Grillage-Torte – Genuss mit Hindernissen

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Wir hatten heute Mittag Besuch und ich sollte mich um die Nachspeise kümmern. Auf unserer Blog-To-Do-Liste steht schon seit längerem eine Grillage-Torte – oder Grillasch-Torte, wieder Rheinländer sagt. Eine typische Krefelder Spezialität, auch wenn der Rest des Niederrheins ebenfalls Ansprüche anmeldet. Als Original-Krefelder (ich zumindest, meine Mutter hat ihre Wurzeln weiter südlich) beanspruchen wir diese sahnige Sünde aber ganz klar für uns.

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Es gibt gefühlte 1000 verschiedene Rezepte und sogar eine Homepage namens „Rettet die Grillage-Torte“, denn gemäß besorgter Niederrheiner stirbt sie langsam aus. Das können wir natürlich nicht zulassen!

Eigentlich war sie als Schicht-Dessert im Glas geplant, das Rezept auch bereits herausgesucht, aber Mama meinte, eigentlich hätte sie für den Blog doch eine richtige Torten-Form verdient. Also hieß es nochmal Rezepte wälzen. Ich habe mich an einem Chefkoch-Rezept orientiert).

Aber irgendwie hatte ich schon Samstag früh schlechte Laune, das Wetter war doof und… überhaupt! Normalerweise bringt mich Backen immer wieder ins Gleichgewicht, aber am Samstag hat das irgendwie so überhaupt nicht funktioniert.

Aber obwohl so einiges schief ging (Baiser klebte, Biskuit war dafür bretthart und die Sahne fast abgeschmiert) überzeugte das End-Ergebnis, sodass wir Euch das Rezept trotzdem nicht vorenthalten möchten.

Die Torte wird gefroren serviert, das heißt ihr müsst sie auf jeden Fall einen Tag vor dem Servieren zubereiten. Nehmt Euch lieber nichts anderes vor, die Zubereitung ist doch ziemlich aufwendig.

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Starten wir mit dem Baiser.

Ihr braucht:

5 Eiweiß

400g Zucker

60g gemahlene Haselnüse

1 TL Vanille-Zucker

1 Pk. Vanille-Pudding-Pulver

1 Prise Salz

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und den Ofen auf 140°C vorheizen.

Die Eiweiß in einer großen Schüssel steif schlagen, 200g Zucker und Salz einrieseln lassen und mit aufschlagen. Die restlichen 200g Zucker mit den Haselnüssen und dem Puddingpulver mischen und vorsichtig unter den Eischnee heben.

Gleichmäßig auf das Blech streichen und mindestens eine Stunde trocknen. (Bei mir war der Baiser danach noch klebrig, sodass er später noch mal für ca. eine halbe Stunde in den Ofen musste – Panne Nr. 1).

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Auskühlen lassen und in der Zwischenzeit den Biskuit backen.

Dafür braucht Ihr:

1 Ei

1 EL heißes Wasser

30 g Zucker

1 Prise Salz

1 TL Vanillezucker

25g Mehl

25g Speisestärke

1/2 TL Backpulver

Eine 26er Springform mit Butter einfetten und mit Paniermehl einstäuben.

Den Ofen auf 160°C vorheizen.

Das Ei mit dem heißen Wasser ca. eine Minute lang über heißem Wasser aufschlagen. Zucker, Vanillezucker und Salz dazu geben und nochmal kräftig aufschlagen. Wenn die Masse fast weiß und ganz luftig ist, vorsichtig das mit dem Backpulver vermischte Mehl unterheben.

In die Springform füllen und ca. 20 Minuten backen. (Da der Teig kaum bräunte und man bei Biskuit ja auch den Ofen nicht dauernd öffnen soll, hatte ich ihn wesentlich länger drin, was ihn in einen ziemlich knusprigen Keks verwandelte – Panne Nr. 2).

Ich habe ihn „gerettet“, indem ich mir aus einem Rest Kaffee, etwas Rum und Schokolikör eine Tunke angerührt, den abgekühlten Biskuit mehrfach eingepiekst und ihn dann damit bestrichen habe.

Für den Baiser und die Deko ca. 1/2 Tafel Blockschokolade schmelzen.

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Den Baiser habe ich in der Größe der Springform ausgeschnitten und dann mit der flüssigen Schokolade eingepinselt. Für die Deko habe ich aus dem restlichen Baiser kleine Schmetterlinge ausgestochen und ebenfalls in die Schokolade getaucht. Außerdem habe ich noch ein paar Schoko-Gitter hergestellt.

Und dann könnt ihr auch schon mit der Sahne-Creme starten.

Ihr braucht insgesamt:

800g Sahne

80g Zucker

2 Päckchen Sahnesteif oder San-Apart

1 Päckchen Schoko-Raspel

1 Päckchen Krokant

400g Sahne mit Sahnesteif und 40g Zucker steif schlagen – wenn es heiß oder schwül ist darauf achten, dass die Sahne richtig kalt ist. Ggf. vorher auch die Schlagbesen des Handrührers oder der Küchenmaschine kurz ins Eisfach legen. (Bei mir war scheinbar die Sahne zu warm oder die Laune zu schlecht, jedenfalls ist sie mir fast zu Butter geworden – Panne Nr. 3.)

Nach Belieben Schokoraspel unterheben und in der Springform auf den getränkten Biskuit streichen. Eine Weile anfrieren lassen (ich hatte für diesen Tag genug und habe früh morgens weiter gemacht).

Die restlichen 400g Sahne mit Sahnesteif und 40g Zucker steif schlagen. Ca. 1/4 davon abnehmen und beiseite stellen (wird später für die Seiten und die Deko benötigt).

Unter den größeren Teil nach Belieben Krokant heben, den Baiserboden auf die gefrorene Torte legen, und die Sahne darauf verstreichen.

Ich habe für die Deko mit Spritzbeutel und Sterntülle kleine Sahneküsschen obenauf gespritzt.

Dann die Torte wieder einfrieren.

Ca. 20 Minuten vor dem Servieren aus dem Eisfach nehmen, vorsichtig aus der Form lösen und die Ränder mit der restlichen (vorher kaltgestellten) geschlagenen Sahne einstreichen. Mit Deko nach Wahl verzieren und servieren.

Ein süßer, sahniger, schokoladiger und sehr kalorienreicher Genuss – der die ganzen Strapazen auf jeden Fall wert ist 🙂

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Glücksrollen – Geheimtipp für heiße Tage

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Ich liebe Sommerrollen. Bei Vivu, meinem Lieblingsasiaten in Düsseldorf, esse ich jedes Mal eine zur Vorspeise. Und da es am Wochenende so heiß werden sollte, habe ich mich letzte Woche vorsorglich schon mal mit Reispapier und Reisnudeln eingedeckt, um für die Familie selbst welche zu machen.

Sehr praktisch, so bleibt bei der Hitze der Ofen kalt und erfrischend und leicht sind sie außerdem.

Und das Schöne daran: Ihr könnt sie mit allem füllen, was ihr mögt.

Ich habe mich für Garnelen, Hühnchen und geräucherten Lachs entschieden. Mit Tofu oder einfach nur Gemüse gefüllt, lassen sie sich aber auch vegetarisch und vegan ganz leicht abwandeln.

Bevor Ihr loslegt, empfiehlt es sich, sich alles schon geschnippelt, abgekühlt und vorbereitet zurecht zu stellen, dann geht das Rollen ganz leicht von der Hand.

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Ihr braucht (auf jeden Fall):

Reispapier

Reisnudeln

Für die Füllung eignen sich:

Hähnchenbrust

Garnelen

Gravad Lachs

Und sonst so:

Gurke

Paprika

Blattsalat

Möhrchen

Kräuter (original sind Thai-Basilikum und Koriander, ich hatte rotes Basilikum und Schnittlauch)

Sushi-Ingwer

Sesam

Ich habe zunächst die Garnelen und die in dünne Scheiben geschnittene Hähnchenbrust mariniert: Für die Garnelen eine Knoblauchzehe und ein kleines Stück Ingwer durch die Presse drücken, mit Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer verrühren, über die Garnelen geben und kalt stellen.

Für das Hähnchen Currypulver, Salz, Pfeffer, Olivenöl und einen Spritzer Zitronensaft verrühren, über das Fleisch geben und kalt stellen.

Sommerrollen sind eine klebrige Angelegenheit, daher habe ich ein paar EL Sesam ohne Öl in einer Pfanne angeröstet. Darin lassen sich die fertigen Sommerrollen später wälzen, dann kleben sie nicht zusammen.

Dann die Reisnudeln in kochendes Wasser legen, drei Minuten ziehen lassen, abgießen und kalt abbrausen und abtropfen lassen.

Das Fleisch und die Garnelen anbraten, ebenfalls abkühlen lassen.

Das Gemüse in feine Streifen schneiden. Die Möhrchen (mein Vater verträgt sie nicht roh) habe ich mit dem Sparschäler in feine Streifen gehobelt, in der Pfanne mit ca. 1 EL Zucker und einem Stich Butter ein Karamell hergestellt und die Möhren kurz darin geschwenkt. Ein EL Sesam darüber sorgt für einen schönen Crunch.

Den Blattsalat waschen und ebenfalls in feine Streifen schneiden.

Und dann kann es auch schon losgehen: Für das Reispapier braucht ihr einen tiefen Teller (oder eine Schüssel) mit kaltem Wasser und ein nasses (sauberes 😉 ) Geschirrtuch.

Das Reispapier einige Sekunden in das Wasser tauchen, und ca. 1 Minute zwischen das nasse Tuch legen, bis das Papier weich und geschmeidig ist. Nach Geschmack füllen, die Enden des Reispapiers an den kurzen Seiten nach innen einklappen und eng zusammenrollen. Das erfordert ein bisschen Übung und Geschick, aber nach einigen Versuchen habt ihr sicher den Dreh raus 🙂

Die Unterseite der gefüllten Rollen in den Sesam tunken und auf einer Platte ablegen.

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Zwischen die einzelnen Rollen habe ich etwas Blattsalat „gestopft“, denn wenn die Rollen einmal zusammenkleben, bekommt ihr sie kaum wieder auseinander.

Bis zum Servieren abgedeckt kalt stellen.

Zum Dippen gab es Soja-Sauce, einen Avocado-Dip (eine Avocado mit dem Saft einer Zitrone, Salz, Pfeffer, einer in Röllchen gehackten Frühlingszwiebel und 2 EL Frischkäse mit dem Stabmixer pürieren) und einen Erdnuss-Kokos-Dip dazu.

Dafür braucht ihr:

1 Knoblauchzehe

einen EL Öl zum Braten

150ml Kokosmilch

2 EL Erdnussbutter oder -mus

1 EL Sojasauce

1 EL Hoisin-Sauce

1 TL Rohrzucker

Salz und Pfeffer

Den Knoblauch durch die Presse drücken, im Öl kurz anschwitzen. Mit der Kokosmilch ablöschen, die Pfanne von der Herdplatte ziehen, alle weiteren Zutaten dazugeben, glattrühren. Abschmecken und bis zum Servieren kalt stellen.

Et voilà 🙂 Ein gesundes, leichtes und erfrischendes Essen. Dank Fingerfood auch schön auf Partybuffets oder als Picknick-Food 🙂

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Muttertagsschmankerl: Himbeer-Rhabarber-Tarte mit Eierlikör-Mascarpone-Creme

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Von meiner letzten Pralinenaktion mit meiner Kollegin war noch Eierlikör-Ganache übrig, die Mama aus dem Kühlschrank haben wollte. Für unseren Sonntags-Besuch brauchte es außerdem noch ein frühlingshaftes Dessert. Aus der Google-Suche ergab sich dieses Rezept 🙂

Auch die Deko sah so hübsch aus. Die Mama mag nicht so gerne Mürbeteig, aber ich habe mich durchgesetzt 🙂

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Das Rezept für den Teigboden spare ich mir an dieser Stelle. Ihr könnt den Teig aus dem Original-Rezept verwenden, er hat sich sehr gut verarbeiten lassen, oder ihr greift auf unser bewährtes Mürbteig-Rezept zurück.

Den fertigen Teig dünn ausrollen und in eine gebutterte Tarte- oder Quiche-Form geben. Mit Frischhaltefolie abdecken und kaltstellen.

Dann im auf 180°C vorgeheizten Backofen erst 15 Minuten blind backen (ich verwende geschrubbte Steine aus dem Garten) und dann 10 Minuten ohne Beschwerung zu Ende backen.

Auskühlen lassen.

Für das Kompott benötigt ihr:

400g Rhabarber

120g Himbeeren (ich habe TK verwendet)

80g Zucker

100ml Wasser

etwas Vanille-Extrakt

25g Stärke, in 50ml Wasser aufgelöst

5 Blätter Gelatine

Bewahrt euch eine Stange Rhabarber und ein paar Himbeeren für die Deko auf. 🙂

Für das Kompott die Früchte mit dem Zucker, Wasser und dem Vanilleextrakt aufkochen und bis zur gewünschten Konsistenz einkochen lassen. Die Gelatine einweichen und kurz VORSICHTIG! in der Mikrowelle flüssig werden lassen. Die Stärke in das Kompott einrühren, die flüssige Gelatine einrühren.

Ebenfalls abkühlen lassen und dann auf dem Tarte-Boden verteilen. Richtig durchkühlen lassen, am besten über Nacht.

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Bei der Eierlikör-Mascarpone-Creme habe ich improvisiert, da, wie gesagt, noch Ganache von meinen Eierlikör-Pralinen übrig war. Ich habe sie einfach mit einer Packung (250g) Mascarpone verrührt und noch einen Schuss Cointreau hinzugegeben. Im Original-Rezept wird aber sehr gut erklärt, wie ihr das Topping auch herstellen könnt.

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Die Creme auf der Tarte verteilen und nach Wunsch dekorieren. Ich hatte ein paar gehackte Pistazien, Zitronenzesten, Himbeeren, Rhabarber (in unterschiedlich große Stücke geschnitten) und Gänseblümchen aus dem Garten.

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Et voilà. So frisch, so lecker und so hübsch auf der muttertäglichen Kaffeetafel – oder schon am Frühstückstisch, wer nicht so lange warten möchte 🙂

Alternativ hätten wir noch dieses Rhabarberkuchen-Rezept für Euch.

Nachgemacht! Cremigstes Oreo-Eis – ohne Eismaschine!

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Für unseren Topmodels-Abend bei mir habe ich nach einem Dessert gesucht, das ich am Tag vorher vorbereiten kann und das, obwohl einfach und schnell gemacht, richtig was hermacht.

In Kochmädchen’s Blog bin ich schnell fündig geworden. Oreo-Eis sollte es werden.

Ich habe das Rezept minimal abgewandelt, weil meine Dose gezuckerte Kondensmilch 400g statt 380g enthielt und meine Flasche Sahne 500g statt 450. Und da ich so Mini-Reste doof finde,  habe ich einfach alles komplett verwendet.

Ihr braucht also:

500g Sahne

400g Milchmädchen

1 TL Vanillepaste

1 Packung Oreos

Eis

Die Oreos grob hacken – ich liebe diese Stückchen im Eis 🙂

Um sicherzustellen, dass Eure Sahne schön fest wird, sollten alle Zutaten richtig kalt sein. Inklusive Schlagbesen und Schüssel.

Die Sahne also steif schlagen, dann die Kondensmilch und die Vanillepaste dazu geben und vorsichtig unterrühren.

Dann die Oreos unterheben und einfrieren. Es muss nicht zwischendurch gerührt werden, das Eis wird durch das Milchmädchen auch so schön cremig und kristallisiert nicht.

Zum Anrichten habe ich ein paar frische Beeren dazugegeben. Et voilà 🙂

Carpaccio mit Rettich und Radieschen

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Es ist wieder soweit. Wie formulierte meine Freundin Alwy es letztens? Fröhliches Lästern mit Freunden des Unterschichtenfernsehens – aka Germany’s next Topmodel. Aber es ist und bleibt nun mal Tradition seit nunmehr 10 Jahren (puh), dass wir Mädels uns Donnerstags zum Kochen, Quatschen und Essen zu GNTM treffen. Und aus mir unerfindlichen Gründen ist es die einzige Zeit des Jahres, wo wir uns regelmäßig einmal die Woche treffen. Der Kreis erweitert sich manchmal, mal ist er wieder kleiner. Aber noch jedes Jahr kam und kommt er zustande.

Letzten Donnerstag war ich an der Reihe mit der Bewirtung – was bedeutet, dass ich schon Wochen vorher nach Rezepten Ausschau halte und Kochbücher wälze. Irgendwie war ich diesmal aber mit keinem Rezept so richtig glücklich und so entschied ich mich für eine Brotzeit – oder Brettljause, für alle unterhalb des Weißwurst-Äquators.

Meine Kollegin hat mir ein Jausenbrettl geliehen und ich habe mich auf hochwertige Produkte meiner Lieblingsbäckerei Herkules, der Bio-Metzgerei meines Vertrauens Gläser und Schicki-Micki-Bioladens TEMMA konzentriert.

Dips und Beilagen habe ich selbst gemacht, unter anderem dieses Rettich-Radieschen-Carpaccio.

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Ihr braucht:

Einen Rettich

Ein Bund Radieschen

Schnittlauch

Salz & Pfeffer

Olivenöl

einen hochwertigen weißen Balsamico

Den Rettich und die Radieschen hobeln und auf einem schönen Teller anrichten. Salzen, Pfeffern und kurz Wasser ziehen lassen. Mit Essig und Öl beträufeln und mit frisch geschnittenem Schnittlauch bestreuen.

Et voilà. So einfach wie hübsch ist dieses Gericht ein echter Hingucker auf jedem Brotzeit-Tisch.

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Kimchi

Fermentieren liegt im Trend, und das ist gut so. Wissenschaftler haben nämlich herausgefunden, dass unsere Nahrung arm an lebenswichtigen Mikroorganismen ist. Diese finden sich in eben den fermentierten Nahrungsmitteln (auch in Getränken wie Kombucha, Wein, Bier, Sekt u.v.a.mehr). Ich beschäftige mich nun schon seit einiger Zeit mit Mikroorganismen für die Gesundheit und probiere immer wieder eine andere Art zu fermentieren aus. Über hausgemachtes Sauerkraut und Kombucha  sowie eine Kombucha-Variante mit Waldmeister habe ich ja schon geschrieben. Diesmal wollte ich das vielgepriesene Kimchi, eine koreanische Spezialität, probieren. Kimchi gilt übrigens als eines der gesündesten Nahrungsmittel der Welt.

Interessant fand ich die Herstellung in kleineren Portionen, nämlich in Einmachgläsern. Das habe ich schon ausprobiert und es funktioniert, ist aber nicht ideal. Dann sah ich Gläser mit Fermentierröhrchen im Deckel. Die jedoch muss man sich selbst basteln. Das ist mir zu umständlich. Schließlich entdeckte ich die geniale Art zu fermentieren: Silikondeckel mit einer winzigen Öffnung, die lediglich die Gase heraus-, aber keinen Sauerstoff hineinlassen. Sauerkraut und Kimchi werden nämlich anaerob, d.h. ohne Sauerstoff, fermentiert. Die passende Ausrüstung musste erst angeschafft werden. Aber wozu hat man denn Geburtstag? Die Familie legte zusammen, und dann konnte ich loslegen.

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Meine Fermentierausstattung. Jedes Glas fasst etwa 0,75 l. Die Gläser gibt es in verschiedenen Größen.

Bei der Zubereitung habe ich mich größtenteils an das Rezept von Andrée Lee gehalten. Er stammt aus Korea und führt eine Kochschule in Kaiserslautern.

Die Zutaten:

1 Chinakohl

Der Chinakohl wird halbiert und über Nacht in einer Salzlake mit 15 % Salz (also 150 g Salz pro Liter Wasser) eingelegt.

Weiter brauchen wir:

1 Stück Rettich (etwa 10 cm)

3 Frühlingszwiebeln oder 1 kleine Stange Lauch

1 – 2 Möhren

1 Kohlrabi (optional)

1 – 2 Knoblauchzehen

1 Stück Ingwer (etwa 2 cm)

1/2 Birne

Chili nach Geschmack

100 ml Fischsoße

Salzwasser (4-5 EL Salz pro Liter Wasser)

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Der eingelegte Chinakohl wird gründlich gewaschen. (Es gibt eine Variante, bei dem die Füllung zwischen die Chinakohlblätter gestrichen wird. Ich habe den Chinakohl grob zerkleinert und mit der Füllung gemischt.)

Zubereitung der Füllung:

Rettich, Karotten, Frühlingszwiebeln in mit der Küchenmaschine zu feinen Streifen zerkleinern oder hobeln. In eine ausreichend große Schüssel geben.

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Den zerkleinerten Chinakohl dazugeben.

Knoblauch, Ingwer und Birne schälen. Das Kerngehäuse der Birne entfernen. Zusammen pürieren. Chili und Fischsoße hinzufügen und verrühren. Zum Gemüse geben und alles gründlich vermischen. Das geht am besten mit den Händen (Einmalhandschuhe!).

Das Gemüse in die Gläser füllen und gut festdrücken. Ich habe es mit Glasscheiben beschwert; das ist aber nicht unbedingt nötig. Salzwasser darübergießen, so dass die Füllung gut bedeckt ist. Deckel schließen.

Mindestens 2 Tage bei Zimmertemperatur dunkel stehenlassen. Sobald die erste, heftige Gärung abgeschlossen ist, an einen kühlen Ort stellen (z. B. in den Keller). Nach Anbruch im Kühlschrank aufbewahren.

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Kimchi kann pur als Beilage gegessen werden. Ich selbst mische ihn auch gerne unter einen frischen Salat. Dann braucht man entweder gar kein oder nur ein mildes Salatdressing.

Es gibt unzählige Kimchi-Varianten. Die eine oder andere werde ich sicher noch ausprobieren.

Der gute, alte Käsekuchen

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Es gibt Kuchen, die einfach jeder mag und die immer gegessen werden. Der klassische Käsekuchen gehört dazu. Unsere Familie vertraut schon immer dem gleichen alten Rezept. Warum experimentieren, wenn etwas bereits absolut perfekt ist?

Für meinen Geburtstag habe ich ihn gleich zwei Mal gebacken. Zum ersten für die Kollegen (wenn auch mit intensivem Raucharoma, weil scheinbar die Springform nicht vollständig geschlossen war und somit Butter auf den heißen Ofenboden getropft ist) und zum zweiten für meinen Geburstags-Kaffeeklatsch mit den Freunden.

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Ihr braucht:

Für den Mürbteig:

75g Butter

75g Zucker

200g Mehl

1 TL Backpulver

1 Ei

1 Prise Salz

Dann einfach alle Zutaten in eine Schüssel geben und zu einem glatten Mürbteig verrühren. Kurz kalt stellen. Dann den Ofen auf 180°C vorheizen und eine 26er Springform buttern.

Für die Füllung brauchen wir:

500g Quark

200g Zucker

1 Päckchen Vanillepudding-Pulver

Saft einer Zitrone

3 Eier

1 Tasse Sahne

1/2 l Milch

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und zu einer homogenen Flüssigkeit verrühren. Die Masse ist wirklich flüssig, aber keine Sorge, sie wird beim Backen fest.

Den Mürbteig zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie oder mit etwas Mehl ausrollen und in die Springform geben. Die Ränder hochdrücken, die Form wird ganz schön voll.

Die Quarkmasse darauf geben und backen. Unser Rezept schlägt 50 Minuten vor, ich hatte meinen Kuchen aber bestimmt 1 1/2 Stunden im Ofen. Dabeibleiben und immer mal wieder schauen. Wenn die Füllung kaum noch „wackelt“, wenn man vorsichtig an der Form rüttelt, ist er fertig.

Enjoy 🙂

Nachtrag von Mama: Den fertigen Kuchen noch 10 Minuten im ausgeschalteten Backofen stehenlassen 😉

Orangenbutter

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Ihr Lieben,

ich hatte Euch ja noch das Rezept für die Orangenbutter zu meinem Honigkuchen versprochen. Es ist ganz einfach, nur muss man ein wenig Zeit einkalkulieren.

Hier ist es nun:

Die Zutaten:

250 ml frisch gepressten Orangensaft

120 g Zucker

250 g Butter

2 – 3 Tropfen Orangenöl in Bio-Qualität (gibt es bei uns im Bio-Supermarkt in kleinen Röhrchen wie die Backaromen; evtl. in der Apotheke nachfragen!)

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Die Zubereitung:

Orangensaft durch einen Seiher geben und 200 ml abmessen. Zusammen mit dem Zucker bei mittlerer Hitze und unter häufigem Rühren zu einem dickflüssigen Sirup einkochen lassen. Auf Zimmertemperatur herunterkühlen lassen.

Die Butter aus dem Kühlschrank nehmen und ebenfalls Zimmertemperatur annehmen lassen. Mit einem Schneebesen oder dem Handrührgerät schaumig aufschlagen. Den abgekühlten Orangensirup sowie das Orangenöl dazugeben und gut mit der Butter vermischen.

Den Honigkuchen in Scheiben schneiden und mit der Orangenbutter bestreichen. Sie schmeckt auch sehr lecker auf leicht gesüßtem Hefebrot etc. Und ich werde heute Abend mit einem Stich Orangenbutter unseren Rotkohl aromatisieren!

Ein Spaziergang durch einen herbstlichen Wald – Quiche mit Maronen und Pfifferlingen

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Heute habe ich schon wieder ein Rezept aus dem Sonderheft „Die besten Rezepte Herbst und Winter“ der Zeitschrift „Mein schönes Land“.

Sobald ich das Rezept für diese Quiche gesehen habe, wusste ich, dass es nachgebacken werden wird. Und an einem freien Samstag war es dann soweit.

Diese Quiche dauert ein wenig, aber ist die Arbeit definitiv wert. Besonders mit hochwertigen Zutaten vom lokalen Wochenmarkt ist sie ein Genuss.

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Ihr braucht:

Für den Teig:

1/2 Würfel Hefe

180ml warmes Wasser

350g Mehl

100g gehackte Walnusskerne (optional)

Salz

2 EL Öl

für die Füllung: 

250g Pfifferlinge

250g Schalotten

250g vorgegarte Maronen

80g Bacon (in Scheiben)

Pfeffer

4 Eier

200g Sahne

250g milder Blauschimmelkäse

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Die Hefe im warmen Wasser auflösen, dann mit den restlichen Zutaten zu einem glatten Teig verkneten und warm stellen. Der Teig ist bereit zur Weiterverarbeitung, wenn er seine Größe ca. verdoppelt hat.

Für die Füllung die Pfifferlinge putzen. Die Schalotten schälen und achteln, die Maronen grob hacken. Den Speck grob zerrupfen, in etwas heißem Öl kurz anbraten. Herausnehmen und im übrig gebliebenen Fett die Pfifferlinge und die Pilze anbraten. In eine Schüssel umfüllen, die Maronen anbraten und zu der Schalotten-Pfifferling-Mischung geben.

Den gegangenen Teig einmal gründlich durchkneten, dass die Luft entweicht, ausrollen und eine gefettete Quiche-Form gleichmäßig auslegen.

Die Maronen-Pfifferling-Schalotten-Mischung gleichmäßig darauf verteilen, noch mal kurz gehen lassen.

In der Zwischenzeit die Sahne mit den Eiern verquirlen und den Käse zerbröckeln.

Die Quiche leicht salzen und ordentlich pfeffern (ich liebe Pfeffer :)) und die Sahne-Ei-Masse gleichmäßig darüber gießen.

Den Speck und den Käse dekorativ obenauf verteilen.

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Im vorgeheizten Backofen bei 180°C ca. 30-40 Minuten backen (je nach Dicke des Teigs und Größe der Quiche-Form dauert es evtl. länger, also immer wieder nachschauen).

Mit frisch gehackten Kräutern bestreuen und mit einem Glas Federweißer (oder Cidre, Riesling, etc.) genießen.

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Maronen-Mürbteig-Kränzchen

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Heute habe ich ein Rezept aus meiner diesjährigen Lieblings-Herbst-Zeitschrift für Euch. Aus dem Sonderheft „Die besten Rezepte“  der Zeitschrift „Mein schönes Land“ habe ich schon so einige Rezepte nachgekocht. Und alle waren vorzüglich.

Diese kleinen Maronen-Kränzchen machen sich perfekt auf einer Kaffeekränzchen-Tafel – oder natürlich auch auf dem weihnachtlichen Plätzchenteller. Zudem sind sie wirklich unglaublich lecker.

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Ihr braucht:

150g vorgegarte Maronen

80g braunen Zucker sowie weitere 20g zum Wenden der Kränzchen

1 TL Zimt

100g Mehl

100g Butter

1 Prise Salz

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Die Maronen mit einem (guten) Stabmixer zu Mehl zermahlen oder manuell fein zerstampfen.

Maronenmehl, Mehl, Butter, Zucker und Salz zu einem Mürbteig verkneten.

Am besten erst mal kühl stellen.

Dann in einem Suppenteller oder eine flache Schale den restlichen braunen Zucker und den Zimt vermischen.

Den Ofen auf 180°C vorheizen.

Aus dem gekühlten Mürbteig feine Stangen rollen und sie wie auf den Bildern zu Kränzchen formen.

Von beiden Seiten im braunen Zucker wenden und dann auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.

Ca. 20 Minuten backen.

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Et voilà. Die Maronen verleihen den Kränzchen ein herrlich nussiges Aroma, der karamellierte Zucker gibt den gewissen Crunch. Und ich finde, sie sehen auch sehr hübsch aus 🙂

Und die wunderschöne Platte? Hat Mama getöpfert.