Aromatische Mirabellenkonfitüre

Medaillon Mama

Auf unseren sonntäglichen Fahrradtouren entdecken wir immer wieder Neues. Manchmal sind es schöne Ecken, die wir noch nicht kannten, manchmal auch etwas Essbares, das am Wegrand wächst. So geschehen vor einem Jahr: Wir waren auf dem Weg in unseren historischen Stadtteil Linn mit seiner malerischen Ritterburg. An einer Stelle unseres Wegs in einem städtischen Grünstreifen lagen Unmengen reifer Mirabellen. Leider hatten wir nichts dabei, worin wir sie hätten transportieren können. Und leider schafften wir es auch in den nächsten Wochen nicht, noch einmal dort vorbeizufahren. Das tat uns leid, weil offensichtlich niemand die Mirabellen pflückte. (Bei einem Kilo-Preis von 6,50 € auf dem Wochenmarkt eigentlich nicht zu verstehen.) Aber wir merkten uns die Stelle.

Am letzten Sonntag schwangen wir uns dann, mit einem Teleskop-Pflücker „bewaffnet“ und zwei Plastikdosen in der Fahrradtasche, auf unsere Drahtesel (genauer gesagt sind es E-Bikes). Wieder lagen viele Mirabellen auf dem Boden, aber noch mehr hingen auf dem Baum, allerdings wirklich nur mit unserem Pflücker erreichbar. Es dauerte nicht lange und unsere beiden Plastikdosen waren voll mit kirschgroßen, reifen Mirabellen.

Mein Schatz hatte den Wunsch nach Mirabellen-Marmelade geäußert. Marmelade, nein, Konfitüre sollte es also sein. Nun habe ich in diesem Jahr schon so viel Marmelade/Konfitüre gekocht wie wohl noch nie zuvor. Die Fächer, in denen die leeren Marmeladengläser standen, sind voll mit gefüllten. Leere Gläser hatte ich auch keine mehr, so dass ich noch welche dazukaufen musste. Die Mirabellenmarmelade sollte wirklich die letzte sein, die ich in diesem Sommer machte.

Die Zutaten:

1720 g Mirabellen

170 g Zucker zum Saftziehen

Saft einer Orange

50 g Zucker zum Karamellisieren

1 kg Gelierzucker

1 Vanillezucker

Saft einer Zitrone

eine Prise Zimt

und natürlich die entsprechende Anzahl Marmeladengläser, mit kochendem Wasser sterilisiert

Mirabellen

Aus den 2 kg Mirabellen blieben nach dem Entsteinen 1720 g Mirabellen übrig. Die vermischte ich mit 170 g Zucker (also etwa 10 % der Fruchtmenge)  und dem Saft einer Orange. Sie durften nun eine gute halbe Stunde Saft ziehen.

Dann ließ ich 50 g Zucker in einem großen Topf mit dickem Boden hellbraun karamellisieren. Darauf gab ich das Mirabellen-Zucker-Gemisch, ohne umzurühren. Bei mittlerer Hitze ließ ich alles aufkochen und dann bei offenem Topf weiterköcheln. Nach 1 Stunde waren die Mirabellen zu einem dicklichen Mus zerkocht.

Nun rührte ich 1 kg Gelierzucker, 1 Vanillezucker und den Zitronensaft unter und schaltete die Hitze herauf, bis das Mus wieder kochte. Nach 3 Minuten war der Gelierpunkt erreicht. Ich schmeckte die Konfitüre mit einer Prise Zimt ab und füllte sie in die vorbereiteten, sterilisierten Gläser ab.

Herausgekommen ist ein goldgelber, herrlich aromatischer Brotaufstrich.

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Mirabellen sind manchmal ziemlich sauer; deshalb sollte man die fast fertige Konfitüre unbedingt abschmecken und bei Bedarf noch (Gelier-)Zucker dazugeben.

Heute waren wir mit unseren E-Bikes zwischen Wiesen und Feldern unterwegs. Am Feldrand hingen jede Menge reife Brombeeren. Wir haben jetzt immer ein Transportgefäß bei uns … 😉