Haselnuss-Maronen-Printen

Medaillon Mama

Gibt es etwas Schöneres, um in Weihnachtsstimmung zu kommen, als bei weihnachtlicher Musik Plätzchen zu backen? Wenn es dann noch mit dem Töchterchen ist (die mittlerweile zur Tochter herangewachsen ist), dann kommt ein wenig von dem zurück, was wir alle mit Weihnachten verbinden: Erinnerungen an leuchtende Kinderaugen, ganz bestimmte Düfte und die altbekannten Lieder. In unserem Fall waren es „Die Weihnachtsbäckerei“ und sämtliche Winterlieder von Rolf Zuckowski mit seinen kleinen Freunden, die uns beim Backen begleiteten.

Wir hatten uns für Haselnuss-Maronen-Printen aus essen&trinken entschieden. Der Teig wurde einen Tag eher gemacht und durfte bis zur Verarbeitung im Kühlschrank ruhen. Nach dem Weihnachtsmarkt-Besuch in einem nahegelegenen Freilichtmuseum machten wir uns ans Werk. Es war eine Menge Teig, doch zu zweit und mit geübter Arbeitsteilung ging uns alles gut von der Hand. Und am Ende lagen eine Menge Printen vor uns, die schon gleich nach dem Backen köstlich schmeckten. Jetzt, nach einer Woche, kann ich sagen, dass sie von Tag zu Tag besser werden. Stimmt, ich muss einfach immer mal wieder probieren! 🙂

Da wir uns spontan für dieses Rezept entschieden, hatte ich nicht alle gewünschten Zutaten im Haus und wir improvisierten (wieder einmal). Sie schmecken trotzdem!

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Die Zutaten:

250 g Honig

1 Tl gemahlenen Koriander

125 g Maronen, küchenfertig, vakuumiert

75 g Maronenmehl

200 g gemahlene Haselnüsse

40 g gemahlene Mandeln

350 g Mehl

2 Tl Backpulver

1 Ei

60 g weiche Butter

70 g Zucker

1 Prise Salz

1 Tl gemahlene Muskatblüte (Macis)

1 TL gemahlener Ingwer

1/2 TL gemahlener Zimt 

Mehl zum Bearbeiten

1 Eiweiß

Zubereitung:

Honig leicht erwärmen und etwas abkühlen lassen. Maronen fein hacken.

Mehl und Backpulver in einer Schüssel sieben. Mit Koriander, Muskatblüte, Ingwer, Zimt, Maronen und Nüssen mischen. Ei, Butter, Zucker und Salz zugeben.

Mit den Knethaken des Handrührers zum glatten Teig verkneten, dabei den Honig zugeben.

Teig in Klarsichtfolie wickeln und über Nacht kalt stellen.

Den Teig portionsweise auf einer bemehlten Arbeitsfläche 0,5 cm dick ausrollen.

In Rechtecke (5 x 3 cm) schneiden und auf mit Backpapier belegte Backbleche legen.

Die Oberfläche der Printen dünn mit verquirltem Eiweiß bestreichen.

Jeweils 1 Nuss darauflegen, leicht andrücken.

Die Plätzchen im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad Ober- und Unterhitze auf der 2. Schiene von unten 12-15 Minuten backen.

Aus dem Ofen nehmen, kurz auf dem Backblech abkühlen lassen. Auf einem Kuchenrost völlig erkalten lassen.

Mit geschmolzener Kuvertüre nach Geschmack glasieren.

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Aachener Printen – rustikal

Medaillon Mama
Als ich zu Christi Himmelfahrt das erste Mal in meinem Leben Aachen besuchte, da habe ich mich sofort in diese hübsche alte Stadt verliebt. Bei einer Stadtführung erfuhren wir viel über die Geschichte Aachens, die bis in die Steinzeit zurückreicht. Schon damals siedelten sich Menschen rund um die Thermalquellen an, später waren es die Kelten, dann die Römer und schließlich die Germanen. 600 Jahre lang wurden hier alle deutschen Könige gekrönt, und zwei Kaiser, nämlich Karl der Große und Otto III, liegen im Aachener Dom begraben. Seinetwegen wurde Aachen zu einem wichtigen Wallfahrtsort, zu dem tausende Menschen pilgerten, wo sie untergebracht und versorgt werden mussten. Und eben aus dieser Zeit stammen die Aachener Printen: sie waren eine nahrhafte und haltbare Verpflegung für die Pilgernden. Wir durften vor Ort sogar eine Auswahl dieses berühmten und leckeren Backwerks probieren, das wir heutzutage eher aus der Weihnachtszeit kennen. Natürlich nahmen wir auch eine Packung mit nach Hause. Weil sie uns so gut schmeckten, nahm ich mir vor, zur Weihnachtszeit einmal selbst Printen zu backen. Ein entsprechendes Rezept fand ich bei chefkoch.de. Was mir besonders entgegenkommt: man kann den Teig zubereiten, ihn tage- oder auch wochenlang kühl stellen und die Printen backen, sobald man Zeit hat.
 PrintenIII
Ende Oktober gab es dann auch schon die Zutaten für die Weihnachtsbäckerei in den Geschäften, so auch die Gewürze, die ich dafür benötigte. Da Printen ein altes Gebäck sind, wollte ich kein feines Weißmehl verwenden, sondern nahm, wie früher, geschroteten Dinkel. So würden sie wohl noch authentischer werden. Am 21. Oktober hatte ich alles zusammen, was ich benötigte, und bereitete den Teig zu.
Die Zutaten waren:
500 g Rübensirup
3 EL Wasser
5 g Pottasche
100 g brauner Zucker
600 g Dinkelmehl
50 g Orangeat
1 Prise Piment
3 TL gemahlener Anis
2 TL gemahlene Koriandersamen
3 TL Zimt
1 Prise gemahlene Nelken
1 Prise Kardamom
1 Prise Muskat
1 Prise Natron
Zubereitung:
Den Sirup mit dem Wasser in einem großen Topf erwärmen. Pottasche mit ein wenig Wasser auflösen.
Zucker zum Sirup geben und gut verrühren. Sirup von der heißen Herdplatte nehmen.
Das Orangeat hatte ich im Gefrierfach des Kühlschranks gefrieren lassen und mixte es in der Küchenmaschine mit ewas Mehl so fein es ging.
Dann vermischte ich es, zusammen mit allen weiteren Gewürzen, mit dem Mehl.
Anschließend rührte ich das Mehl unter den Sirup, bis ein glatter, fester Teig entstand. Der Teig muss mindestens über Nacht kalt stehen. Ich ließ ihn sogar 3 Wochen im Kühlschrank, bevor ich ihn weiter verarbeitete! Die Aachener Printenbäcker bereiten ihn ebenfalls Wochen vor der Weiterverarbeitung zu, habe ich mir sagen lassen.
So geht es weiter:
Kalt lässt er sich am besten verarbeiten. Trotzdem ist das Ganze eine ziemlich klebrige Angelegenheit.
Zunächst Backbleche mit Backpapier auslegen.
Backofen auf 175 °C vorheizen.
Den Teig portionsweise auf einem bemehlten Backbrett 5-8 mm dick ausrollen und mit einem Messer in etwa 3,5 cm breite Streifen schneiden, die dann quer in etwa 8 cm lange Stücke geschnitten werden. Die Teigstücke mit etwas Abstand auf die Backbleche legen, denn sie laufen etwas auseinander. Wenn möglich, die Backbleche noch einmal kühl stellen (ich mache das auf der Terrasse). Die Printen etwa 15 Minuten backen. Nach dem Backen noch ein paar Minuten auf dem Backpapier liegen lassen, dann lassen sie sich gut lösen. Auf einem Gitter auskühlen lassen.
PrintenI
Die zweite Hälfte des Teiges rollte ich auf gehackten Haselnüssen aus (genauer gesagt war es Krokant, den ich in meinem Vorratsschrank fand). Dadurch klebte er nicht mehr so am Backbrett fest. Außerdem bekamen die Printen etwas mehr Biss, und der Nussgeschmack passt hervorragend zu den Gewürzen.
PrintenII
Die Printen waren zunächst ganz hart. (Angeblich mögen die Aachener ihre Printen so am liebsten.) Nach einigen Tagen wurden sie etwas weicher. Ich habe sie in eine Blechdose zwischen Backpapier gepackt und lasse den Deckel ein wenig offen. So werden sie bis Weihnachten hoffentlich so weich und saftig, wie wir Nicht-Aachener sie kennen und lieben. Da die Gewürze bereits ihr herrliches Aroma entfaltet haben, schmecken sie auch so schon sehr, sehr lecker. Sie sind nicht so dick wie die, die man kauft, sondern sehen eher rustikal aus. Dafür sind sie vollwertig, ohne Zusatzstoffe, schmecken herrlich würzig und sind äußerst bekömmlich. Was will man mehr?