Meinung nach „Charakter“, ohne hervorzustechen. Aber probiert es doch einfach selbst aus!

Schoko-Blitzdessert, glutenfrei

Medaillon Mama

An Festtagen und wenn wir Gäste bewirten, gehört selbstredend auch ein Dessert zum Menü dazu. Viele Desserts sind ziemlich zeitaufwändig. Manchmal hat man sie jedoch nicht, und da ist es schön, eine schnelle Variante in der Hinterhand zu haben. Und wer von uns hat außerdem im Alltag nicht einmal Appetit auf etwas Besonderes, das ohne großen Aufwand genossen werden kann? Hier also ein Vorschlag für ein Blitz-Dessert aus der Mikrowelle. Dafür sind nur wenige Zutaten erforderlich, und man braucht noch nicht einmal eine Waage:

1 Pckg. gemahlene Mandeln (100 g)

2 EL Zucker

1 TL Vanillezucker

1 Prise Salz

1 EL Kakao

1/2 Päckchen Backpulver

werden in einer Schüssel vermischt.

Dazu kommen

1 Ei

2 EL neutrales Öl (z.B. Rapsöl)

3 EL Milch

1 El Zitronensaft

evtl. ein wenig Zitronenschale

Alles gut verrühren. Den Teig knapp zur Hälfte in gebutterte Tassen füllen. Er geht in der Mikrowelle sehr stark auf!

Bei meinen Tassen (Sie fassen 175 ml Flüssigkeit.) reicht die Teigmenge für 3 Portionen, wenn die Tassen am Ende voll sein sollen.

Die Tassen in die Mikrowelle stellen und bei 600 Watt 4 Minuten garen.

Der Tassenkuchen kann auch schon im Voraus zubereitet werden und wird dann vor dem Servieren nur noch ganz kurz  in der Mikrowelle erwärmt.

Mit einer Kugel Vanilleeis und/oder Schlagsahne etc. serviert, habt Ihr ein leckeres Dessert, das schnell geht und etwas hermacht.

Tassenkuchen

Ich finde, es spricht absolut nichts dagegen, sich hin und wieder auch selbst damit zu belohnen 😉