Vietnamesische Pho im Slowcooker

Auf die gute (alte) Art

medaillon tatjana

Ihr Lieben, ich bin bereits seit geraumer Zeit Eigentümer eines, nein zweier Slowcooker. Ein Slowcooker oder auch „Crockpot“ (wobei das eine Marke ist) ist eine Art elektrisch betriebener Kochtopf mit einem Innentopf aus Keramik, ursprünglich bereits vor Jahrzehnten in den USA als Bohnenkocher entwickelt. Sein Vorteil: langes, langsames Kochen bei niedrigen Temperaturen.

 Durch die Dicke der Keramik und da er wesentlich weniger Strom verbraucht als ein Herd oder Backofen, lassen sich in ihm Gerichte unbeaufsichtigt über Stunden sanft schmoren. Fleisch wird darin herrlich zart, während Gemüse auch nach stundenlangem Garen noch knackig ist.

In Amerika besitzt ihn quasi jeder Haushalt, weil er, zumindest nach amerikanischer Kochweise, viel Arbeit erspart.

In Deutschland fristet er, meiner Meinung nach völlig unberechtigt, noch ein Nischendasein. Es gibt ihn in Größen von 1,5 bis 8 Liter Fassungsvermögen, und er ist sehr günstig in der Anschaffung.

Der „Ami“ (Entschuldigung, das ist vielleicht zu pauschalisierend, dient hier…

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Rote-Bete-Hummus

Medaillon Mama

Hallo, Ihr Lieben,

mein runder Geburtstag ist nun schon einige Wochen her, aber mit meinen Töpfer-Kolleginnen, die schon sehr lange dieses Hobby mit mir teilen, hatte ich noch nicht gefeiert. Das wurde nun endlich mit Sekt und Knabbereien nachgeholt.

Zusätzlich zur Lachs-Frischkäse-Creme für meine kleine Feier wollte ich noch einen Hummus-Dip  anbieten. Der gewöhnliche Hummus ist hierzulande nicht jedermanns Sache und schmeckt außerdem manchmal ein bisschen muffig. Also suchte ich nach einer anderen Zubereitungsart. Ganz häufig findet man im Internet Hummusrezepte mit roten Beten, allerdings meist mit gekochten. Veronika von „Carrots for Claire“ nimmt rohe rote Bete, und das gefiel mir sehr.

Die Zutaten waren leicht zu bekommen. Ich nahm:

etwa 300 g gekochte Kichererbsen aus der Dose. (Man kann sie auch selbst kochen. Sie schmecken besser, müssen allerdings vorher eingeweicht werden.)

1 rote-Bete-Knolle

4 Snackmöhren (die sind leichter zu „zermusen“)

Saft je einer halben Orange und Limette

2 TL Tahin (das ist Sesampaste)

1 Knoblauchzehe

etwas Agavensirup zum Abschmecken (Zucker geht natürlich auch)

Salz, Pfeffer

1 EL Olivenöl

je eine Prise Cumin und gemahlenen Koriander (nach Geschmack auch mehr)

Für die Zubereitung benötigt man einen sehr guten Mixer oder Pürierstab:

Die Kichererbsen abgießen, in einem Sieb mit klarem Wasser abspülen und gut abtropfen lassen.

Rote Bete schälen und in grobe Würfel schneiden. (Weil sie stark färben, geht das am besten mit Einmalhandschuhen).

Die Möhren ebenfalls grob würfeln.

Rote Bete und Möhren im Mixer oder mit dem Pürierstab zu Brei zerkleinern, Orangen- und Limettensaft zugeben, daruntermixen. Die Kichererbsen ebenfalls daruntermixen. Tahin hinzufügen, die Knoblauchzehe dazupressen und das Püree würzen. Weitermixen, so dass eine schöne sämige Masse entsteht. Abschmecken und am Schluss das Olivenöl darunterrühren.

Bei den Gewürzen braucht Ihr euch nicht genau an die Mengen zu halten. Hauptsache, das Ergebnis schmeckt Euch 😉

Wie Ihr seht, hatte das fertige Hummus eine appetitliche, leuchtend rote Farbe. Ganz frisch und überhaupt nicht muffig schmeckt es zum Dippen mit Kräckern, Gemüsechips, Radieschen, Grissini u.v.m.

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Weil ich nur eine große Dose Kichererbsen in meinem Vorrat hatte, verarbeitete ich den Rest zu Falafeln. Sie ergaben mit dem übrig gebliebenen Hummus eine sättigende vegetarische Mahlzeit.

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Ochsenschwanz-Ragout à l’orange mit Rote Bete – nach Ottolenghi, für den Slow Cooker oder traditionell im Ofen

medaillon tatjana

Ihr Lieben,

der Tag heute fühlte sich schon fast an wie Frühling. In der Nacht war es noch klirrend kalt und es hat Stein und Bein gefroren, aber tagsüber schien die Sonne von Auf- bis Untergang.

Die Eltern haben die Zeit für einen Ausflug genutzt, während ich mit meiner besten Freundin und ihrer Mom verabredet war. Wir bauen einen Bauchladen 🙂

Trotzdem hatte ich mal wieder so richtig Lust zu kochen, und so hatte ich mir in der Woche schon ein Rezept herausgesucht. Der Slow Cooker sorgte dafür, dass unsere Tagesplanung nicht ins Wasser fiel.

Die Wahl fiel auf einen Rindereintopf mit Rote Bete und Orange – grob orientiert habe ich mich an einem Rezept von Ottolenghi.

Gestern beim Einkaufen war aber kein schönes Gulasch oder Schmorfleisch zu bekommen – wie gut, dass da auch noch zwei Packungen schöner Ochsenschwanz-Stücke lagen. Also wurde, was das Fleisch betrifft, kurzfristig umdisponiert.

Ochsenschwanz eignet sich ganz hervorragend zum Schmoren – es ist tolles langfaseriges und schön durchzogenes Muskelfleisch – und es wird am Knochen gegart, was immer für noch mehr Geschmack sorgt. Außerdem wird am Knochen geschmortes Fleisch viel zarter, und es ist zudem äußerst günstig.

Ich sollte bereits um 11 Uhr abgeholt werden: mit dem Slow Cooker kein Problem. Der Eintopf durfte den ganzen Tag vor sich hin schmurgeln und war zum Abendessen perfekt zum Genießen.

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Ihr braucht (für 4 Personen im 3,5l Topf):

1 kg Gulasch oder 4-5 Stücke Ochsenschwanz

500g rote Bete

3 Orangen

2 Zwiebeln

5 Knoblauchzehen

2 EL Tomatenmark

500 ml Gemüse- oder Rinderbrühe

1 1/2 TL gemahlener Kumin

1 1/2 TL gemahlener Koriander

1 1/ 2TL Zimt

eine Prise Harissa-Gewürz (oder alternativ Chili-Pulver)

Salz

Olivenöl

Pfeffer

ca. 1/2 Tasse Portwein

ca. 1/2 Tasse Rotwein

ca. 1/2 Tasse Soja-Sauce

Zunächst die Rote Bete schälen und in ca. 1x1cm große Würfel schneiden. Die Zwiebeln ebenfalls schälen, halbieren und in (halbe) Ringe schneiden.

Die Schale einer Orange ohne das Weiße abschälen (wenn ihr habt, nehmt einen Zesten-Reißer – wenn nicht, tut es auch ein Sparschäler). Aus allen Orangen den Saft auspressen und auffangen.

Die Ochsenschwanz-Stücke kräftig salzen und mit etwas Öl in einer heißen Pfanne von allen Seiten scharf anbraten – wir wollen Röst-Aromen, also gebt richtig Gas 🙂

Die Ochsenschwanz-Stücke herausnehmen und beiseite legen. Im Bratensaft und etwas mehr Olivenöl die rote Bete gemeinsam mit den Zwiebeln ebenfalls scharf anbraten, dann auf mittlere Hitze zurückschalten. In der Mitte etwas Platz machen, darin das Tomatenmark gemeinsam mit den Gewürzen und dem Knoblauch anrösten, bis es anfängt, himmlisch zu duften 🙂 Dann alles verrühren und noch ein bisschen weiterdünsten lassen. Nach ca. 5 Minuten alles in den Slow Cooker umfüllen. Die Ochsenschwanz-Stücke darauf verteilen.

Mit dem Portwein und dem Rotwein wiederum die Bratreste in der Pfanne angießen und so weit einreduzieren, bis der Wein anfängt dickflüssig zu werden. (Beim Langsam-Garen verkocht kein Alkohol, da keine dauerhaften Temperaturen von 100°C erreicht werden und keinerlei Flüssigkeit verdampft. Von daher verschwindet der Alkohol nur dann, wenn man ihn vorher bereits eliminiert).

Dann mit dem Orangensaft aufgießen und alles in den Slow Cooker gießen. Mit so viel Brühe angießen, dass das Gemüse, aber nicht das Fleisch bedeckt ist.

Das Ragout erst eine Stunde bei „high“ und dann 7 Stunden „low“ garen lassen.

Vor dem Servieren habe ich das Fleisch herausgefischt, die Sauce mit der Soja-Sauce und etwas Salz abgeschmeckt und mit ca. 2 EL Pfeilwurzel-Mehl ganz leicht angedickt. Ihr könnt das Fleisch vom Knochen zupfen und so servieren oder ihr serviert die ganzen Stücke – da entscheidet euer persönlicher Geschmack 🙂

Und dann mit Semmelknödeln, Kartoffeln, Reis oder einem guten Baguette servieren.

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Uns hat es hervorragend geschmeckt. Die Rote Bete machen das Gericht schön leicht – von dem typischen erdigen Geschmack, wegen dem viele dieses Gemüse nicht mögen, keine Spur. Die Orange macht das Ragout herrlich frisch, die orientalischen Gewürze harmonieren hervorragend. Es war ein Gedicht 🙂

Ach ja, wie immer gilt: Wenn ihr keinen Slow Cooker habt (und euch trotz meiner Lobeshymnen auch keinen anschaffen wollt), könnt ihr das Rezept natürlich auch „traditionell“ nachkochen. Nehmt einfach einen Bräter oder Römertopf und passt die Garzeiten (nach unten) an. Ottolenghi hat sein Ragout ca. 2 Stunden bei ca. 150-160°C schmoren lassen. Ochsenschwanz braucht aber etwa 3 Stunden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lachs-Frischkäse-Creme

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

es ist noch nicht so lange her, da war Lachs in jeder Form eine edle Delikatesse und deshalb entsprechend teuer. Mit der Massenzucht sanken leider nicht nur die Preise, sondern oft auch die Qualität. Dennoch ist Lachs der Deutschen beliebtester Fisch geworden. Nun kann man in letzter Zeit feststellen, dass die Preise für Lachs stark angestiegen sind, und zwar schon um etwa ein Drittel. Mit schuld daran ist ein kleiner Parasit, der sowohl den wilden, besonders aber den Zuchtlachsbestand schädigt. Wo viele Fische auf engem Raum zusammen sind, kann sich die Lachslaus (Ja, sie heißt wirklich so!) rasant ausbreiten. In Norwegen mussten vereinzelt schon ganze Bestände getötet werden. In Chile ist es eine Algenplage, die den Züchtern zu schaffen macht. Somit scheint der Lachs wieder auf dem besten Weg zu einem teuren Leckerbissen zu sein. Ich werde weiterhein auf Bio- bzw. nachhaltige Wildqualität achten, den Fisch jedoch wohl hauptsächlich nur noch für besondere Gelegenheiten kaufen.

So habe ich kürzlich für eine kleine Feier eine Räucherlachs-Creme als Dip zu einem Glas Sekt gereicht. Ihre Zubereitung ist ganz einfach.

Die Zutaten (die Mengen könnt Ihr nach Bedarf und Geschmack variieren):

150 g Frischkäse, natur

50 g Naturjoghurt und/oder saure Sahne bzw. Crème fraîche

1 EL geriebener Meerrettich aus dem Glas

50 g Räucherlachs

Salz, Pfeffer, evtl. eine Prise Zucker

einige Spritzer Limetten- bzw. Zitronensaft

1 EL gehackter Dill (frisch oder TK)

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Die Zubereitung:

Frischkäse in eine Schüssel geben und glatt rühren. Joghurt und/oder saure Sahne/Crème fraîche daruntermischen, ebenso den Meerrettich.

Räucherlachs klein hacken, unter die Frischkäsemasse heben.

Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.

Zum Schluss den Dill unterheben.

Zum Dippen mit Kräckern, Tortilla-, Brot-, Gemüse- und anderen Chips oder Grissini. Die Creme schmeckt natürlich auch als Brotbelag, auf Kanapees etc.

Eine weitere Idee für einen Dip findet Ihr hier 🙂

 

 

 

Faschingsküchlein mit „süßem Starter“

Helau! Es ist wieder Karneval. Nicht, dass das für uns ein Grund zu feiern wäre, aber die Krapfen sind schon sehr lecker 🙂

Auf die gute (alte) Art

Medaillon Mama

In den vergangenen Wochen habe ich ein wenig mit Sauerteig herumexperimentiert. Gebäck mit Sauerteig und einer langen Reifezeit gilt als äußerst bekömmlich und schmackhaft. Außer dem bekannten Roggensauerteig gibt es auch noch andere Sauerteige wie „Lievito Madre“ oder dem „Süßen Starter“, die sich für Weizen- oder Dinkelgebäck sehr gut eignen. Deshalb habe ich mir einen süßen Starter nach der Anweisung angesetzt, wie sie im Blog „Hefe und mehr“ ausführlich beschrieben wird.

Weil gerade Karneval ist, wollte ich nach langer Zeit wieder einmal Faschingsküchlein backen. In Bayern und Österreich findet man sie häufig. Dort heißen sie auch „Ausgezogene Nudeln“ oder Bauernkrapfen. Sie bestehen traditionell aus Hefeteig ohne oder auch mit Rosinen und werden in Fett ausgebacken. Wenn ihr sie auch zubereiten möchtet und Euch die Zubereitung mit süßem Starter zu mühsam ist, nehmt einfach einen gut gekneteten, mittelfesten Hefeteig, den ihr aus normalem, also weißem Weizen- oder Dinkelmehl zubereitet. Auch ihn…

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Burgerbrötchen aus Süßkartoffel-Hefeteig

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

Tatjana ist gerade auf dem Nachhauseweg von der Ostsee, wo sie an diesem Wochenende zusammen mit ihren Freunden ihren dreißigsten Geburtstag mit einer Burgerparty gefeiert hat. Die Brötchen dazu habe ich gebacken, und zwar 12 Süßkartoffel-Burger-Brötchen und 12 „normale“. Beide Rezepte stammen von BBQPit, wobei ich die „perfekten Brioche Burger“, wie er sie nennt, also die hellen Burger-Brötchen genau so gebacken habe, wie er es hier ausführlich beschreibt. Und Ihr könnt es mir glauben: sie sind wirklich perfekt. Dagegen könnt Ihr die gekauften vergessen.

Die Süßkartoffel Burger Buns hatte ich vorher auch schon einmal ausprobiert. Allerdings war mir der Teig damals zu flüssig geworden, so dass ich ihn in einer Backform zu Broten backen musste. Diesmal war ich mit der Flüssigkeitszugabe vorsichtiger und habe das Rezept ein wenig abgewandelt. Das Ergebnis: weiche, saftige, großartig schmeckende Brötchen, die man nicht nur herzhaft belegt, sondern auch mit einem süßen Aufstrich genießen kann. Das gilt natürlich auch für die hellen.

Das Süßkartoffelpüree, das Ihr für den Teig benötigt, solltet Ihr am besten schon am Vortag zubereiten, denn es muss vor der Weiterverarbeitung abkühlen.

Die Zutaten

für das Süßkartoffelpüree:

2 große Süßkartoffeln

1-2 EL Kokos- oder Rapsöl

Salz

je 1 Prise Zimt und Muskatnuss

Für den Hefeteig sollten alle Zutaten Zimmertemperatur haben:

250 g Süßkartoffelpüree (s.o.)

1 Würfel Hefe

50 ml Milch

500 g Weizenmehl Type 550

10 g Salz

1 Ei

35 g milden Honig oder Zucker

40 g weiche Butter

ca. 100 ml Wasser

Zum Bestreichen der Brötchen:

1 Eigelb

2 EL Milch

2 EL Wasser

ein paar Körnchen Salz (Bäckertrick, damit die Eistreiche schön glänzt)

Zum Bestreuen:

Schwarzkümmel oder schwarzer Sesam

Zubereitung des Süßkartoffel-Pürees (am besten am Vortag):

Die Süßkartoffeln schälen, vierteln (das geht am besten mit einem großen Messer) und in Stücke schneiden. In einem Topf gerade so viel Kokos- oder Rapsöl erhitzen, dass der Topfboden benetzt ist. Die Süßkartoffeln hineingeben und unter Wenden kurz anrösten. Die Herdplatte auf die niedrigste Stufe stellen. Die Süßkartoffeln salzen. Den Deckel auflegen und die Süßkartoffelstücke bei niedrigster Stufe weichdünsten. Sobald sie weich sind, vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen. Die Süßkartoffelstücke dann in ein hohes Gefäß geben, mit Zimt und Muskat würzen und mit einem Pürierstab zu einem feinen Püree verarbeiten. Sollte es faserig sein, Püree mit einem Esslöffel durch ein feines Sieb streichen. Abkühlen lassen und vor der Weiterverarbeitung 250 g Püree abwiegen.

Weiterverarbeitung:

Für den Hefeteig die Hefe mit der Milch verrühren.

In einer Schüssel Mehl mit Salz vermischen. In die Mehlmitte eine Mulde drücken, Süßkartoffel-Püree, Honig, Ei, Butter und Milch-Hefe-Mischung hineingeben. Mit den Knethaken von der Mitte aus alles vermengen. Weiterrühren, dabei langsam so viel Wasser hinzufügen, dass ein homogener Teig entsteht. Kneten, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst und nicht mehr klebt. (Er muss sich zu einer Kugel formen lassen.)

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Die Teigkugel zugedeckt mindestens 1 Stunde bei Zimmertemperatur zur doppelten Größe aufgehen lassen.

Teig dann auf einem leicht bemehlten Backbrett mit den Händen(!) noch einmal durchkneten. Zu einer Rolle formen. In 12 gleichmäßige Stücke schneiden. Jedes Stück in der hohlen Hand zu einer Kugel drehen. Mit genügend Abstand auf zwei mit Backpapier belegte Bleche verteilen. Die Teigstücke platt drücken, bis sie etwa 9 cm Durchmesser   haben.

Mit Eistreiche bestreichen. Noch einmal mindestens 30 Minuten gehen lassen.

Ein zweites Mal mit Eistreiche bestreichen. Mit schwarzem Sesam oder Schwarzkümmel bestreuen.

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Jetzt dürfen sie in den Backofen.

Bei 175 °C ca. 25 – 30 Minuten goldgelb backen.

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Wenn Ihr einmal selbst Burgerbrötchen gebacken habt, werdet Ihr nie wieder fertige kaufen. Und solltet Ihr während der kommenden tollen Tage eine Party feiern, wie wäre es dann mit einer Burger-Party?

 

Mini Gugls mit Haselnuss-Eis und beschwipsten Äpfeln

Ihr Lieben,

das war eine lange Blockpause unsererseits. Aber wir können es erklären: Erst war Weihnachten, dann hatte meine Mom einen runden Geburtstag. Anschließend sind wir in Urlaub gefahren und ich wurde 30. Kurz gesagt: Viel Feierei, viel Völlerei. Aber auch wenn zum Bloggen nicht genug Zeit blieb, haben wir zumindest eine Menge neuer Rezepte probiert und gesammelt, sodass Ihr Leser im Nachhinein noch ein kleines bisschen profitiert.

Starten wir traditionellerweise mit unserem Weihnachtsmenu. Am Heiligen Abend wollten meine Eltern vormittags in den Gottesdienst und ich nachmittags. Also mussten es Rezepte sein, die man gut vorbereiten kann. So gab es zur Vorspeise Lachspastetchen aus dem Slow Cooker mit Salat. Das Rezept findet ihr in Gabi Frankemölles neuem Kochbuch „Langsam kocht überall besser„. Diese habe ich am Vortag schon zubereitet.

Zur Hauptspeise gab es Gans, traditionell mit Rotkohl und einem Semmelknödel-Auflauf (ebenfalls aus dem Slow Cooker und ebenfalls aus Gabis neuem Buch). Ich weiß, ich wiederhole mich, aber meine Slowie-Brigade hat uns an Weihnachten so Einiges an Arbeit abgenommen 🙂

Als Nachtisch gab es Mini-Gugls mit selbst gemachtem Haselnuss-Eis und beschwipsten Äpfeln. Auch hier habe ich bis auf die Äpfel alles am Vortag vorbereitet.

Und hier sind die Rezepte der Nachspeise. 🙂

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Für die Mini-Gugls braucht ihr:

100 g Butter

125 g Zucker

eine Prise Salz

3 Eier

200 g Mehl

1/2 Päckchen Backpulver

evtl. 3 EL Milch

etwas geriebene Tonkabohne

Butter, Zucker und Salz schaumig schlagen, dann die Eier einzeln unterrühren. Backpulver und Mehl mischen und unterheben, die Tonkabohne einrühren. Wenn der Teig zu zäh wird, etwas Milch dazu geben.

Den Teig in eine gefettete Mini-Guglform füllen (ich finde, das geht am besten mit einem Spritzbeutel) und im vorgeheizten Backofen bei 180°C ca. 10 Minuten backen. Achtung, in den kleinen Förmchen geht das wirklich ruckzuck, also lieber dabei bleiben 🙂

Für das Eis braucht ihr:

300 ml Sahne

170 g (eine Tube) Milchmädchen

mindestens 3 EL Haselnuss-Mus

Haselnusskrokant

Für das Eis die Sahne steif schlagen, das Milchmädchen, Haselnuss-Mus und Krokant unterrühren. Mindestens 4 Stunden (besser über Nacht) einfrieren und ca. 20 Minuten vor dem Servieren aus dem Froster nehmen.

Für die beschwipsten Äpfel braucht ihr:

2 säuerliche Äpfel (Boskop)

100 ml Weißwein

40 g Zucker

6 cl weißen Portwein

Mark einer ausgekratzen Vanillestange

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Die Äpfel schälen, entkernen und in Spalten schneiden. Mit dem Weißwein, der Vanille und dem Zucker bei mittlerer Hitze die Äpfel leicht weich kochen lassen. Den Portwein dazu geben und noch einmal aufkochen.

Und dann nur noch alles hübsch auf einem schönen Teller anrichten und servieren 🙂

Unterwasser-Plätzchen

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

dieses ungewöhnliche Rezept ist unser letztes Plätzchen-Rezept für dieses Jahr. Die Feiertage nahen, und es gibt wie jedes Jahr noch sooooo viel zu tun. Die Unterwasser-Plätzchen haben nicht nur einen ungewöhnlichen Namen, sie sind in jeder Hinsicht ungewöhnlich. Kennengelernt habe ich sie von Oma Berta, der Mutter meiner Arbeitskollegin, die aus dem Sudetenland stammte. Sie hat diese Plätzchen jedes Jahr zu Weihnachten gebacken, ebenso wie ihre Tochter und wie deren Tochter es auch heute noch macht. Es ist also ein richtiges Familienrezept, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Ich selbst wollte sie schon etliche Jahre backen, aber irgendwie klappte es nie. Heute habe ich mich endlich daran gewagt und es ausnahmsweise nur ein klein wenig verändert.

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Für etwa 70 Stück braucht Ihr nur diese Zutaten:

1 Päckchen frische Hefe

6 EL Milch

1 TL Vanillezucker

1 Prise Salz

300 g Mehl

250 g Kokosfett (Palmin)

Die Zubereitung:

Die Hefe mit Salz und Zucker verrühren, bis sie flüssig ist.

Die Milch darunterrühren.

Das Mehl auf ein Backbrett sieben, Kokosfett darüberraspeln.

In das Mehl eine Kuhle drücken. Das Hefe-Milch-Gemisch vorsichtig hineingießen.

Mit den Händen alles schnell zu einem glatten Teig verkneten. (Das Kokosfett schmilzt durch die Handwärme.)

Kaltes Wasser in eine Schüssel füllen. Den Teigklumpen hineingeben. Kühl, aber nicht zu kalt stellen.

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Teig nach 1 1/2 Stunden aus dem Wasser nehmen. Portionsweise auf dem gut bemehlten Backbrett etwa 1/2 cm dick ausrollen und zu beliebigen Formen ausstechen. Auf ein Backblech legen. Das Backblech vorher mit Backpapier belegen.

Im vorgeheizten Backofen bei 175 °C 10 bis 12 Min. backen, das Backblech herausnehmen und die Plätzchen noch etwa 5 Minuten auf dem Backblech liegen lassen. Dann vorsichtig auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Nun werden die Plätzchen zum Beispiel mit Puderzucker bestreut oder darin gewälzt. Weil sie fast neutral schmecken, könnt Ihr Eurer Phantasie bei der Verzierung  freien Lauf lassen und so den Geschmack des Gebäcks selbst bestimmen, z. B. mit Vanille oder Schokolade. Ich hatte noch Erdbeerzucker, den ich darübergesiebt habe. So haben die Plätzchen eine leichte Erdbeernote bekommen.

Die Plätzchen sind ganz zart: sie zergehen förmlich auf der Zunge. Ihre Konsistenz erinnert ein wenig an Blätterteig. Weil die Verarbeitung des Teiges so einfach ist, solltet Ihr sie wirklich einmal probieren. Noch ist ja Zeit bis zum Fest. Also: traut Euch ruhig.

 

Magenbrot-Cantuccini

Medaillon Mama

Hallo, Ihr Lieben! Kennt Ihr Magenbrot? Wenn Ihr aus dem Süden Deutschlands stammt, vermutlich ja. Vor allem in Baden-Württemberg und auch in der Schweiz wird es auf jedem Weihnachtsmarkt angeboten. Zumindest hat man mir das so gesagt. Hier bei uns im Westen ist dieses Gebäck jedoch kaum bekannt. Ich habe ein wenig herumgefragt und bei vielen ein Kopfschütteln als Antwort bekommen. Das muss sich ändern, finde ich. Deshalb habe ich Magenbrot in meine diesjährige Weihnachtsbäckerei aufgenommen und möchte sie Euch hier vorstellen. Die großen Mandelstücke darin sind nicht original. Ich habe sie mir von den italienischen Cantuccini abgeschaut, weil ich finde, sie geben dem Gebäck zusätzlich etwas Biss.

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Magenbrot besteht aus einem dunklen Honigteig, der an einem Tag zubereitet und erst am nächsten gebacken wird. So kann man sich die Arbeit gut einteilen.

Hier die Zutaten für ca. 70 Stck:

150 g abgezogene ganze Mandeln

125 g Honig

50 g brauner Zucker

100 g weißer Zucker

1 Prise Salz

2 EL starker Kaffee

20 g Butter

500 g Mehl

1/2 Pckg. Backpulver

2 EL dunkles Kakaopulver

1 1/2 TL Lebkuchen- oder Spekulatiusgewürz

Abrieb von je 1/2 Zitrone und Orange in Bio-Qualität

1 Paket Orangeat

gut 100 ml warme Milch

1 Ei

 

Für den Guss:

400 g Zucker

100 ml Wasser

2 TL Zitronensaft

2 TL Rum

1 TL Kakaopulver

 

Und so geht es:

In einer trockenen Pfanne röstet Ihr zunächst die Mandeln leicht an, bis sie duften, und lasst sie dann abkühlen.

Für den Teig gebt Ihr Honig, Zucker, Salz, Kaffee und Wasser in einen Topf und erhitzt alles bei mittlerer Hitze. Zwischendurch immer wieder umrühren. Sobald sich der Zucker vollständig aufgelöst hat, nehmt Ihr den Topf von der Kochstelle und rührt die Butter darunter. Nun die Masse etwas abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit siebt Ihr das Mehl zusammen mit dem Backpulver in eine Schüssel und mischt das Kakaopulver und die Gewürze sowie den Abrieb darunter. Die Mandeln hackt Ihr nur ganz grob und gebt sie ebenfalls dazu.

Das Orangeat zerkleinert Ihr zusammen mit der Milch im Mixer. Rührt die Milch und das Ei  unter die abgekühlte Honigmasse und gebt sie zur Mehlmischung. Verarbeitet dann alles mit den Knethaken des Handrührers zu einem homogenen Teig. Den Teig stellt über Nacht kalt.

Am nächsten Tag heizt Ihr den Backofen auf 175 °C vor. Dann teilt Ihr den Teig in 6 gleiche Portionen und rollt aus jeder Portion einen Strang, der auf ein Backblech passt. Je 3 Stränge werden auf ein mit Backpapier belegtes Backblech gelegt und sie etwas flachgedrückt.

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Nacheinander kommen die beiden Backbleche für etwa 20 Minuten auf die mittlere Schiene des Backofens. Sobald die unteren Ränder leicht bräunen, nehmt Ihr das Backblech heraus und lasst die gebackenen Stränge noch ein paar Minuten auf dem Blech. Dann vorsichtig auf ein Kuchengitter legen. Dort dürfen sie dann weiter, aber nicht ganz abkühlen. Sie lassen sich am besten noch lauwarm in etwa 2 cm dicke schräge Scheiben schneiden.

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Für den Guss alle Zutaten bis auf das Kakaopulver in einem Topf unter ständigem Rühren erhitzen, bis die Masse kocht. Lasst sie 2 Minuten köcheln. Danach schaltet Ihr die Hitze auf die kleinste Stufe und rührt das Kakaopulver mit einem Schneebesen darunter.

 

3 oder 4 Magenbrotstücke werden nun jeweils in den Topf gegeben und im Guss gewendet. Mit zwei Gabeln nehmt Ihr die einzelnen Stücke heraus und lasst sie auf einem Gitter ablaufen. (Alufolie darunter fängt die herabtropfende klebrige Masse auf.)

Sobald die Glasur getrocknet ist, könnt Ihr das Magenbrot  in eine Gebäckdose schichten. Zwischen die einzelnen Lagen gebt Ihr am besten Backpapier, damit die Stücke nicht aneinander kleben. Nach ein paar Tagen hat sich das köstliche Aroma vollständig entfaltet und das Magenbrot ist wunderbar mürbe geworden.

 

Apfelkuchen mit Marzipanstreuseln, low carb

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

Tatjana findet, dass wir schon genug Honig- oder Lebkuchen-Rezepte hier im Blog haben. Deshalb warten wir noch ein wenig damit, weitere Plätzchen zu backen, die nicht so lange haltbar sind. Heute möchte ich Euch deshalb einen Apfelkuchen ans Herz legen, der fast ohne Mehl und mit ganz wenig Zucker auskommt und trotzdem superlecker ist. Außerdem ist er einfach und schnell zubereitet.

Das Mehl habe ich durch Mandeln, den Zucker zum Teil mit Xylitol ersetzt. Da ich Xylitol das erste Mal verwendet habe, war ich ein wenig vorsichtig, weil es Blähungen und Durchfall verursachen kann, wenn man gleich zu viel davon isst. Deshalb habe ich zwar den Teig, nicht aber die Äpfel damit gesüßt. Einen Unterschied im Geschmack konnte ich nicht feststellen.

Im Gegensatz zu den meisten Zuckerarten wird der Zuckeraustauschstoff Xylit (oder Xylitol) von Ärzten und Ernährungswissenschaftlern in Maßen als unbedenklich angesehen. Für Zähne und Mundflora soll es sogar sehr gesund sein. Xylit, das aus Holzzucker gewonnen und insulinunabhängig vom Körper verwertet wird, ist auch für Diabetiker geeignet. Hunde dürfen kein Xylitol bekommen: für sie es ist tödlich!

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Nun aber zum Rezept:

Die Zutaten:

Für den Boden:

200 g gemahlene Mandeln

50 g Dinkelmehl

150 g Butter

70 g Xylitol

1 Ei

1 Prise Salz

etwas abgeriebenen Bio-Zitronenschale

Zusätzlich für die Streusel: 120 g Marzipanrohmasse (aus dem Gefrierfach)

Belag:

750 g Boskop-Äpfel

Saft einer halben Zitrone

1 Vanillezucker

3 EL Zucker

(1 TL Zimt)

Zubereitung:

Die Zutaten für den Boden in eine Rührschüssel geben, mit dem Handrührgerät vermischen, bis sich alles zu einer Masse verbunden hat.

2/3 des Teiges in einer gebutterte Pie-Form (26 cm ø) verteilen, mit den Fingern glattdrücken.

Über das restliche Drittel des Teiges die Marzipanrohmasse grob reiben und mit dem Teig vermischen. Das werden unsere Streusel.

Boden und Streuselteig kalt stellen.

In der Zwischenzeit die Äpfel (ich nehme am liebsten die säuerlichen, mürben Boskop-Äpfel) schälen, vierteln, Kerngehäuse entfernen und in grobe Würfel schneiden. Den Zitronensaft sofort über die Äpfelwürfel geben; Vanillezucker, Zucker und nach Geschmack den Zimt daruntermischen.

Die Äpfel auf dem Teig verteilen, die Streusel darübergeben.

Auf die unterste Schiene des Backofens stellen.

Den Backofen auf 175 °C einschalten. Hitze nach 25 Minuten auf 160 °C reduzieren.

Den Kuchen backen, bis er goldbraun ist. Das dauert etwa 45 Minuten. Danach noch 10 Minuten im ausgeschalteten Backofen lassen.

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