Dinkel, ein altes Getreide mit vielen Vorzügen

Meine Freundin Helga verträgt seit einiger Zeit keinen Weizen mehr – Weizen, der in unserer Nahrung allgegenwärtig ist. Seit Tausenden von Jahren ist er ein Grundnahrungsmittel der Menschheit. So meinen wir. Leider ist aber der Weizen, den wir heute essen, nur noch äußerlich das Getreide, das unsere Großeltern als Weizen kannten. In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurde der Weizen genetisch nämlich so verändert, dass unser Organismus keine Zeit hatte, sich an die Veränderungen anzupassen. Der amerikanische Arzt Dr. Willam Davis, Präventionsmediziner und Kardiologe, hat durch wissenschaftliche und praktische Studien herausgefunden, dass dieser neue Weizen für eine Vielzahl von Beschwerden und Erkrankungen verantwortlich ist.
Meine Freundin Helga hat nun angefangen, anstatt Weizen Dinkel zu essen. Denn Dinkel kann sie wie die meisten Weizenallergiker gut vertragen. Das ist per se eine gute Entscheidung, denn Dinkel ist ein Getreide mit vielen guten Eigenschaften: er enthält mehr Mineralstoffe und Spurenenlemente, mehr Vitamine, mehr Eiweiß als Weizen und ist auch besser bekömmlich.
Leider gibt es aber mittlerweile auch schon Kreuzungszüchtungen von Dinkel und Weizen, die auch die Nachteile des Weizens mit sich bringen. Ob der im Handel erhältliche Dinkel rein oder mit Weizen gekreuzt ist, steht häufig nicht auf der Verpackung. Meist ist noch nicht einmal die Sorte angegeben. Da heißt es dann für Weizenallergiker: nachfragen und selbst recherchieren, wo man reinen Dinkel bekommen kann.
Nachfolgend findet ihr eine Auflistung reiner und mit Weizen gekreuzter Dinkelsorten nach einer wissenschaftlichen Untersuchung von Herbert Wieser, Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie, Garching.
Reine Dinkelsorten:
Altgold Rotkorn
Neuegg Weißkorn
Roter Tiroler
v. Rechbergs Brauner Dinkel
Vögelers Dinkel
Schlegel Dinkel (=Zeiners Weißer)
Zuzger Dinkel
Oberkulmer Rotkorn
Bauländer Spelz
Roter Tiroler
Ebners Rotkorn
Ostro
Schwabenkorn
Ruggers Babenhausener
Folgende Dinkelsorten sind mit Weizen gekreuzt:
Albin
Alkor
Franckenkorn*
Hercule
Hubel
Rouquin
Renval
v. Rechbergs Früher Dinkel
Roter Schlegeldinkel
Waggershauser Hohenheimer
*Ganz häufig findet man die Behauptung, Franckenkorn sei eine reine Dinkelsorte. Doch das stimmt nicht, wie Herbert Wieser nachweisen konnte.
Ich hoffe, dass uns die alten, reinen Dinkelsorten erhalten bleiben, und vielleicht können wir Verbraucher durch hartnäckiges Nachfragen dazu beitragen.
In unserem nächsten Beitrag findet ihr ein Rezept für einen Hefezopf mit Vollkorn-Dinkelmehl und einigen Backtipps vom Experten.