Grüne Bohnen, fermentiert

Ihr Lieben,

letzte Woche habe ich Euch ja berichtet, wie ich vor unserem Urlaub grüne Tomaten milchsauer eingelegt – sprich: fermentiert – habe. Allerdings bin ich, seit wir aus dem Urlaub zurück sind, immer noch nicht dazu gekommen, sie zu probieren.

Da es mittlerweile Oktober ist, wollte ich auch noch grüne Bohnen einlegen, bevor die Saison zu Ende ist. Auch dieses Rezept stammt von André Lee, einem Meister der Fermentation. Ich war mir nicht sicher, ob unser Biobauer noch grüne Bohnen anbietet, hatte aber Glück. Mein Schatz besorgte mir 1 kg und ich ging gleich ans Werk:

Zunächst kochte ich 1 Liter Wasser auf und ließ es erkalten.

In der Zwischenzeit wurden die Bohnen  gut gewaschen und ihre beiden Enden abgeschnitten. Entfädeln musste ich sie nicht, denn sie hatten keine Fäden. Dann wurden sie in reichlich Wasser bissfest gekocht und abgegossen. (Achtung: Sie garen beim Abkühlen noch etwas nach. )

Die weiteren Zutaten waren die gleichen wie bei den grünen Tomaten:

1 Zwiebel, geschält und geviertelt

2 Scheiben frischer Ingwer

5 Knoblauchzehen

1 Chilischote (wir haben eine Mini-Chili-Pflanze; davon nahm ich 4 Schoten)

1 EL Senfkörner

1 Stange Zitronengras

1 EL schwarze Pfefferkörner

2 EL Salz

Nachdem ich das Fermentationsglas mit kochendem Wasser ausgespült hatte (Absolute Sauberkeit ist oberstes Gebot!), füllte ich alle Zutaten bis auf das Salz in das Glas. (Die Bohnen, die nicht in das Glas passten, gab es gleich zum Abendessen.) Das Salz löste ich im abgekühlten Wasser auf und goss es über die Bohnen. Schließlich verschloss ich das Glas mit dem Spezialdeckel und stellte es an einen warmen Ort: eine Ecke in unserem Wohnzimmer eignet sich sehr gut dafür. Nach gut einer Woche wird es in den kühlen Keller gebracht und darf dort noch mindestens zwei weitere Wochen „reifen“.

Mit dem Öffnen der grünen Tomaten warte ich noch, bis auch die Bohnen soweit sind, denn ich möchte gerne ein Gericht ausprobieren, das ebenfalls von André Lee stammt und bei dem beide Zutaten gebraucht werden. Das werde ich Euch natürlich ebenfalls nicht vorenthalten. Ich bin selbst schon ganz gespannt.

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Auf dem Bild hat die Fermentation bereits eingesetzt; deshalb ist die Lake etwas trüb.

 

 

 

 

Sesam* öffne Dich! Unser Sauerkraut ist fertig!

medaillon tatjana*in diesem Fall Sauerkrautfassdeckel

Ihr Lieben,

heute haben wir, nach vier Wochen Gärungsphase, unser Sauerkraut-Fässchen geöffnet. Und es ist fertig!

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Beim Öffnen heißt es – genauso wie beim Einlegen: Sauber arbeiten. Hände waschen, nur sauberes Besteck verwenden, nicht ins Fässchen fassen und nach dem Entnehmen der Portion darauf achten, dass die Ränder sauber sind, das Sauerkraut von Flüssigkeit bedeckt ist und der Topf luftdicht abschließt – damit Schimmelpilze keinen Nährboden bekommen. Ein angezündetes Teelicht, das auf dem Stein, dass das Kraut unter Wasser hält, plaziert wird, braucht jeglichen Sauerstoff, der sich im Innern des Fasses befindet, auf.

Ich habe mir einige Wochenrationen mit zurück nach Düsseldorf genommen, meine Kollegin bekommt auch ein paar Gläschen.

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Jetzt kann der Winter also kommen – wenn er denn kommt.

Eine Portion Sauerkraut (ca. 130g) deckt ein Viertel des täglichen Bedarfs an Vitamin C – und das hilft bekanntlich, Erkältungen fern zu halten.

Die Milchsäurebakterien, die sich durch die Gärung des Kohls rasant vermehren, unterstützen eine gesunde Darmflora – und die ist wiederum die Basis für ein gutes Immunsystem.

Am gesündesten ist Sauerkraut roh. Ihr solltet daher, auch wenn ihr das Kraut im Supermarkt kauft, darauf achten, dass es nicht pasteurisiert wurde, denn dadurch werden die Milchsäurebakterien zerstört. Mein Favorit unter den gekauften Sauerkräutern ist das von Alnatura, weil, 1. roh und 2. Bioqualität. Wollt ihr die gesunden Eigenschaften erhalten, solltet ihr das Kraut so vorsichtig und kurz wie nur möglich erhitzen – und immer ein paar Gabeln und den übrig gebliebenen Saft roh essen bzw. trinken.

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Bei Captain Cook gehörte Sauerkraut angeblich immer zum Proviant – auch wenn seine Männer den Kohl nur widerwillig unter Androhung von Prügelstrafe verspeisten.

Ich kann das nicht verstehen, bei mir gehört Sauerkraut in der kalten Jahreszeit zu den Grundnahrungsmitteln.