Steckrüben-Eintopf

Ihr Lieben,

sind Euch auf dem Markt schon einmal diese Rüben aufgefallen, die entfernt an Futterrüben erinnern, aber nicht länglich, sondern rund sind? Viele, die den Krieg noch erlebt haben, schütteln sich bei dem Anblick. Waren Steckrüben damals doch oft das einzige Nahrungsmittel, das zur Verfügung stand und ihren Hunger stillen musste. Die junge Generation kennt dieses Gemüse deshalb in den meisten Fällen nicht, hat deswegen auch keine Abneigung dagegen. Nun ist Gemüse im Zuge der Gesundheitswelle ja sowieso „in“. Die alten, traditionellen Rezepte sind es ebenfalls. Und damit ist auch die Steckrübe richtig „im Kommen“, sogar in der gehobenen Gastronomie.

Als ich kürzlich auf dem Blog „herzelieb“ ein Bild von Rübenmus nach Omas Rezept sah, bekam ich richtig Appetit darauf. Nun hat mein Schatz seit seiner Kindheit eine Abneigung gegen „zermustes“ Gemüse: das Rübenmus kam also nicht in Frage. Gegen einen stückigen Eintopf aber sprach nichts. Und wirklich: Mit seiner geliebten rheinischen Mettwurst war er ein voller Erfolg.

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Außerdem verwendete ich folgende Zutaten:

1 Zwiebel

1 Stück durchwachsenen Speck

1 Steckrübe

4 Möhren

Bio-Instant-Brühe

Salz

Pfeffer

4 Mettwürste

 

Die Zubereitung:

Speck würfeln oder in Streifen schneiden, in einem großen Topf bei Mittelhitze auslassen.

Zwiebel schälen, würfeln und zum Speck geben. Bei kleiner Hitze glasig dünsten.

In der Zwischenzeit die Steckrübe schälen und in beliebig große Würfel schneiden; zu der Speck-Zwiebel-Mischung geben.

Möhren ebenfalls schälen und würfeln. Zu den Rüben geben. Unter Rühren leicht anrösten.

Im Wasserkocher 1 Liter Wasser erhitzen. Das Gemüse damit ablöschen, so dass es eben bedeckt ist. Mit 1 EL Brühe und Salz würzen.

Alles aufkochen lassen, dann die Hitze herunterschalten und leicht köcheln lassen, bis das Gemüse so weich ist, wie man es haben möchte. Nach etwa 25 Minuten die Mettwürste anstechen und dazugeben. Vor dem Servien mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Dazu gab es bei uns Salzkartoffeln. Wenn Ihr mögt, könnt Ihr Kartoffelwürfel auch sofort im Eintopf mitkochen. Statt der Mettwürste bzw. Kochwürste könnt Ihr natürlich auch Kassler nehmen. Wir haben zweimal davon gegessen und die restliche Portion Eintopf eingefroren.

 

 

 

 

 

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Grüne Bohnen, fermentiert

Ihr Lieben,

letzte Woche habe ich Euch ja berichtet, wie ich vor unserem Urlaub grüne Tomaten milchsauer eingelegt – sprich: fermentiert – habe. Allerdings bin ich, seit wir aus dem Urlaub zurück sind, immer noch nicht dazu gekommen, sie zu probieren.

Da es mittlerweile Oktober ist, wollte ich auch noch grüne Bohnen einlegen, bevor die Saison zu Ende ist. Auch dieses Rezept stammt von André Lee, einem Meister der Fermentation. Ich war mir nicht sicher, ob unser Biobauer noch grüne Bohnen anbietet, hatte aber Glück. Mein Schatz besorgte mir 1 kg und ich ging gleich ans Werk:

Zunächst kochte ich 1 Liter Wasser auf und ließ es erkalten.

In der Zwischenzeit wurden die Bohnen  gut gewaschen und ihre beiden Enden abgeschnitten. Entfädeln musste ich sie nicht, denn sie hatten keine Fäden. Dann wurden sie in reichlich Wasser bissfest gekocht und abgegossen. (Achtung: Sie garen beim Abkühlen noch etwas nach. )

Die weiteren Zutaten waren die gleichen wie bei den grünen Tomaten:

1 Zwiebel, geschält und geviertelt

2 Scheiben frischer Ingwer

5 Knoblauchzehen

1 Chilischote (wir haben eine Mini-Chili-Pflanze; davon nahm ich 4 Schoten)

1 EL Senfkörner

1 Stange Zitronengras

1 EL schwarze Pfefferkörner

2 EL Salz

Nachdem ich das Fermentationsglas mit kochendem Wasser ausgespült hatte (Absolute Sauberkeit ist oberstes Gebot!), füllte ich alle Zutaten bis auf das Salz in das Glas. (Die Bohnen, die nicht in das Glas passten, gab es gleich zum Abendessen.) Das Salz löste ich im abgekühlten Wasser auf und goss es über die Bohnen. Schließlich verschloss ich das Glas mit dem Spezialdeckel und stellte es an einen warmen Ort: eine Ecke in unserem Wohnzimmer eignet sich sehr gut dafür. Nach gut einer Woche wird es in den kühlen Keller gebracht und darf dort noch mindestens zwei weitere Wochen „reifen“.

Mit dem Öffnen der grünen Tomaten warte ich noch, bis auch die Bohnen soweit sind, denn ich möchte gerne ein Gericht ausprobieren, das ebenfalls von André Lee stammt und bei dem beide Zutaten gebraucht werden. Das werde ich Euch natürlich ebenfalls nicht vorenthalten. Ich bin selbst schon ganz gespannt.

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Auf dem Bild hat die Fermentation bereits eingesetzt; deshalb ist die Lake etwas trüb.

 

 

 

 

Grüne Tomaten, fermentiert

Wisst Ihr, was ein Mastjahr ist? So nennt man ein Jahr, in dem es besonders viele Eicheln, Nüsse, Bucheckern usw. gibt. Ich glaube, 2017 ist ein Tomaten-Mastjahr. Das Wort ist natürlich eine Erfindung von mir. Doch im nun leider zu Ende gangenen Sommer scheinen die Bedingungen für ein gutes Tomatenwachstum und damit eine reiche Tomatenernte perfekt gewesen zu sein – und das nicht nur bei uns im Westen, sondern auch im Süden Deutschlands, so hat man es mir bestätigt. In unserem Garten jedenfalls haben die Tomatenpflanzen Unmengen an Früchten getragen. Und das, obwohl wir das erste Mal überhaupt Tomaten angebaut haben. Wir haben sie frisch gegessen, ich habe Sugo gekocht und auch viele Tomaten im Ganzen eingefroren, die ich später zum Kochen verwenden werde. Dann nahte der Urlaub und die Pflanzen hingen immer noch voll grüner Tomaten. Vor einiger Zeit habe ich gelesen, dass man grüne Tomaten fermentieren kann, und jetzt war die Gelegenheit, es auszuprobieren. Dazu bestellte ich mir im Internet passende Fermentiergläser, suchte die Beschreibung heraus, besorgte mir alle Zutaten – und los ging es.

Das Rezept stammt von Andrée Lee, der in Korea und Japan aufgewachsen ist, in Heidelberg Chemie studiert, ein Weinstudium absolviert und einige japanische Restaurants geleitet hat. Heute führt er eine asiatische Kochschule in Kaiserslautern. Er ist ein echter Meister im Fermentieren von Obst und Gemüse. Ein besseres Kimchi wie das nach seiner Art hergestellte z.B. habe ich noch nicht gegessen! Er benutzt als Starter für die Fermentation Mikroorganismen, es geht aber auch ohne. Es dauert vielleicht nur ein wenig länger, bis das „Blubbern“ einsetzt.

Doch nun zu den grünen Tomaten. Ihr braucht zunächst ein kleines Sauerkrautfässchen oder ein entsprechendes Fermentiergefäß (gibts im Internet).

Weitere Zutaten:

± 10 grüne Tomaten

2 Zwiebeln, geschält und geviertelt

4 Scheiben frischen Ingwer

5 – 10 Knoblauchzehen

1 – 2 Chilischoten

1 EL Senfkörner

1 Stange Zitronengras

1 EL schwarze Pfefferkörner

2 EL Salz auf 1 Liter abgekochtes und wieder abgekühltes Wasser. (Die Wassermenge hängt von der Größe des Fermentiergefäßes ab; das Wasser-/Salzverhältnis muss jedoch stimmen.)

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Und so geht es:

Gut gesäubertes Fermentiergefäß mit kochendem Wasser ausspülen.

Tomaten gut waschen und abtrocknen, mit einem Spieß mehrmals einstechen.

Alle festen Zutaten in das Fermentiergefäß füllen.

Salz im abgekochten Wasser auflösen und über die Zutaten gießen.

Gärgefäß verschließen. (Die Tomaten im Sauerkrauttopf müssen beschwert werden, damit sie nicht an der Oberfläche schwimmen. Rinne um den Deckel nach dem Verschließen mit Wasser füllen.)

Gefäß eine Woche warm und nicht zu hell stellen. Danach kühl und dunkel lagern.

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Dann sind wir in Urlaub gefahren, d. h. das Ergebnis konnte ich noch nicht testen. Das aber demnächst nachgeholt. Ich bin schon sehr gespannt und ich werde Euch umgehend berichten! Dass es jedoch wieder absolut köstlich sein wird, daran habe ich überhaupt keinen Zweifel.

Nun heißt es ja immer wieder, dass grüne Tomaten giftig seien. Ich habe lange im Internet recherchiert und schließlich folgenden interessanten Eintrag gefunden: https://landidylle.com/2016/09/07/gruene-tomaten-und-die-frage-nach-der-verwertung/

Für den Koch und Chemiker Andrée Lee jedenfalls scheint das überhaupt kein Thema zu sein. Außerdem ist er nicht der Erste und Einzige, der grüne Tomaten eingelegt hat.

 

Vietnamesische Pho im Slowcooker

medaillon tatjana

Ihr Lieben, ich bin bereits seit geraumer Zeit Eigentümer eines, nein zweier Slowcooker. Ein Slowcooker oder auch „Crockpot“ (wobei das eine Marke ist) ist eine Art elektrisch betriebener Kochtopf mit einem Innentopf aus Keramik, ursprünglich bereits vor Jahrzehnten in den USA als Bohnenkocher entwickelt. Sein Vorteil: langes, langsames Kochen bei niedrigen Temperaturen.

 Durch die Dicke der Keramik und da er wesentlich weniger Strom verbraucht als ein Herd oder Backofen, lassen sich in ihm Gerichte unbeaufsichtigt über Stunden sanft schmoren. Fleisch wird darin herrlich zart, während Gemüse auch nach stundenlangem Garen noch knackig ist.

In Amerika besitzt ihn quasi jeder Haushalt, weil er, zumindest nach amerikanischer Kochweise, viel Arbeit erspart.

In Deutschland fristet er, meiner Meinung nach völlig unberechtigt, noch ein Nischendasein. Es gibt ihn in Größen von 1,5 bis 8 Liter Fassungsvermögen, und er ist sehr günstig in der Anschaffung.

Der „Ami“ (Entschuldigung, das ist vielleicht zu pauschalisierend, dient hier aber der vereinfachten Darstellung) tendiert dazu, einfach alle Zutaten – einschließlich vieler Fertigprodukte – morgens in den Topf zu werfen, um abends ohne weitere Arbeit ein fertiges Essen auf dem Tisch zu haben. Klingt erst einmal wenig verlockend, ich gebe es zu.

Passt man aber klassische europäische Gerichte an den „Slowi“, „Crocky“ oder auch liebevoll „Lahmarsch“ genannt, an, stellt er definitiv eine Bereicherung in der Küche dar; eben weil man den Sonntagsbraten in Ruhe schmurgeln lassen kann, während man selbst einen Ausflug macht. Oder weil die Bolognese, die immer besser wird, je länger sie kocht, dies tun kann, während man selbst im Büro sitzt. Und weil Schmorgerichte wie Rouladen oder Gulasch einfach unschlagbar zart werden (und Saucen herrlich aromatisch), auch wenn man selbst kein Genie in der Küche ist.

Solltet ihr euch nach dieser Lobeshymne dazu entschließen, euch so ein Gerät zuzulegen, ist jetzt, vor Beginn der Suppen- und Eintopfsaison, der richtige Zeitpunkt.

Und um euch die Entscheidung noch etwas leichter zu machen, habe ich direkt ein Rezept für euch dabei.

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Für die Pho, eine vietnamesische Rinderbrühe mit Gewürzen und viel frischem Gemüse, braucht ihr:

1 Rinderbeinscheibe und/oder

1 Stück Ochsenschwanz

2 Stück Markknochen

1 Zwiebel

1 Paket Suppengemüse (meines enthielt Möhren, Stauden – und Knollensellerie, ein Stück Blumenkohl und Petersilie)

1 TL Fenchelsamen

1 TL Korianderkörner

3 Nelken

1 Sternanis

1/2 Stange Zimt

3 Kardamom Kapseln

Wasser, Salz, Pfeffer

Sojasauce

Fischsauce

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Das Gemüse und die Zwiebel in kleine Würfel schneiden. In einer großen Pfanne ohne Öl zunächst die Gewürze anrösten, bis sie duften. Abkühlen lassen und in einen Teefilter umfüllen.

Das Fleisch kräftig salzen und in einer heißen Pfanne scharf anbraten: wir wollen Röststoffe, also hier richtig Gas geben.

Dann das Fleisch in den Slowcooker geben. Im ausgetretenen Fleischsaft und -fett das Gemüse ebenso scharf anbraten und danach auch in den Slowcooker geben. Die Gewürze dazu tun. Mit etwas Wasser die Bratreste aus der Pfanne kratzen und auch umfüllen. Je 1 EL Soja- und Fischsauce dazu geben.

Dann mit Wasser aufgießen, so dass der Slowcooker bis ca. 1 cm unter dem Rand voll ist.

Deckel drauf, auf „High“ stellen und mindestens 6 Stunden schmurgeln lassen. Ich habe nach ca. 4 Stunden auf „Low“ zurück gestellt.

Für das Topping in der Zwischenzeit Gemüse wie Möhren, Staudensellerie, Zuckerschoten und Paprika fein aufschneiden. Mungobohnen- (oder andere) Sprossen, Thai-Basilikum, frischer Koriander, Chilischoten und Reis-Nudeln eignen sich ebenfalls als Suppeneinlage.

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Nach der Kochzeit die Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken und dann abseihen. Das Gemüse hat seinen Dienst getan und kann in den Müll (oder in die Komposttonne), das Fleisch lässt sich aber gut abklauben und als Suppeneinlage verwenden.

Das Gemüse und die gekochten Reisnudeln in die Suppe geben und servieren.

 

Und übrigens: Ihr könnt die Pho natürlich auch ganz normal im Kochtopf zubereiten, wenn ihr keinen Slowcooker habt 🙂 Dazu einfach das angebratene Fleisch und Gemüse in den Kochtopf geben, mit Wasser auffüllen und bei geschlossenem Deckel langsam simmern lassen.

 

Ein guter alter Kirsch-Streusel-Kuchen

medaillon tatjana

Ihr Lieben,

für meine beste Freundin habe ich zur Hochzeit einen Sweet Table gebacken. Es mussten Rezepte sein, die vorbereitet und eingefroren werden konnten, sonst hätte ich es zeitlich neben der Arbeit und meiner Rolle als Trauzeugin nicht geschafft.

Unter anderem gab es diese kleinen Kirsch-Kuchen, ganz traditionell mit Rührteig und Streuseln.

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Gebacken habe ich sie in kleinen Obstkuchen-Formen aus Silikon, aber eine 26er Springform geht natürlich auch.

Für den Rührteig benötigt ihr:

125g Butter

125g Zucker

2-3 Eier

eine Prise Salz

200g Mehl

2TL Backpulver

ggf. einen Schuss Milch

Die Butter, den Zucker und das Salz mit dem Handrührer schaumig schlagen, dann die Eier dazu geben und unterrühren.

Das Mehl mit dem Backpulver vermischen und ebenfalls einrühren. Der Teig sollte zähflüssig sein, ggf. noch etwas Milch einrühren, wenn er zu fest sein sollte.

Dieser Rührteig ist ein Basis-Rezept. Ihr könnt ihn aber z.B. mit Zitronenabrieb, Gewürzen oder Rum noch nach Euren Wünschen aromatisieren.

Ich habe den Mürbteig dann in die gefetteten Mini-Formen gegeben und mit (im Schweiße meines Angesichts eigenhändig entsteinten) frischen Kirschen belegt (ca. 1kg). Wenn Ihr Euch die Halloween-Szenerie einer über und über mit roten Sprenkeln überzogenen Küche sparen möchtet, könnt ihr auch Kirschen aus dem Glas nehmen – vorher aber gut abtropfen lassen.

Für die Streusel benötigt ihr:

300g Mehl

150g Zucker

1 Päckchen Vanillezucker

150g Butter

Alle trockenen Zutaten in eine Schüssel geben, die Butter in Flöckchen dazu schneiden und mit einer Gabel oder den Händen zu Streuseln verarbeiten.

Die Streusel auf die Kirsch-Kuchen verteilen und im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad ca. 20-30 Minuten backen. Achtung!, die Backzeit verlängert sich natürlich, wenn ihr den Kuchen in einer Springform backt.

Ich habe die fertigen Küchlein eingefroren und am Tag der Hochzeit entsprechend wieder aufgetaut, das tat dem Geschmack keinerlei Abbruch 🙂

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Das waren die Köstlichkeiten auf dem Sweet Table. Eine Hochzeitstorte gab es natürlich auch.

Aromatische Mirabellenkonfitüre

Medaillon Mama

Auf unseren sonntäglichen Fahrradtouren entdecken wir immer wieder Neues. Manchmal sind es schöne Ecken, die wir noch nicht kannten, manchmal auch etwas Essbares, das am Wegrand wächst. So geschehen vor einem Jahr: Wir waren auf dem Weg in unseren historischen Stadtteil Linn mit seiner malerischen Ritterburg. An einer Stelle unseres Wegs in einem städtischen Grünstreifen lagen Unmengen reifer Mirabellen. Leider hatten wir nichts dabei, worin wir sie hätten transportieren können. Und leider schafften wir es auch in den nächsten Wochen nicht, noch einmal dort vorbeizufahren. Das tat uns leid, weil offensichtlich niemand die Mirabellen pflückte. (Bei einem Kilo-Preis von 6,50 € auf dem Wochenmarkt eigentlich nicht zu verstehen.) Aber wir merkten uns die Stelle.

Am letzten Sonntag schwangen wir uns dann, mit einem Teleskop-Pflücker „bewaffnet“ und zwei Plastikdosen in der Fahrradtasche, auf unsere Drahtesel (genauer gesagt sind es E-Bikes). Wieder lagen viele Mirabellen auf dem Boden, aber noch mehr hingen auf dem Baum, allerdings wirklich nur mit unserem Pflücker erreichbar. Es dauerte nicht lange und unsere beiden Plastikdosen waren voll mit kirschgroßen, reifen Mirabellen.

Mein Schatz hatte den Wunsch nach Mirabellen-Marmelade geäußert. Marmelade, nein, Konfitüre sollte es also sein. Nun habe ich in diesem Jahr schon so viel Marmelade/Konfitüre gekocht wie wohl noch nie zuvor. Die Fächer, in denen die leeren Marmeladengläser standen, sind voll mit gefüllten. Leere Gläser hatte ich auch keine mehr, so dass ich noch welche dazukaufen musste. Die Mirabellenmarmelade sollte wirklich die letzte sein, die ich in diesem Sommer machte.

Die Zutaten:

1720 g Mirabellen

170 g Zucker zum Saftziehen

Saft einer Orange

50 g Zucker zum Karamellisieren

1 kg Gelierzucker

1 Vanillezucker

Saft einer Zitrone

eine Prise Zimt

und natürlich die entsprechende Anzahl Marmeladengläser, mit kochendem Wasser sterilisiert

Mirabellen

Aus den 2 kg Mirabellen blieben nach dem Entsteinen 1720 g Mirabellen übrig. Die vermischte ich mit 170 g Zucker (also etwa 10 % der Fruchtmenge)  und dem Saft einer Orange. Sie durften nun eine gute halbe Stunde Saft ziehen.

Dann ließ ich 50 g Zucker in einem großen Topf mit dickem Boden hellbraun karamellisieren. Darauf gab ich das Mirabellen-Zucker-Gemisch, ohne umzurühren. Bei mittlerer Hitze ließ ich alles aufkochen und dann bei offenem Topf weiterköcheln. Nach 1 Stunde waren die Mirabellen zu einem dicklichen Mus zerkocht.

Nun rührte ich 1 kg Gelierzucker, 1 Vanillezucker und den Zitronensaft unter und schaltete die Hitze herauf, bis das Mus wieder kochte. Nach 3 Minuten war der Gelierpunkt erreicht. Ich schmeckte die Konfitüre mit einer Prise Zimt ab und füllte sie in die vorbereiteten, sterilisierten Gläser ab.

Herausgekommen ist ein goldgelber, herrlich aromatischer Brotaufstrich.

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Mirabellen sind manchmal ziemlich sauer; deshalb sollte man die fast fertige Konfitüre unbedingt abschmecken und bei Bedarf noch (Gelier-)Zucker dazugeben.

Heute waren wir mit unseren E-Bikes zwischen Wiesen und Feldern unterwegs. Am Feldrand hingen jede Menge reife Brombeeren. Wir haben jetzt immer ein Transportgefäß bei uns … 😉

Ochsenschwanzragout

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

obwohl es nach dem Kalender Hochsommer ist, fühlen sich die Temperaturen zur Zeit eher herbstlich an. Und wenn es die Sonne gar nicht durch die dunklen Wolken schafft, bekommt man vielleicht wieder einmal Appetit auf etwas richtig Deftiges. Mein Vorschlag wäre dann dieses köstliche Ochsenschwanzragout. Es wird ganz langsam im Römertopf geschmort, d.h. man kann es sich stundenlang selbst überlassen. Auch als Gästeessen ist es ideal, weil man sich in der Zwischenzeit ungestört den weiteren Vorbereitungen widmen kann.

Ihr kanntet Ochsenschwanz bisher nur als -suppe? Dann wird es höchste Zeit, dieses schmackhafte Fleisch auch einmal so zu probieren! 😉

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Die Zutaten für 6 – 8 Personen:

1 Ochsenschwanz, zerteilt

2 Zwiebel

2 Möhren

2 Stangen Bleichsellerie

1 Stange Porree

1 EL Tomatenmark

1 große oder 2 kleine Dosen stückige Tomaten

1 Stängel Rosmarin

2 Stängel Thymian

1 Lorbeerblatt

Salz, Pfeffer

1 EL gutes Olivenöl

etwa 1/2 Tasse gehaltvoller Rotwein

Die Zubereitung:

Römertopf wässern.

Das Gemüse würfeln. Rosmarin und Thymian fein hacken. Gemüse, die Kräuter, Lorbeerblatt und Tomatenmark in den Römertopf geben. Mit Salz und Pfeffer würzen. Olivenöl darübergießen. Alles gut vermischen.

Die Ochsenschwanzstücke mit Salz und Pfeffer würzen und auf das Gemüse legen.

Römertopf verschließen. In den kalten Backofen auf die unterste Schiene stellen.

Backofen einschalten: 220 °C Ober-/Unterhitze.

Nach einer halben Stunde alles mit dem Rotwein übergießen.

Römertopf wieder schließen.

Backofen auf 120 °C herunterschalten.

Weitere 2 1/2 Stunden (oder länger) schmoren lassen. Es ist gar, wenn es fast vom Knochen fällt.

Abschmecken und mit einer Beilage nach Belieben servieren.

Guten Appetit!

 

Avocado-Kuchen

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Ihr Lieben,

schon ganz lange wollte ich diesen Kuchen backen, aber ich traute mich nicht. Denn ich war mir nicht sicher, ob die Familie einen grünen Kuchen überhaupt probieren würde. Nun hatten wir unsere Freunde aus Neuseeland, die Avocado und überhaupt gesundes Essen lieben, wieder einmal zu Besuch. Das war die Gelegenheit! Ich habe mich nach dem Rezept vom Blog Schokohimmel gerichtet und es nur ganz wenig abgeändert. Es ist im Grunde genommen ein ganz normaler Rührkuchen, der jedoch Avocado-Püree enthält. Herausgekommen ist ein saftiger, beinahe cremiger Kuchen: nicht zu süß, aber unheimlich lecker. Das fanden nicht nur unsere neuseeländischen Freunde und ihre Kinder, sondern selbst meine kritische Familie. Und weil er so schnell weg war, konnte ich nur noch die kläglichen Reste fotografieren, bevor auch sie noch verspeist wurden.

Zunächst habe ich die Zutaten abgewogen und bereitgestellt:

225 g Butter

200 g braunen Rohrzucker

1 TL Vanillezucker

1 Prise Salz

1 TL abgeriebene Zitronenschale oder einige Tropfen Bio-Zitronenöl

4 Eier

350 g Mehl

1/2 Päckchen Backpulver

50 g gemahlene Haselnüsse (oder Mandeln)

1 reife Avocado (reif ist sie, wenn sie auf Druck nachgibt)

1 TL Zitronensaft

Die Zubereitung:

Eine Kastenform buttern und mit etwas Mehl ausstäuben.

Die Avocado halbieren und den Kern entfernen. Das Fruchtfleisch mit einem Löffel herausheben und in einen Mixbecher geben. Sofort den Zitronensaft dazugeben. Mit einem Pürierstab fein pürieren und beiseite stellen.

Den Backofen auf 175 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Die Butter kurz verrühren, bis sie Spitzen zieht. Zucker, Vanillezucker und Salz darunterrühren. Die Eier einzeln dazugeben und immer wieder alles gut vermischen, bis eine homogene Masse entstanden ist und der Zucker sich aufgelöst hat.

Dann Mehl, Nüsse und Avocado zügig darunterrühren.

Den Teig in die Form füllen und auf der untersten Schiene des Backofens etwa eine Stunde backen. Wenn kein Teig mehr an einem hineingesteckten Holzstäbchen hängenbleibt, den Kuchen aus dem Ofen nehmen. 1/2 Stunde auf einem Gitter stehen lassen und erst dann auf das Gitter stürzen und vollständig auskühlen lassen.

Ich habe die Oberseite mit 2 EL meines frisch gekochten Apfelgelees abgeglänzt, das ich mit etwas Wasser in der Mikrowelle flüssig gemacht hatte, und dann mit gehackten Pistazienkernen bestreut. Wer es mag, kann aber auch einen Guss aus Puderzucker und Zitronensaft herstellen.

Der dezente nussige Geschmack einer Avocado wird durch die Haselnüsse hervorgehoben und gibt dem Kuchen meiner Meinung nach „Charakter“, ohne hervorzustechen. Aber probiert es doch einfach selbst aus!

Schmorgurken

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

nach wochenlanger Trockenheit hat es endlich wieder geregnet. Das heißt, ich brauche erst einmal nicht mehr jeden Tag 1 1/2 Stunden meinen Garten zu wässern, sondern kann mich wieder mehr dem Kochen widmen, neue Gerichte ausprobieren oder alte hervorholen. Und vor allem habe ich wieder Zeit, Euch hier im Blog daran teilhaben zu lassen.

Sohnemann versucht sich neuerdings als Gärtner und hat neben Radieschen, Erdbeeren, Pflücksalat und Kartoffeln auch einige Gurken- und Tomatenpflanzen herangezogen. Obwohl unsere Tomaten reichlich tragen, sind sie noch grün. Unser Biobauer auf dem Markt verkauft jedoch schon die ersten eigenen Tomaten, und so köchelt das erste selbstgemachte Sugo dieses Jahres auf meinem Herd.

Von den Gurkenpflanzen konnten wir bereits regelmäßig ernten. So lecker die eigenen Mini- und Schlangengurken in Bioqualität auch sind, wurden sie uns zuletzt im Salat doch ein wenig über. Als nun wieder eine große Schlangengurke am Strauch hing, beschloss ich, diesmal Schmorgurken auf den Tisch zu bringen. Das erste Mal seit vielen Jahren übrigens. Wüsstet Ihr auf Anhieb, wie man Schmorgurken zubereitet? Ich wusste es nicht mehr und musste mir im Internet erst einmal Anregungen suchen.

Doch dann wagte ich mich an dieses „exotische Gericht“, wie Sohnemann meinte, heran. Und siehe da: der Familie hat es geschmeckt.

Die Zutaten für 3-4 Personen als Beilage:

1 große, feste Schlangengurke oder 2 Schmorgurken (gibt es auf dem Wochenmarkt)

1 Zwiebel

1 EL Butter

100 ml Gemüsebrühe (aus gekörnter Bio-Gemüsebrühe)

1/2 Becher Sahne

1/2 Becher Crème fraîche

Salz, Pfeffer

evtl. eine Prise Zucker zur Geschmacksabrundung

Dill

Zubereitung:

Die Zwiebel schälen und fein würfeln.

Butter in einem Topf zerlassen und die Zwiebelwürfel darin glasig dünsten.

In der Zwischenzeit die Gurke schälen und längs halbieren. Mit einem Teelöffel die Kerne herauskratzen. Die Gurkenhälften in 1 cm breite Stücke schneiden.

Crème fraîche mit Gemüsebrühe und Sahne verrühren.

Sobald die Zwiebeln glasig sind, Hitze heraufschalten. Die Gurkenstücke zu den Zwiebeln geben, kurz anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen. Mit der Sahnemischung ablöschen und die Herdplatte sofort auf die kleinste Stufe schalten, so dass die Sauce nur gerade eben aufkocht. Dann die Gurkenstücke garziehen lassen. (Wir mögen sie gerne bissfest, aber das ist natürlich Geschmackssache.)

Vor dem Servieren noch einmal abschmecken und mit gehacktem Dill bestreuen.

Schmorg

Wie Ihr auf dem Bild seht, haben wir Salzkartoffeln und Schnitzel dazu gegessen. Klassisch ist auch Lachs mit Kartoffelpüree.

Bei uns müssen jetzt die nächsten Gurken erst reif werden. Bis dahin freuen wir uns dann auch wieder auf Gurkensalat 😉