Vietnamesische Pho im Slowcooker

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Ihr Lieben, ich bin bereits seit geraumer Zeit Eigentümer eines, nein zweier Slowcooker. Ein Slowcooker oder auch „Crockpot“ (wobei das eine Marke ist) ist eine Art elektrisch betriebener Kochtopf mit einem Innentopf aus Keramik, ursprünglich bereits vor Jahrzehnten in den USA als Bohnenkocher entwickelt. Sein Vorteil: langes, langsames Kochen bei niedrigen Temperaturen.

 Durch die Dicke der Keramik und da er wesentlich weniger Strom verbraucht als ein Herd oder Backofen, lassen sich in ihm Gerichte unbeaufsichtigt über Stunden sanft schmoren. Fleisch wird darin herrlich zart, während Gemüse auch nach stundenlangem Garen noch knackig ist.

In Amerika besitzt ihn quasi jeder Haushalt, weil er, zumindest nach amerikanischer Kochweise, viel Arbeit erspart.

In Deutschland fristet er, meiner Meinung nach völlig unberechtigt, noch ein Nischendasein. Es gibt ihn in Größen von 1,5 bis 8 Liter Fassungsvermögen, und er ist sehr günstig in der Anschaffung.

Der „Ami“ (Entschuldigung, das ist vielleicht zu pauschalisierend, dient hier aber der vereinfachten Darstellung) tendiert dazu, einfach alle Zutaten – einschließlich vieler Fertigprodukte – morgens in den Topf zu werfen, um abends ohne weitere Arbeit ein fertiges Essen auf dem Tisch zu haben. Klingt erst einmal wenig verlockend, ich gebe es zu.

Passt man aber klassische europäische Gerichte an den „Slowi“, „Crocky“ oder auch liebevoll „Lahmarsch“ genannt, an, stellt er definitiv eine Bereicherung in der Küche dar; eben weil man den Sonntagsbraten in Ruhe schmurgeln lassen kann, während man selbst einen Ausflug macht. Oder weil die Bolognese, die immer besser wird, je länger sie kocht, dies tun kann, während man selbst im Büro sitzt. Und weil Schmorgerichte wie Rouladen oder Gulasch einfach unschlagbar zart werden (und Saucen herrlich aromatisch), auch wenn man selbst kein Genie in der Küche ist.

Solltet ihr euch nach dieser Lobeshymne dazu entschließen, euch so ein Gerät zuzulegen, ist jetzt, vor Beginn der Suppen- und Eintopfsaison, der richtige Zeitpunkt.

Und um euch die Entscheidung noch etwas leichter zu machen, habe ich direkt ein Rezept für euch dabei.

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Für die Pho, eine vietnamesische Rinderbrühe mit Gewürzen und viel frischem Gemüse, braucht ihr:

1 Rinderbeinscheibe und/oder

1 Stück Ochsenschwanz

2 Stück Markknochen

1 Zwiebel

1 Paket Suppengemüse (meines enthielt Möhren, Stauden – und Knollensellerie, ein Stück Blumenkohl und Petersilie)

1 TL Fenchelsamen

1 TL Korianderkörner

3 Nelken

1 Sternanis

1/2 Stange Zimt

3 Kardamom Kapseln

Wasser, Salz, Pfeffer

Sojasauce

Fischsauce

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Das Gemüse und die Zwiebel in kleine Würfel schneiden. In einer großen Pfanne ohne Öl zunächst die Gewürze anrösten, bis sie duften. Abkühlen lassen und in einen Teefilter umfüllen.

Das Fleisch kräftig salzen und in einer heißen Pfanne scharf anbraten: wir wollen Röststoffe, also hier richtig Gas geben.

Dann das Fleisch in den Slowcooker geben. Im ausgetretenen Fleischsaft und -fett das Gemüse ebenso scharf anbraten und danach auch in den Slowcooker geben. Die Gewürze dazu tun. Mit etwas Wasser die Bratreste aus der Pfanne kratzen und auch umfüllen. Je 1 EL Soja- und Fischsauce dazu geben.

Dann mit Wasser aufgießen, so dass der Slowcooker bis ca. 1 cm unter dem Rand voll ist.

Deckel drauf, auf „High“ stellen und mindestens 6 Stunden schmurgeln lassen. Ich habe nach ca. 4 Stunden auf „Low“ zurück gestellt.

Für das Topping in der Zwischenzeit Gemüse wie Möhren, Staudensellerie, Zuckerschoten und Paprika fein aufschneiden. Mungobohnen- (oder andere) Sprossen, Thai-Basilikum, frischer Koriander, Chilischoten und Reis-Nudeln eignen sich ebenfalls als Suppeneinlage.

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Nach der Kochzeit die Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken und dann abseihen. Das Gemüse hat seinen Dienst getan und kann in den Müll (oder in die Komposttonne), das Fleisch lässt sich aber gut abklauben und als Suppeneinlage verwenden.

Das Gemüse und die gekochten Reisnudeln in die Suppe geben und servieren.

 

Und übrigens: Ihr könnt die Pho natürlich auch ganz normal im Kochtopf zubereiten, wenn ihr keinen Slowcooker habt 🙂 Dazu einfach das angebratene Fleisch und Gemüse in den Kochtopf geben, mit Wasser auffüllen und bei geschlossenem Deckel langsam simmern lassen.

 

Kunterbunte Frühlingspfanne

Medaillon Mama

Endlich gibt es wieder reichlich frisches heimisches Gemüse. Ich finde ja, dass Kohlrabi zum Beispiel nie wieder so gut schmeckt wie im Frühjahr. Na ja, und heimischen Spargel gibt es sowieso nur jetzt. Was liegt da also näher, als alles zusammen in einer gemischten Gemüsepfanne zu genießen? Für die Farbe sorgt bunter Paprika. Die Mengen könnt Ihr je nach Lust, Laune und Appetit variieren.

Die Zutaten für ca. 4 Personen:

1 Zwiebel

etwas Butter zum Andünsten

Öl

2 Kohlrabi, die zarten Herzblättchen beiseitelegen

1 Bund grüner Spargel

6 Stangen weißer Spargel

je 1 rote und gelbe Paprikaschote

1 EL granulierte beste Gemüsebrühe (ohne Hefeextrakt oder sonstige Zusatzstoffe)

Frühlingspfanne

Zubereitung:

Die Zwiebel schälen und kleinschneiden. In einer hohen Pfanne mit etwas Butter bei kleiner Hitze dünsten.

In der Zwischenzeit die Kohlrabi schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Die Hitze ein wenig heraufschalten, die Kohlrabi zu den Zwiebeln geben, anschwitzen, zwischendurch umrühren.

Beim grünen Spargel die holzigen Enden abbrechen, das untere Drittel schälen.

Weißen Spargel ebenfalls schälen. Spargel in etwa 4 cm lange Stücke schneiden.

Die Paprikaschoten vierteln, entkernen und ebenfalls in Stücke schneiden.

Die Herzblättchen vom Kohlrabi kleinschneiden.

Herdplatte auf hohe Stufe stellen, das restliche Gemüse und die kleingeschnittenen Herzblättchen in die Pfanne geben. Alles zusammen unter Rühren kurz anbraten, mit Gemüsebrühe, Salz und Pfeffer würzen. Mit etwa 50 ml  Wasser ablöschen. Hitze auf kleinste Stufe zurückschalten. Deckel auflegen und, je nach Belieben, mehr oder weniger weich dünsten lassen. Wer mag, kann vor dem Servieren noch kleingeschnittene Petersilie hinzufügen.

Fr.pfanne

Dazu passt Reis, Quinoa, Bulgur, Couscous, Fisch, Schnitzel, Steak oder, oder …

Die Spargelzeit geht bald zu Ende, also sputet Euch!

Brokkoligratin

Medaillon Mama
Gestern bescherte mir mein Garten wieder Frühlings-Glücksgefühle: ich erntete den ersten Bärlauch in diesem Jahr! Zusammen mit zwei Thymianblättchen, ein paar jungen Rosmarinnadeln und Thymianblättchen aus dem Kräuterbeet wurde er zu Kräuterbutter verarbeitet. Nicht zu vergessen, die ersten frischen Schnittlauchhälmchen. Um das zarte Bärlaucharoma nicht zu erschlagen, verzichtete ich diesmal auf Knoblauch und verwendete anstatt von Weinbrand einen Schuss Marc de Champagne (Tatjana möge mir verzeihen; das edle und teure Getränk gehört nämlich ihr.) Und: ich nahm Süßrahmbutter anstelle der „ordinären“ Sauerrahmbutter. Diese Kräuterbutter wäre auch Sterne-Restaurant-tauglich, wie ich meine!
Wie Kräuterbutter gehört auch Brokkoligratin zu unseren traditionellen Familiengerichten. Brokkoligratin kommt bei uns mehr oder weniger regelmäßig auf den Tisch und wird ausnahmsweise von allen Familienmitgliedern gerne gegessen. Es ist zugegebenermaßen ein wenig aufwändig in der Zubereitung, hat aber den Vorteil, dass man während der Garzeit schon die Küche in Ordnung bringen kann. So sind Abwasch und Aufräumen nach dem Essen ganz fix erledigt. Als Hausfrau sind mir Gerichte aus dem Backofen deshalb besonders lieb.
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Die Zutaten für 4 Personen:
6 – 8 mittelgroße Kartoffeln
1 Bund Brokkoli (500 g)
4 Möhren (wenn man mag)
granulierte Gemüsebrühe (natürlich ohne Geschmacksverstärker und andere künstliche Zutaten)
Für die Käsesauce:
50 g Butter
3 geh. EL Mehl
200 g Sahne
200 g Milch
120 g geriebener Käse (Gouda, Emmentaler etc., nach Geschmack)
Salz, Pfeffer
1 Prise geriebene Muskatnuss
Die Zubereitung:
Kartoffeln schälen, in ca. 1/2 cm dicke Scheiben schneiden. In einem großen Topf zunächst nur so viel Wasser zum Kochen bringen, dass die Kartoffeln gerade bedeckt sind. Sobald das Wasser kocht, je 1 TL Salz und Gemüsebrühe hinzufügen und die Kartoffeln dazugeben. Leicht kochen lassen, bis die Kartoffeln gar sind.
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In der Zwischenzeit den Brokkoli waschen, die Röschen und die Blätter vom Strunk schneiden, die Stiele ebenfalls.  Den Strunk schälen und vierteln; evtl. in kürzere Stücke schneiden. (Die Möhren schälen und in Stücke schneiden.)
Die garen Kartoffelscheiben mit einem Sieblöffel aus der Brühe in einen Durchschlag geben. Den Topf zu 3/4 mit Wasser auffüllen. Das Wasser salzen, wieder zum Kochen bringen. Den Brokkoli und evtl. die Möhren in das kochende Wasser geben. Sobald das Wasser wieder aufzuwallen beginnt, das Gemüse ebenfalls in einem Seiher gut abtropfen lassen.
Dann die Käsesauce zubereiten:
Dazu die Butter in einem Topf zerlassen, das Mehl zugeben und hell anschwitzen, bis es duftet. Mit Sahne und Milch ablöschen und unter ständigem Rühren aufkochen und 3 – 4 Minuten köcheln lassen. Den Käse unterrühren. Würzen und noch ein paar Minuten weiterköcheln lassen.
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Den Backofen auf 175 °C vorheizen. Die gut abgetropften Kartoffelscheiben in eine gebutterte Auflaufform geben, darauf den Brokkoli und evtl. die Möhren. Mit der Käsesauce begießen.
Im Ofen auf der untersten Schiene überbacken, bis die Oberfläche appetitlich braun ist. Das dauert etwas 20 bis 30 Minuten.
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Für eine schnelle Variante anstelle der Käsesauce:
450 g Creme fraîche mit 100 g geriebenem Gouda verrühren und auf dem Gemüse verteilen. Bei 200 °C überbacken.
Dazu schmeckt uns Nichtvegetariern, wie Ihr seht, ein Schnitzel oder auch ein Stück gebackener Fisch.

Schwarzwurzeln, das verkannte Genie, als Ragout und als Salat

Medaillon Mama
Was mich vor einigen Monaten dazu veranlasst hat, bei unserem TK-Lieferanten ein ganzes Kilo Schwarzwurzeln zu kaufen, weiß ich nicht mehr. Bis jetzt kam dieses Gemüse bei uns nämlich ganz selten auf den Tisch. Es lag dann auch die ganze Zeit völlig unbeachtet im Gefrierschrank – was eigentlich sehr schade ist, denn Schwarzwurzeln sind nicht nur lecker, sondern auch außerordentlich gesund. Sie enthalten reichlich Magnesium für Herz und Kreislauf, Kalium für die Nerven, Verdauung und die Muskeln, Eisen fürs Blut, Kupfer für die Gehirnarbeit sowie Mangan für die Leber. Sie sollen bei Osteoporose helfen, die Wundheilung fördern, für einen guten Schlaf sorgen und die Konzentration fördern. Ihr hoher Inulingehalt ist besonders gut für die Darmflora; anders gesagt: die Darmbakterien feiern ein Freudenfest, wenn wir Schwarzwurzeln essen. Das kommt nicht nur unserer Verdauung, sondern auch unserem gesamten Stoffwechsel zugute. Schade, dass ich das nicht eher gewusst habe!
Als ich vor kurzem unseren Gefrierschrank abgetaut habe, musste ich die Schwarzwurzeln dann endlich verbrauchen. Wie gut, dass ich kurz vorher ein Rezept gefunden hatte, das ich unbedingt ausprobieren wollte!
Die ungeliebte Arbeit, frische Schwarzwurzelstangen unter fließendem Wasser bürsten und schälen zu müssen, war ja glücklicherweise nicht nötig.
Alle benötigten Zutaten für ein Schwarzwurzelragout hatte ich im Haus:
100 ml weißen, milden Balsamicoessig
Salz
Zucker
20 g Butter
1 Zwiebel
1 gehäufter EL Mehl
gute gekörnte Gemüsebrühe
1/8 l Schlagsahne
Madeira
Zunächst spülte ich die gefrorenen Schwarzwurzelstücke in einem Sieb mit heißem Wasser ab.
In einem Topf wurden sie mit Wasser bedeckt, der Essig,  je eine Prise Salz und Zucker hinzugefügt und zugedeckt eine knappe halbe Stunde gegart, so dass sie noch etwas Biss behielten.
In der Zwischenzeit schälte ich die Zwiebel, würfelte sie und ließ sie in der Butter glasig dünsten. Anschließend schwitzte ich das Mehl kurz darin an, fügte die gekörnte Gemüsebrühe dazu und löschte mit 250 ml Garflüssigkeit ab. Zusammen mit der Sahne durfte alles unter Rühren 5 – 7 Minuten köcheln. Dann fügte ich die Hälfte der gegarten und abgetropften Schwarzwurzelstücke sowie einen Schuss Madeira hinzu und schmeckte mit Salz und Pfeffer ab. Nachdem das Ragout noch einige Minuten bei kleiner Hitze durchgezogen war, wurde es zusammen mit Petersilienkartoffeln und einem Hähnchenschnitzel serviert.
Schwarzwurzeln
Das säuerliche Ragout schmeckt übrigens auch hervorragend zu Fisch.
Die andere Hälfte der gegarten Schwarzwurzeln verarbeitete ich zu Salat, indem ich die abgetropften Stücke in eine Sauce aus Essig, Salz, Zucker und Wasser einlegte und über Nacht im Kühlschrank durchziehen ließ. Vor dem Servieren wurden die Schwarzwurzelstücke aus der Sauce genommen, mit etwas Öl vermischt und mit Petersilie bestreut.
Jetzt, da ich die Vorzüge der Schwarzwurzeln kenne, stehen sie mit Sicherheit öfter auf unserem Speiseplan. Im Geschmack ähneln sie sehr dem weißen Spargel, haben dabei aber mehr Biss. Und bis zur Spargelzeit ist es ja ohnehin noch ein Weilchen!
Schw.w.

Paprika-Gemüse-Pfanne als Beilage – oder als Pizza-Belag

Medaillon Mama
Paprikaschoten, ob grün, gelb, orange oder rot, gibt es mittlerweile ja das ganze Jahr über zu kaufen. Am besten schmecken sie natürlich jetzt – sonnengereift und aus heimischem Anbau. Wenn man Glück hat, bekommt man aber sogar im Winter wohlschmeckende Paprika – wenn auch meist aus südlichen Gefilden importiert. Und am allerbesten schmecken sie wirklich als Bioware. Bekanntermaßen enthält Gemüsepaprika neben reichlich Mineralstoffen und Antioxidantien sehr viel Vitamin C, vor allem die roten Schoten. Sie sind also ein Gemüse für das ganze Jahr. Und dabei außerordentlich vielseitig zu verwenden: roh als Salat, gefüllt und geschmort, eingelegt und ,was wir auch sehr gerne essen, als Gemüsepfanne. Als ich vor vielen Jahren das erste Mal Paprika als Gemüsepfanne aß, waren mir die Bitterstoffe zu dominant. Es dauerte eine ganze Zeit, bis ich darauf kam, dass Säure die bitteren Stoffe neutralisiert und die Paprika auch besser verdaulich macht. Aus diesem Grund mag ich persönlich auch die fleischigeren runden Paprikaschoten lieber: mit der Spitzpaprika hat mein empfindlicher Magen so seine Schwierigkeiten.
Hier nun das Rezept für unsere Paprikapfanne, die sich als warme und kalte Beilage oder auch als Belag für eine vegetarische Pizza eignet:
Für 3 bis 4 Portionen benötigt man:
1 rote Paprikaschote
1 gelbe Paprikaschote
(falls zu haben: 1 orange Paprikaschote)
1 bis 2 normale Zwiebeln oder eine dicke Gemüsezwiebel
Olivenöl
Salz
milden weißen Balsamico
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Die Paprika vierteln, die Kerne und das weiße Innere entfernen und die Stücke in Streifen schneiden.
Die geschälten Zwiebeln halbieren oder vierteln und ebenso in Streifen schneiden.
Das Olivenöl in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze erwärmen, die Zwiebelstreifen einige Minuten darin andünsten. Kochplatte auf die höchste Stufe schalten, die Zwiebeln an den Pfannenrand schieben, die Paprikastreifen hinzufügen und ganz kurz anbraten. Dann Beides vermischen und solange rühren, bis das Gemüse ganz leicht anfängt zu bräunen. Sofort salzen und mit einem guten Schuss Balsamico ablöschen. Ständig rühren. Sobald der Balsamico verdunstet ist, Platte ausschalten, Deckel auflegen und das Gemüse bis zur gewünschten Bissfestigkeit schmoren lassen. Als Pizzabelag darf es ruhig noch knackig sein, denn auf der Pizza gart es noch ein wenig nach.
paprikapizza 1
Paprikapizza:
Den ausgerollten Pizzateig mit pürierten Tomaten bestreichen, leicht salzen und pfeffern. Das abgekühlte Paprikagemüse darauf verteilen. Feta (oder nach Geschmack geriebenen Pizzakäse) darübergeben. Mit Oregano würzen und backen.
Bon Appétit!

Bunter Nudelsalat für heiße Tage und Parties

Medaillon Mama
Momentan gehen die Temperaturen bei uns rauf und runter, d.h. an einem Tag ist es brütend heiß, am anderen erreichen sie noch nicht einmal die 20-Grad-Marke. Nach der vergangenen Affenhitze von fast 40 °C können wir so aber immer wieder ein wenig durchschnaufen. Und auch der Kochherd sowie der Backofen kommen zeitweise wieder zum Einsatz. Doch sobald die nächste Hitzewelle naht, stellt sich für uns wieder die Frage, was auf den Tisch kommen soll. Meine Männer brauchen da nicht lange nachzudenken: Nudelsalat ist immer willkommen. Ich kann ihn auf Vorrat herstellen und mit ein paar Würstchen, einem Schnitzel etc. braucht man nicht lange in der Küche zu stehen und zu schwitzen. Und ob ich will oder nicht: irgendwie kommt am Ende immer mehr heraus, als ich eigentlich machen wollte. Ich habe nichts dagegen, denn so lässt sich das Anschalten einer unnötigen Wärmequelle wie der Herdplatte für ein paar Tage vermeiden.
nudelsalat Die Mengenangaben zu diesem Rezept sind nur Vorschläge; man kann sie ganz nach Belieben verändern, weitere Zutaten hinzufügen oder weglassen. Normalerweise verwende ich gerne viel frisches oder TK-Gemüse; doch wenn es ganz schnell gehen muss, könnt Ihr auch auf Dosenware zurückgreifen.
Für ca. 6 Portionen braucht Ihr:
1/3 Pckg. Gabelspaghetti (das sind etwa 200 g)
je 1 Tasse voll Erbsen und Mais, sowie eine rote Paprikaschote (oder alternative 1 Dose „Mexiko Mix“ 425 g)
1/2 Tasse kleingewürfelte saure Gurken
für das Dressing:
ca. 100 g Delikatessmayonnaise
1 EL Tomatenketchup, Chilisauce oder einen anderen Ketchup (nach Geschmack)
1-2 EL milden weißen Balsamico
Salz, Pfeffer, evtl. 1 Prise Zucker
etwas Wasser zum Verdünnen der Salatsauce
Die Gabelspaghetti nach Anweisung bissfest kochen, abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken. Gut abtropfen lassen und in eine Schüssel geben.
Das Gemüse mit ganz wenig Wasser und etwas Salz dünsten, abgießen und zu den Spaghetti geben. Abkühlen lassen.
 Nudelsalat
Aus den restlichen Zutaten ein dickflüssiges Dressing mischen, herzhaft abschmecken (etwas kräftiger, also Ihr normalerweise würzen würdet) und über Gemüse und Nudeln geben. Alles vorsichtig vermischen und mindestens 2 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen. Vor dem Servieren gegebenenfalls noch einmal abschmecken.
Wer mag, kann natürlich noch anderes Gemüse, gekochte Eier, kleingeschnittene Würstchen oder Fleischwurst, Kräuter, wie gehackte Petersilie, usw. dazugeben.
Der Salat schmeckt auch am zweiten oder dritten Tag noch.
Jetzt bleibt mir Euch und uns nur noch zu wünschen, dass wir alle die nächste Hitzewelle gut überstehen.

Kunterbuntes Wintergemüse (à la Jamie Oliver)

medaillon tatjana

Ihr Lieben,

zu Silvester hatte ich ja Gäste und zum Hauptgang gab es dieses Gemüse als Beilage.

Und gerade weil der Winter oft so grau und eintönig ist, macht diese Farbenvielfalt auf dem Teller richtig Spaß.

Die Vorbereitung ist aufwendig – hier handelt es sich definitiv nicht um ein schnelles Gericht nach Feierabend. Aber dafür schmeckt das Ergebnis genauso bunt und vielfältig, wie es auf dem Teller aussieht.

Gemuese

Los geht es also 🙂

Bevor Ihr mit der Schnippelei anfangt, sucht Euch die größte ofenfeste Form, die Ihr habt und stellt Euch eine mittelgroße Edelstahl-Schüssel und eine große Flasche Olivenöl bereit (Jamie Oliver liebt Olivenöl). Außerdem könnt Ihr schon den Ofen auf 190°C vorheizen.

Zur Zubereitung der Roten Beete und der lila Karotten empfehlen sich außerdem Gummihandschuhe 🙂

(Die Menge reicht locker für 8-10 Personen)

Für die Rote Beete:

5-6 Rote Beete (sauber geschrubbt, geviertelt)

3 Zweige Thymian

Knoblauch nach Belieben (Jamie verwendet 3-4 Zehen, mir haben 2 gereicht)

ein großer Spritzer dunkler Balsamico

Gebt die geviertelten Rote Beete, den Thymian und die zerdrückten Knoblauchzehen in die Edelstahlschüssel, dann kommen der Balsamico und ein Spritzer Olivenöl darüber. Alles gut vermischen und dann in eine Ecke der Form schichten.

Für den Kürbis:

1 Kürbis, in Spalten geschnitten und entkernt (Jamie hatte einen Eichelkürbis, ich habe ihn durch einen gewöhnlichen Hokkaido ersetzt)

1 TL gemahlene Koriandersamen

1 getrocknete Chilischote, gemahlen

2 Zimtstangen

5 zerdrückte Knoblauchzehen

3 Zweige Rosmarin

Gebt wieder alle Zutaten in die Schüssel, spritzt etwas Olivenöl darüber, rührt gut um und gebt alles in eine andere Ecke Eurer Form.

Für die Möhren und Pastinaken:

5 Karotten, geschält (ich hatte eine Mischung aus gelben, orangen und lila Möhren)

4 Petersilienwurzeln, geschält

Schale und Saft von 2 Clementinen

Gleiches Spiel: In die Schüssel, Olivenöl dazu, mischen und ab in die Form. Verfahrt mit dem restlichen Gemüse genauso.

Für die Roten Zwiebeln:

4 rote Zwiebeln, geschält und halbiert

3 Zweige Thymian

ein Spritzer Balsamico

Für die Rüben:

200 g Rüben, geschält und geviertelt (ich hatte schwarze und gelbe)

4 Lorbeerblätter

Muskat

Achtet darauf, dass alles Gemüse schön separat in der Form liegt.

Bedeckt die Form mit Alufolie und dann ca. 50 Minuten in den heißen Ofen. Je nach Größe Eures Gemüses kann es aber länger dauern oder eben auch nicht so lange. Stecht daher zwischendurch das Gemüse mit einem Messer an und testet, ob es schon weich ist.

Nach ca. 30 Minuten die Alufolie entfernen.

Zum Servieren alles schön bunt auf einer großen Platte anrichten, großzügig mit Salz und Pfeffer würzen, ggf. noch frische gehackte Kräuter darübergeben.

Unten seht Ihr das Bild von Jamie Oliver. Er serviert dazu Polenta, eine Art Pesto und eine Pilzsauce. (Wenn Ihr auf das Bild unten klickt, gelangt Ihr zum Originalrezept).

Veggie Arrosto Misto

Bei mir gab es Rosmarinkartoffeln und Roastbeef dazu.

Vegetarische Blumenkohl-Puffer

Endlich sind die Gemüseregale wieder voll von heimischem Gemüse. Ich lasse mich jetzt allzu gerne von all dem Frischen verführen, kaufe reichlich ein und mache mir meist erst hinterher Gedanken, wie ich alles verwerte. Für Reste habe ich einige Rezepte in petto, so dass wir fast nie etwas wegwerfen müssen. Ich finde es nämlich ganz schrecklich, Lebensmittel wegzuwerfen! Gestern waren noch bissfest gegarte Blumenkohlröschen im Kühlschrank, wir waren nur zu zweit zum Abendessen und da bot es sich an, wieder einmal Blumenkohl-Puffer zu machen. Ich hatte das Rezept irgendwann einmal in der Sweet Paul gefunden und wandle es nun immer entsprechend der Zutaten ab, die ich gerade im Haus habe. Diesmal durfte eine Handvoll gegarter Maiskörner mit hinein.
Und so habe ich es gemacht:
Die gegarten Blumenkohlröschen (es war etwa 1/2 Blumenkohl) habe ich nicht allzu fein geschnitten und
zusammen mit dem Mais in eine Schüssel gegeben,
Frühlingszwiebeln und eine rote Zwiebel wurden kleingehackt und kamen zum Gemüse,
dazu etwa 60 g geriebener Käse (ich nahm mittelalten Gouda und Parmesan),
2 Esslöffel Mehl,
Eier,
Salz, Pfeffer und eine Prise Muskatnuss.
Dann habe ich alles zusammen mit dem Kochlöffel vermischt und den Teig anschließend in einer Pfanne in heißem Öl portionsweise ausgebacken.
Wer mag, isst dazu einen sommerlichen Salat und/oder Zaziki.
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Pastinaken – das verkannte Gemüse

Ihr Lieben,
 
diese Woche haben wir uns für ein Special entschieden, und zwar geht es um die Pastinake. Ein traditionelles, früher häufig verwendetes und heute fast in Vergessenheit geratenes Gemüse. Zu Unrecht, wie wir lernen werden. 🙂
 
Ich (Brigitte) werfe nicht gern Lebensmittel weg. Und in meinem Vorratskeller lag eine Packung Pastinaken, die ich vor einigen Tagen gekauft hatte, weil ich sie in einem Kalbsragout mitschmoren wollte. In der Zwischenzeit hatte ich jedoch meinen Menüplan geändert. Da lagen sie also nun, die Pastinaken. Und daneben ein einzelner Kohlrabi, der sich schon etwas gummiartig anfühlte. Höchste Zeit also, etwas daraus zu machen, denn in ein paar Tagen wären Pastinaken und Kohlrabi nicht mehr genießbar – höchstens noch für die Spitzmäuschen, die in meinem Kompost wohnen. Aber, wie gesagt, ich werfe ungern Lebensmittel weg.
 
Bisher wusste ich nicht sehr viel über die Pastinake, nur dass sie der Petersilienwurzel ähnlich sieht. Nun habe ich erfahren, dass sie bereits bei den Römern eines der beliebtesten Wurzelgemüse war und bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts in Deutschland und Österreich zu den Grundnahrungsmittel gehörte, dann aber von Kartoffeln und Karotten verdrängt wurde. In anderen Ländern dagegen ist sie nach wie vor ein sehr beliebtes Gemüse.
 
Die Pastinake ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen, allergenarm und vielseitig in der Zubereitung. Im Jahr 2011/12 war sie Gemüse des Jahres. Salate, Suppen, Hauptgerichte, sogar Süßspeisen und Kuchen können daraus hergestellt werden. Mittlerweile hat sie auch Eingang in die Sterneküche gefunden. Wenn das kein Grund ist, sie auch als ganz normale Hausfrau zu entdecken:

Ich zerließ einen Esslöffel selbstgemachtes Butterschmalz in einem Topf, fügte den geschälten und in Stücke geschnittenen Kohlrabi hinzu und ließ ihn einige Minuten andünsten. In der Zwischenzeit schälte ich die Pastinaken, schnitt sie in etwa ebenso große Stücke und gab sie zu den Kohlrabistücken. Nach ein paar Minuten, als alles zu duften anfing, würzte ich das Gemüse mit Salz und Pfeffer (wer es würziger mag, kann auch noch etwas gekörnte Brühe – Bio, natürlich und ohne Hefeextrakt – zugeben), löschte mit ganz wenig Wasser ab, legte den Deckel auf und garte es bei geringer Hitze, bis es weich, aber  noch bissfest war. Dann gab ich eine in dünne Ringe geschnittene Pepperoni dazu, die in meiner Küche in einem Topf wächst. Nun ließ ich zwei Esslöffel Frischkäse in dem Gemüse schmelzen, streute etwas Petersilie darüber und schmeckte noch einmal mit Salz ab. Und siehe da: das Ergebnis konnte sich sehen, aber vor allem schmecken lassen. Meine Mäuschen jedenfalls mussten sich mit den Gemüseabfällen begnügen.

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Ganz ungewöhnlich, aber wirklich lecker war auch der Kuchen, den ich aus dem Wurzelgemüse gebacken habe. Ihr dürft auf das Rezept gespannt sein.

Silvester auf Orientalisch – Hauptspeise und Dessert

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Die Hauptspeise bestand aus marokkanischem Zitronenhühnchen, Rosmarin-Kartoffelfächer und Backofengemüse mit Balsamico-Reduktion.
Hier das Rezept für das marokkanische Zitronenhühnchen:
Ich konnte im Bio-Supermarkt 2 französische Bio-Hühnchen allererster Qualität zu einem Supersonderpreis erstehen. Es geht aber auch mit ganz normalen Brathühnchen.
Außerdem benötigt man:
1 Salzzitrone
10 schwarze Oliven
9 etwa 10 cm lange Rosmarinzweige
2 EL Kräuterbutter
Salz, Pfeffer, edelsüßer Paprika
einen ordentlichen Schuss guten Glühwein
Den Backofen auf 175 °C Umluft vorheizen.
Die Hähnchen innen und außen großzügig mit Salz und Pfeffer einreiben.
Danach vorsichtig die Haut an der Brust ablösen und jeweils 1 EL Kräuterbutter darunterschieben und durch Druck auf die Haut etwas verteilen.
Einen Bräter mit zwei EL Olivenöl ausstreichen, zwei Rosmarinzweige und die Oliven darin verteilen.
Die Salzzitrone vierteln, das Innere herauslösen und ebenfalls in den Bräter geben. Die Hühnchen darauflegen (Brüste nach oben) und mit Paprika bestäuben. Auf die Hühnchen die Schale der Salzzitronen und zwei der restlichen Rosmarinzweige verteilen. (Den letzten Zweig benötigte ich noch für die Kartoffelfächer). Den Bräter in den vorgeheizten Backofen schieben.
Nach 10 Minuten den Glühwein angießen. Insgesamt benötigen die Hühnchen 60 Minuten. Zwischendurch 1 – 2 Mal mit dem ausgetretenen Bratensaft begießen. Nach einer Stunde den Backofen ausschalten. Den Bratensaft durch ein Sieb abgießen und entfetten. Die Hühnchen noch etwa 10-15 Minuten im Backofen ruhen lassen. Die Sauce abschmecken, nach Geschmack mit Speisestärke andicken, kurz aufkochen lassen und zu den Hühnchen servieren.
Sobald die Hühnchen im Ofen waren, habe ich die Rosmarin-Kartoffelfächer vorbereitet:
Die geschälten, rohen Kartoffeln wurden in gleichmäßige dünne Scheiben ein-, aber nicht ganz durchgeschnitten,
mit den Einschnitten nach oben in ein gefettetes feuerfestes Gefäß gelegt,
mit Salz und Pfeffer gewürzt,
mit Olivenöl bestrichen,
mit Rosmarinnadeln bestreut.
10 Minuten, nachdem die Hühnchen im Backofen waren, schob ich die Kartoffeln eine Etage höher hinein.
Nach insgesamt 50 Minuten gesellte sich noch das Backofengemüse dazu:
Dafür hatte ich je eine gelbe, orange und rote Paprikaschote,
zwei feste Zucchini,
1 Bund Frühlingszwiebeln
und eine rote Zwiebel in mundgerechte Stücke geschnitten,
mit Salz, Pfeffer,
1 durchgepressten Knoblauchzehe herzhaft gewürzt und
mit 2 EL Olivenöl gut vermischt.
Das Gemüse wurde auf der Fettpfanne des Backofens gut verteilt und 10 Minuten vor Ende der Gesamt-Garzeit auf die oberste Leiste in den Backofen geschoben. Es war dann gemeinsam mit den Hühnchen und den Kartoffeln gar. Während die Hühnchen ruhten, ließ ich das Gemüse noch kurz mit kräftiger Oberhitze bräunen.
In der Zwischenzeit kochte ich 40 ml dunklen Balsamico-Essig mit 1 EL Zucker in einem kleinen Topf auf und ließ die Mischung 2-4 Minuten bei geringer Hitze köcheln, bis sie die Konsistenz von sehr flüssigem Honig hatte. Damit wurde das Backofengemüse beträufelt, bevor ich es serviert habe.
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Wer mich kennt, weiß, dass Gemüse und Obst in meiner Küche eine große Rolle spielen, und so hatte ich für den Nachtisch zwei reife Mangos gekauft, die ich, in Spalten geschnitten, mit einem (ich gestehe, fertig gekauften) Holunderblütensorbet anrichtete. Darüber träufelte ich eine Orangen-Granatapfel-Reduktion und garnierte das Ganze mit ausgelösten Granatapfelkernen und Pistazien. Ein selbstgebackenes Vanillekipferl als i-Tüpfelchen – et voila!
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