No-Bake Passionsfrucht-Törtchen

medaillon tatjana

Ihr Lieben,

der Sommer ist nach einem eiskalten Frühling mit ganzer Kraft und viel Sonnenschein eingetroffen, das bedeutet: Mama ist viel im Garten und ich bin viel unterwegs. Deswegen ist es bei uns ein wenig stiller im Moment.

Aber heute habe ich, pünktlich zu Muttertag, ein hübsches und sehr leckeres Törtchen für Euch.

Da ich Mirror Glaze verwendet habe, müssen die Törtchen gefroren verarbeitet werden. Deshalb braucht Ihr auf jeden Fall eine bzw. zwei Silikon-Formen und müsst reichlich Zeit einplanen. Ich habe mir letztens bei Aldi Süd das Set aus Mini Muffins und normal großen Muffins besorgt und das war perfekt dafür 🙂

Mein Rezept basiert auf dem Maracuja-Cheesecake von Malu, ich habe mir aber die Komponenten selbst zusammengebastelt 🙂

Zunächst werden die Böden und „Kerne“ vorbereitet.

Für den Keksboden braucht ihr nur

200 g Butterkekse

80 g weiche Butter

40 g braunen Zucker

An den Butterkeksen könnt Ihr sämtliche gesammelten Aggressionen abarbeiten. Ich habe sie in einen stabilen Gefrierbeutel gepackt, in ein Geschirrtuch gewickelt und das Ganze mit einer Bratpfanne bearbeitet, bis sie schön fein-krümelig waren.

In die großen Förmchen füllen und festdrücken, dann einfrieren.

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Für den Maracuja-Kern:

3 Passionsfrüchte

250 g gekauften Maracuja-Saft oder -Nektar

30 g Zucker

3 Blätter Gelatine

Die Gelatine in eiskaltem Wasser einweichen.

Die Passionsfrüchte aushöhlen, das Mus durch ein Sieb streichen und den Saft auffangen. Zusammen mit dem gekauften Maracuja-Saft und dem Zucker einmal aufkochen, von der Platte ziehen; die Gelatine ausdrücken und einrühren.

Für die Kerne habe ich die kleinen Förmchen verwendet. Die Masse auf 6 Förmchen aufteilen.

Aus den restlichen 6 Förmchen habe ich „Kerne“ aus einem Passionsfrucht-Curd hergestellt.

Dafür braucht ihr:

200 ml Maracuja-Saft oder -Nektar

Mark aus 1/2 Vanille-Schote

150 g Zucker

120 g Butter

3 Eier

Den Passionsfrucht-Saft mit dem Vanillemark, der Butter und dem Zucker einmal aufkochen, von der Platte ziehen und kurz abkühlen lassen. Dann nacheinander die Eier unterrühren und vorsichtig erneut erhitzen, bis die Creme fest wird. Diese auf die restlichen 6 Förmchen aufteilen. Meine „Kerne“ waren je ca. 1cm hoch, damit sie auch beide in die Förmchen passen.

Die „Kerne“ ebenfalls einfrieren.

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Wenn sie hart gefroren sind, könnt Ihr Euch an die Herstellung der Creme machen.

Dafür braucht Ihr:

150 ml Buttermilch

100 g Sahne

200 g Frischkäse

6 Blätter Gelatine

100 ml Maracuja-Saft oder -Nektar

80 g Zucker

Die Gelatine in eiskaltem Wasser einweichen.

Den Frischkäse glatt rühren und die Sahne steif schlagen.

Den Passionsfrucht-Saft mit dem Zucker zusammen aufkochen, von der Platte ziehen und die Buttermilch hinzugeben. Die Gelatine gut ausdrücken und einrühren, solange die Masse noch heiß ist.

Das Ganze zum Frischkäse geben und glattrühren. Dann die geschlagene Sahne vorsichtig unterheben. Bei Gelatine arbeitet man immer gegen die Zeit, also zügig arbeiten.

Die Masse in die Muffin-Förmchen gießen und zu ca. 2/3 füllen. Die gefrorenen „Kerne“ aus den Förmchen lösen und je einen  Maracuja-Curd- und einen Maracuja-Gelee-Kern vorsichtig in die Buttermilch-Creme fallen lassen. Als letztes die Keksboden-Böden daraufgeben und möglichst bündig abschließen lassen.

Das Ganze wieder einfrieren, am besten über Nacht: Für das Überziehen mit Mirror-Glaze, also mit Spiegelglasur, müssen die Törtchen hart gefroren sein.

Für die Mirror-Glaze habe ich das Rezept von Ofenkieker verwendet, 1:1, mit Maracuja-Saft statt Wasser angemischt und mit weißer und gelber Lebensmittelfarbe (Rainbow-Dust Puderfarben) eingefärbt.

Die Mirror-Glaze muss zur Verarbeitung handwarm sein, die Zeit, in der sie abkühlt, könnt Ihr dazu nutzen, die Törtchen vorsichtig aus den Silikon-Förmchen zu lösen und auf einem Rost zu platzieren. Ich hatte ein kleines Backblech untergelegt, dann könnt ihr die ablaufende Glasur auffangen und wieder verwenden.

Die Mirror-Glaze füllt Ihr in ein Gefäß, das gut und präzise gießt.

Und dann die geforenen Törtchen gleichmäßig mit der Glasur begießen. Diese kurz anziehen lassen und ein zweites Mal glasieren.

Mit einer kleinen Palette könnt Ihr die Törtchen anheben und die überstehende Glasur mit einem scharfen Messer abschneiden.

Dann nach Wunsch noch weiter verzieren (bei mir mussten Gänseblümchen aus dem Garten herhalten) und bis zum Servieren kühl stellen. Die übrig gebliebene Glasur könnt ihr einfrieren und nach vorsichtigem Erhitzen wieder verwenden.

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Für den Muttertag ist es natürlich schon zu spät, aber man kann seine Mama ja immer verwöhnen – oder den Papa, die/den Liebste/n …  😉

P.S. Passionsfrucht und Maracuja sind zwar verwandt, aber nicht exakt dasselbe. Ihr könnt für die Törtchen aber beides verwenden, müsst dann nur den Zucker nach Eurem Geschmack anpassen, denn Maracuja ist saurer als Passionsfrucht.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Rhabarber-Cheesecake mit Streuseln – laktose- und weizenfrei

Medaillon Mama
Die Rhabarbersaison ist leider nur noch kurz. Ich mag seinen säuerlichen Geschmack und es stört mich auch nicht, wenn sich meine Zähne danach ein wenig „stumpf“ anfühlen. Als Kompott mit ein paar Erdbeeren darin oder auch als Konfitüre in derselben Variante ist er für mich ein Hochgenuss. Ehemann und Sohn allerdings weigern sich, Rhabarber zu essen. Deshalb steht er bei mir nur dann auf dem Speiseplan, wenn Tatjana zum Wochenende nach Hause kommt. Sie mag ihn nämlich fast noch lieber als ich. Zufällig stieß ich nun vor ein paar Tagen im Blog „Zimtkeks und Apfeltarte“ auf Rezept und Bild eines Rhabarberkuchens mit Streuseln. Der sah so appetitlich aus, dass mir sofort das Wasser im Mund zusammenlief. Auch die Art der Zubereitung gefiel mir: Boden und Streusel bestehen aus ein- und demselben Teig, und auch die Käsemasse ist fix zusammengerührt. Dann wird alles in die Kuchenform „gepackt“ und gebacken. Solche Rezepte sind genau das Richtige für mich. Da das Wochenende und damit Tatjanas Besuch vor der Tür stand, war mein Entschluss gefasst: Das würde unser Sonntagskuchen werden!
Gewöhnlicher Käsekuchen bereitet mir wegen meiner Laktose-Intoleranz allerdings große Probleme. Glücklicherweise gibt es aber im gut sortierten Supermarkt oder im Bioladen mittlerweile für alle Milchprodukte eine laktosefreie Variante. Und da ich lieber mit Dinkelmehl backe als mit Weizenmehl, habe ich es immer im Haus. Also habe ich ein paar Zutaten ausgetauscht und meinem Appetit auf einen laktose- und weizenfreien Kuchen stand nichts mehr im Weg.
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Für den Teig in einer Springform von 24 – 26 cm nahm ich folgende Zutaten:
200 g Dinkelmehl
75 g gemahlene Mandeln
1/2 TL Backpulver
1 Prise Salz
1 Eigelb (das Eiweiß kann mit in die Füllung)
100 g Rohrohrzucker
150 g sehr weiche Butter, nur wenn erforderlich, laktosefrei
Die Zutaten für die Füllung habe ich halbiert. Deshalb war mein Kuchen auch nicht so hoch wie der im ursprünglichen Rezept.
200 g Frischkäse, laktosefrei
100 g Schmand, laktosefrei
1 TL Pfeilwurzelmehl (oder Speisestärke)
1 Ei und das übrig gebliebene Eiweiß
Mark einer Vanilleschote
Abrieb einer Biozitrone
1 TL Zitronensaft
50 – 80 g Rohrohrzucker
250 g Rhabarber (fertig geputzt und gewogen)
Zubereitung:
Den Backofen auf 180 °C vorheizen. Die Backform einfetten.
Alle Zutaten für den Teig in eine Schüssel geben und mit dem Handrührgerät auf mittlerer Stufe zu einem streuseligen Teig verrühren.
Etwa 2/3 davon auf dem Boden verteilen und festdrücken (das geht besser, wenn man Frischhaltefolie auf den Teig legt und die Rückseite eines Löffels benutzt). Teig ein wenig am Rand hochziehen. Den Boden dann für 15 Minuten vorbacken. Restliche Teigstreusel kühl stellen.
In der Zwischenzeit den Rhabarber putzen und in 1 – 2 cm große Stücke schneiden.
Für die Füllung alle Zutaten zu einer glatten Creme verrühren. (Für mich muss die Füllung nicht sehr süß sein; deshalb habe ich nur 50 g Zucker verwendet. Wer es gerne süßer hat, nimmt entsprechend mehr Zucker und schmeckt die Creme einfach nach seinem Geschmack ab.)
Die Masse auf den Boden geben und glattstreichen. Den Rhabarber auf der Creme verteilen und etwas hineindrücken. Die restlichen Teigstreusel darüberstreuen.
Den Kuchen etwa 30 Minuten backen, bis er goldbraun ist.
Auf ein Gitter stellen und in der Form erkalten lassen. Wer mag, kann ihn vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.
Am allerbesten schmeckt er mir übrigens, wenn er gerade eben abgekühlt ist.
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Ich gebe zu, dass ich zuerst ein wenig skeptisch war, weil die Käsemasse mit Frischkäse statt mit Quark zubereitet wird. Die amerikanische Variante des Käsekuchens hatte mich bisher geschmacklich nicht überzeugt. Dieser Kuchen aber ist perfekt, und es ist nun mein absoluter Lieblings-Rhabarberkuchen.
Das Originalrezept stammt von „Zimtkeks und Apfeltarte„.
Danke. liebe Andrea!
Ach ja, mein Mann, der Rhabarber hasst, hat übrigens auch ein Stück davon gegessen und fand es ebenfalls sehr lecker.

Ausflug nach Bullerbü – Blaubeer-Cheesecake

medaillon tatjana

Ihr Lieben,

hat Euch Astrid Lindgren auch durch Eure Kindheit begleitet? Bei uns waren Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Karlsson vom Dach und all die anderen wunderbaren Helden und Heldinnen aus Schweden immer im Kinderzimmer präsent. Mein absolutes Lieblingsbuch von Astrid Lindgren war – und ist – übrigens „Die Kinder aus Büllerbü“. Und deswegen würde ich Euch gern mitnehmen auf einen Ausflug nach Bullerbü. Packt Eure Koffer und kommt mit – in Eure Küche. Denn jetzt könnt Ihr Euch (zumindest das kulinarische) Bullerbü nach Hause holen – zum Beispiel mit diesem traumhaften Blaubeer-Cheesecake.

Das Original-Rezept stammt aus diesem Büchlein:

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Und so gehts 🙂

Für den Boden habe ich einen ganz normalen Mürbteig verwendet und einen Teil des Mehls durch gemahlene Haselnüsse ersetzt. Ein Rezept findet Ihr zum Beispiel hier.

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Für die Füllung braucht Ihr:

450g Frischkäse (Doppelrahmstufe)

200g Blaubeeren

3 Eier

100g Zucker

Abgeriebene Schale einer Zitrone

Für das Topping:

430g Creme Fraiche

50g Zucker

das Mark einer Vanilleschote

Und für den Fruchtspiegel:

200g Blaubeeren

30 ml Wasser

50g Honig

1 TL Pfeilwurzelmehl

Abgeriebene Schale 1/2 Zitrone

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Und dann gehts los: Eine 26er Springform fetten, den Mürbteig hineindrücken (am besten geht es, wenn er sehr kalt ist). Den Backofen auf 175°C vorheizen. Dann für die Creme den Frischkäse, die Eier, den Zucker und den Zitronenabrieb verquirlen. Blaubeeren vorsichtig unterheben.

Auf den Mürbteig geben, glatt streichen und (laut Originalrezept) 30 Minuten backen. Bei mir stimmten die angegebenen Backzeiten allerdings überhaupt nicht, ich hatte ihn fast eine Stunde im Ofen.

In der Zwischenzeit die Creme Fraiche mit der Vanille und dem Zucker cremig rühren. Auf den vorgebackenen Kuchen geben und weitere 15 Minuten backen. (Bei mir war es wieder mindestens die doppelte Zeit.

Für das Gelee das Wasser, den Honig und das PFeilwurzelmehl in einem Topf bei mittlerer Hitze verrühren. Blaubeeren unterrühren und langsam aufkochen. Dann den Zitronenabrieb dazu geben und abkühlen lassen.

Den abgekühlten Kuchen mit dem Blaubeer-Gelee bestreichen. Am besten über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.

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Und dann genießen – die blauen Lippen und Zähne gehören übrigens dazu 🙂