Schmorgurken

Auf die gute (alte) Art

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

nach wochenlanger Trockenheit hat es endlich wieder geregnet. Das heißt, ich brauche erst einmal nicht mehr jeden Tag 1 1/2 Stunden meinen Garten zu wässern, sondern kann mich wieder mehr dem Kochen widmen, neue Gerichte ausprobieren oder alte hervorholen. Und vor allem habe ich wieder Zeit, Euch hier im Blog daran teilhaben zu lassen.

Sohnemann versucht sich neuerdings als Gärtner und hat neben Radieschen, Erdbeeren, Pflücksalat und Kartoffeln auch einige Gurken- und Tomatenpflanzen herangezogen. Obwohl unsere Tomaten reichlich tragen, sind sie noch grün. Unser Biobauer auf dem Markt verkauft jedoch schon die ersten eigenen Tomaten, und so köchelt das erste selbstgemachte Sugo dieses Jahres auf meinem Herd.

Von den Gurkenpflanzen konnten wir bereits regelmäßig ernten. So lecker die eigenen Mini- und Schlangengurken in Bioqualität auch sind, wurden sie uns zuletzt im Salat doch ein wenig über. Als nun wieder eine große Schlangengurke am Strauch hing, beschloss ich, diesmal…

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Aprikosen-Datschi mit Dinkel-Hefemürbteig

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

was für ein langer Titel für einen eigentlich einfachen Kuchen! Wenn man mit dem Bayerischen vertraut ist, weiß man natürlich, dass ein Datschi ein flacher Blechkuchen ist. (Reibekuchen bzw. Kartoffelpuffer werden auf bayerisch übrigens als „Reiberdatschi“ bezeichnet.) Normalerweise wird so ein Blechkuchen aus Hefeteig, manchmal auch aus Mürbeteig hergestellt und mit Obst belegt. Wer mag, streut noch Streusel darauf.

In meinem Fall habe ich mich von Sepp Schwalber bei der TV-Sendung „Wir in Bayern“ inspirieren lassen und einen Aprikosen-Datschi aus einem Hefemürbteig gebacken.  Allerdings bereitete ich die beiden Teige, nämlich zuerst den Hefe-, dann den Mürbeteig nicht aus Weizen-, sondern aus Dinkelmehl zu.

Die beiden Teige werden nach einer Ruhezeit zu einer homogenen Masse zusammengeknetet, ausgerollt, belegt und gebacken. Der entstandene Kuchen bleibt mehrere Tage wunderbar saftig.

Die angegebenen Mengen reichen für ein normales Backblech aus. Ich habe nur eine runde Form gebacken und den Rest für einen anderen Kuchen, vielleicht einen „Apfel-“ oder „Zwetschgendatschi“ eingefroren.

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Die Zutaten für ein rechteckiges Backblech

2 kg Aprikosen

8 EL süße Brösel

oder Semmelbrösel mit Zucker vermischt

Außerdem für den Hefeteig:

300 g Dinkelmehl Type 630

1/2 Würfel Hefe

30 g Zucker

1 TL Salz

1 EL Joghurt (kalt)

knapp 200 ml Milch (kalt)

50 g Butter in Flocken (kalt)

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit der Küchenmaschine bzw. den Knethaken des Handrührgerätes zügig zu einem homogenen Hefeteig verarbeiten. Dinkelhefeteig darf bei der Verarbeitung nicht zu warm und überknetet werden. Zugedeckt in den Kühlschrank stellen.

Dann den Mürbeteig zubereiten:

180 g Dinkelmehl nach Wahl

120 g Butter in Flöckchen (kalt)

60 g Zucker

wahlweise 1 Msp. Zimt

und 1 Ei zügig zu einem homogenen Teig verkneten.

In der Schüssel oder in Folie gewickelt für eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen.

In der Zwischenzeit die Streusel herstellen:

100 g zerlassene und abgekühlte Butter

200 g Dinkelmehl Type 630 (evtl. etwas Mehl durch gemahlene Mandeln ersetzen)

200 g Zucker bzw. Puderzucker

1 Prise Salz

Alle Zutaten  mit den Rührbesen auf niedrigster Stufe zu Streuseln verarbeiten.

Die Streusel kalt stellen.

In der Zwischenzeit  die Aprikosen halbieren.

Für den Hefe-Mürbteig die beiden Teige mit den Knethaken zu einem homogenen Teig verkneten. Ein paar Minuten ruhen lassen.

Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Teig ausrollen und ein gefettetes oder mit einem Backpapier belegtes Backblech damit auslegen. Einen Rand hochziehen. Den Boden mit einer Gabel einstechen; so bilden sich keine Blasen.

Mit den Bröseln bestreuen. Die Aprikosen schuppenförmig darauf auslegen. Die kalten Streusel darüber verteilen.

Auf der untersten Leiste ca. 15 Minuten bei 200 °C backen, dann Hitze auf 175 °C herunterschalten und in weiteren 15 Minuten fertig backen, bis die Streusel schön hellbraun sind.

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  Auf einem Gitter abkühlen lassen und – mit oder ohne Schlagsahne – genießen. Guten Appetit!

 

 

 

 

 

Erdbeerkonfitüre mit Holunderblütensirup

Auf die gute (alte) Art

Medaillon Mama
Unter meinen 150 Kochbüchern ist auch eine Reihe von Time Life mit Rezeptklassikern aus der ganzen Welt. Hin und wieder nehme ich eines zur Hand, um einfach darin zu stöbern oder um ein bestimmtes Rezept zu suchen. Als ich neulich bei unserem Discounter eine Schale voll kleiner Erdbeeren sah, fiel mir eine Konfitüre aus einem Band der Reihe ein, in dem gerade die kleinen Früchte verarbeitet werden.
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Die Zubereitung unterscheidet sich von der herkömmlichen Art: Man kocht zunächst einen Zuckersirup und darin dann portionsweise die Erdbeeren. Durch jede Portion wird das Aroma des Sirups intensiver und ergibt laut Beschreibung eine Konfitüre, „die nicht zu süß ist, eine tiefrote Farbe und ein erstaunlich intensives Aroma hat“. Klingt doch gut, oder?
Außerdem steht noch eine Flasche von Tatjanas Holunderblütensirup in meinem Kühlschrank. Ebenfalls mit einem intensiven Aroma – nach Holunderblüten. Der ist im Originalrezept nicht angegeben. Doch wie wir von unserem Erdbeer-Holunderblüten-Sirup wissen…

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Holunderblüten-Sirup

Noch blüht er, der Holunder. Wer also noch Sirup ansetzen möchte, hier unser Rezept 🙂

Auf die gute (alte) Art

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Wie bereits angekündigt, beginnt nun unser Holunderblüten-Special. Los geht’s mit dem Holunderblüten-Klassiker schlechthin: Holunderblüten-Sirup.

Wer die letzten Beiträge aufmerksam gelesen hat, hat erfahren, dass ich Sirup liebe (weil man ihn in Sekt kippen kann). Und ich mag so ziemlich alles, was sich in Sekt kippen lässt – oder alternativ auch in Mineralwasser. 🙂 Habt ihr schon einmal versucht, ca. 1 EL TK-Waldbeeren in einem Glas mit Sekt aufzugießen? Ein Traum. Aber ich schweife ab.

Zurück zu meinem geliebten Holunder. Zur Ernte muss ich nicht mal auf die Suche gehen, bei meinen Eltern im Garten steht ein großer Baum. Was läge da also näher, als Holunderblüten-Sirup anzusetzen? Eben!

Jedes Jahr muss ich mich dazu zwingen, ca. die Hälfte der Blüten stehen zu lassen, damit ich im Spätsommer auch noch Beeren ernten kann. Daraus lassen sich auch traumhafte Dinge herstellen.

Aber hier kommt nun erst einmal das Rezept für den Holunderblüten-Sirup.

Ihr…

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Dinkel-Brioche

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Ihr Lieben,

in der gegenwärtigen Corona-Krise scheinen viele das Backen für sich entdeckt zu haben. Oder warum sonst gab es zeitweise weder Hefe noch Mehl zu kaufen? Bei Weizenmehl hätte es mir egal sein können, nachdem Tatjana kürzlich festgestellt hatte, dass sie keinen Weizen, Dinkel aber sehr gut verträgt. Glücklicherweise hatte ich noch ein paar Kilo Dinkelmehl bevorratet. Auch Hefe war noch im Kühlschrank. Da ich schon des Öfteren Hefegebäck mit ganz wenig Hefe und langer Reifezeit zubereitet hatte, machte ich mir zunächst keine Gedanken. Mehl samt Hefe waren jedoch schnell verbacken und zunächst nicht mehr zu bekommen. Irgendwie gab es dann wieder Hefenachschub, und Dinkelmehl konnte ich mir per Internet liefern lassen. Also brauchte Tatjana zu Ostern nicht auf ihr geliebtes Hefegebäck zu verzichten.

Wenn Ihr schon einmal beim Hefeteig Weizenmehl komplett durch Dinkelmehl ersetzt habt, wart Ihr vielleicht wie ich enttäuscht: dem Gebäck fehlt Aroma und Struktur und es wird schnell trocken. Ich recherchierte und fand heraus, dass bei Dinkelhefeteig ein paar Dinge beachtet werden müssen: Ein sog. Koch- oder Quellstück macht das Gebackene saftiger; Säure und etwas mehr Salz machen es schmackhafter; und Dinkelteig sollte nicht zu warm verarbeitet und nicht überknetet werden. So viel zur Theorie.

Dann galt es ein Rezept zu finden. Auf dem Plötzblog von Lutz Geißler, den man auch den „Brotpapst“ nennt, wurde ich fündig. Nach ein paar nicht ganz zufriedenstellenden Versuchen konnte ich die Herstellungsweise mit meiner Backerfahrung kombinieren und ein Rezept für mich entwickeln, das relativ einfach ist.

Um ein gutes Ergebnis zu erzielen, sollte man Hefeteig immer Zeit geben. Ich lasse ihn gerne über Nacht im Kühlschrank reifen; wer nicht so viel Zeit hat, kann ihn aber auch am selben Tag verbacken. Das Aroma ist dann jedoch nicht das gleiche.

Doch nun zur Zubereitung:

Zunächst stelle ich ein Kochstück her, und zwar lasse ich dafür

2 EL feine Haferflocken mit

150 ml Milch (3,5 %) und

2 gestrichenen TL Salz

unter Rühren aufkochen, bis die Masse puddingartig ist. Danach darf sie zugedeckt auf Zimmertemperatur abkühlen. Das dauert etwa 2 Stunden.

Erst dann knete ich den Hauptteig aus

dem Kochstück

550 g Dinkelmehl Type 630

12 g Hefe (das ist etwa 1/4 Würfel)

2 mittelgroßen Eiern (kühlschrankkalt)

90 g Joghurt (kühlschrankkalt)

und etwa 100 ml Milch (Zunächst lieber nur gut die Hälfte der Milch zugeben. Ganz am Ende kann man immer noch ausgleichen). Auch die Milch soll kühlschrankkalt sein, damit der Teig nicht zu warm wird.

90 g Butter (kühlschrankkalt) und

60 g Zucker werden gegen Ende des Knetvorgangs dazugegeben.

Ich beginne mit der Küchenmaschine oder dem Handrührgerät auf niedriger Knetstufe und schalte nach ein paar Minuten auf mittlere Stufe hoch. Sobald ein homogener Teig entstanden ist, gebe ich die Butter in Flöckchen und nach und nach den Zucker dazu. (Keine Angst, der Zucker löst sich auf.) Sollte er dann noch zu fest sein, knete ich noch etwas Milch darunter. Wenn der Teig sich von der Schüssel löst, lasse ich ihn zugedeckt etwa eine Stunde bei Zimmertemperatur ruhen. Dann wird er gedehnt und gefaltet (wie das geht, seht Ihr hier). Schließlich darf er über Nacht in einer Schüssel mit Deckel im Kühlschrank reifen.

BriocheI

Am folgenden Morgen teile ich den Teig in drei gleiche Stücke, forme Rollen daraus und flechte einen Zopf. In einer gefetteten Kastenform darf der dann zwei Stunden Zimmertemperatur annehmen und sichtbar aufgehen.

Brioche II

Anschließend stelle ich die Form auf die unterste Schiene in den kalten Backofen, den ich auf 175 °C Ober-/Unterhitze schalte. Nach ca. 45 Minuten sollte der Zopf eine hellbraune Farbe angenommen haben und fertig sein. Sobald ihr ihn aus dem Backofen holt, könnt ihr die Oberseite mit flüssiger Butter bestreichen – wenn ihr sie wie ich nicht schon vor dem Backen mit Eistreiche bestrichen hattet.

BriocheIII

Noch besser schmeckt die Brioche mit einer Art Dinkelsauerteig: Dazu nehmt Ihr vor dem Flechten des Zopfes ein kinderfaustgroßes Stück vom Teig ab, legt es in ein Marmeladen- oder Bügelglas und stellt es gut verschlossen in den Kühlschrank. Nach ein bis zwei Tagen hat er sichtbare Blasen gebildet und wird mit 50 g Dinkelmehl und 50 ml Wasser „gefüttert“. Das wiederholt Ihr alle paar Tage. Am nächsten Backtag fügt Ihr etwa 50 g davon zu dem Hauptteig hinzu. Den verbliebenen Sauerteig könnt Ihr dann „weiterfüttern“  – oder entsorgen, wenn Ihr vom frischen Hefeteig wieder etwas abgenommen habt.

Retro-Oster-Idee – gefüllte Eier

Ein frohes Osterwochenende, Ihr Lieben.

Auch wenn das Osterfrühstück dieses Jahr wahrscheinlich in kleiner Runde stattfindet, diese gefüllten Eier machen immer eine gute Figur.

Noch mehr Ideen für einen Oster-Brunch findet Ihr hier: https://aufdiegutealteart.wordpress.com/2017/04/14/ideen-fuer-den-oster-brunch/

Auf die gute (alte) Art

Mein Vater ist letzte Woche 62 geworden und deswegen gab es am Sonntag einen großen Geburtstagsbrunch mit Freunden. Die Mama hatte eigentlich die Idee, eine Art russisches Buffet zu machen, mal was anderes zu den Frühstücksklassikern Salami und Nutella. Nachdem mein Vater sich aber nun Tiramisu und Marmorkuchen gewünscht hatte, passte das Thema Russland nicht mehr so richtig und so wurde umgeplant.

Die gefüllten Eier sind allerdings geblieben – und das zu Recht! Einfach und schnell gemacht und sehr, sehr lecker – und sie zaubern ein bisschen Retro-Feeling auf den Frühstückstisch 🙂

Und so gehts:

Eier hart kochen, abkühlen lassen, pellen und der Länge nach halbieren.

Den Dotter mit einem kleinen Löffel herauskratzen, in einer Schüssel auffangen. Dann Mayonnaise, Senf und kleingeschnittene Cornichons dazu geben, alles zu einer glatten Masse verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Eier schön auf einem Teller anrichten, mit der Creme füllen und mit Schnittlauch…

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Salat aus Porreegrün

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

so langsam lässt sich der Frühling nicht mehr aufhalten und wir warten schon sehnsüchtig auf das junge Freilandgemüse. Wer nachhaltig handeln und keinen Spargel aus Südamerika und Dergleichen kaufen möchte, muss sich noch hauptsächlich mit den verschiedenen Kohlsorten, Wurzelgemüse und Porree (auch Lauch genannt) begnügen. Die vielen Kohlsorten essen wir sehr gerne und wärmende Eintöpfe aus unterschiedlichen Gemüsesorten sorgen für Abwechslung auf dem Speiseplan. Die weißen und hellgrünen Teile des Porrees verwende ich ganzjährig für Soßen und Eintöpfe, pur dagegen eher selten. Die dunkelgrünen Abschnitte waren für mich immer Abfall und landeten auf dem Kompost. Ich weiß, dass viele von Euch die dunklen Teile als Suppenzutat nutzen, aber da es bei uns höchst selten Suppe gibt, hatte ich bisher keine Verwendung dafür.

Vor ein paar Tagen sah ich nun, wie Diana Burkel, eine Spitzenköchin aus Nürnberg, in einer Fernsehsendung Porree in drei verschiedenen Zubereitungsarten für ein Gericht verwendete: die weißen Abschnitte wurden gedünstet, die hellgrünen zusammen mit eingelegtem Grillpaprika zu einer stückigen Sauce verarbeitet, und aus den dunklen Abschnitten bereitete sie einen Salat zu. Ich griff die Idee auf und probierte auch den Salat aus den dunkelgrünen Blättern, die ich sonst immer auf dem Kompost entsorgt hatte. Und was soll ich sagen: Dieser Salat ist der Hammer! Und ganz einfach in der Zubereitung ist er obendrein! Tatjana wollte gleich das Rezept dafür. Ich habe ihr versprochen, dass sie es demnächst in unserem Blog findet. Hier ist es also:

Ihr braucht dafür:

die dunkelgrünen Porreeabschnitte, die Ihr nicht für ein Porreegericht verwenden könnt

eine große Pfanne

Rapsöl

Essig

Salz, Pfeffer

eine Prise Zucker

Und so einfach geht es:

Den gewaschenen Porree in feine Streifen schneiden.

Die Pfanne mit ganz wenig Öl richtig heiß werden lassen. Den Porree hineingeben und, zunächst ohne umzurühren, kräftig anbraten. Er darf ruhig braune Stellen bekommen. Dann wenden. Wenn er rundherum angebraten ist, auf einem Teller flach ausbreiten und etwas abkühlen lassen. So behält er seine frische grüne Farbe (und wird nicht, wie Diana meinte, „bundeswehrbraun“).

Die lauwarmen Porreestreifen in eine Schüssel geben. Mit einem Schuss Essig, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken. Zum Schluss evtl. noch etwas Öl hinzufügen. Lauwarm oder kalt genießen.

Porreesalat

Ich verspreche Euch, bei mir landen die dunklen Porreeblätter nie wieder auf dem Kompost! 😉

 

Paprika-Sauerkraut-Topf

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

kennt Ihr noch die Zeiten, in denen fast jede Hausfrau Regale voller Gläser mit Selbsteingemachtem im Keller hatte? Als ich ein Kind war, besaß noch längst nicht jeder Haushalt einen Kühlschrank, geschweige eine Tiefkühltruhe. Dafür wurde aus den Früchten des eigenen Gartens Marmelade gekocht, das Gemüse eingeweckt oder eingelegt und oftmals sogar einmal im Jahr ein Schwein geschlachtet, zumindest auf dem Land. Dessen Fleisch landete ebenfalls in Gläsern auf dem Vorratsregal bzw. hing als Schinken oder Dauerwurst daneben.

Und heute? Heute geht man in den Supermarkt. Dort gibt es Obst und Gemüse ganzjährig frisch zu kaufen. Fleisch liegt fertig portioniert im Kühlregal. Alles andere findet man in weiteren Regalen: Milchprodukte, Teigwaren, Konserven, Tiefkühlkost etc. Wer überhaupt keine Zeit zum Kochen hat, kauft einfach halb oder ganz vorgefertigte Speisen. Eine Vorratshaltung ist deshalb eigentlich nicht mehr nötig. Eigentlich. Denn es gibt auch den umgekehrten Trend, dass man sich wieder auf das Haltbarmachen von Lebensmitteln besinnt. Fermentieren, Einkochen und Selbermachen findet immer mehr Anhänger.

Das Bundesat für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat jetzt sogar einen Wettbewerb ausgelobt, Rezepte für ein „Notfallkochbuch“ einzureichen. Denn was ist, wenn es aufgrund von Naturkatastrophen, eines Cyberangriffs oder menschlichen Versagens für längere Zeit einmal keinen Strom oder keine Möglichkeit einzukaufen gibt? Dann ist derjenige glücklich, der klug eingelagerte Vorräte und einen Grill oder einen Holz- bzw. Gaskocher hat.

In dieser Hinsicht brauchen zumindest wir uns keine Sorgen zu machen: Unser Vorratsschrank ist gefüllt mit haltbaren Lebensmitteln und auf dem Kellerregal stehen einige Konserven, außerdem Gläser mit selbstgemachter Marmelade, Tomatensugo, Kimchi und ein Topf voll Sauerkraut.

Ob sich mein deftiger Paprika-Sauerkraut-Topf als Notfall-Rezept eignen würde, weiß ich nicht, aber bei diesem nasskalten Wetter wärmt er so richtig schön von innen.

Paprika-Sauerkraut

Für ca. 4 Portionen benötigt man folgende Zutaten:

2 Zwiebeln

1-2 Knoblauchzehen

2 rote Paprikaschoten

1 Dose Sauerkraut (ca. 800 g)

1-2 EL Öl oder Butterschmalz

150 g Crème fraîche

150 g Schmand oder saure Sahne

1 EL Tomatenmark

1 EL Paprikamark oder Aivar

1 EL Paprikapulver (wahlweise geräuchert)

1 TL gem. Kümmel

1 Lorbeerblatt

Salz

Die Zubereitung:

Backofen auf 200 °C vorheizen.

Zwiebeln und Knoblauch schälen. Die Zwiebeln in Streifen oder Würfel schneiden.

Die Paprikaschoten vierteln, die Kerne und weißen Trennhäute entfernen. Paprika in Streifen schneiden.

Crème fraîche und Schmand mit Tomaten-, Paprikamark und Kümmel verrühren und beiseite stellen.

Das Fett in einem ofenfesten Topf nicht allzu heiß werden lassen. Die Zwiebeln kurz darin anschwitzen, Paprikastreifen und durchgepressten Knoblauch hinzufügen und alles zusammen einige Minuten kräftig anbraten. Mit Paprikapulver bestäuben. Sauerkraut und Lorbeerblatt hinzufügen. (Wem das Sauerkraut zu sauer ist, drückt es aus und wäscht es gegebenenfalls kurz ab). Die Crème fraîche-Mischung darübergeben und alles vermischen. Mit ein wenig Salz würzen. Falls die Mischung zu trocken ist, etwas Wasser oder Brühe dazugeben.

Den Topf schließen und auf die unterste Schiene in den vorgeheizten Backofen stellen. Den Eintopf etwa 1 1/4 Stunde  garen.

Wer mag, kann die letzten 15 Minuten ein Stück Kassler oder geräucherte Wurst etc. auf das Gemüse legen und mitgaren. Oder man serviert Frikadellen wie ich dazu.

Dazu gibt es z.B. Schupfnudeln, Salzkartoffeln, Kartoffelbrei, Nudeln oder, oder …

Falls etwas übrig bleibt, schmeckt der Eintopf aufgewärmt auch am nächsten Tag – vielleicht sogar noch ein wenig besser.

 

 

Apfel-Preiselbeer-Kuchen mit Gewürzen

Auf die gute (alte) Art

Medaillon Mama
Sobald es draußen etwas kälter wird, bekomme ich immer einen unbändigen Appetit nach Äpfeln, ob als Apfelmus, -pfannkuchen, Bratapfel – einfach in jeder Form. Wie gut, dass jetzt überall die frisch gepflückten Äpfel angeboten werden! Wenn man mir dann noch einen ganzen Eimer schenkt, wie kürzlich des Öfteren geschehen, hat man mich so richtig glücklich gemacht. Selbstredend wird auch der Gast zum Kaffee mit einem Apfelkuchen beglückt. Diesmal hatte ich mir einen Apfel-Preiselbeer-Kuchen mit Gewürzen ausgedacht. Wenn Ihr die einzelnen Gewürze nicht zur Hand habt, könnt Ihr den Teig alternativ auch mit einem fertig gemischten Apfelstrudel- oder Lebkuchengewürz aromatisieren.
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Die Zutaten
für den Teig:
200 g Weizen- oder Dinkelmehl
50 g gemahlene Mandeln
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Zimt
1/2 TL gemahlener Cardamom
1 Messerspitze gemahlene Nelken
125 g Butter
150 g Zucker
1 Prise Salz
1 Ei
für die Füllung:
6 – 8 mittelgroße Äpfel (am besten Boskop…

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Grünkohl modern und doch klassisch

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

wenn man jetzt bei uns über den Markt geht, sieht man überall die auffälligen Rosetten des Grünkohls liegen. Ich gebe zu, bis vor kurzem habe ich Grünkohl immer tiefgekühlt, bereits kleingeschnitten und blanchiert gekauft. Durch unsere Lieblingsgartensendung im Fernsehen inspiriert, wollte ich ihn aber auch einmal frisch zubereiten.

Zunächst war ich etwas überrascht von dem Volumen, das da für 2 Portionen vor mir lag, obwohl der Bauer auf dem Markt die Blätter bereits vom Strunk geschnitten hatte. Nach der Zubereitung blieb aber tatsächlich nur so viel übrig, wie wir auch bewältigen konnten.

Und dann stellte sich die Frage, was man daraus macht. Im Internet wird Grünkohl ja als „Superfood“ in den abenteuerlichsten Varianten beworben. Roh genossen soll er unschlagbar gesund sein (was vermutlich auch stimmt), aber ein Leckerbissen ist er so bestimmt nicht. Die meisten modernen Vorschläge finde ich nicht sehr verlockend, und meinem Schatz, der von Kindheit an die rheinische Art gewohnt ist, brauche ich damit schon gar nicht zu kommen. Also habe ich mir einen Kompromiss überlegt: die Zutaten sind klassisch, die Zubereitung ist modern. Grünkohl-Gratin zum Beispiel isst er sehr gerne (das Rezept dazu findet Ihr hier).

 

Für die moderne Variante der rheinischen Grünkohl-Zubereitung benötigt Ihr für 4 Portionen folgende Zutaten:

ca. 1 kg geputzten Grünkohl (also die Blätter ohne Strunk und dicke Stiele)

2 Zwiebeln

2 EL neutrales Öl zum Braten, z.B. Rapsöl

100 bis 200 g gewürfelten geräucherten Speck

Salz, Pfeffer,

je 1 Prise Zimt und Muskat

nach Belieben: 1-2 EL feine Haferflocken für eine leichte Bindung

Die Zubereitung:

Die Grünkohlblätter zunächst in reichlich kaltem Wasser waschen. Die restlichen noch vorhandenen groben Stiele entfernen.

In einem ausreichend großen Topf Wasser zum Kochen bringen. Das Kochwasser großzügig salzen. Den Grünkohl in das kochende Wasser geben und 3 Minuten blanchieren.

Eine große Schüssel Eiswasser bereit halten und den blanchierten Grünkohl hineingeben. Danach in einem Durchschlag abtropfen lassen.

Die Zwiebeln schälen und fein würfeln. In dem Öl leicht andünsten. Den Speck dazugeben und weiterdünsten, bis die Zwiebeln glasig und weich sind.

In der Zwischenzeit den blanchierten Grünkohl in beliebig grobe oder feine Stücke schneiden. Zum Zwiebel-Speck-Gemisch geben. Mit Salz, Pfeffer und je einer Prise Zimt und Muskat würzen. Evtl. die Haferflocken hinzufügen. Alles gut vermischen und bei geringer Hitze bis zum gewünschten Garpunkt weiterdünsten.

Wir mögen den Grünkohl gerne mit ein wenig Biss. Dann hat er auch noch seine appetitlich grüne Farbe. Mettwürstchen und Bratkartoffeln sind klassische Beilagen wie zur rheinischen Variante. Das Gemüse selbst schmeckt aber frischer, sogar ein klein wenig süßlich – modern eben!

Grünkohl modern

Natürlich schmeckt auch diese Variante (vorsichtig) aufgewärmt ausgezeichnet.