Ciabatta mit getrockneten Tomaten

Langsam wird es wärmer. Bald wird wieder überall gegrillt und man bekommt schon Appetit alleine von dem Duft, der zu uns herüberweht. Brot darf natürlich bei keiner Grillparty fehlen. Frisch und selbstgebacken ist es einfach unübertrefflich. Wie wäre es zum Beispiel das nächste Mal mit einem (oder einer) Ciabatta mit getrockneten Tomaten im Teig? Am vergangenen Sonntag, einem herrlich warmen Frühlingstag, haben auch wir wieder einmal den Grill angeheizt. Ein bunter Salat zum Gegrillten sowie je ein Ciabatta mit und eines ohne Tomaten auf der Terrasse genossen, ließen beinahe Urlaubsgefühle aufkommen.

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Hierzu war ein wenig Vorplanung erforderlich. Man benötigt Weizensauerteig, den man als Trockenprodukt im Reformhaus oder Bioladen bekommt. Manche haben auch einen selbstgezüchteten zu Hause. (Ersatzweise eignet sich auch Roggensauerteig.) Den Sauerteig muss man schon am Vortag ansetzen, damit er etwa 15 – 20 Stunden reifen kann.

Am Vortag werden dazu 5 g Weizen- oder Roggen-Sauerteig mit 50 g Weizenmehl (frisch gemahlen oder mindestens Type 550) und 50 ml Wasser in einer Schüssel gut vermischt und abgedeckt bei Zimmertemperatur 15 – 20 Stunden stehen gelassen.

Für die beiden Brote verwendete ich außerdem:

1 gehäuften EL getrocknete Tomaten in Öl

1/4 Würfel frische Hefe

250 ml Wasser

1 TL flüssige Schlagsahne (dadurch wurde die Krume weicher und saftiger)

500 g Weizenmehl (Type 550)

2 TL Salz (wenn die Tomaten sehr salzig sind, etwas weniger)

1 TL Zucker

3 EL Olivenöl

evtl. Sesam zum Bestreuen

Am Back- bzw. Grilltag die getrockneten Tomaten abtropfen lassen und in kleine Stücke schneiden.

Die Hefe mit dem Zucker in etwas Wasser auflösen, den Rest des Wassers und die Sahne darunterrühren.

Für den Teig Mehl, Salz, Olivenöl und den angesetzten Sauerteig in eine Schüssel geben. Mit den Knethaken von der Mitte aus kneten und die Flüssigkeit langsam dazugeben. Solange bearbeiten, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst und nicht mehr klebt. Sollte er zu trocken sein, esslöffelweise noch etwas Wasser dazugeben. Den Teig halbieren. In eine Hälfte die Tomatenstücke vorsichtig unterkneten. Die beiden Teigstücke nebeneinander in eine Schüssel legen.

Den Teig zugedeckt solange gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat. Das dauert etwa 2 Stunden.

Die gegangenen Teigstücke auf ein leicht bemehltes Backbrett geben und länglich formen.

Mit genügend Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Das Brot mit den Tomaten mit Mehl bestäuben. Das zweite Brot mit Wasser bestreichen.

Die Teigstücke noch einmal eine halbe Stunde gehen lassen. Das zweite Brot noch einmal mit Wasser bestreichen und mit Sesam bestreuen.

Den Backofen auf 250 °C vorheizen. Eine flache, feuerfeste Schale mit Wasser miterhitzen. Sobald die 250 °C erreicht sind, die Schale aus dem Backofen nehmen (Vorsicht: heiß!) und das Backblech auf die 2 Schiene von unten schieben. Backofen sofort auf 220 °C herunterschalten. Die Brote eine halbe Stunde backen, bis sie schön gebräunt sind.

Solltet Ihr Wert auf die charakteristischen Löcher in der Krume legen, den Teig beim Formen nicht mehr kneten! Dann nur noch etwa 10 Minuten gehen lassen und gleich den Backofen vorheizen. Andernfalls laufen die Brote zu sehr auseinander.

Bei uns darf auf keinen Fall selbstgemachte Kräuterbutter dazu fehlen. Bon appétit! 😉

Giabatta mit Tomaten und Basilikum

Medaillon Mama

Unser Nachbar hat sich einen neuen Grill gekauft. Einen richtig edlen Gasgrill. Zum Geburtstag bekam er dann noch ein Grillseminar geschenkt. Er ist also jetzt Spezialist und lud uns an Christi Himmelfahrt zum Grillnachmittag ein.

Es war natürlich klar, dass ich meine selbstgemachte Kräuterbutter mitbringe. Außerdem besitze ich seit kurzem zwei neue Brotbackbücher: „Kapps Brot“ von Peter Kapp und „Brot“ von Bernd Armbrust. Beide Verfasser sind gelernte Bäcker und Meister ihres Fachs. Die Einladung war die Gelegenheit, ein Rezept auszuprobieren und das Brot ebenfalls mitzubringen. Ich entschied mich für Giabatta. Das passt immer zu Gegrilltem.

In den beiden Büchern fand ich zwei unterschiedliche Varianten von Giabatta: ein klassisches Giabatta im einen, Tomaten-Basilikum-Giabatta im anderen. Warum also nicht beide backen? Da ich nicht ganz unerfahren im Backen mit Hefeteig bin, fiel es mir nicht schwer, beide Rezepte zu kombinieren.

Erstaunlicherweise backt Bernd Armbruster sein Giabatta mit Weizensauerteig, Peter Kapp seines ohne. Da mir Guido vom Blog „tischundgarten“ vor kurzem freundlicherweise Trockensauerteig sowohl aus Roggen wie auch aus Weizen zukommen ließ, hatte ich den geforderten Weizensauerteig im Haus. Ich entschied mich deshalb für die Variante mit Sauerteig. Es geht offensichtlich aber auch ohne.

Solltet Ihr Weizensauerteig verwenden, müssen die Zutaten dafür schon am Vortag gut miteinander vermischt werden und 15-20 Stunden bei Zimmertemperatur reifen.

Giabatta

Die Zutaten für den Weizensauerteig:

50 g Weizenmehl

5 g Weizensauerteig (gibt es auch als Trockenprodukt aus dem Reformhaus)

50 ml Wasser

Für den Brotteig benötigt man:

500 g Weizenmehl

10 g Salz

10 g Hefe (das ist 1/4 Würfel)

3 EL Olivenöl

etwa 275 ml Wasser

außerdem:

etwa 1 Handvoll getrocknete Tomaten in Öl

etwa 1 Handvoll Basilikumblätter

Zubereitung:

Die getrockneten Tomaten gut abtropfen lassen (das Öl auffangen) und klein schneiden. Basilikum waschen, trocken schütteln und die Blättchen fein schneiden.

Für den Brotteig die Hefe mit ein wenig von dem lauwarmen Wasser auflösen.

Mehl in eine Rührschüssel geben, Salz, evtl. den angesetzten Sauerteig vom Vortag, das Olivenöl und die aufgelöste Hefe dazugeben. Alles langsam mit den Knethaken vermischen und das Wasser hinzufügen. Sobald eine homogene Masse entstanden ist, das Rührgerät auf die höchste Knetstufe stellen und 5-6 Minuten kneten, bis sich der Teig von der Schüssel löst.

(Es ist besser, zunächst etwas weniger Wasser zu nehmen und, falls der Teig zu trocken ist, später noch ein wenig Wasser hinzuzufügen. Ein gekneteter Teig, der zu weich ist, schmeckt „mehlig“, wenn man weiteres Mehl unterknetet.)

Ich habe dann die Hälfte vom Teig abgenommen und die Tomaten sowie das Basilikum von Hand unter die Teighälfte geknetet.

Die beiden Teigstücke abgedeckt in einer Schüssel bei Zimmertemperatur 1 Stunde gehen lassen.

Den fertig gegangenen Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben. Jedes Teigstück (das mit den Tomaten zuerst) rundherum von allen Seiten in die Mitte drücken, damit die Gase herausgedrückt werden. Dann länglich formen, die Mitte nach unten. Noch einmal 30 Minuten ruhen lassen. Schließlich in die endgültige Form bringen (nicht zu sehr drücken: die größeren Löcher in der Krume sind typisch für Giabatta). Das Brot mit den Tomaten habe ich wie eine Spirale gedreht (ein Tipp von Bernd Armbrust). So sah es ein wenig rustikaler aus. Die Brote auf einem mit Backpapier belegten Blech noch einmal 30 Minuten ruhen lassen.

In der Zwischenzeit den Backofen auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine flache feuerfeste Form mit etwa 300 ml Wasser miterhitzen. Sobald die Hitze erreicht ist, die Form entfernen, die Brote (bzw. nur das Brot „ohne Drehung“) schräg einschneiden. Die Brote in den Ofen schieben, die Temperatur auf 220 °C herunterdrehen. In ca. 30 Minuten goldbraun backen. Wer mag, kann das Tomaten-Basilikum-Giabatta noch heiß mit dem aufgefangenen Tomatenöl bestreichen.

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Unser Nachbar hat uns nach allen Regeln der Kunst verwöhnt, Brot und Kräuterbutter haben geschmeckt, das Wetter hat mitgespielt. Kurzum, es war ein rundum gelungenes Grillfest.