Mini Gugls mit Haselnuss-Eis und beschwipsten Äpfeln

Ihr Lieben,

das war eine lange Blockpause unsererseits. Aber wir können es erklären: Erst war Weihnachten, dann hatte meine Mom einen runden Geburtstag. Anschließend sind wir in Urlaub gefahren und ich wurde 30. Kurz gesagt: Viel Feierei, viel Völlerei. Aber auch wenn zum Bloggen nicht genug Zeit blieb, haben wir zumindest eine Menge neuer Rezepte probiert und gesammelt, sodass Ihr Leser im Nachhinein noch ein kleines bisschen profitiert.

Starten wir traditionellerweise mit unserem Weihnachtsmenu. Am Heiligen Abend wollten meine Eltern vormittags in den Gottesdienst und ich nachmittags. Also mussten es Rezepte sein, die man gut vorbereiten kann. So gab es zur Vorspeise Lachspastetchen aus dem Slow Cooker mit Salat. Das Rezept findet ihr in Gabi Frankemölles neuem Kochbuch „Langsam kocht überall besser„. Diese habe ich am Vortag schon zubereitet.

Zur Hauptspeise gab es Gans, traditionell mit Rotkohl und einem Semmelknödel-Auflauf (ebenfalls aus dem Slow Cooker und ebenfalls aus Gabis neuem Buch). Ich weiß, ich wiederhole mich, aber meine Slowie-Brigade hat uns an Weihnachten so Einiges an Arbeit abgenommen 🙂

Als Nachtisch gab es Mini-Gugls mit selbst gemachtem Haselnuss-Eis und beschwipsten Äpfeln. Auch hier habe ich bis auf die Äpfel alles am Vortag vorbereitet.

Und hier sind die Rezepte der Nachspeise. 🙂

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Für die Mini-Gugls braucht ihr:

100 g Butter

125 g Zucker

eine Prise Salz

3 Eier

200 g Mehl

1/2 Päckchen Backpulver

evtl. 3 EL Milch

etwas geriebene Tonkabohne

Butter, Zucker und Salz schaumig schlagen, dann die Eier einzeln unterrühren. Backpulver und Mehl mischen und unterheben, die Tonkabohne einrühren. Wenn der Teig zu zäh wird, etwas Milch dazu geben.

Den Teig in eine gefettete Mini-Guglform füllen (ich finde, das geht am besten mit einem Spritzbeutel) und im vorgeheizten Backofen bei 180°C ca. 10 Minuten backen. Achtung, in den kleinen Förmchen geht das wirklich ruckzuck, also lieber dabei bleiben 🙂

Für das Eis braucht ihr:

300 ml Sahne

170 g (eine Tube) Milchmädchen

mindestens 3 EL Haselnuss-Mus

Haselnusskrokant

Für das Eis die Sahne steif schlagen, das Milchmädchen, Haselnuss-Mus und Krokant unterrühren. Mindestens 4 Stunden (besser über Nacht) einfrieren und ca. 20 Minuten vor dem Servieren aus dem Froster nehmen.

Für die beschwipsten Äpfel braucht ihr:

2 säuerliche Äpfel (Boskop)

100 ml Weißwein

40 g Zucker

6 cl weißen Portwein

Mark einer ausgekratzen Vanillestange

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Die Äpfel schälen, entkernen und in Spalten schneiden. Mit dem Weißwein, der Vanille und dem Zucker bei mittlerer Hitze die Äpfel leicht weich kochen lassen. Den Portwein dazu geben und noch einmal aufkochen.

Und dann nur noch alles hübsch auf einem schönen Teller anrichten und servieren 🙂

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Honigkuchen mit Roggenmehl und Gewürzen

Ihr Lieben,

der Advent naht mit großen Schritten. Und scheinbar gefallen Euch unsere Plätzchen-Rezepte, sie werden nämlich zur Zeit wieder fleißig gelesen 🙂 Danke dafür.

Um Euch die Suche zu erleichtern, haben wir all unsere Weihnachts-Rezepte auf einer Extra-Seite zusammengefasst – schaut mal hier.

Und damit wir Euch vor Weihnachten noch mit vielen neuen Rezepten versorgen können, haben wir dieses Jahr den Start unserer Weihnachtsbäckerei nach vorne verlegt.

Wir starten traditionell mit Printen- und Lebkuchenrezepten, weil diese besser schmecken, je länger sie liegen – und damit man sich nicht an brettharten Keksen die Zähne ausbeißt.

Mein absolutes Lieblingsbuch zu Weihnachten ist die Weihnachtsbäckerei von Rosenmehl. Alte Rezepte, eingereicht von mit Rosenmehl backenden Hausfrauen, über Jahrzehnte überliefert, nachgebacken und verfeinert. Oft werden die Rezepte begleitet von einer Anekdote oder Geschichte dazu. Ein Buch zum Schwelgen und sich in Weihnachtsstimmung versetzen zu lassen 🙂 Hier handelt es sich übrigens nicht um Werbung oder eine Kooperation, sondern um meine ganz private und unbeeinflusste Meinung. 🙂

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Aber es liegt natürlich nahe, dass auch das erste Rezept unserer diesjährigen Weihnachtsbäckerei aus diesem Buch stammt – und wie immer haben wir das Rezept ein bisschen abgewandelt.

Ihr braucht:

250g Roggenmehl (Type 1150)

250g Weizenmehl (Type 550 oder 405)

1/2 Päckchen Weinstein-Backpulver

125g Butter

250g Zucker

1/2 TL Salz

250g Honig (ich hatte eine 1:1 Mischung aus Tannenhonig und Blütenhonig)

2 Eier

100g Zitronat

200g Orangeat

65g gehackte Mandeln

65g gemahlene Mandeln

1 TL Zimt

1 TL gemahlene Nelken

1 TL gemahlenen Kardamom

ganze, abgezogene Mandeln nach Belieben

Zunächst ein Tipp: Orangeat und Zitronat sind eine klebrige Angelegenheit. Sie lassen sich besser verarbeiten, wenn sie gefroren sind. Für dieses Rezept brauchen wir möglichst fein gehacktes Zitronat und Orangeat, deswegen flog es bei uns im gefrorenen Zustand auf das laufende Messer des Thermomix. Ein guter Küchenmixer sollte das aber auch schaffen 🙂

Zunächst die Butter, den Zucker und den Honig in einem Topf vorsichtig auf dem Herd erhitzen, bis sich der Zucker gelöst hat, das gemahlene Zitronat und Oreangeat dazugeben, unterrühen und dann alles abkühlen lassen.

Das Mehl mit dem Backpulver in eine große Schüssel sieben, alle trockenen Zutaten (bis auf die gehackten und ganzen Mandeln) dazu geben und unterrühren.

Mit den Knethaken des Handrührers die Butter-Honig-Mischung unterkneten, die Eier dazu geben und zum Schluss die gehackten Mandeln unterrühren.

Laut Originalrezept soll der fertige Teig zunächst eine Stunde kalt gestellt, dann ausgerollt und auf ein Backblech gelegt werden. Ich konnte mir allerdings nicht vorstellen, dass sich diese zähe, klebrige Masse – egal bei welcher Temperatur – ausrollen lässt, also habe ich sie direkt auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gestrichen. Wenn man die Palette oder den Teigschaber (der bei uns seit jeher Schleck-Schleck heißt) immer wieder in Wasser tunkt, geht das sehr gut.

Dann habe ich mit einem Messer den Teig in ca 4x4cm große Würfel aufgeteilt (aber nur einritzen, nicht durchtrennen) und die einzelnen Stücke mit den abgezogenen Mandeln verziert.

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Dann das Blech ca. 1 Stunde lang kalt stellen und dann im auf 200°C vorgeheizten Backofen ca. 20 Minuten backen.

Wenn der Kuchen im Ofen ist, die Glasur vorbereiten: Dafür benötigt ihr:

3 EL Puderzucker

2 EL Zitronensaft

1 EL Rum

Daraus eine Glasur anrühren. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und noch heiß bestreichen.

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Abkühlen lassen, in Stücke schneiden und in Keksdosen lagern. Es lohnt sich, diese Plätzchen eine Weile durchziehen zu lassen, damit die Gewürze Zeit haben, sich zu entfalten.

 

 

 

 

Vanillekipferl nach Johann Lafer

Ihr Lieben, Weihnachten rückt beharrlich näher und somit bleibt (zumindest bei uns gerade) immer weniger Zeit zum Backen. Wie gut, wenn man eine beste Freundin hat, die nach unserem Rezept für Vanillekipferl gefragt hat. Sie wurde dann natürlich sofort zum Fotografieren verdonnert, sodass wir dank ihr das Rezept nun auch noch bloggen können.

Danke noch mal, Alwy 🙂

Die Zutaten

für den Teig (ergibt etwa 60 – 65 Stück):

50 g fein gemahlene Mandeln

190 g Butter

75 g Puderzucker

eine Prise Salz

2 Eigelb

Mark einer Vanillestange

abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone

60 g fein gemahlene Haselnüsse

270 g Mehl

zum Wälzen:

150 g Puderzucker

3 Päckchen Vanillezucker

Mark einer Vanillestange

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Die Mandeln in einer heißen Pfanne bräunen, beiseite stellen und abkühlen lassen.

Die Butter in kleine Stücke schneiden.

Alle Zutaten für den Teig in eine Schüssel geben und mit den Knethaken des Handrührgerätes zügig zu einem glatten Teig verkneten.

Den Teig in Klarsichtfolie für 2 Stunden kühl stellen.

Backofen auf 190 °C vorheizen.

Zwei Bleche mit Backpapier belegen.

Aus dem Teig kleine Stränge formen und zu Kipferln zurechtbiegen.

Auf ein Blech setzen und auf der zweiten Schiene ca. 12 – 15 Minuten backen.

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Den Puderzucker zum Wälzen in einen Teller sieben, mit Vanillezucker und -mark vermengen.

Die gebackenen Kipferln kurz abkühlen lassen, aber noch leicht warm vorsichtig in dem Puderzuckergemisch wälzen.

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In einer Gebäckdose aufbewahren. Sie schmecken nach einer Woche am besten.

Jetzt ist also die perfekte Zeit, um sie für den Weihnachtsteller zu backen.

photo_2016-12-18_19-04-12Auch wir haben am vergangenen Wochenende noch einmal fleißig gebacken, auch unsere geliebten Vanillekipferln. Sie sind wie immer zart und mürbe, sprich einfach köstlich geworden.Vanillek.

Weihnachten – das Dessert: Marc de Champagne-Parfait mit Glühweinfeigen

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Für das Dessert bin in der Regel ich zuständig. Mir macht es einen Riesenspaß, an Weihnachten stundenlang neue Rezepte auszuprobieren, neue Techniken, neue Geschmacksrichtungen…

An Heilig-Abend wollte ich aber am Nachmittag noch in den Gottesdienst, daher musste es diesmal ein Dessert sein, dass sich vorbereiten ließ und dann à la minute vollendet werden konnte.

Parfait ist immer dankbar, daher gibt es bei die verschiedensten Ausführungen oft auf meiner Menu-Karte.

Und noch kein anderes Rezept war so schnell und einfach gemacht wie dieses – und macht trotzdem richtig was her. Das Originalrezept stammt aus der LECKER, ich habe es wie immer ein bisschen abgewandelt.

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Los geht es also.

Für das Parfait braucht ihr:

80ml Milch

Mark einer Vanilleschote

2 Eigelb

60g Zucker

1 gehäufter TL Zimt

3 EL Marc de Champagne – oder ein anderer Likör oder Brand Eures Geschmacks

150g Schlagsahne

Die Milch und das Vanillemark aufkochen, dann abkühlen lassen.

Die Eigelbe mit dem Zucker verrühren, die Vanillemilch dazu geben und über einem heißen Wasserbad cremig aufschlagen. Wenn der Schaum schön stabil ist, ist er fertig.

Den Zimt und den Marc de Champagne vorsichtig unterheben. Nicht zu viel rühren, sonst schlagt ihr den Schaum wieder kaputt.

Abkühlen lassen, die Sahne aufschlagen und den Marc de Champagne-Schaum wieder ganz vorsichtig unterheben.

In hübsche Förmchen füllen und ab in den Tiefkühler.

Die Feigensauce habe ich frisch gemacht. Dazu benötigt Ihr:

50g brauner Zucker

250ml Glühwein

1 Zimtstange

2 TL Speisestärke oder Pfeilwurzelmehl

Den Zucker karamellisiern lassen – aber Achtung!, unbedingt dabei stehen bleiben!

Mit dem Glühwein ablöschen, die Zimtstange dazugeben und NICHT rühren, bis sich der Zucker wieder gelöst hat.

2-3 Minuten köcheln lassen, in der Zwischenzeit die Feigen waschen und vierteln.

Die Glühweinsauce mit der Stärke oder dem Pfeilwurzelmehl abbinden, die Feigen dazugeben, nochmal vorsichtig aufkochen lassen, damit die Feigen nicht zerkochen.

Die Zimtstange entfernen und anrichten.

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Voila.

Winterlich, weihnachtlich, zimtig. Der Marc de Champagne gibt dem Parfait ein tolles, edles und leicht blumiges Aroma, der Zimt unterstreicht das noch. Wenn ihr die Glühweinfeigen zum Beispiel durch einen exotischen Obstsalat ersetzt, ergibt das auch ein tolles Sommer-Dessert.

 

 

 

 

Rinderfilet aus dem Ofen mit Knödelsternen

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In unserer Familie gibt es kein traditionelles Weihnachtsessen. Wir überlegen jedes Jahr aufs Neue, was an den Feiertagen auf den Tisch bzw. die Tafel kommen soll. Damit es für Einen nicht zu viel wird, teilen wir uns die einzelnen Gänge auf. Als Hauptgang sollte es diesmal an Heiligabend ein irisches Rinderfilet aus dem Ofen geben, das ich zubereiten würde. Tatjana wollte sich um das Dessert kümmern, ihr Bruder um die Vorspeise.
Beim Fleisch erlebte ich zunächst einmal eine Enttäuschung: das Filetstück, das ich extra vorbestellt hatte, sah nach dem Auspacken eher aus wie ein zerklüfteter Fleischberg. Aber es nützte ja nichts, ich musste das Beste daraus machen. Ohne viel Aufwand sollte der Braten zusammen mit Gemüse im Backofen langsam vor sich hin garen. Die Anregung dafür fand ich im Internet; vor Jahren hatte ich nach einem Rezept aus der Zeitschrift „essen und trinken“ schon einmal ein ähnliches Gericht gekocht. In der Zwischenzeit konnte ich dann die Knödelsterne zubereiten.
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Die Zutaten für 4 Personen:
700 g Rinderfilet
500 g TK-Champignons in Scheiben (frische Champignons gehen selbstverständlich auch)
5 Tomaten (am besten Eier- oder Flaschentomaten)
Butterschmalz zum Anbraten
150 g Creme fraîche
etwas Sahne
2 TL gemahlene getrocknete Steinpilze oder Steinpilzsalz
Salz, Pfeffer
1 Knoblauchzehe, geschält und durchgepresst
Der Backofen wurde auf 150 °C vorgeheizt, eine ofenfeste Auflaufform aus Glas gleich mit.
In der Zwischenzeit häutete und viertelte ich die Tomaten, die Kerne wurden entfernt und die Tomatenviertel beiseitegestellt.
Das Butterschmalz ließ ich in einer Pfanne ganz heiß werden und gab dann die Champignons dazu. Die Flüssigkeit, die sich in der Pfanne bildete, goß ich ab und briet die Champignons kurz an. Anschließend wurden sie in der Auflaufform mit den Tomaten vermischt und alles zusammen mit Salz und Pfeffer gewürzt. Die Mitte der Form ließ ich für das Bratenstück frei und stellte sie wieder in den Backofen.
Dann rieb ich das Rinderfilet mit Salz und Pfeffer ein. In der Pfanne ließ ich wieder etwas Butterschmalz heiß werden, briet das Filet von allen Seiten an und legte es zu dem Tomaten-Champignons-Gemisch in die Auflaufform.
Die Creme fraîche rührte ich mit etwas Sahne glatt, würzte sie mit dem Steinpilzsalz und der durchgepressten Knoblauchzehe und gab sie über das Gemüse.
Nach 30 Minuten reduzierte ich die Backofentemperatur auf 80 °C. Dadurch konnte ich in aller Ruhe die Knödelsterne zubereiten, ohne Gefahr zu laufen, dass der Braten zu trocken wurde.
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Für die Knödelsterne rührte ich 1 Pckg. Kartoffelknödel halb und halb nach Gebrauchsanweisung an (allerdings nahm ich 50 ml Wasser weniger als angegeben), ließ die Masse 10 Min. quellen und rollte sie anschließend zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie etwa 2 cm dick aus. Mit einem großen Stern-Ausstecher stach ich 10 Sterne aus. (Aus dem Rest Knödelteig formte ich normale runde Knödel.) Die Sterne wurden nach Packungsanweisung gegart, bis sie im Kochtopf an die Wasseroberfläche stiegen.
In der Zwischenzeit zerließ ich etwa 1 EL Butter in einer Pfanne und ließ darin 2 EL Semmelbrösel  vorsichtig goldbraun rösten. Die fertig gegarten und gut abgetropften Knödelsterne wurden darin gewendet und zusammen mit dem Rinderfilet angerichtet. (Man kann die Knödelsterne auch nur mit den gerösteten Semmelbröseln bestreuen.)
Übrigens hat es der ganzen Familie hervorragend geschmeckt, auch wenn die Filet-Scheiben nicht die übliche Form hatten.
Dennoch habe ich den Braten, den ich im rohen Zustand fotografiert hatte, noch nachträglich in der Fleischabteilung unseres Supermarktes beanstandet. Und ich war wirklich sehr angenehm überrascht, als ich ein ebenso schweres Stück Rinderfilet gratis als Wiedergutmachung bekam.
Es wurde gestern in Form von Steaks als Geburtstagsessen für Tatjana verspeist.

Auf der Suche nach dem verlorenen Geschmack: altmodische Lebkuchen

Medaillon Mama
Es gibt Gerüche und Geschmäcker, die uns sofort in unsere Kindheit zurückversetzen. So erging es mir vor einigen Jahren in unserem Winterurlaub in Österreich. Wir waren in einem Gasthaus essen und bekamen als Aufmerksamkeit des Hauses zum Nachtisch selbstgebackene Plätzchen, besser gesagt Lebkuchen serviert. Mein erster Gedanke war: „Die schmecken ja wie früher!“ Leider vergaß ich mir das Rezept geben zu lassen, und so probiere ich Jahr für Jahr aufs Neue ein anderes altes Lebkuchenrezept aus –  immer auf der Suche nach diesem ultimativen Geschmack. Bis jetzt hatte ich leider noch kein Glück. Auf essen-und-trinken.de fand ich diesmal eines, das sehr vielversprechend klang und stellte fest, dass Petra Durst-Benning in ihrem historischen Roman „Die Zuckerbäckerin“ das gleiche Rezept abgedruckt hat.
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 Also ein neuer Versuch. Der Teig sollte schon im Oktober angesetzt werden. Am 14. Oktober hatte ich alle Zutaten zusammen, nämlich:
250 g Honig
250 g braunen Zucker
100 g Butter
30 g Lebkuchengewürz
abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
500 g Mehl
2 EL Kakaopulver
2 Eier
1 TL Pottasche
2 cl Kirschwasser oder anderen klaren Schnaps
Der Teig wird folgendermaßen zubereitet:
Honig und Zucker erwärmen. Die Butter darunterrühren, bis sie sich aufgelöst hat. Die Zitronenschale ebenfalls daruntermischen. Die Masse vom Herd nehmen und kurz abkühlen lassen. Mehl und Kakao sieben, zusammen mit den Gewürzen unter die Masse rühren. Ebenso die verquirlten Eier. Zum Schluss die Pottasche vorsichtig im Schnaps auflösen und unter den Teig mischen. Zügig arbeiten, sonst wird der Teig zu fest und lässt sich nur noch schwer verarbeiten. Den Teig kurz kneten, bis er glatt und glänzend ist. Im Kühlschrank mindestens eine Nacht, besser mehrere Wochen zugedeckt ruhen lassen.
Nach fast 2 Monaten fand ich gestern endlich Zeit und Muße, die Lebkuchen zu backen.
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Zunächst rollte ich den Teig portionsweise auf gehackten Haselnüssen und etwas Mehl etwa 6-8 mm dick aus. Da der Teig aber zu sehr auf dem Backbrett festklebte, rollte ich ihn schließlich zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie aus. Das funktionierte besser. Dann wurden Sterne, Herzen, Tannenbäume usw. ausgestochen und mit großzügigem Abstand auf Backpapier gelegt. Das war gut, denn das Gebäck vergrößert sich beim Backen deutlich, wie Ihr auf dem Bild ganz oben sehen könnt. (Filigrane Formen verlaufen übrigens zu sehr, so dass sie anschließend nicht mehr zu erkennen sind.)
Mit halbierten Mandelkernen oder gehackten Nüssen verziert, stellte ich die ausgestochenen Teigstücke auf der Terrasse kalt, bis der ganze Teig verbraucht war.
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Anschließend wurden die Lebkuchen im vorgeheizten Backofen auf der untersten Einschubleiste bei 160 °C gut 20 Minuten gebacken. Nachdem sie aus dem Backofen genommen worden sind, lassen sie sich wenige Minuten später gut vom Backpapier lösen. Auf einem Kuchenrost kühlten sie dann ab, bevor ich sie in einzelnen Lagen zwischen Backpapier in eine Dose schichtete. Im kühlen Keller dürfen sie nun bei leicht geöffnetem Deckel ihr volles Aroma entwickeln und weich werden.
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Ob sie schmecken wie die von damals? Nein, wohl eher nicht. Eine Freundin hat mir nun den Tipp gegeben, dass man früher mit Kunsthonig gebacken hat. Vielleicht stammte der typische Geschmack ja davon. Ich hätte fragen sollen …

Aachener Printen – rustikal

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Als ich zu Christi Himmelfahrt das erste Mal in meinem Leben Aachen besuchte, da habe ich mich sofort in diese hübsche alte Stadt verliebt. Bei einer Stadtführung erfuhren wir viel über die Geschichte Aachens, die bis in die Steinzeit zurückreicht. Schon damals siedelten sich Menschen rund um die Thermalquellen an, später waren es die Kelten, dann die Römer und schließlich die Germanen. 600 Jahre lang wurden hier alle deutschen Könige gekrönt, und zwei Kaiser, nämlich Karl der Große und Otto III, liegen im Aachener Dom begraben. Seinetwegen wurde Aachen zu einem wichtigen Wallfahrtsort, zu dem tausende Menschen pilgerten, wo sie untergebracht und versorgt werden mussten. Und eben aus dieser Zeit stammen die Aachener Printen: sie waren eine nahrhafte und haltbare Verpflegung für die Pilgernden. Wir durften vor Ort sogar eine Auswahl dieses berühmten und leckeren Backwerks probieren, das wir heutzutage eher aus der Weihnachtszeit kennen. Natürlich nahmen wir auch eine Packung mit nach Hause. Weil sie uns so gut schmeckten, nahm ich mir vor, zur Weihnachtszeit einmal selbst Printen zu backen. Ein entsprechendes Rezept fand ich bei chefkoch.de. Was mir besonders entgegenkommt: man kann den Teig zubereiten, ihn tage- oder auch wochenlang kühl stellen und die Printen backen, sobald man Zeit hat.
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Ende Oktober gab es dann auch schon die Zutaten für die Weihnachtsbäckerei in den Geschäften, so auch die Gewürze, die ich dafür benötigte. Da Printen ein altes Gebäck sind, wollte ich kein feines Weißmehl verwenden, sondern nahm, wie früher, geschroteten Dinkel. So würden sie wohl noch authentischer werden. Am 21. Oktober hatte ich alles zusammen, was ich benötigte, und bereitete den Teig zu.
Die Zutaten waren:
500 g Rübensirup
3 EL Wasser
5 g Pottasche
100 g brauner Zucker
600 g Dinkelmehl
50 g Orangeat
1 Prise Piment
3 TL gemahlener Anis
2 TL gemahlene Koriandersamen
3 TL Zimt
1 Prise gemahlene Nelken
1 Prise Kardamom
1 Prise Muskat
1 Prise Natron
Zubereitung:
Den Sirup mit dem Wasser in einem großen Topf erwärmen. Pottasche mit ein wenig Wasser auflösen.
Zucker zum Sirup geben und gut verrühren. Sirup von der heißen Herdplatte nehmen.
Das Orangeat hatte ich im Gefrierfach des Kühlschranks gefrieren lassen und mixte es in der Küchenmaschine mit ewas Mehl so fein es ging.
Dann vermischte ich es, zusammen mit allen weiteren Gewürzen, mit dem Mehl.
Anschließend rührte ich das Mehl unter den Sirup, bis ein glatter, fester Teig entstand. Der Teig muss mindestens über Nacht kalt stehen. Ich ließ ihn sogar 3 Wochen im Kühlschrank, bevor ich ihn weiter verarbeitete! Die Aachener Printenbäcker bereiten ihn ebenfalls Wochen vor der Weiterverarbeitung zu, habe ich mir sagen lassen.
So geht es weiter:
Kalt lässt er sich am besten verarbeiten. Trotzdem ist das Ganze eine ziemlich klebrige Angelegenheit.
Zunächst Backbleche mit Backpapier auslegen.
Backofen auf 175 °C vorheizen.
Den Teig portionsweise auf einem bemehlten Backbrett 5-8 mm dick ausrollen und mit einem Messer in etwa 3,5 cm breite Streifen schneiden, die dann quer in etwa 8 cm lange Stücke geschnitten werden. Die Teigstücke mit etwas Abstand auf die Backbleche legen, denn sie laufen etwas auseinander. Wenn möglich, die Backbleche noch einmal kühl stellen (ich mache das auf der Terrasse). Die Printen etwa 15 Minuten backen. Nach dem Backen noch ein paar Minuten auf dem Backpapier liegen lassen, dann lassen sie sich gut lösen. Auf einem Gitter auskühlen lassen.
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Die zweite Hälfte des Teiges rollte ich auf gehackten Haselnüssen aus (genauer gesagt war es Krokant, den ich in meinem Vorratsschrank fand). Dadurch klebte er nicht mehr so am Backbrett fest. Außerdem bekamen die Printen etwas mehr Biss, und der Nussgeschmack passt hervorragend zu den Gewürzen.
PrintenII
Die Printen waren zunächst ganz hart. (Angeblich mögen die Aachener ihre Printen so am liebsten.) Nach einigen Tagen wurden sie etwas weicher. Ich habe sie in eine Blechdose zwischen Backpapier gepackt und lasse den Deckel ein wenig offen. So werden sie bis Weihnachten hoffentlich so weich und saftig, wie wir Nicht-Aachener sie kennen und lieben. Da die Gewürze bereits ihr herrliches Aroma entfaltet haben, schmecken sie auch so schon sehr, sehr lecker. Sie sind nicht so dick wie die, die man kauft, sondern sehen eher rustikal aus. Dafür sind sie vollwertig, ohne Zusatzstoffe, schmecken herrlich würzig und sind äußerst bekömmlich. Was will man mehr?

Weihnachtsmenu-Special – Dessert

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Bratapfel-Parfait

So, ihr Lieben, weiter geht es mit unserem Weihnachtsmenu.

Zur Hauptspeise gab es Gans mit Rotkohl und Klößen, das eignet sich nicht so richtig zum Bloggen. Daher lassen wir das erst einmal aus, dafür habe ich aber demnächst ein tolles Rezept für Wintergemüse von Jamie Oliver für Euch. Also lasst Euch überraschen 🙂

Heute gibt es also erst mal das Rezept für das Bratapfel-Parfait, zu dem es echte Bratäpfel gab. Ich finde, im Winter gibt es nichts Besseres, als einen heißen Bratapfel aus dem Kaminofen. 🙂

Das Parfait bereitet Ihr am besten einen Tag vor dem Servieren vor, damit es Zeit hat, richtig zu gefrieren.

Ihr braucht:

4 säuerliche Äpfel

40 g Marzipan (nach Belieben)

30 g gemahlene Mandeln

Zimt

einen Schuss Amaretto

50 ml Apfelsaft

1 Vanilechote

3 sehr frische Eigelb

150 g Zucker

400 g Schlagsahne

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Den Backofen auf 200°C vorheizen. Dann die geschälten und fein gewürfelten Äpfel in eine feuerfeste Form geben. Fein gewürfeltes Marzipan, die gemahlenen Mandeln, Zimt, Amaretto und den Apfelsaft über die Äpfel geben und im Backofen weich kochen.

Dann herausnehmen und abkühlen lassen. In der Zwischenzeit das Vanillemark auslösen und mit dem Eigelb und 150 g Zucker schaumig schlagen.

Die abgekühlten Äpfel pürieren und unter die Eigelbmasse rühren.

400 g Sahne steif schlagen und vorsichtig unter die Eigelbmasse heben.

In eine mit Frischhaltefolie ausgekleidete Kastenform geben und gefrieren.

Zum Servieren in Scheiben schneiden (ich habe mit einer gewöhnlichen Ausstechform für Plätzchen noch Sterne ausgestochen). Das macht das Ganze so richtig schön weihnachtlich.

Für den Bratapfel gibt es demnächst einen Extra Post. Also seid gespannt 🙂

Weihnachtsmenu-Special – Vorspeise

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Zucchini-Carpaccio mit Räucherlachs

Ihr Lieben,

jetzt ist der Januar schon halb um und wir sind gerade bei der Vorspeise unseres Weihnachtsmenus.

Aber ich habe eine Entschuldigung: ich bin umgezogen – und habe jede freie Minute mit Kisten packen verbracht.

Aber genug der Jammerei, weiter geht es mit der Vorspeise. Die Mama hatte noch Räucherlachs eingefroren, den sie loswerden wollte, und so haben wir uns kurzfristig für dieses Zucchini-Carpaccio entschieden. Und obwohl ich eigentlich kein großer Freund von Kapern bin, hat das Ergebnis rundum überzeugt. Daher hier das Rezept 🙂

Ihr braucht:

1 Zucchini
Salz
2 TL gehackte Kapern
1 EL gehackter Dill
½ TL gehackte Bio-Zitronenschale
1-2 EL Zitronensaft
Pfeffer
50 g saure Sahne
50 g fettarmer Joghurt
1 Frühlingszwiebel
60 g Räucherlachs

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Die Zucchini fein hobeln und auf einer großen Platte hübsch auslegen.

Kapern, Dill, Zitronenschale, Zitronensaft und Pfeffer vermischen und auf die Zucchini träufeln.

Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden, mit Joghurt und saurer Sahne verrühren.

Den Lachs auf die Zucchini-Scheiben drapieren, mit der Joghurt-Masse beträufeln.

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Lecker 🙂

Weihnachtsmenü-Special

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Ihr Lieben!

Das Neue Jahr hat begonnen, wir hoffen, Ihr hattet ein paar besinnliche Feiertage und seid gut ins Neue Jahr geschlittert.

Wir haben die freie Zeit sinnvoll genutzt, nämlich damit, lauter neue Rezepte zu probieren. Und da sie gelungen sind, wollen wir sie Euch natürlich nicht vorenthalten.

Los gehts mit einem Last-Minute-Experiment.

Für unser Dessert brauchte ich ganze 50 ml naturtrüben Apfelsaft. Den trinkt bei uns in der Regel niemand, daher waren 950 ml übrig. Ein paar Gewürze dazu, aufkochen, einen (oder zwei) Schuss Amaretto und fertig war ein schneller Apfelpunsch. Zum Baumschmücken und nach einem nasskalten Weihnachtsspaziergang genau das Richtige.

Hier also das Blitzrezept:

ca. 1 Liter Apfelsaft

3 Gewürznelken

1/2 Zimtstange

ca. 2 TL Honig

ein Schuss Amaretto

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Den Apfelsaft mit den Nelken, dem Zimt und dem Honig aufkochen.

Die Gewürze herausfischen (oder abseihen), in Tassen füllen, einen Schuss Amaretto nach Belieben hinzugeben.

Wer mag, kann noch etwas geschlagene Sahne obendrauf geben.

Lecker, fruchtig, heiß und herrlich zimtig 🙂