Milder Avocado-Tzatziki

Medaillon Mama

Ihr Lieben,

heute hatten wir Freunde zum Brunch bei uns. Von allen besonders gelobt wurde dabei eine Avocado-Crème, die dem allgemein bekannten griechischen Tzatziki nachempfunden war. Entdeckt hatte ich das Rezept auf dem Blog „herzelieb“ von Michaela Hoechst-Lühr. Sie nennt die Crème Avoziki. Und was soll ich sagen: eine tolle Idee, liebe Michaela!

Tzatziki

Hier nun meine Version:

Zutaten:

1 reife Avocado

1 Mini-Gurke

ca. 2 TL Zitronensaft

1/2 Becher milder griechischer Joghurt (= ca. 75 Gramm)

1 kleine Knoblauchzehe

1 EL fein gehackter Dill

Salz und Pfeffer

evtl. 1 Prise Zucker

Zubereitung:

Die Minigurke schälen und ganz fein reiben. Durch ein Küchentuch gut ausdrücken und beiseite stellen.

Die Avocado halbieren, den Kern entfernen. Das Fruchtfleisch mit einem Esslöffel herausheben und in einen Mixbecher geben. Sofort den Zitronensaft darübergießen. Joghurt hinzufügen. Die geschälte Knoblauchzehe dazupressen. Alles mit dem Pürierstab zu einer sämigen Masse verarbeiten.

Die geriebene Gurke und den Dill unterrühren.

Mit Salz und Pfeffer und evtl. 1 Prise Zucker abschmecken.

Tz.Sand

Besonders lecker schmeckte uns die Crème zusammen mit gekochtem Ei. Der Phantasie und Kreativität sind dabei natürlich keine Grenzen gesetzt.

Wäre der Avocado-Tzatziki nicht eine Idee für Euren Osterbrunch?

Nachgemacht! Cremigstes Oreo-Eis – ohne Eismaschine!

medaillon tatjana

Für unseren Topmodels-Abend bei mir habe ich nach einem Dessert gesucht, das ich am Tag vorher vorbereiten kann und das, obwohl einfach und schnell gemacht, richtig was hermacht.

In Kochmädchen’s Blog bin ich schnell fündig geworden. Oreo-Eis sollte es werden.

Ich habe das Rezept minimal abgewandelt, weil meine Dose gezuckerte Kondensmilch 400g statt 380g enthielt und meine Flasche Sahne 500g statt 450. Und da ich so Mini-Reste doof finde,  habe ich einfach alles komplett verwendet.

Ihr braucht also:

500g Sahne

400g Milchmädchen

1 TL Vanillepaste

1 Packung Oreos

Eis

Die Oreos grob hacken – ich liebe diese Stückchen im Eis 🙂

Um sicherzustellen, dass Eure Sahne schön fest wird, sollten alle Zutaten richtig kalt sein. Inklusive Schlagbesen und Schüssel.

Die Sahne also steif schlagen, dann die Kondensmilch und die Vanillepaste dazu geben und vorsichtig unterrühren.

Dann die Oreos unterheben und einfrieren. Es muss nicht zwischendurch gerührt werden, das Eis wird durch das Milchmädchen auch so schön cremig und kristallisiert nicht.

Zum Anrichten habe ich ein paar frische Beeren dazugegeben. Et voilà 🙂

Carpaccio mit Rettich und Radieschen

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Es ist wieder soweit. Wie formulierte meine Freundin Alwy es letztens? Fröhliches Lästern mit Freunden des Unterschichtenfernsehens – aka Germany’s next Topmodel. Aber es ist und bleibt nun mal Tradition seit nunmehr 10 Jahren (puh), dass wir Mädels uns Donnerstags zum Kochen, Quatschen und Essen zu GNTM treffen. Und aus mir unerfindlichen Gründen ist es die einzige Zeit des Jahres, wo wir uns regelmäßig einmal die Woche treffen. Der Kreis erweitert sich manchmal, mal ist er wieder kleiner. Aber noch jedes Jahr kam und kommt er zustande.

Letzten Donnerstag war ich an der Reihe mit der Bewirtung – was bedeutet, dass ich schon Wochen vorher nach Rezepten Ausschau halte und Kochbücher wälze. Irgendwie war ich diesmal aber mit keinem Rezept so richtig glücklich und so entschied ich mich für eine Brotzeit – oder Brettljause, für alle unterhalb des Weißwurst-Äquators.

Meine Kollegin hat mir ein Jausenbrettl geliehen und ich habe mich auf hochwertige Produkte meiner Lieblingsbäckerei Herkules, der Bio-Metzgerei meines Vertrauens Gläser und Schicki-Micki-Bioladens TEMMA konzentriert.

Dips und Beilagen habe ich selbst gemacht, unter anderem dieses Rettich-Radieschen-Carpaccio.

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Ihr braucht:

Einen Rettich

Ein Bund Radieschen

Schnittlauch

Salz & Pfeffer

Olivenöl

einen hochwertigen weißen Balsamico

Den Rettich und die Radieschen hobeln und auf einem schönen Teller anrichten. Salzen, Pfeffern und kurz Wasser ziehen lassen. Mit Essig und Öl beträufeln und mit frisch geschnittenem Schnittlauch bestreuen.

Et voilà. So einfach wie hübsch ist dieses Gericht ein echter Hingucker auf jedem Brotzeit-Tisch.

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Faschingsküchlein mit „süßem Starter“

Medaillon Mama

In den vergangenen Wochen habe ich ein wenig mit Sauerteig herumexperimentiert. Gebäck mit Sauerteig und einer langen Reifezeit gilt als äußerst bekömmlich und schmackhaft. Außer dem bekannten Roggensauerteig gibt es auch noch andere Sauerteige wie „Lievito Madre“ oder dem „Süßen Starter“, die sich für Weizen- oder Dinkelgebäck sehr gut eignen. Deshalb habe ich mir einen süßen Starter nach der Anweisung angesetzt, wie sie im Blog „Hefe und mehr“ ausführlich beschrieben wird.

Weil gerade Karneval ist, wollte ich nach langer Zeit wieder einmal Faschingsküchlein backen. In Bayern und Österreich findet man sie häufig. Dort heißen sie auch „Ausgezogene Nudeln“ oder Bauernkrapfen. Sie bestehen traditionell aus Hefeteig ohne oder auch mit Rosinen und werden in Fett ausgebacken. Wenn ihr sie auch zubereiten möchtet und Euch die Zubereitung mit süßem Starter zu mühsam ist, nehmt einfach einen gut gekneteten, mittelfesten Hefeteig, den ihr aus normalem, also weißem Weizen- oder Dinkelmehl zubereitet. Auch ihn lasst über Nacht im Kühlschrank reifen und verarbeitet ihn dann wie angegeben.

Hier aber die Variante mit meinem süßem Starter. Der Teig wird am Vorabend zubereitet und über Nacht in den Kühlschrank gestellt.

Die Zutaten:

150 g süßer Starter (klick)

10 g Frischhefe (= 1/4 Würfel)

500 g Bio-Weizenmehl Type 550

1 gehäufter TL Salz

60 g Zucker

1 TL Vanillezucker

1 Ei

1 TL abgeriebene Zitronenschale oder Bio-Zitronenöl (gibt es im Bioladen)

150 ml Sahne mit 100 ml Wasser mischen

Zum Frittieren:

1-2 l Erdnussöl

Die Zubereitung:

Die Hefe mit einem TL Zucker auflösen und mit ein wenig von der angegebenen Wassermenge verrühren.

Alle Zutaten bis auf das Wasser-/Sahnegemisch in eine Schüssel geben. Mit den Knethaken vermischen und langsam die Flüssigkeit dazugeben. Zunächst alles auf der mittleren Stufe durchrühren und dann auf der höchsten Stufe so lange kneten, bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist, der sich vom Schüsselrand löst. Falls der Teig zu trocken oder zu fest ist, noch etwas Wasser dazugeben.

Zugedeckt bei Zimmertemperatur 1 Stunde ruhen lassen, dann über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Am nächsten Tag den Teig auf einem Backbrett zu einer Rolle formen. In knödelgroße Stücke teilen und in der hohlen Hand zu Kugeln formen. Zugedeckt 1/2 Stunde ruhen lassen.

In der Zwischenzeit das Erdnussöl in einem Topf mit mind. 25 cm ø auf 170 °C erhitzen. Die nötige Temperatur ist erreicht, wenn sich an einem Kochlöffelstiel, den man in das Öl hält, Bläschen bilden.

Die Teigkugeln zu Küchlein formen, indem man außen ringsherum einen Rand stehen lässt und den Teig in der Mitte so auseinanderzieht, dass ein „Fenster“ aus ganz dünnem Teig entsteht (Vorsicht: er darf nicht reißen!). Das Küchlein vorsichtig in das heiße Fett gleiten lassen, 1- bis 2-mal mit heißem Fett übergießen.

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Sobald die Unterseite goldbraun ist, vorsichtig wenden, so dass kein Fett in die entstandene Mulde läuft: Das „Fenster“ soll schön hell bleiben.

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Die Vorder- und Rückseite

Sobald auch die andere Seite goldbraun ist, mit einem Schaumlöffel herausnehmen, abtropfen lassen und mit Puderzucker bestreuen.

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Die Faschingsküchlein schmecken wie alles Fettgebackene frisch am besten, aber natürlich nicht nur an den tollen Tagen 😉

Kimchi

Fermentieren liegt im Trend, und das ist gut so. Wissenschaftler haben nämlich herausgefunden, dass unsere Nahrung arm an lebenswichtigen Mikroorganismen ist. Diese finden sich in eben den fermentierten Nahrungsmitteln (auch in Getränken wie Kombucha, Wein, Bier, Sekt u.v.a.mehr). Ich beschäftige mich nun schon seit einiger Zeit mit Mikroorganismen für die Gesundheit und probiere immer wieder eine andere Art zu fermentieren aus. Über hausgemachtes Sauerkraut und Kombucha  sowie eine Kombucha-Variante mit Waldmeister habe ich ja schon geschrieben. Diesmal wollte ich das vielgepriesene Kimchi, eine koreanische Spezialität, probieren. Kimchi gilt übrigens als eines der gesündesten Nahrungsmittel der Welt.

Interessant fand ich die Herstellung in kleineren Portionen, nämlich in Einmachgläsern. Das habe ich schon ausprobiert und es funktioniert, ist aber nicht ideal. Dann sah ich Gläser mit Fermentierröhrchen im Deckel. Die jedoch muss man sich selbst basteln. Das ist mir zu umständlich. Schließlich entdeckte ich die geniale Art zu fermentieren: Silikondeckel mit einer winzigen Öffnung, die lediglich die Gase heraus-, aber keinen Sauerstoff hineinlassen. Sauerkraut und Kimchi werden nämlich anaerob, d.h. ohne Sauerstoff, fermentiert. Die passende Ausrüstung musste erst angeschafft werden. Aber wozu hat man denn Geburtstag? Die Familie legte zusammen, und dann konnte ich loslegen.

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Meine Fermentierausstattung. Jedes Glas fasst etwa 0,75 l. Die Gläser gibt es in verschiedenen Größen.

Bei der Zubereitung habe ich mich größtenteils an das Rezept von Andrée Lee gehalten. Er stammt aus Korea und führt eine Kochschule in Kaiserslautern.

Die Zutaten:

1 Chinakohl

Der Chinakohl wird halbiert und über Nacht in einer Salzlake mit 15 % Salz (also 150 g Salz pro Liter Wasser) eingelegt.

Weiter brauchen wir:

1 Stück Rettich (etwa 10 cm)

3 Frühlingszwiebeln oder 1 kleine Stange Lauch

1 – 2 Möhren

1 Kohlrabi (optional)

1 – 2 Knoblauchzehen

1 Stück Ingwer (etwa 2 cm)

1/2 Birne

Chili nach Geschmack

100 ml Fischsoße

Salzwasser (4-5 EL Salz pro Liter Wasser)

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Der eingelegte Chinakohl wird gründlich gewaschen. (Es gibt eine Variante, bei dem die Füllung zwischen die Chinakohlblätter gestrichen wird. Ich habe den Chinakohl grob zerkleinert und mit der Füllung gemischt.)

Zubereitung der Füllung:

Rettich, Karotten, Frühlingszwiebeln in mit der Küchenmaschine zu feinen Streifen zerkleinern oder hobeln. In eine ausreichend große Schüssel geben.

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Den zerkleinerten Chinakohl dazugeben.

Knoblauch, Ingwer und Birne schälen. Das Kerngehäuse der Birne entfernen. Zusammen pürieren. Chili und Fischsoße hinzufügen und verrühren. Zum Gemüse geben und alles gründlich vermischen. Das geht am besten mit den Händen (Einmalhandschuhe!).

Das Gemüse in die Gläser füllen und gut festdrücken. Ich habe es mit Glasscheiben beschwert; das ist aber nicht unbedingt nötig. Salzwasser darübergießen, so dass die Füllung gut bedeckt ist. Deckel schließen.

Mindestens 2 Tage bei Zimmertemperatur dunkel stehenlassen. Sobald die erste, heftige Gärung abgeschlossen ist, an einen kühlen Ort stellen (z. B. in den Keller). Nach Anbruch im Kühlschrank aufbewahren.

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Kimchi kann pur als Beilage gegessen werden. Ich selbst mische ihn auch gerne unter einen frischen Salat. Dann braucht man entweder gar kein oder nur ein mildes Salatdressing.

Es gibt unzählige Kimchi-Varianten. Die eine oder andere werde ich sicher noch ausprobieren.

Bosnischer Topf

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Es war ein außergewöhnlich kalter und schneereicher Winter im Süden Europas. Wir, die wir es gewohnt sind, fast alle Sorten Obst und Gemüse das ganze Jahr über zu niedrigen Preisen zu bekommen, müssen jetzt für unsere Tomaten, Gurken usw. ganz ordentlich in die Tasche greifen. Oder unsere heimischen Gemüsesorten häufiger auf den Tisch bringen. Kohl und Möhren zum Beispiel sind preiswert und ergeben zusammen mit aromatischen Tomaten aus der Dose einen leckeren Bosnischen Topf. Die 2 grünen Paprikaschoten, die wir ebenfalls dazu brauchen, strapazieren unser Haushaltsbudget nicht allzu sehr. Und beim Fleisch können wir die preiswerteren Stücke wählen. Sobald alles im Römertopf ist, brauchen wir uns nicht mehr darum zu kümmern und holen nach 2 1/2 Stunden ein deftiges, wärmendes Gericht aus dem Backofen. Das Schöne an diesem Gericht ist, dass man sich nicht exakt an die Mengenangaben halten muss; Hauptsache, es passt alles in den Römertopf.

Der Bosnische Topf ist ein Familiengericht, das wir früher sehr gerne gegessen haben. Leider geriet es irgendwann einmal in Vergessenheit. Umso glücklicher bin ich, dass ich vor kurzem zufällig wieder auf das Rezept gestoßen bin. Und jetzt werde ich dafür sorgen, dass es nicht wieder in Vergessenheit gerät!

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Zutaten für 6 Portionen:

ca. 1 kg Spitz- oder Weißkohl

2 grüne Paprikaschoten

150 g Möhren

1 große Dose geschälte Tomaten

600 – 800 g durchwachsenes Kalbfleisch (oder zur Hälfte mit Schweinenacken gemischt)

1 Rinder-Beischeibe (oder 1 Scheibe Schweinebauch)

Salz, Pfeffer, gekörnte Bio-Brühe (ohne Geschmacksverstärker etc.)

Zubereitung:

Den Kohl vierteln und grob vom Strunk abschneiden. Waschen und gut abtropfen lassen.

Die Paprikaschoten vierteln, Stiel, Kerne und alles Weiße entfernen, waschen und in etwa 1 cm breite Streifen schneiden.

Die Möhren schälen und in Scheiben schneiden.

Kohl, Paprika und Möhren in einer großen Schüssel mischen. Mit Salz, Pfeffer und Brühe-Pulver würzen.

Die Tomaten abtropfen lassen und grob zerteilen.

Das Kalbfleisch grob würfeln, mit Salz und Pfeffer würzen und mit einem Schuss Öl vermischen.

Die Beinscheibe ebenfalls mit Salz und Pfeffer würzen und mit wenig Öl einreiben. In einen großen gewässerten Römertopf (oder in einen eisernen Topf mit gut verschließbarem Deckel) legen. Gemüse und Tomaten darauf geben. Zum Schluss das gewürfelte Fleisch darüber verteilen. Alles gut festdrücken.

Den Deckel auflegen und bei 175 °C im Backofen 2 Stunden garen. Nach einer weiteren 1/2 Stunde bei 100 °C darf serviert werden.

Schlichte Salzkartoffeln passen, wie ich finde, am besten dazu.

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Der gute, alte Käsekuchen

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Es gibt Kuchen, die einfach jeder mag und die immer gegessen werden. Der klassische Käsekuchen gehört dazu. Unsere Familie vertraut schon immer dem gleichen alten Rezept. Warum experimentieren, wenn etwas bereits absolut perfekt ist?

Für meinen Geburtstag habe ich ihn gleich zwei Mal gebacken. Zum ersten für die Kollegen (wenn auch mit intensivem Raucharoma, weil scheinbar die Springform nicht vollständig geschlossen war und somit Butter auf den heißen Ofenboden getropft ist) und zum zweiten für meinen Geburstags-Kaffeeklatsch mit den Freunden.

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Ihr braucht:

Für den Mürbteig:

75g Butter

75g Zucker

200g Mehl

1 TL Backpulver

1 Ei

1 Prise Salz

Dann einfach alle Zutaten in eine Schüssel geben und zu einem glatten Mürbteig verrühren. Kurz kalt stellen. Dann den Ofen auf 180°C vorheizen und eine 26er Springform buttern.

Für die Füllung brauchen wir:

500g Quark

200g Zucker

1 Päckchen Vanillepudding-Pulver

Saft einer Zitrone

3 Eier

1 Tasse Sahne

1/2 l Milch

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und zu einer homogenen Flüssigkeit verrühren. Die Masse ist wirklich flüssig, aber keine Sorge, sie wird beim Backen fest.

Den Mürbteig zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie oder mit etwas Mehl ausrollen und in die Springform geben. Die Ränder hochdrücken, die Form wird ganz schön voll.

Die Quarkmasse darauf geben und backen. Unser Rezept schlägt 50 Minuten vor, ich hatte meinen Kuchen aber bestimmt 1 1/2 Stunden im Ofen. Dabeibleiben und immer mal wieder schauen. Wenn die Füllung kaum noch „wackelt“, wenn man vorsichtig an der Form rüttelt, ist er fertig.

Enjoy 🙂

Nachtrag von Mama: Den fertigen Kuchen noch 10 Minuten im ausgeschalteten Backofen stehenlassen 😉

„Apfelschichtspeise Bavaroise“

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Den krönenden Abschluss unseres Jahresendmenüs bildete eine leckere Schichtspeise. Grundlage war eine Créme bavaroise, also eine Bayerische Créme, darauf kam eine Schicht Honigkuchen, getränkt mit Rum, und als oberste Schicht gedünstete Äpfel. Crème und Äpfel bereitete ich wie die Hauptspeise schon am Vortag zu, so dass der Nachtisch kurz vor dem Servieren ganz schnell fertiggestellt werden konnte. Die angegebenen Mengen reichten für 8 Personen.

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Créme bavaroise:

Zutaten:

3 Blatt weiße Gelatine

1/4 l Milch

1 Vanilleschote

75 g Zucker

2 Eigelb

200 ml Sahne

Zubereitung:

Gelatine in kaltem Wasser einweichen.

Vanilleschote halbieren und das Vanillemark herauskratzen.

Milch mit Vanillemark und Vanilleschote aufkochen.

In der Zwischenzeit Eigelb und Zucker weißlich-cremig aufschlagen.

Die heiße Milch durch ein Sieb gießen und unter ständigem Rühren langsam zur Eiercrème geben. Alles zusammen über dem heißen Wasserbad bei Mittelhitze weiterrühren, bis die Masse dicklich wird. Gelatine tropfnass Blatt für Blatt unter die heiße Masse rühren, bis sich die Gelatine völlig aufgelöst hat.

Die Crème erkalten lassen. Zwischendurch immer wieder umrühren. Sobald sie fest zu werden beginnt, die Sahne steif schlagen. Die geschlagene Sahne vorsichtig unter die Crème heben. Die Crème auf 8 Portionsgläser aufteilen. Mit Frischhaltefolie verschließen und im Kühlschrank fest werden lassen.

Apfelschicht:

Zutaten:

1 Handvoll Rosinen (nach Geschmack auch mehr)

aromatischer Rum

6 Boskop-Äpfel

3 EL Puderzucker (oder mehr)

Butter

Zimt

Zubereitung:

Die Rosinen mindestens 1/2 Stunde in Rum einweichen.

Die Äpfel schälen, vierteln, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Mit Zitronensaft beträufeln.

In einer Pfanne 1 – 2 EL Butter erhitzen und die Apfelwürfel mit dem Puderzucker andünsten. Sie dürfen nicht zerfallen! Nach Geschmack Zimt unterheben. Falls die Apfelwürfel zu sauer sind, noch etwas mehr Puderzucker hinzufügen.

Die gedünsteten Äpfel habe ich in einer gut schließenden Schüssel ebenfalls bis zum nächsten Tag kühl gestellt.

Für das Topping röstete ich 100 g Mandelblättchen zusammen mit 2 EL Puderzucker langsam an, bis der Zucker leicht karamellisierte und die Mandeln dufteten. Auch sie wurden nach dem Abkühlen gut verschlossen bis zum Servieren aufbewahrt.

Vor dem Servieren

bestreute ich die Crème bavaroise mit grob zerkrümeltem Honigkuchen, den ich mit dem Einweich-Rum der Rosinen beträufelte. Darüber verteilte ich die gedünsteten Äpfel, bestreute sie mit den Mandelblättchen und garnierte jede Portion mit einem Haferflockenplätzchen aus unserer Weihnachtskeksdose.

Wenn Süßes glücklich macht, hatte ich an diesem Abend sehr glückliche Gäste 😉

Zwiebelrostbraten mit Kraut+Fleckerl

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Als Hauptgericht für  unser alpin inspiriertes Jahresabschlussmenü wählten wir einen Zwiebelrostbraten, der sich gut vorbereiten lässt. Tatjana musste nämlich arbeiten, deshalb teilte ich mir die Arbeit so ein, dass der Großteil schon am Vortag erledigt war. Zwiebelrostbraten ist in ganz Österreich in verschiedenen Varianten verbreitet. Zusätzlich zu den Zwiebeln in der Soße habe ich noch extra Röstzwiebelringe gebraten, die auf den Bratenscheiben serviert wurden.

Die Zutaten für den Zwiebelrostbraten:

Rinderhüfte (pro Person etwa 200 bis 250 g)

1/2 l Brühe oder Fond

Portwein/Rotwein

Rapsöl

Puderzucker

Tomatenmark

Salz, Pfeffer, Majoran

Für den Zwiebelrostbraten besorgte ich knapp 2 kg Rinderhüfte. Das war natürlich zu viel für 8 Personen, sondern reicht eher für 12 Personen. Ich rechnete aber damit, dass wir am Neujahrstag noch einmal davon essen konnten 😉

Außerdem besorgte ich reichlich Zwiebeln. Die sind für einen Zwiebelrostbraten unverzichtbar.

Das Rindfleisch schnitt ich in etwa 1 cm dicke Scheiben quer zur Fleischfaser. Die Menge ergab 30 (!) Scheiben. Normalerweise sollen die Fleischscheiben leicht plattiert werden. Darauf habe ich verzichtet. Sie durften ausgebreitet auf einem großen Holzbrett Zimmertemperatur annehmen.

Zunächst bereitete ich die Zwiebelsoße zu:

6 mittelgroße Zwiebeln wurden geschält, halbiert und unter Tränen in Halbringe geschnitten. Die Halbringe ließ ich bei mittlerer Hitze in Rapsöl und einem Stich Butter ganz leicht hellbraun dünsten. Dann überstäubte ich sie mit Puderzucker, fügte einen EL Tomatenmark dazu und verrührte alles miteinander. Sobald das Tomatenmark ein ganz klein wenig Röststoffe bildete, löschte ich den Ansatz mit einem guten Schuss Portwein ab. Der Portwein durfte unter Rühren einköcheln. Danach wurde mit Fond abgelöscht, der wiederum aufkochte und dann langsam einköchelte. Das Gleiche wiederholte ich ein paar Mal mit einem trockenen, gehaltvollen Rotwein, bis die Zwiebeln schön dunkel und sämig waren. Zum Schluss wurden sie mit Salz, Pfeffer und Majoran abgeschmeckt, in einen Bräter gefüllt und beiseite gestellt.

Die Fleischscheiben würzte ich zunächst auf einer Seite mit Salz und Pfeffer und massierte danach ganz wenig Öl in jede Scheibe, drehte sie um und wiederholte das Ganze auf der anderen Seite. Die vorbereiteten Scheiben ließ ich in einer sehr heißen beschichteten Pfanne – ohne weiteres Fett – auf jeder Seite kurz Farbe nehmen und legte sie schuppenförmig auf die vorbereiteten Zwiebeln. Die Röststoffe in der Pfanne ließ ich mit etwas Wasser loskochen. Dies goss ich zum Fleisch. Jetzt war mein Zwiebelrostbraten fertig und wurde bis zum nächsten Tag gut gekühlt.

Auch die Röstzwiebeln, mit denen der Rostbraten serviert wurde, ließen sich schon am Vortag zubereiten: Dafür hobelte ich 2 Zwiebeln in dünne Scheiben, füllte 3 EL Mehl und die Zwiebelscheiben in einen Gefrierbeutel und schüttelte alles gut durch. In reichlich Öl wurden sie bei guter Mittelhitze portionsweise hellbraun gebraten. Küchentücher nahmen anschließend das überschüssige Fett auf. Zum Schluss bestreute ich sie mit etwas Salz und füllte sie in eine flache Tupperdose.

Krautfleckerl

sind ebenfalls ein österreichisches Gericht. Dort werden sie oft als vollständiges Hauptgericht serviert, dann auch gerne mit Speck. Für die Krautfleckerl wird zunächst der mehr oder weniger grob geschnittene Weißkohl gegart und am Ende mit ungefähr 2 x 2 cm großen  Nudelstücken gemischt. Ich habe Weißkohl und – als Fleckerl-Ersatz – Bandnudeln getrennt serviert. „Fleckerl“ sind hier am Niederrhein nämlich nicht zu bekommen und sie selbst zu machen, war mir zu viel Arbeit.

Für mein Kraut habe ich einen mittelgroßen Weißkohl in grobe Stücke geschnitten.

1 fein gewürfelte Zwiebel wurde in einem ausreichend großen Topf in Rapsöl glasig gedünstet, dann mit 1 EL Zucker bestreut und leicht gebräunt. Dazu kam dann der Kohl und durfte unter Rühren ebenfalls Farbe annehmen. In der Zwischenzeit habe ich ihn mit Salz, Pfeffer, gemahlenem Kümmel und Paprikapulver gewürzt. Sobald er anfing, leicht braun zu werden, löschte ich ihn mit einem Glas Weißwein ab. Im geschlossenen Topf ließ ich ihn danach bei geringer Hitze dünsten, bis er bissfest war. Dann wurde er gut gekühlt bis zum nächsten Tag aufbewahrt, an dem die Gäste am Abend kommen sollten.

Schon am Mittag holte ich den Braten aus der Kühlung, damit er ein paar Stunden Zeit hatte, Zimmertemperatur anzunehmen. Drei Stunden vor dem Essen stellte ich dann den Bräter in den Backofen und ließ den Zwiebelrostbraten bei 70 °C langsam erwärmen. Eine halbe Stunde vor dem Servieren schaltete ich die Hitze auf 120 ° C, so dass er ganz heiß wurde. Kurz vor dem Servieren nahm ich ihn heraus, schmeckte die Soße ab und dann durften die Röstzwiebeln im Backrohr noch heiß werden.

Das Kraut wurde 20 Minuten lang auf dem Herd erhitzt und ebenfalls noch einmal abgeschmeckt: Eine Prise Harissa-Pulver gab ihm neben etwas Schärfe auch „das gewisse Etwas“.

Mit den frisch gekochten Bandnudeln konnten die Teller dann angerichtet werden.

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Übrigens reichten die Reste tatsächlich noch für den Neujahrstag 🙂