Unterwasser-Plätzchen

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

dieses ungewöhnliche Rezept ist unser letztes Plätzchen-Rezept für dieses Jahr. Die Feiertage nahen, und es gibt wie jedes Jahr noch sooooo viel zu tun. Die Unterwasser-Plätzchen haben nicht nur einen ungewöhnlichen Namen, sie sind in jeder Hinsicht ungewöhnlich. Kennengelernt habe ich sie von Oma Berta, der Mutter meiner Arbeitskollegin, die aus dem Sudetenland stammte. Sie hat diese Plätzchen jedes Jahr zu Weihnachten gebacken, ebenso wie ihre Tochter und wie deren Tochter es auch heute noch macht. Es ist also ein richtiges Familienrezept, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Ich selbst wollte sie schon etliche Jahre backen, aber irgendwie klappte es nie. Heute habe ich mich endlich daran gewagt und es ausnahmsweise nur ein klein wenig verändert.

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Für etwa 70 Stück braucht Ihr nur diese Zutaten:

1 Päckchen frische Hefe

6 EL Milch

1 TL Vanillezucker

1 Prise Salz

300 g Mehl

250 g Kokosfett (Palmin)

Die Zubereitung:

Die Hefe mit Salz und Zucker verrühren, bis sie flüssig ist.

Die Milch darunterrühren.

Das Mehl auf ein Backbrett sieben, Kokosfett darüberraspeln.

In das Mehl eine Kuhle drücken. Das Hefe-Milch-Gemisch vorsichtig hineingießen.

Mit den Händen alles schnell zu einem glatten Teig verkneten. (Das Kokosfett schmilzt durch die Handwärme.)

Kaltes Wasser in eine Schüssel füllen. Den Teigklumpen hineingeben. Kühl, aber nicht zu kalt stellen.

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Teig nach 1 1/2 Stunden aus dem Wasser nehmen. Portionsweise auf dem gut bemehlten Backbrett etwa 1/2 cm dick ausrollen und zu beliebigen Formen ausstechen. Auf ein Backblech legen. Das Backblech vorher mit Backpapier belegen.

Im vorgeheizten Backofen bei 175 °C 10 bis 12 Min. backen, das Backblech herausnehmen und die Plätzchen noch etwa 5 Minuten auf dem Backblech liegen lassen. Dann vorsichtig auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Nun werden die Plätzchen zum Beispiel mit Puderzucker bestreut oder darin gewälzt. Weil sie fast neutral schmecken, könnt Ihr Eurer Phantasie bei der Verzierung  freien Lauf lassen und so den Geschmack des Gebäcks selbst bestimmen, z. B. mit Vanille oder Schokolade. Ich hatte noch Erdbeerzucker, den ich darübergesiebt habe. So haben die Plätzchen eine leichte Erdbeernote bekommen.

Die Plätzchen sind ganz zart: sie zergehen förmlich auf der Zunge. Ihre Konsistenz erinnert ein wenig an Blätterteig. Weil die Verarbeitung des Teiges so einfach ist, solltet Ihr sie wirklich einmal probieren. Noch ist ja Zeit bis zum Fest. Also: traut Euch ruhig.

 

Honigkuchen mit Roggenmehl und Gewürzen

Ihr Lieben,

der Advent naht mit großen Schritten. Und scheinbar gefallen Euch unsere Plätzchen-Rezepte, sie werden nämlich zur Zeit wieder fleißig gelesen 🙂 Danke dafür.

Um Euch die Suche zu erleichtern, haben wir all unsere Weihnachts-Rezepte auf einer Extra-Seite zusammengefasst – schaut mal hier.

Und damit wir Euch vor Weihnachten noch mit vielen neuen Rezepten versorgen können, haben wir dieses Jahr den Start unserer Weihnachtsbäckerei nach vorne verlegt.

Wir starten traditionell mit Printen- und Lebkuchenrezepten, weil diese besser schmecken, je länger sie liegen – und damit man sich nicht an brettharten Keksen die Zähne ausbeißt.

Mein absolutes Lieblingsbuch zu Weihnachten ist die Weihnachtsbäckerei von Rosenmehl. Alte Rezepte, eingereicht von mit Rosenmehl backenden Hausfrauen, über Jahrzehnte überliefert, nachgebacken und verfeinert. Oft werden die Rezepte begleitet von einer Anekdote oder Geschichte dazu. Ein Buch zum Schwelgen und sich in Weihnachtsstimmung versetzen zu lassen 🙂 Hier handelt es sich übrigens nicht um Werbung oder eine Kooperation, sondern um meine ganz private und unbeeinflusste Meinung. 🙂

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Aber es liegt natürlich nahe, dass auch das erste Rezept unserer diesjährigen Weihnachtsbäckerei aus diesem Buch stammt – und wie immer haben wir das Rezept ein bisschen abgewandelt.

Ihr braucht:

250g Roggenmehl (Type 1150)

250g Weizenmehl (Type 550 oder 405)

1/2 Päckchen Weinstein-Backpulver

125g Butter

250g Zucker

1/2 TL Salz

250g Honig (ich hatte eine 1:1 Mischung aus Tannenhonig und Blütenhonig)

2 Eier

100g Zitronat

200g Orangeat

65g gehackte Mandeln

65g gemahlene Mandeln

1 TL Zimt

1 TL gemahlene Nelken

1 TL gemahlenen Kardamom

ganze, abgezogene Mandeln nach Belieben

Zunächst ein Tipp: Orangeat und Zitronat sind eine klebrige Angelegenheit. Sie lassen sich besser verarbeiten, wenn sie gefroren sind. Für dieses Rezept brauchen wir möglichst fein gehacktes Zitronat und Orangeat, deswegen flog es bei uns im gefrorenen Zustand auf das laufende Messer des Thermomix. Ein guter Küchenmixer sollte das aber auch schaffen 🙂

Zunächst die Butter, den Zucker und den Honig in einem Topf vorsichtig auf dem Herd erhitzen, bis sich der Zucker gelöst hat, das gemahlene Zitronat und Oreangeat dazugeben, unterrühen und dann alles abkühlen lassen.

Das Mehl mit dem Backpulver in eine große Schüssel sieben, alle trockenen Zutaten (bis auf die gehackten und ganzen Mandeln) dazu geben und unterrühren.

Mit den Knethaken des Handrührers die Butter-Honig-Mischung unterkneten, die Eier dazu geben und zum Schluss die gehackten Mandeln unterrühren.

Laut Originalrezept soll der fertige Teig zunächst eine Stunde kalt gestellt, dann ausgerollt und auf ein Backblech gelegt werden. Ich konnte mir allerdings nicht vorstellen, dass sich diese zähe, klebrige Masse – egal bei welcher Temperatur – ausrollen lässt, also habe ich sie direkt auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gestrichen. Wenn man die Palette oder den Teigschaber (der bei uns seit jeher Schleck-Schleck heißt) immer wieder in Wasser tunkt, geht das sehr gut.

Dann habe ich mit einem Messer den Teig in ca 4x4cm große Würfel aufgeteilt (aber nur einritzen, nicht durchtrennen) und die einzelnen Stücke mit den abgezogenen Mandeln verziert.

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Dann das Blech ca. 1 Stunde lang kalt stellen und dann im auf 200°C vorgeheizten Backofen ca. 20 Minuten backen.

Wenn der Kuchen im Ofen ist, die Glasur vorbereiten: Dafür benötigt ihr:

3 EL Puderzucker

2 EL Zitronensaft

1 EL Rum

Daraus eine Glasur anrühren. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und noch heiß bestreichen.

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Abkühlen lassen, in Stücke schneiden und in Keksdosen lagern. Es lohnt sich, diese Plätzchen eine Weile durchziehen zu lassen, damit die Gewürze Zeit haben, sich zu entfalten.

 

 

 

 

Kokos-Schoko-Wirbel nach Dr. Oetker

Medaillon Mama

Tatjana hat zwar angekündigt, dass wir aus Zeitmangel wohl keine weiteren Plätzchen mehr backen werden, aber ich habe es doch noch geschafft. Mein Schatz ließ vor einigen Tagen ganz nebenbei durchblicken, dass er auch Kokosplätzchen sehr gerne mag, und ich habe den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden. Die Kokos-Schoko-Wirbel von Dr. Oetker gefielen mir sofort – auch weil das Rezept so gut durchdacht ist. Es werden z.B. 200 g Kokosflocken verwendet, die genau in einer Packung enthalten sind. Für den Mürbeteig benötigt man 3 Eigelb, die 3 Eiweiß dann für die Kokosfüllung. Auf diese Weise bleibt nichts übrig und man muss sich nicht überlegen, wie man die Reste verwertet. Auch aus diesem Grund habe ich mich diesmal genau an das Rezept gehalten.

Die Zutaten

für den Knetteig:

350 g Weizenmehl

2 Päckchen Schokopudding, feinherb

150 g Puderzucker

1 Päckchen Vanillezucker

1 Prise Salz

250 g Butter

3 Eigelb

für die Kokosfüllung:

200 g Kokosraspel

100 g Puderzucker

1 Prise Salz

1 TL Rum oder einige Tropfen Rumaroma

3 Eiweiß

60 g Crème double

zum Verzieren:

150 g Schokoladenkuvertüre (Vollmilch oder Zartbitter)

 Die Zubereitung ist ganz einfach:

Mürbeteig:

Alle Zutaten dafür in eine Schüssel geben und mit den Knethaken von der Mitte aus zunächst auf der niedrigsten, dann auf der höchsten zu einem glatten Teig verarbeiten. Den Teig in den Kühlschrank stellen.

Kokosfüllung:

Die Kokosflocken mit allen anderen Zutaten in einer Schüssel vermischen.

Ein oder mehrere Backbleche mit Backpapier belegen.

Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze oder 180 °C Heißluft vorheizen.

Den Teig auf bemehlter Arbeitsfläche zu einem etwa 40 x 40 cm großen Quadrat ausrollen. (Ich habe Backpapier unter den Teig gelegt, damit lassen sich die Streifen später besser aufrollen.)

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Das Quadrat mit der Kokosmasse bestreichen und dann in 4 etwa 10 cm breite Streifen schneiden. Die Streifen von der langen Seite her locker aufrollen (der Teig bricht dabei). Dann jede Rolle in etwa 1 cm breite Scheiben schneiden. Die Scheiben etwas zurechtdrücken, mit der Schnittfläche nach oben auf das Blech legen und etwa 12 Minuten backen. Auf dem Backpapier kurz abkühlen lassen, dann auf einem Gitterrost vollständig erkalten lassen.

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Die Kuvertüre in Stücke hacken und im warmem Wasserbad bei schwacher Hitze schmelzen. Die flüssige Kuvertüre einem Löffel oder einer Gabel über die Plätzchen sprenkeln und fest werden lassen.

Es sind übrigens mehr als 100 dieser überaus delikaten Plätzchen geworden. Ihr könnt sie auch jetzt, so kurz vor den Feiertagen noch backen, denn sie brauchen nicht durchzuziehen, sondern schmecken sofort, quasi noch ofenwarm. Mein Schatz kann es bestätigen 🙂

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Vanillekipferl nach Johann Lafer

Ihr Lieben, Weihnachten rückt beharrlich näher und somit bleibt (zumindest bei uns gerade) immer weniger Zeit zum Backen. Wie gut, wenn man eine beste Freundin hat, die nach unserem Rezept für Vanillekipferl gefragt hat. Sie wurde dann natürlich sofort zum Fotografieren verdonnert, sodass wir dank ihr das Rezept nun auch noch bloggen können.

Danke noch mal, Alwy 🙂

Die Zutaten

für den Teig (ergibt etwa 60 – 65 Stück):

50 g fein gemahlene Mandeln

190 g Butter

75 g Puderzucker

eine Prise Salz

2 Eigelb

Mark einer Vanillestange

abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone

60 g fein gemahlene Haselnüsse

270 g Mehl

zum Wälzen:

150 g Puderzucker

3 Päckchen Vanillezucker

Mark einer Vanillestange

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Die Mandeln in einer heißen Pfanne bräunen, beiseite stellen und abkühlen lassen.

Die Butter in kleine Stücke schneiden.

Alle Zutaten für den Teig in eine Schüssel geben und mit den Knethaken des Handrührgerätes zügig zu einem glatten Teig verkneten.

Den Teig in Klarsichtfolie für 2 Stunden kühl stellen.

Backofen auf 190 °C vorheizen.

Zwei Bleche mit Backpapier belegen.

Aus dem Teig kleine Stränge formen und zu Kipferln zurechtbiegen.

Auf ein Blech setzen und auf der zweiten Schiene ca. 12 – 15 Minuten backen.

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Den Puderzucker zum Wälzen in einen Teller sieben, mit Vanillezucker und -mark vermengen.

Die gebackenen Kipferln kurz abkühlen lassen, aber noch leicht warm vorsichtig in dem Puderzuckergemisch wälzen.

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In einer Gebäckdose aufbewahren. Sie schmecken nach einer Woche am besten.

Jetzt ist also die perfekte Zeit, um sie für den Weihnachtsteller zu backen.

photo_2016-12-18_19-04-12Auch wir haben am vergangenen Wochenende noch einmal fleißig gebacken, auch unsere geliebten Vanillekipferln. Sie sind wie immer zart und mürbe, sprich einfach köstlich geworden.Vanillek.

Weihnachten wird grün – Matcha Kipferl

Medaillon Mama
Wie Tatjana ist es uns wohl allen schon einmal ergangen: es wird irgendetwas beworben, das besonders lecker oder gesund sein soll, und wir möchten das dann unbedingt ausprobieren. In Tatjanas Fall war es Matchatee, also ein zu Pulver zermahlener Grüntee. Eine wohltuende Wirkung auf Körper, Geist und Seele wird ihm nachgesagt. Die Haut soll er verbessern und beim Abnehmen helfen, indem er den Stoffwechsel anregt. Darüber hinaus soll er Diabetes vorbeugen und die Konzentration fördern. Bei so vielen Vorzügen musste sie das grüne Pulver einfach ausprobieren! Mit 80 °C heißem Wasser aufgegossen und schaumig gerührt, kostete sie das Gebräu dann voller Erwartung – und schüttelte sich. Nein, das war nun wirklich nicht ihr Ding! Von da an blieb die 30-Gramm-Dose Bio-Matcha, die ein kleines Vermögen gekostet hatte, unbeachtet im Vorratsschrank stehen.
Kipferl
Bis, ja bis Tatjanas Mama einen Artikel über die vielen anderen Einsatzmöglichkeiten für Matcha in der Küche las und beinahe zeitgleich bei „essen&trinken“ ein Rezept fand, das mich neugierig machte. Matcha-Kipferl als Alternative zu den traditionellen Vanillekipferln, das reizte mich. Die Matcha-Dose fand dann auch ihren Weg aus Tatjanas in meine Küche und schließlich fehlte mir nur noch eine Zutat, die ganz und gar nicht zu meinen normalen Vorräten gehört: eine Tonkabohne. Auf dem Weihnachtsmarkt in Aachen hatte ich Glück: der Gewürzstand führte auch Tonkabohnen. Nun konnte ich ans Werk gehen.
Für etwa 50 Matcha-Kipferl benötigt man diese Zutaten:
150 g Butter
1/2 Tonkabohne
3 gestrichene EL Matcha-Teepulver
1 Eigelb (im Originalrezept nicht angegeben)
50 g Puderzucker
1 Prise Salz
150 g Mehl
30 g Speisestärke
150 g geschälte, fein gemahlene Mandeln
150 g feinster Zucker
Die Butter 30 Minuten vor dem Verarbeiten aus dem Kühlschrank nehmen.
Die Tonkabohne auf der Muskatreibe fein reiben. 1/4 TL davon beiseite legen.
Butter in Würfel schneiden, mit der restlichen Tonkabohne, dem Eigelb, dem Matcha-Pulver, Puderzucker und Salz mit dem Handrührgerät kurz vermengen.
Mehl, Stärke und Mandeln zugeben und kurz unterkneten, mit den Händen schnell zusammenkneten. Teig zu 2 Rollen formen und in Klarsichtfolie gewickelt mindestens 1 Stunde kalt stellen.
Die Rollen nacheinander aus dem Kühlschrank nehmen und in je 25 Scheiben schneiden. Mit leicht bemehlten Händen zügig zu Kipferln formen, mit Abstand auf 2 mit Backpapier belegte Backbleche setzen. Wenn möglich noch einmal 10 Minuten kühl stellen (ich mache das immer auf der Terrasse).
Nacheinander im vorgeheizten Backofen bei 190 °C auf der zweiten Schiene von unten je 12-13 Minuten backen.
Nach dem Herausnehmen noch 1 Minute auf dem Backblech liegen lassen.
Zucker und beiseite gelegte gemahlene Tonkabohne in einer flachen Schale mischen. Die Kipferl noch warm im Zucker wenden (Vorsicht: sie sind sehr zerbrechlich!). Auf einem Gitter abkühlen lassen.
In einer festschließenden Dose zwischen Pergamentpapier halten sie sich mindestens 2 Wochen.
Matcha
Die Kipferl schmecken leicht herb und nicht allzu süß. Wer es gerne süß mag, sollte mehr Puderzucker nehmen. Die Tonkabohne verleiht ihnen einen Hauch Bittermandel-Marzipan-Aroma. Alles in allem ein sowohl farblich wie auch geschmacklich außergewöhnliches Weihnachtsgebäck.
In dem Zeitungsartikel standen etliche Vorschläge, wie man Speisen mit dem grünen Pulver „aufpeppen“ kann, und da noch eine halbe Dose Matcha-Tee übrig ist, werde ich wohl die eine oder andere Anregung aufgreifen. Die kommenden Feiertage bieten ausreichend Gelegenheit dazu.