Unterwasser-Plätzchen

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

dieses ungewöhnliche Rezept ist unser letztes Plätzchen-Rezept für dieses Jahr. Die Feiertage nahen, und es gibt wie jedes Jahr noch sooooo viel zu tun. Die Unterwasser-Plätzchen haben nicht nur einen ungewöhnlichen Namen, sie sind in jeder Hinsicht ungewöhnlich. Kennengelernt habe ich sie von Oma Berta, der Mutter meiner Arbeitskollegin, die aus dem Sudetenland stammte. Sie hat diese Plätzchen jedes Jahr zu Weihnachten gebacken, ebenso wie ihre Tochter und wie deren Tochter es auch heute noch macht. Es ist also ein richtiges Familienrezept, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Ich selbst wollte sie schon etliche Jahre backen, aber irgendwie klappte es nie. Heute habe ich mich endlich daran gewagt und es ausnahmsweise nur ein klein wenig verändert.

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Für etwa 70 Stück braucht Ihr nur diese Zutaten:

1 Päckchen frische Hefe

6 EL Milch

1 TL Vanillezucker

1 Prise Salz

300 g Mehl

250 g Kokosfett (Palmin)

Die Zubereitung:

Die Hefe mit Salz und Zucker verrühren, bis sie flüssig ist.

Die Milch darunterrühren.

Das Mehl auf ein Backbrett sieben, Kokosfett darüberraspeln.

In das Mehl eine Kuhle drücken. Das Hefe-Milch-Gemisch vorsichtig hineingießen.

Mit den Händen alles schnell zu einem glatten Teig verkneten. (Das Kokosfett schmilzt durch die Handwärme.)

Kaltes Wasser in eine Schüssel füllen. Den Teigklumpen hineingeben. Kühl, aber nicht zu kalt stellen.

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Teig nach 1 1/2 Stunden aus dem Wasser nehmen. Portionsweise auf dem gut bemehlten Backbrett etwa 1/2 cm dick ausrollen und zu beliebigen Formen ausstechen. Auf ein Backblech legen. Das Backblech vorher mit Backpapier belegen.

Im vorgeheizten Backofen bei 175 °C 10 bis 12 Min. backen, das Backblech herausnehmen und die Plätzchen noch etwa 5 Minuten auf dem Backblech liegen lassen. Dann vorsichtig auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Nun werden die Plätzchen zum Beispiel mit Puderzucker bestreut oder darin gewälzt. Weil sie fast neutral schmecken, könnt Ihr Eurer Phantasie bei der Verzierung  freien Lauf lassen und so den Geschmack des Gebäcks selbst bestimmen, z. B. mit Vanille oder Schokolade. Ich hatte noch Erdbeerzucker, den ich darübergesiebt habe. So haben die Plätzchen eine leichte Erdbeernote bekommen.

Die Plätzchen sind ganz zart: sie zergehen förmlich auf der Zunge. Ihre Konsistenz erinnert ein wenig an Blätterteig. Weil die Verarbeitung des Teiges so einfach ist, solltet Ihr sie wirklich einmal probieren. Noch ist ja Zeit bis zum Fest. Also: traut Euch ruhig.

 

Honigkuchen mit Roggenmehl und Gewürzen

Ihr Lieben,

der Advent naht mit großen Schritten. Und scheinbar gefallen Euch unsere Plätzchen-Rezepte, sie werden nämlich zur Zeit wieder fleißig gelesen 🙂 Danke dafür.

Um Euch die Suche zu erleichtern, haben wir all unsere Weihnachts-Rezepte auf einer Extra-Seite zusammengefasst – schaut mal hier.

Und damit wir Euch vor Weihnachten noch mit vielen neuen Rezepten versorgen können, haben wir dieses Jahr den Start unserer Weihnachtsbäckerei nach vorne verlegt.

Wir starten traditionell mit Printen- und Lebkuchenrezepten, weil diese besser schmecken, je länger sie liegen – und damit man sich nicht an brettharten Keksen die Zähne ausbeißt.

Mein absolutes Lieblingsbuch zu Weihnachten ist die Weihnachtsbäckerei von Rosenmehl. Alte Rezepte, eingereicht von mit Rosenmehl backenden Hausfrauen, über Jahrzehnte überliefert, nachgebacken und verfeinert. Oft werden die Rezepte begleitet von einer Anekdote oder Geschichte dazu. Ein Buch zum Schwelgen und sich in Weihnachtsstimmung versetzen zu lassen 🙂 Hier handelt es sich übrigens nicht um Werbung oder eine Kooperation, sondern um meine ganz private und unbeeinflusste Meinung. 🙂

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Aber es liegt natürlich nahe, dass auch das erste Rezept unserer diesjährigen Weihnachtsbäckerei aus diesem Buch stammt – und wie immer haben wir das Rezept ein bisschen abgewandelt.

Ihr braucht:

250g Roggenmehl (Type 1150)

250g Weizenmehl (Type 550 oder 405)

1/2 Päckchen Weinstein-Backpulver

125g Butter

250g Zucker

1/2 TL Salz

250g Honig (ich hatte eine 1:1 Mischung aus Tannenhonig und Blütenhonig)

2 Eier

100g Zitronat

200g Orangeat

65g gehackte Mandeln

65g gemahlene Mandeln

1 TL Zimt

1 TL gemahlene Nelken

1 TL gemahlenen Kardamom

ganze, abgezogene Mandeln nach Belieben

Zunächst ein Tipp: Orangeat und Zitronat sind eine klebrige Angelegenheit. Sie lassen sich besser verarbeiten, wenn sie gefroren sind. Für dieses Rezept brauchen wir möglichst fein gehacktes Zitronat und Orangeat, deswegen flog es bei uns im gefrorenen Zustand auf das laufende Messer des Thermomix. Ein guter Küchenmixer sollte das aber auch schaffen 🙂

Zunächst die Butter, den Zucker und den Honig in einem Topf vorsichtig auf dem Herd erhitzen, bis sich der Zucker gelöst hat, das gemahlene Zitronat und Oreangeat dazugeben, unterrühen und dann alles abkühlen lassen.

Das Mehl mit dem Backpulver in eine große Schüssel sieben, alle trockenen Zutaten (bis auf die gehackten und ganzen Mandeln) dazu geben und unterrühren.

Mit den Knethaken des Handrührers die Butter-Honig-Mischung unterkneten, die Eier dazu geben und zum Schluss die gehackten Mandeln unterrühren.

Laut Originalrezept soll der fertige Teig zunächst eine Stunde kalt gestellt, dann ausgerollt und auf ein Backblech gelegt werden. Ich konnte mir allerdings nicht vorstellen, dass sich diese zähe, klebrige Masse – egal bei welcher Temperatur – ausrollen lässt, also habe ich sie direkt auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gestrichen. Wenn man die Palette oder den Teigschaber (der bei uns seit jeher Schleck-Schleck heißt) immer wieder in Wasser tunkt, geht das sehr gut.

Dann habe ich mit einem Messer den Teig in ca 4x4cm große Würfel aufgeteilt (aber nur einritzen, nicht durchtrennen) und die einzelnen Stücke mit den abgezogenen Mandeln verziert.

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Dann das Blech ca. 1 Stunde lang kalt stellen und dann im auf 200°C vorgeheizten Backofen ca. 20 Minuten backen.

Wenn der Kuchen im Ofen ist, die Glasur vorbereiten: Dafür benötigt ihr:

3 EL Puderzucker

2 EL Zitronensaft

1 EL Rum

Daraus eine Glasur anrühren. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und noch heiß bestreichen.

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Abkühlen lassen, in Stücke schneiden und in Keksdosen lagern. Es lohnt sich, diese Plätzchen eine Weile durchziehen zu lassen, damit die Gewürze Zeit haben, sich zu entfalten.

 

 

 

 

Kokos-Schoko-Wirbel nach Dr. Oetker

Medaillon Mama

Tatjana hat zwar angekündigt, dass wir aus Zeitmangel wohl keine weiteren Plätzchen mehr backen werden, aber ich habe es doch noch geschafft. Mein Schatz ließ vor einigen Tagen ganz nebenbei durchblicken, dass er auch Kokosplätzchen sehr gerne mag, und ich habe den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden. Die Kokos-Schoko-Wirbel von Dr. Oetker gefielen mir sofort – auch weil das Rezept so gut durchdacht ist. Es werden z.B. 200 g Kokosflocken verwendet, die genau in einer Packung enthalten sind. Für den Mürbeteig benötigt man 3 Eigelb, die 3 Eiweiß dann für die Kokosfüllung. Auf diese Weise bleibt nichts übrig und man muss sich nicht überlegen, wie man die Reste verwertet. Auch aus diesem Grund habe ich mich diesmal genau an das Rezept gehalten.

Die Zutaten

für den Knetteig:

350 g Weizenmehl

2 Päckchen Schokopudding, feinherb

150 g Puderzucker

1 Päckchen Vanillezucker

1 Prise Salz

250 g Butter

3 Eigelb

für die Kokosfüllung:

200 g Kokosraspel

100 g Puderzucker

1 Prise Salz

1 TL Rum oder einige Tropfen Rumaroma

3 Eiweiß

60 g Crème double

zum Verzieren:

150 g Schokoladenkuvertüre (Vollmilch oder Zartbitter)

 Die Zubereitung ist ganz einfach:

Mürbeteig:

Alle Zutaten dafür in eine Schüssel geben und mit den Knethaken von der Mitte aus zunächst auf der niedrigsten, dann auf der höchsten zu einem glatten Teig verarbeiten. Den Teig in den Kühlschrank stellen.

Kokosfüllung:

Die Kokosflocken mit allen anderen Zutaten in einer Schüssel vermischen.

Ein oder mehrere Backbleche mit Backpapier belegen.

Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze oder 180 °C Heißluft vorheizen.

Den Teig auf bemehlter Arbeitsfläche zu einem etwa 40 x 40 cm großen Quadrat ausrollen. (Ich habe Backpapier unter den Teig gelegt, damit lassen sich die Streifen später besser aufrollen.)

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Das Quadrat mit der Kokosmasse bestreichen und dann in 4 etwa 10 cm breite Streifen schneiden. Die Streifen von der langen Seite her locker aufrollen (der Teig bricht dabei). Dann jede Rolle in etwa 1 cm breite Scheiben schneiden. Die Scheiben etwas zurechtdrücken, mit der Schnittfläche nach oben auf das Blech legen und etwa 12 Minuten backen. Auf dem Backpapier kurz abkühlen lassen, dann auf einem Gitterrost vollständig erkalten lassen.

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Die Kuvertüre in Stücke hacken und im warmem Wasserbad bei schwacher Hitze schmelzen. Die flüssige Kuvertüre einem Löffel oder einer Gabel über die Plätzchen sprenkeln und fest werden lassen.

Es sind übrigens mehr als 100 dieser überaus delikaten Plätzchen geworden. Ihr könnt sie auch jetzt, so kurz vor den Feiertagen noch backen, denn sie brauchen nicht durchzuziehen, sondern schmecken sofort, quasi noch ofenwarm. Mein Schatz kann es bestätigen 🙂

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Vanillekipferl nach Johann Lafer

Ihr Lieben, Weihnachten rückt beharrlich näher und somit bleibt (zumindest bei uns gerade) immer weniger Zeit zum Backen. Wie gut, wenn man eine beste Freundin hat, die nach unserem Rezept für Vanillekipferl gefragt hat. Sie wurde dann natürlich sofort zum Fotografieren verdonnert, sodass wir dank ihr das Rezept nun auch noch bloggen können.

Danke noch mal, Alwy 🙂

Die Zutaten

für den Teig (ergibt etwa 60 – 65 Stück):

50 g fein gemahlene Mandeln

190 g Butter

75 g Puderzucker

eine Prise Salz

2 Eigelb

Mark einer Vanillestange

abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone

60 g fein gemahlene Haselnüsse

270 g Mehl

zum Wälzen:

150 g Puderzucker

3 Päckchen Vanillezucker

Mark einer Vanillestange

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Die Mandeln in einer heißen Pfanne bräunen, beiseite stellen und abkühlen lassen.

Die Butter in kleine Stücke schneiden.

Alle Zutaten für den Teig in eine Schüssel geben und mit den Knethaken des Handrührgerätes zügig zu einem glatten Teig verkneten.

Den Teig in Klarsichtfolie für 2 Stunden kühl stellen.

Backofen auf 190 °C vorheizen.

Zwei Bleche mit Backpapier belegen.

Aus dem Teig kleine Stränge formen und zu Kipferln zurechtbiegen.

Auf ein Blech setzen und auf der zweiten Schiene ca. 12 – 15 Minuten backen.

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Den Puderzucker zum Wälzen in einen Teller sieben, mit Vanillezucker und -mark vermengen.

Die gebackenen Kipferln kurz abkühlen lassen, aber noch leicht warm vorsichtig in dem Puderzuckergemisch wälzen.

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In einer Gebäckdose aufbewahren. Sie schmecken nach einer Woche am besten.

Jetzt ist also die perfekte Zeit, um sie für den Weihnachtsteller zu backen.

photo_2016-12-18_19-04-12Auch wir haben am vergangenen Wochenende noch einmal fleißig gebacken, auch unsere geliebten Vanillekipferln. Sie sind wie immer zart und mürbe, sprich einfach köstlich geworden.Vanillek.

Süße Christrosen mit Mandel-Pistazien-Füllung und Cranberries

Im Sommer ein Weihnachtsbackbuch zu kaufen, ist schon ein wenig verrückt. Weil es sich dabei aber um eine Sammlung alter Familienrezepte handelt, konnte ich nicht widerstehen. Denn leider gehen solche Rezepte allzu oft verloren, und das ist sehr schade. Die … Weiterlesen

Auf der Suche nach dem verlorenen Geschmack: altmodische Lebkuchen

Medaillon Mama
Es gibt Gerüche und Geschmäcker, die uns sofort in unsere Kindheit zurückversetzen. So erging es mir vor einigen Jahren in unserem Winterurlaub in Österreich. Wir waren in einem Gasthaus essen und bekamen als Aufmerksamkeit des Hauses zum Nachtisch selbstgebackene Plätzchen, besser gesagt Lebkuchen serviert. Mein erster Gedanke war: „Die schmecken ja wie früher!“ Leider vergaß ich mir das Rezept geben zu lassen, und so probiere ich Jahr für Jahr aufs Neue ein anderes altes Lebkuchenrezept aus –  immer auf der Suche nach diesem ultimativen Geschmack. Bis jetzt hatte ich leider noch kein Glück. Auf essen-und-trinken.de fand ich diesmal eines, das sehr vielversprechend klang und stellte fest, dass Petra Durst-Benning in ihrem historischen Roman „Die Zuckerbäckerin“ das gleiche Rezept abgedruckt hat.
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 Also ein neuer Versuch. Der Teig sollte schon im Oktober angesetzt werden. Am 14. Oktober hatte ich alle Zutaten zusammen, nämlich:
250 g Honig
250 g braunen Zucker
100 g Butter
30 g Lebkuchengewürz
abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
500 g Mehl
2 EL Kakaopulver
2 Eier
1 TL Pottasche
2 cl Kirschwasser oder anderen klaren Schnaps
Der Teig wird folgendermaßen zubereitet:
Honig und Zucker erwärmen. Die Butter darunterrühren, bis sie sich aufgelöst hat. Die Zitronenschale ebenfalls daruntermischen. Die Masse vom Herd nehmen und kurz abkühlen lassen. Mehl und Kakao sieben, zusammen mit den Gewürzen unter die Masse rühren. Ebenso die verquirlten Eier. Zum Schluss die Pottasche vorsichtig im Schnaps auflösen und unter den Teig mischen. Zügig arbeiten, sonst wird der Teig zu fest und lässt sich nur noch schwer verarbeiten. Den Teig kurz kneten, bis er glatt und glänzend ist. Im Kühlschrank mindestens eine Nacht, besser mehrere Wochen zugedeckt ruhen lassen.
Nach fast 2 Monaten fand ich gestern endlich Zeit und Muße, die Lebkuchen zu backen.
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Zunächst rollte ich den Teig portionsweise auf gehackten Haselnüssen und etwas Mehl etwa 6-8 mm dick aus. Da der Teig aber zu sehr auf dem Backbrett festklebte, rollte ich ihn schließlich zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie aus. Das funktionierte besser. Dann wurden Sterne, Herzen, Tannenbäume usw. ausgestochen und mit großzügigem Abstand auf Backpapier gelegt. Das war gut, denn das Gebäck vergrößert sich beim Backen deutlich, wie Ihr auf dem Bild ganz oben sehen könnt. (Filigrane Formen verlaufen übrigens zu sehr, so dass sie anschließend nicht mehr zu erkennen sind.)
Mit halbierten Mandelkernen oder gehackten Nüssen verziert, stellte ich die ausgestochenen Teigstücke auf der Terrasse kalt, bis der ganze Teig verbraucht war.
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Anschließend wurden die Lebkuchen im vorgeheizten Backofen auf der untersten Einschubleiste bei 160 °C gut 20 Minuten gebacken. Nachdem sie aus dem Backofen genommen worden sind, lassen sie sich wenige Minuten später gut vom Backpapier lösen. Auf einem Kuchenrost kühlten sie dann ab, bevor ich sie in einzelnen Lagen zwischen Backpapier in eine Dose schichtete. Im kühlen Keller dürfen sie nun bei leicht geöffnetem Deckel ihr volles Aroma entwickeln und weich werden.
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Ob sie schmecken wie die von damals? Nein, wohl eher nicht. Eine Freundin hat mir nun den Tipp gegeben, dass man früher mit Kunsthonig gebacken hat. Vielleicht stammte der typische Geschmack ja davon. Ich hätte fragen sollen …

Aachener Printen – rustikal

Medaillon Mama
Als ich zu Christi Himmelfahrt das erste Mal in meinem Leben Aachen besuchte, da habe ich mich sofort in diese hübsche alte Stadt verliebt. Bei einer Stadtführung erfuhren wir viel über die Geschichte Aachens, die bis in die Steinzeit zurückreicht. Schon damals siedelten sich Menschen rund um die Thermalquellen an, später waren es die Kelten, dann die Römer und schließlich die Germanen. 600 Jahre lang wurden hier alle deutschen Könige gekrönt, und zwei Kaiser, nämlich Karl der Große und Otto III, liegen im Aachener Dom begraben. Seinetwegen wurde Aachen zu einem wichtigen Wallfahrtsort, zu dem tausende Menschen pilgerten, wo sie untergebracht und versorgt werden mussten. Und eben aus dieser Zeit stammen die Aachener Printen: sie waren eine nahrhafte und haltbare Verpflegung für die Pilgernden. Wir durften vor Ort sogar eine Auswahl dieses berühmten und leckeren Backwerks probieren, das wir heutzutage eher aus der Weihnachtszeit kennen. Natürlich nahmen wir auch eine Packung mit nach Hause. Weil sie uns so gut schmeckten, nahm ich mir vor, zur Weihnachtszeit einmal selbst Printen zu backen. Ein entsprechendes Rezept fand ich bei chefkoch.de. Was mir besonders entgegenkommt: man kann den Teig zubereiten, ihn tage- oder auch wochenlang kühl stellen und die Printen backen, sobald man Zeit hat.
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Ende Oktober gab es dann auch schon die Zutaten für die Weihnachtsbäckerei in den Geschäften, so auch die Gewürze, die ich dafür benötigte. Da Printen ein altes Gebäck sind, wollte ich kein feines Weißmehl verwenden, sondern nahm, wie früher, geschroteten Dinkel. So würden sie wohl noch authentischer werden. Am 21. Oktober hatte ich alles zusammen, was ich benötigte, und bereitete den Teig zu.
Die Zutaten waren:
500 g Rübensirup
3 EL Wasser
5 g Pottasche
100 g brauner Zucker
600 g Dinkelmehl
50 g Orangeat
1 Prise Piment
3 TL gemahlener Anis
2 TL gemahlene Koriandersamen
3 TL Zimt
1 Prise gemahlene Nelken
1 Prise Kardamom
1 Prise Muskat
1 Prise Natron
Zubereitung:
Den Sirup mit dem Wasser in einem großen Topf erwärmen. Pottasche mit ein wenig Wasser auflösen.
Zucker zum Sirup geben und gut verrühren. Sirup von der heißen Herdplatte nehmen.
Das Orangeat hatte ich im Gefrierfach des Kühlschranks gefrieren lassen und mixte es in der Küchenmaschine mit ewas Mehl so fein es ging.
Dann vermischte ich es, zusammen mit allen weiteren Gewürzen, mit dem Mehl.
Anschließend rührte ich das Mehl unter den Sirup, bis ein glatter, fester Teig entstand. Der Teig muss mindestens über Nacht kalt stehen. Ich ließ ihn sogar 3 Wochen im Kühlschrank, bevor ich ihn weiter verarbeitete! Die Aachener Printenbäcker bereiten ihn ebenfalls Wochen vor der Weiterverarbeitung zu, habe ich mir sagen lassen.
So geht es weiter:
Kalt lässt er sich am besten verarbeiten. Trotzdem ist das Ganze eine ziemlich klebrige Angelegenheit.
Zunächst Backbleche mit Backpapier auslegen.
Backofen auf 175 °C vorheizen.
Den Teig portionsweise auf einem bemehlten Backbrett 5-8 mm dick ausrollen und mit einem Messer in etwa 3,5 cm breite Streifen schneiden, die dann quer in etwa 8 cm lange Stücke geschnitten werden. Die Teigstücke mit etwas Abstand auf die Backbleche legen, denn sie laufen etwas auseinander. Wenn möglich, die Backbleche noch einmal kühl stellen (ich mache das auf der Terrasse). Die Printen etwa 15 Minuten backen. Nach dem Backen noch ein paar Minuten auf dem Backpapier liegen lassen, dann lassen sie sich gut lösen. Auf einem Gitter auskühlen lassen.
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Die zweite Hälfte des Teiges rollte ich auf gehackten Haselnüssen aus (genauer gesagt war es Krokant, den ich in meinem Vorratsschrank fand). Dadurch klebte er nicht mehr so am Backbrett fest. Außerdem bekamen die Printen etwas mehr Biss, und der Nussgeschmack passt hervorragend zu den Gewürzen.
PrintenII
Die Printen waren zunächst ganz hart. (Angeblich mögen die Aachener ihre Printen so am liebsten.) Nach einigen Tagen wurden sie etwas weicher. Ich habe sie in eine Blechdose zwischen Backpapier gepackt und lasse den Deckel ein wenig offen. So werden sie bis Weihnachten hoffentlich so weich und saftig, wie wir Nicht-Aachener sie kennen und lieben. Da die Gewürze bereits ihr herrliches Aroma entfaltet haben, schmecken sie auch so schon sehr, sehr lecker. Sie sind nicht so dick wie die, die man kauft, sondern sehen eher rustikal aus. Dafür sind sie vollwertig, ohne Zusatzstoffe, schmecken herrlich würzig und sind äußerst bekömmlich. Was will man mehr?

Emmer-Walnuss-Kekse

Habt Ihr schon einmal in einem Meteoritenkrater Urlaub gemacht? Wir schon. In diesem Sommer nämlich. Dabei war es gar nicht unsere Absicht, ausgerechnet in einem Meteoritenkrater unseren Urlaub zu verbringen. Es hat sich einfach so ergeben. Ich wollte nach Jahrzehnten wieder einmal die Stätten besuchen, wo ich meine Kindheit und Jugend verbracht habe, und gleichzeitig eine schöne Gegend entdecken. In der Urlaubsregion „Donau-Ries“ fand ich eine Ferienwohnung, die uns zusagte, genauer gesagt in einem kleinen Ort namens „Pflaumloch“. Er ist nur 3 km von der schönen, mittelalterlichen Stadt Nördlingen entfernt und liegt im „Ries“. Von dort aus konnten wir all die Orte und Menschen, die ich besuchen wollte, gut erreichen. Zumindest sah das auf der Landkarte so aus. Doch das ist eine eigene Geschichte.
Das „Ries“ ist, wie wir bald erfuhren, ein Krater, der durch einen gewaltigen Meteoriteneinschlag entstand. Das ist zwar schon 14 1/2 Millionen Jahre her, prägt aber noch heute die Landschaft. Immerhin hat der Krater einen Durchmesser von ca. 25 km. Bis in die 1960er-Jahre wusste man nicht, wie diese kreisrunde Senke entstanden ist. Der berühmte amerikanische Geologe Eugene Shoemaker fand damals heraus, dass ein riesiger Asteroid die Ursache war. Heute ist das Ries der am besten erhaltene und am besten erforschte Meteoritenkrater der Welt. Amerikanische Astronauten, die später auf dem Mond gelandet sind, haben sich hier sogar auf die Apollo-Mission vorbereitet.
Die kosmische Katastrophe schuf die Voraussetzung dafür, dass im Kraterbecken fruchtbare Böden entstanden und das Ries zur Kornkammer Bayerns wurde. Heute ist der Anbau von Weizen u. Co. zwar stark zurückgegangen, aber einzelne Biohöfe besinnen sich wegen steigender Nachfrage auf alte Getreidesorten wie Einkorn, Emmer und Dinkel. Und da im angrenzenden Baden-Württemberg ohnehin viel Dinkel angebaut wird, gibt es sogar in Supermärkten ganze Ecken mit solchen historischen Körnern, Flocken, Schrot, Mehl etc. Ich habe mich mit Dinkelmehl eingedeckt, weil ich neuerdings sehr gerne und viel damit backe. Emmer wollte ich schon lange ausprobieren, also nahm ich auch eine Tüte voll Emmerkörner mit. Irgendwo hatte ich von Emmerkeksen gehört und wollte damit beginnen. Die Suche nach einem Rezept gestaltete sich allerdings schwierig: Ich fand weder eines in einem meiner vielen Koch- bzw. Backbücher noch im Internet. Dort gab es meist allgemeine Backempfehlungen oder Rezepte für Brot damit. Doch man ist ja flexibel: ein Rezept für Walnusskekse wurde anstatt mit Weizen kurzerhand mit Emmer gebacken. Probieren geht schließlich über Studieren!
Ich habe also 200 g Emmerkörner, so fein es ging, gemahlen und damit das Mehl ersetzt.
Außerdem nahm ich folgende Zutaten:
200 g zimmerwarme Butter
200 g braunen Zucker
1 Vanillezucker
1 Prise Salz
1 Ei
1 TL Backpulver, den ich mit dem Emmermehl mischte
200 g gemahlene Walnüsse
2 gestrichene TL Zimt
Zubereitung:
Die Butter wurde mit Zucker, Salz und Vanillezucker verrührt.
Dann fügte ich das Ei hinzu und rührte es ebenfalls darunter.
Mehl und Walnüsse hatte ich gemischt,
gab sie nun zur Buttermischung und verrührte alles zu einer homogenen Masse.
Anschließend stellte ich den Teig etwa 1/2 Stunde kalt.
Der Backofen wurde auf 175 °C vorgeheizt
und zwei Backbleche mit Backpapier belegt.
Mit einem Teelöffel verteilte ich gut walnussgroße Häufchen auf den Backblechen. (Gut, dass ich zwischen den Häufchen etwa 5 cm Abstand ließ, denn der Teig lief auseinander.)
Die Kekse ließ ich 8 – 10 Minuten backen, bis sie einen schönen braunen Rand hatten.
Auf einem Gitter durften sie auskühlen, bevor ich sie in eine Blechdose packte.
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Aus der Teigmenge bekam ich etwa 30 Kekse heraus, die nun nach und nach zum Kaffee verspeist werden.
Wegen des braunen Zuckers (ich nahm Rohrohrzucker) sind sie nicht allzu süß. Der Emmer schmeckt nussig und harmoniert gut mit den leicht herben Walnüssen. Da der Zimtgeschmack meines Erachtens ziemlich untergeht, werde ich das nächste Mahl noch einen Teelöffel mehr davon in den Teig geben, denn ich liebe Zimt. Doch das ist ja bekanntlich Geschmackssache.
Seit ich vor kurzem einen Bericht über einen Biobäcker im Fernsehen sah, habe ich große Lust, Sauerteigbrot zu backen. Emmer eignet sich angeblich sehr gut dazu. Ich werde Euch berichten.

Das letzte Plätzchen-Rezept vor Weihnachten – Last-minute-Chocolate-Chip-Cookies

Medaillon Mama
Wie jedes Jahr kommt Weihnachten ganz plötzlich. Und es gibt noch so viel zu tun. Eigentlich wollte man auch noch ein paar Plätzchen backen, aber dafür reicht die Zeit nicht mehr. Wenn es Euch auch so geht, dann habe ich hier das ultimative Last-minute-Plätzchen-Rezept für Euch. Im Grunde genommen könnt Ihr diese Kekse sogar noch kurz vor der Bescherung backen, denn sie sind blitzschnell zusammengerührt, fix gebacken und schmecken auch warm ganz köstlich. In meiner Familie sind sie die Plätzchensorte, die nun wirklich jeder von uns liebt. Und, ganz ehrlich, ich kenne niemanden, der sie nicht mag. Also nichts wie ran an die Rührschüssel!
Für etwa 40 Kekse benötigt Ihr folgende Zutaten:
150 g Butter
150 g braunen Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz
2 Eier
200 g Weizenmehl
2 TL Backpulver
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Dies alles etwa 2 Minuten mit den Rührbesen des Handrührgeräts zu einem glatten Teig verrühren.
100 g gehackte Haselnüsse (oder Cashews oder Mandeln …) und
100 g Schokoladentröpfchen (gibt es in der Backwaren-Abteilung) mit dem Kochlöffel unterrühren.
Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze oder 175 °C Umluft vorheizen.
Mit 2 Teelöffeln walnussgroße Häufchen in Abständen von 4 cm (sie zerlaufen beim Backen) auf mit Backpapier belegte Backbleche legen.
Die Plätzchen etwa 12 Minuten backen, bis sie die Ränder schön braun sind. Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.
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Solltet Ihr etwas mehr Zeit und die Möglichkeit haben, könnt Ihr die Backbleche mit den Teighäufchen vor dem Backen etwa 15 Minuten kühl stellen. (Ich mache das auf dem Terrassentisch.) Sie bleiben dann etwas kompakter und laufen nicht so auseinander. Aber das ist reine Geschmackssache.
In einer gut verschlossenen Dose halten sich die Plätzchen sogar bis nach Neujahr frisch. Falls sie so lange überleben