Apfel-Holunder-Gelee

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

so langsam füllt sich unser Vorratskeller mit allerlei selbstgemachten Köstlichkeiten. Neben der Brombeerkonfitüre steht ein ganzes Regalbrett voll mit Aprikosenkonfitüre und Apfelgelee. Daneben stapeln sich Gläser mit unserem beliebten Tomatensugo. Vor ein paar Tagen dachte ich noch, das reiche wohl für dieses Jahr. Bis … ja bis Sohnemann mir eine Tasche voll selbstgepflückter Äpfel auf die Terrasse gestellt hat. Es waren ca. 15 kg! Also noch einmal Apfelgelee! Übrig blieben trotzdem noch 10 kg Äpfel. Dann ergab es sich, dass wir im Zuge von Gartenarbeiten Holunderzweige abschneiden mussten. Und daran hingen noch reife Holunderbeeren. Eine große Schüssel voller Dolden kam da zusammen. Also entschloss ich mich, beide Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und Apfel-Holunder-Gelee zu kochen.

Ich brauchte dafür:

Äpfel

Holunderbeeren

Gelierzucker für Gelee 1:1

(und natürlich Marmeladengläser!)

Dazu kam mein Dampfentsafter zum Einsatz.

Den gelochten Dampfeinsatz füllte ich zunächst zu 3/4 mit gewaschenen, geviertelten Äpfeln. Schale und Kerngehäuse durften bleiben, denn darin befindet sich reichlich das zum Gelieren notwendige Pektin. Nur der Stiel, die Blüte und etwaige Wurmgänge mit Würmern wurden entfernt ;-).

Die ebenfalls gewaschenen Holunderbeeren löste ich mit einer Gabel von den Dolden und streute sie über die Apfelstücke. (Ein paar verbliebene Zweiglein stören nicht!) Dann füllte ich den Dampfeinsatz mit weiteren Äpfelstücken bis kurz unter den Rand und legte den Deckel auf.

Nachdem der unterste Topf zur Hälfte mit Wasser gefüllt und der Dampfgarer ordnungsgemäß zusammengesetzt war, brachte ich das Wasser auf dem Herd zum Kochen. Mit kleiner Hitze durfte es nun einige Stunden köcheln. Den heißen Saft, der im Schlauch sichtbar wurde, ließ ich von Zeit zu Zeit mit der gebotenen Vorsicht (!) in ein extra Gefäß laufen.

Sobald die Früchte keinen Saft mehr abgaben, wurde der Saft abgemessen und in einen ausreichen großen Topf geschüttet. Nun kam der berühmte Dreisatz zum Einsatz. Erinnert Ihr Euch? Wenn man für 1 Liter Saft 750 g Gelierzucker nimmt, dann benötigt man wie viel Gramm Gelierzucker für 1800 ml Saft? Heraus kam: 1350 Gramm! (Es kann auch etwas mehr genommen werden, je nachdem, wie sauer die Äpfel sind. Doch da kann man später noch abschmecken und  „nachbessern“. )

Der Saft zusammen mit dem Gelierzucker wurde unter Rühren aufgekocht und durfte bis zum Gelierpunkt köcheln. Dies kann durchaus 15 bis 30 Minuten dauern. Sobald aber der letzte Tropfen am Kochlöffel wie an einem „Faden“ hängen bleibt, gebe ich noch etwas Gelee auf einen Teller, um zu sehen, ob sich auf dieser „Pfütze“ so etwas wie eine Haut bildet. Wenn ja, fülle ich das Gelee kochendheiß und zügig in vorbereitete, mit kochendem Wasser sterilisierte Gläser, die ich sofort verschließe.

Äpfel und Holunder harmonisieren geschmacklich perfekt, und so habe ich ein nicht alltägliches, köstliches Gelee bekommen, das sich auch als besonderes Weihnachtsgeschenk eignet.

WP_20180827_008

Die übrig gebliebenen Äpfel versuche ich erst einmal zu lagern und überlege mir in der Zwischenzeit, wie ich sie noch verwende.

 

 

Advertisements

Mini Gugls mit Haselnuss-Eis und beschwipsten Äpfeln

Ihr Lieben,

das war eine lange Blockpause unsererseits. Aber wir können es erklären: Erst war Weihnachten, dann hatte meine Mom einen runden Geburtstag. Anschließend sind wir in Urlaub gefahren und ich wurde 30. Kurz gesagt: Viel Feierei, viel Völlerei. Aber auch wenn zum Bloggen nicht genug Zeit blieb, haben wir zumindest eine Menge neuer Rezepte probiert und gesammelt, sodass Ihr Leser im Nachhinein noch ein kleines bisschen profitiert.

Starten wir traditionellerweise mit unserem Weihnachtsmenu. Am Heiligen Abend wollten meine Eltern vormittags in den Gottesdienst und ich nachmittags. Also mussten es Rezepte sein, die man gut vorbereiten kann. So gab es zur Vorspeise Lachspastetchen aus dem Slow Cooker mit Salat. Das Rezept findet ihr in Gabi Frankemölles neuem Kochbuch „Langsam kocht überall besser„. Diese habe ich am Vortag schon zubereitet.

Zur Hauptspeise gab es Gans, traditionell mit Rotkohl und einem Semmelknödel-Auflauf (ebenfalls aus dem Slow Cooker und ebenfalls aus Gabis neuem Buch). Ich weiß, ich wiederhole mich, aber meine Slowie-Brigade hat uns an Weihnachten so Einiges an Arbeit abgenommen 🙂

Als Nachtisch gab es Mini-Gugls mit selbst gemachtem Haselnuss-Eis und beschwipsten Äpfeln. Auch hier habe ich bis auf die Äpfel alles am Vortag vorbereitet.

Und hier sind die Rezepte der Nachspeise. 🙂

IMG_2127

Für die Mini-Gugls braucht ihr:

100 g Butter

125 g Zucker

eine Prise Salz

3 Eier

200 g Mehl

1/2 Päckchen Backpulver

evtl. 3 EL Milch

etwas geriebene Tonkabohne

Butter, Zucker und Salz schaumig schlagen, dann die Eier einzeln unterrühren. Backpulver und Mehl mischen und unterheben, die Tonkabohne einrühren. Wenn der Teig zu zäh wird, etwas Milch dazu geben.

Den Teig in eine gefettete Mini-Guglform füllen (ich finde, das geht am besten mit einem Spritzbeutel) und im vorgeheizten Backofen bei 180°C ca. 10 Minuten backen. Achtung, in den kleinen Förmchen geht das wirklich ruckzuck, also lieber dabei bleiben 🙂

Für das Eis braucht ihr:

300 ml Sahne

170 g (eine Tube) Milchmädchen

mindestens 3 EL Haselnuss-Mus

Haselnusskrokant

Für das Eis die Sahne steif schlagen, das Milchmädchen, Haselnuss-Mus und Krokant unterrühren. Mindestens 4 Stunden (besser über Nacht) einfrieren und ca. 20 Minuten vor dem Servieren aus dem Froster nehmen.

Für die beschwipsten Äpfel braucht ihr:

2 säuerliche Äpfel (Boskop)

100 ml Weißwein

40 g Zucker

6 cl weißen Portwein

Mark einer ausgekratzen Vanillestange

IMG_2131

Die Äpfel schälen, entkernen und in Spalten schneiden. Mit dem Weißwein, der Vanille und dem Zucker bei mittlerer Hitze die Äpfel leicht weich kochen lassen. Den Portwein dazu geben und noch einmal aufkochen.

Und dann nur noch alles hübsch auf einem schönen Teller anrichten und servieren 🙂

Traditioneller Apfelkuchen

medaillon tatjana

Der Herbst ist meine liebste Jahreszeit. Ich liebe die Fülle an frisch geerntetem Obst und Gemüse, Kräutertees und warme Socken. Und ich habe viel mehr Lust, in der Küche zu werkeln.

Für unseren Kaffeeklatsch-Besuch habe ich daher einen ganz traditionellen Apfelkuchen gebacken – ohne Exotik, ohne Schnickschnack, aber mit den ganz frisch geernteten Boskop-Äpfeln einfach superlecker.

wp_20161002_10_29_40_pro

Ihr braucht:

50g gemahlene Mandeln

50g Dinkel-Vollkornmehl

100g Weizenmehl

2 gestrichene TL Backpulver

125g Butter

125g brauner Zucker

eine Prise Salz

2-3 Eier

ein paar EL Milch

Zitronenabrieb oder ein paar Tropfen Zitronenöl

500-750g Äpfel

wp_20161002_10_29_35_proEine 26er Springform fetten, beiseite stellen. Den Ofen auf 175°C vorheizen.

Die Äpfel schälen, entkernen, vierteln und mehrfach der Länge nach einschneiden, sodass sie beim Backen schön auffächern. Die Äpfel mit Zitronensaft beträufeln, damit sie nicht braun werden.

Die Butter mit dem Zucker und dem Salz schaumig rühren, anschließend die Eier eins nach dem anderen unterrühren, den Zitronenabrieb oder das Zitronenöl dazugeben. Die Mandeln, das Mehl und das Backpulver vorsichtig unterheben. Wenn der Teig zu zäh ist, ein paar EL Milch einrühren.

In die Springform geben und grob verteilen. Die Apfel-Viertel mit der eingeschnittenen Seite nach oben kranzförmig auf den Teig legen.

Den Kuchen 40-50 Minuten bei 175°C backen.

Vor dem Servieren noch mit Puderzucker bestäuben. Et voilà.

wp_20161002_13_25_10_pro-2

Apfel-Preiselbeer-Kuchen mit Gewürzen

Medaillon Mama
Sobald es draußen etwas kälter wird, bekomme ich immer einen unbändigen Appetit nach Äpfeln, ob als Apfelmus, -pfannkuchen, Bratapfel – einfach in jeder Form. Wie gut, dass jetzt überall die frisch gepflückten Äpfel angeboten werden! Wenn man mir dann noch einen ganzen Eimer schenkt, wie kürzlich des Öfteren geschehen, hat man mich so richtig glücklich gemacht. Selbstredend wird auch der Gast zum Kaffee mit einem Apfelkuchen beglückt. Diesmal hatte ich mir einen Apfel-Preiselbeer-Kuchen mit Gewürzen ausgedacht. Wenn Ihr die einzelnen Gewürze nicht zur Hand habt, könnt Ihr den Teig alternativ auch mit einem fertig gemischten Apfelstrudel- oder Lebkuchengewürz aromatisieren.
 apfelkuchen 1
Die Zutaten
für den Teig:
200 g Weizen- oder Dinkelmehl
50 g gemahlene Mandeln
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Zimt
1/2 TL gemahlener Cardamom
1 Messerspitze gemahlene Nelken
125 g Butter
150 g Zucker
1 Prise Salz
1 Ei
für die Füllung:
6 – 8 mittelgroße Äpfel (am besten Boskop oder Elstar)
Saft einer halben Zitrone
80 g Zucker
5 gehäufte EL Preiselbeeren aus dem Glas
1 gute Handvoll Amarettini
apfelkuchen 2
Zubereitung:
Mehl, Mandeln, Backpulver und Gewürze in einer Schüssel gut vermischen. Zucker und Butter in Stückchen sowie das Ei darauf geben. Mit dem Handrührgerät alles auf niedrigster Stufe verrühren, bis sich die Zutaten gut vermischt haben und Streusel entstanden sind. (Falls Ihr zu lange gerührt habt und es keine Streusel, sondern eine homogene Masse geworden ist, macht das auch nichts.) 3/4 des Teiges in eine Springform oder wie ich in eine Quicheform geben und mit den Fingern flachdrücken. Sollte der Teig kleben, einfach ein Stück Frischhaltefolie darauflegen und ihn so glattdrücken. (Das geht auch mit der gewölbten Seitel eines Esslöffels.) Den Teig am Rand etwas hochziehen.
Den Rest des Teiges kalt stellen.
P1010899
Backofen auf 190 °C vorheizen.
Für die Füllung die Äpfel schälen, vierteln, Kerngehäuse und Blüte entfernen und die Äpfel in etwa 1,5 cm große Stücke schneiden. In eine Schüssel geben und sofort mit dem Zitronensaft beträufeln, damit sie nicht braun werden. Mit dem Zucker vermischen. Die Preiselbeeren verrühren und ebenfalls mit den Apfelstücken vermischen.
Die Amarettini in einen Gefrierbeutel geben und mit einem Fleischklopfer, einer Pfanne o.Ä. zerkrümeln, anschließend auf dem Teigboden verteilen. Das Apfel-Preiselbeer-Gemisch daraufgeben, etwas andrücken. Den restlichen Teig darüberstreuseln und auf der untersten Schiene in etwa 45 Minuten goldbraun backen.
P1010903 Backtemperatur: 190 °C
Backzeit: ca. 45 Minuten
Den fertigen Kuchen in der Form erkalten lassen. Nach Belieben vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben und mit geschlagener Sahne servieren. Lauwarm schmeckt er auch mit einer Kugel Vanilleeis ganz köstlich. Allerdings entfalten die Gewürze ihr Aroma am besten nach einem Tag.
WP_20151004_004
Gestern brachte Tatjana übrigens zwei weitere Eimer voller Äpfel mit. Einen Eimer haben wir bereits zu Saft und zu noch mehr Apfelgelee verarbeitet, was ich mit dem Rest „anstelle“, weiß ich noch nicht. Most würde mich reizen. Sollte jemand ein „todsicheres“, einfaches Rezept haben, immer her damit!