Kunterbuntes Wintergemüse (à la Jamie Oliver)

medaillon tatjana

Ihr Lieben,

zu Silvester hatte ich ja Gäste und zum Hauptgang gab es dieses Gemüse als Beilage.

Und gerade weil der Winter oft so grau und eintönig ist, macht diese Farbenvielfalt auf dem Teller richtig Spaß.

Die Vorbereitung ist aufwendig – hier handelt es sich definitiv nicht um ein schnelles Gericht nach Feierabend. Aber dafür schmeckt das Ergebnis genauso bunt und vielfältig, wie es auf dem Teller aussieht.

Gemuese

Los geht es also 🙂

Bevor Ihr mit der Schnippelei anfangt, sucht Euch die größte ofenfeste Form, die Ihr habt und stellt Euch eine mittelgroße Edelstahl-Schüssel und eine große Flasche Olivenöl bereit (Jamie Oliver liebt Olivenöl). Außerdem könnt Ihr schon den Ofen auf 190°C vorheizen.

Zur Zubereitung der Roten Beete und der lila Karotten empfehlen sich außerdem Gummihandschuhe 🙂

(Die Menge reicht locker für 8-10 Personen)

Für die Rote Beete:

5-6 Rote Beete (sauber geschrubbt, geviertelt)

3 Zweige Thymian

Knoblauch nach Belieben (Jamie verwendet 3-4 Zehen, mir haben 2 gereicht)

ein großer Spritzer dunkler Balsamico

Gebt die geviertelten Rote Beete, den Thymian und die zerdrückten Knoblauchzehen in die Edelstahlschüssel, dann kommen der Balsamico und ein Spritzer Olivenöl darüber. Alles gut vermischen und dann in eine Ecke der Form schichten.

Für den Kürbis:

1 Kürbis, in Spalten geschnitten und entkernt (Jamie hatte einen Eichelkürbis, ich habe ihn durch einen gewöhnlichen Hokkaido ersetzt)

1 TL gemahlene Koriandersamen

1 getrocknete Chilischote, gemahlen

2 Zimtstangen

5 zerdrückte Knoblauchzehen

3 Zweige Rosmarin

Gebt wieder alle Zutaten in die Schüssel, spritzt etwas Olivenöl darüber, rührt gut um und gebt alles in eine andere Ecke Eurer Form.

Für die Möhren und Pastinaken:

5 Karotten, geschält (ich hatte eine Mischung aus gelben, orangen und lila Möhren)

4 Petersilienwurzeln, geschält

Schale und Saft von 2 Clementinen

Gleiches Spiel: In die Schüssel, Olivenöl dazu, mischen und ab in die Form. Verfahrt mit dem restlichen Gemüse genauso.

Für die Roten Zwiebeln:

4 rote Zwiebeln, geschält und halbiert

3 Zweige Thymian

ein Spritzer Balsamico

Für die Rüben:

200 g Rüben, geschält und geviertelt (ich hatte schwarze und gelbe)

4 Lorbeerblätter

Muskat

Achtet darauf, dass alles Gemüse schön separat in der Form liegt.

Bedeckt die Form mit Alufolie und dann ca. 50 Minuten in den heißen Ofen. Je nach Größe Eures Gemüses kann es aber länger dauern oder eben auch nicht so lange. Stecht daher zwischendurch das Gemüse mit einem Messer an und testet, ob es schon weich ist.

Nach ca. 30 Minuten die Alufolie entfernen.

Zum Servieren alles schön bunt auf einer großen Platte anrichten, großzügig mit Salz und Pfeffer würzen, ggf. noch frische gehackte Kräuter darübergeben.

Unten seht Ihr das Bild von Jamie Oliver. Er serviert dazu Polenta, eine Art Pesto und eine Pilzsauce. (Wenn Ihr auf das Bild unten klickt, gelangt Ihr zum Originalrezept).

Veggie Arrosto Misto

Bei mir gab es Rosmarinkartoffeln und Roastbeef dazu.

Pastinaken – das verkannte Gemüse

Ihr Lieben,
 
diese Woche haben wir uns für ein Special entschieden, und zwar geht es um die Pastinake. Ein traditionelles, früher häufig verwendetes und heute fast in Vergessenheit geratenes Gemüse. Zu Unrecht, wie wir lernen werden. 🙂
 
Ich (Brigitte) werfe nicht gern Lebensmittel weg. Und in meinem Vorratskeller lag eine Packung Pastinaken, die ich vor einigen Tagen gekauft hatte, weil ich sie in einem Kalbsragout mitschmoren wollte. In der Zwischenzeit hatte ich jedoch meinen Menüplan geändert. Da lagen sie also nun, die Pastinaken. Und daneben ein einzelner Kohlrabi, der sich schon etwas gummiartig anfühlte. Höchste Zeit also, etwas daraus zu machen, denn in ein paar Tagen wären Pastinaken und Kohlrabi nicht mehr genießbar – höchstens noch für die Spitzmäuschen, die in meinem Kompost wohnen. Aber, wie gesagt, ich werfe ungern Lebensmittel weg.
 
Bisher wusste ich nicht sehr viel über die Pastinake, nur dass sie der Petersilienwurzel ähnlich sieht. Nun habe ich erfahren, dass sie bereits bei den Römern eines der beliebtesten Wurzelgemüse war und bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts in Deutschland und Österreich zu den Grundnahrungsmittel gehörte, dann aber von Kartoffeln und Karotten verdrängt wurde. In anderen Ländern dagegen ist sie nach wie vor ein sehr beliebtes Gemüse.
 
Die Pastinake ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen, allergenarm und vielseitig in der Zubereitung. Im Jahr 2011/12 war sie Gemüse des Jahres. Salate, Suppen, Hauptgerichte, sogar Süßspeisen und Kuchen können daraus hergestellt werden. Mittlerweile hat sie auch Eingang in die Sterneküche gefunden. Wenn das kein Grund ist, sie auch als ganz normale Hausfrau zu entdecken:

Ich zerließ einen Esslöffel selbstgemachtes Butterschmalz in einem Topf, fügte den geschälten und in Stücke geschnittenen Kohlrabi hinzu und ließ ihn einige Minuten andünsten. In der Zwischenzeit schälte ich die Pastinaken, schnitt sie in etwa ebenso große Stücke und gab sie zu den Kohlrabistücken. Nach ein paar Minuten, als alles zu duften anfing, würzte ich das Gemüse mit Salz und Pfeffer (wer es würziger mag, kann auch noch etwas gekörnte Brühe – Bio, natürlich und ohne Hefeextrakt – zugeben), löschte mit ganz wenig Wasser ab, legte den Deckel auf und garte es bei geringer Hitze, bis es weich, aber  noch bissfest war. Dann gab ich eine in dünne Ringe geschnittene Pepperoni dazu, die in meiner Küche in einem Topf wächst. Nun ließ ich zwei Esslöffel Frischkäse in dem Gemüse schmelzen, streute etwas Petersilie darüber und schmeckte noch einmal mit Salz ab. Und siehe da: das Ergebnis konnte sich sehen, aber vor allem schmecken lassen. Meine Mäuschen jedenfalls mussten sich mit den Gemüseabfällen begnügen.

Bild

Ganz ungewöhnlich, aber wirklich lecker war auch der Kuchen, den ich aus dem Wurzelgemüse gebacken habe. Ihr dürft auf das Rezept gespannt sein.