Mara und der Feuerbringer

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Ihr Lieben,

auf die gute (alte) Art auf Abwegen? Nein, ganz bestimmt nicht. Auf Umwegen, vielleicht. Aber definitiv auf dem richtigen Weg – und der führt ins Kino.

Seit gestern läuft dort nämlich ein Film, dessen Besuch sich wirklich lohnt: Mara und der Feuerbringer.

Nie gehört? Ein deutscher Fantasyfilm? Ja, und zwar einer, der eine Chance verdient. Warum? Hier ein paar gute Gründe:

1. Die Geschichte: spannend, intelligent und witzig. Die 15-jährige Mara (gespielt von Lilian Prent) hat seit einiger Zeit seltsame und verstörende Visionen, die sie nicht verstehen und einordnen kann. Dann wird ihr von einem Zweig (ja, richtig gehört) mitgeteilt, dass sie dazu bestimmt ist, die Welt zu retten. Loki (Christoph Maria Herbst), der nordische Halbgott versucht, sich von seinen Fesseln zu befreien, die ihn davon abhalten, den Weltuntergang auszulösen. Zugegeben, er hat einen guten Grund, da der Feuerbringer seine Frau Sigyn (Eva Habermann) entführt hat und sie gefangen hält.

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Maras Aufgabe: Sie zurückbringen. Sie, Mara, mitten in der Pubertät, in der Schule die Außenseiterin. Sie ist begeistert – nicht! Ihre leicht durchgeknallte und esoterisch veranlagte Mutter (Esther Schweins) ist ihr keine Hilfe. Was also tun? Sich qualifizierte Unterstützung suchen. Die findet sie in Professor Weissinger (Jan Josef Liefers), eine Koryphäe auf dem Gebiet der nordisch-germanischen Mythologie. Ihn nimmt Mara mit in ihre Visionen, die auf einmal wirklich zu sein scheinen. Gemeinsam müssen sie sich etwas einfallen lassen, um die Ragnarök, die Götterdämmerung zu verhindern. Wird es ihnen gelingen? Das seht ihr dann im Kino 🙂

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2. Die Darsteller: Der Film lebt von der großartigen Leistung der Schauspieler. Jan Josef Liefers spielt Prof. Weissinger; und das wunderbar. Man glaubt ihm den zerstreuten Professor, der mehr als begeistert ist, seine ganzen theoretischen Forschungen endlich “In echt” erleben zu können, ohne weiteres. Dazu Esther Schweins, die ihre Film-Tochter mit immer neuen esoterischen Ideen terrorisiert, aber doch eigentlich nur ihr Bestes will und gar nicht merkt, wie sehr sie Mara damit auf die Nerven geht. Und dann Christoph Maria Herbst als Loki, spitzbübisch, gewitzt – wie Loki eben so ist. Lilian Prent als Mara muss sich definitiv nicht hinter all den deutschen Schauspiel-Größen verstecken, sie spielt Mara unbeschwert, lässig und glaubwürdig.

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3. Und:

– weil die Special Effects, sparsam verwendet, aber doch weit entfernt sind von der üblichen, den deutschen Filmen oft eigenen schlechten Qualität. Für deren professionelles Aussehen zeichnet John Nugent verantwortlich, der schon in Filmen wie Herr der Ringe und Matrix die Special Effects gemacht hat.

– weil der Film ein deutliches Statement gegen Mobbing unter Kindern und Jugendlichen enthält.

– weil der Film Wissen vermittelt über die in Deutschland so wenig bekannte nordisch-germanische Mythologie, die zu unserer Kultur gehört und doch so wenig bekannt ist. Kostüme, Schauplätze, wissenschaftliche Fakten: Alles wurde sorgfältig recherchiert.

– weil der Regisseur (und zugleich Autor der Roman-Trilogie, auf der der Film basiert) Tommy Krappweis seine Figuren so liebevoll gestaltet, ihnen clevere und witzige Dialoge in den Mund legt und sie gemeinsam spannende Abenteuer erleben lässt, dass der Film einfach Spaß macht.

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Mein Fazit:

Ein Feel-Good-Movie. Ein deutscher Genre-Film, der der ganzen Familie (mit Kindern ab 6 Jahren) großen Spaß macht, mit feinsinnigem Humor, der nie platt wird oder unter die Gürtellinie geht, mit wissenschaftlichem Hintergrund, ohne belehrend zu wirken – und mit der ein oder anderen Überraschung für alle (erwachsenen) Fantasy- und SciFi-Fans.

Also,

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Übrigens: Hier handelt es sich um meine eigene, ganz persönliche und subjektive Meinung, die ich niederschreibe, nachdem ich den Film gesehen habe – übrigens der Grund, warum unser letzter Post verspätet erschienen ist: Mit 400 anderen Gewandeten, Cosplayern, LARPern, Reenactern und Mittelalter-, Convention- und Mara-Fans war ich auf der großen Premiere in Köln – wie auch meine Freundin Anna von The Anna Diaries, die ein ausführliches Review geschrieben hat. Ihre Eindrücke und Fotos findet ihr HIER.

Erntedank-Special – Holundersaft

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Wer mich kennt, weiß es längst. Ich liebe Holunder. Die Blüten, die Beeren und sogar die Blätter lassen sich verarbeiten. Und die zahlreichen Mythen, Märchen und Legenden rund um den Holunder verleihen diesem doch relativ unscheinbaren Strauch den Glanz, den er verdient. Außerdem wächst er überall, in Gärten, an Feldwegen, am Waldrand und sogar in der Stadt.

Letztes Jahr habe ich bereits im Blog meiner Freundin Anna einen Gastbeitrag über den Hollerstrauch geschrieben, von dessen Inhalt bediene ich mich jetzt ein bisschen. Ihr könnt den Originalbeitrag hier noch einmal nachlesen. 🙂

Dann beginnen wir doch jetzt mit der Schwärmerei, bevor ich Euch später natürlich auch noch das Rezept für einen selbstgemachten Holundersaft verrate. (Der schmeckt pur übrigens gar nicht mal so gut, ist aber wahnsinnig gesund und dient uns eigentlich nur als Basis für zahlreiche Rezepte, die wir Euch natürlich auch im Laufe der nächsten Wochen noch vorstellen). Also: Stay tuned 🙂

Wusstet ihr, dass die Germanen den Holunder ihrer Schutzgöttin Frau Holle widmeten? Deswegen heißt er heute noch in einigen Regionen Deutschlands Holler. Außerdem beheimatet er Schutzgeister, bringt Hauseigentümern Glück (also, wer einen Garten hat: Holunder pflanzen), er schützt vor Feuer, Blitzschlag und Mückenstichen.

Und wenn ihr Euch an Mittsommer bei Sonnenuntergang unter einen Holunderbaum setzt, seht ihr vielleicht sogar die Elfen tanzen.

Bei uns scheint dieser Mythos zu stimmen, schaut mal, was wir unter der Krone des Holunders gefunden haben:

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Spannend, oder? 🙂 Aber zurück zum Holunder. Er ist wahnsinnig gesund. Aus den Blüten lässt sich ein Tee brühen, der Fieber senkend wirkt und das Immunsystem stärkt  (gerade in der Grippezeit im Herbst und Winter ein Geheimtipp). Außerdem wirkt er Blut reinigend und hilft so gegen Rheuma und Hautunreinheiten. Und durch seine entgiftenden Eigenschaften ist er sogar ein richtiger Schlankmacher. Frische Blüten bekommt ihr jetzt natürlich leider nicht mehr, aber in der Apotheke gibt es sie in getrockneter Form.

Die Beeren enthalten sehr viel Vitamin C und sogar aus den Blättern lässt sich eine Salbe herstellen, die bei Verstauchungen und Wunden hilft.

Der Saft lässt sich aus den reifen Beeren relativ einfach herstellen – vor allem, wenn ihr einen Dampfentsafter habt.

Aber auch wenn nicht, kein Problem. Was ihr braucht sind (außer den Beeren selbst natürlich) ein großer Topf, ein sauberes Geschirr- oder Mulltuch und ein großes Standsieb.

Zunächst zupft ihr die Beeren von den Dolden und braust sie mit kaltem Wasser ab. Dann gebt ihr sie in einen Topf, gebt einen Daumenbreit Wasser dazu und lasst alles ca. 15 Minuten kochen, bis die Beeren schrumpelig sind und sich gut ausdrücken lassen.

Dann sterilisiert ihr das Geschirrtuch mit kochendem Wasser und wringt es gut aus (VORSICHT HEISS!). Das Geschirrtuch legt ihr in das Standsieb und stellt beides wiederum auf eine große Schüssel oder einen Topf. Dann seiht ihr die Beeren im Sieb ab.

Um möglichst viel Saft zu erhalten, lasst ihr die Beeren entweder über Nacht abtropfen oder ihr bindet das Tuch oben zusammen und wringt es über dem Topf oder der Schüssel kräftig aus.

Wichtig ist, sauber zu arbeiten, das heißt, ihr solltet alle eure Werkzeuge und Behältnisse, in denen ihr den Saft aufheben wollt, mit kochendem Wasser sterilisieren und Handschuhe tragen.

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Und wenn ihr Euch die Arbeit nicht machen möchtet oder es verpasst habt, die Beeren rechtzeitig zu ernten, bekommt ihr den Muttersaft auch im Reformhaus oder natürlich online.

Was man so alles mit frischem Holundersaft zaubern kann, erfahrt ihr dann in unseren nächsten Beiträgen 🙂